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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Relais-Ansteuerung


Autor: Sebastian Wille (Gast)
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Hi,

ich will mit meinem 4433 ein Relais ansteuern. Das mache ich doch am 
besten über einen Transistor, oder?

Wie genau muß ich das alles anschließen?

Über ein kleines Bild wär' ich echt dankbar!

Danke!!! :-)

Sebastian

Autor: Holger (Gast)
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Nimm das, Fremder...*g*.
Aber im Ernst, ist ganz einfach (siehe Anhang).

Gruß: Holger

Autor: Sebastian Wille (Gast)
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Hallo Holger,

und ich dachte, ich wär' um 0:00 Uhr der letzte im Forum! ;-)

Auf jeden Fall vielen Dank!

Nur zum Verständnis: K1 (und S, O und P) ist mein Relais-Ausgang für die 
andere Schaltung, oder?

Und zu was brauche ich die Diode? Kann es auch eine N4000 sein?

Danke!!!

Sebastian

Autor: Holger (Gast)
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Die drei Anschlüsse rechts sind die Relaiskontakte, die mit der 
Ansteuerung ja erst mal nichts zu tun haben. Ich hab' halt irgendeine 
Relais genommen. Bei deinem kann das natürlich anders aussehen.
Die Diode kann auf alle Fälle eine aus der 4000er Serie sein, bei 
kleinen Relais tut's eine 1N4148 auch. Sie dient dazu, die 
Gegeninduktionsspannung der Spule kurzzuschließen. Diese kleine 
Schweinerei macht jede Spule, wenn man sie abschaltet. Die entstehende 
Spannung kann unter Umständen dem Transistorgefährlich werden. Mit einer 
Diode in der gezeigten Richtung ist Ruhe im Karton.

Autor: Sebastian Wille (Gast)
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Hallo Holger,

danke für die Erklärungen! Induktionsspannung kommt mir bekannt vor, ist 
eigentlich logisch!

Damit das Relais den anderen Stromkreis schließt, muß ja die Spule 
anziehen, oder? Das "Problem": Der Stromkreis muß zu 99,99% geschlossen 
sein, für eine Sekunde geöffnet werden, und dann wieder geschlossen 
sein. Gibt es eine Schaltung, in der das Relais zu 99,99% nicht anziehen 
muß, sondern nur die eine Sekunde? Eine Art "Umkehrung"?

Danke!

Sebastian

Autor: Holger (Gast)
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Dafür passt die Schaltung schon.
Zufälligerweise habe ich ein Relais mit Umschaltkontakt eingebaut, mit 
so einem könntest du sowas realisieren. Du nimmst einfach den 
Mittelabgriff (unten) und den rechten Kontakt - den sogenannten 
Ruhekontakt. Diese beiden sind verbunden, wenn kein Strom ducrch das 
Relais fließt - dein Verbraucher ist also "an". Erst wenn das Relais 
anziht, verbindet es den unteren und den linken (den Arbeitskontakt). 
Die ursprüngliche Verbindung wird getrennt und du hast genau das, was du 
wolltest.

Holger

Autor: Uwe (Gast)
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Hi
Nimm ein Rel. mit Öffner.

Autor: Sebastian Wille (Gast)
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Hi Leute,

ich habe mir heute ein paar Relais besorgt, ich werde das ganze jetzt 
mal testen und melde mich dann wieder!

Danke soweit auf jeden Fall! :-)

Sebastian

Autor: Sebastian Wille (Gast)
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Hallo,

also ich habe das ganze jetzt nach der Skizze aufgebaut - und es 
funktioniert! :-)

Ich habe ein monostabiles Relais (toller Begriff! ;-) ) und da muß man 
nur die richtigen Kontakte auswählen (steht im Datenblatt) - also kein 
Problem das Relais als "Öffner" einzusetzen.

Noch eine Frage an Holger: Bist Du Dir sicher, daß die Diode richtig 
herum eingebaut ist? Laienhaft: Der Minus-Strom (man möge mir den 
Begriff verzeihen, ich weiß ja...) fließt ja zunächst von unten nach 
oben. Beim Ausschalten des Relais müsste also Minus von oben nach unten 
fließen - und das lässt die Diode ja zu! Funktionieren tut's trotzdem... 
Hat jemand eine Erklärung?

Danke!

Sebastian :-)

Autor: Holger (Gast)
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Wenn der Transistor "offen" und das Relais angezogen ist, fließt ein 
Strom von Plus durch die Spule über den Transistor nach Masse - in der 
Elektronik sit die technische Stromrichtung gebräuchlich, und die geht 
von Plus nach Minus.

In diesem Falle macht die Diode gar nix, denn die ist in Sperrichtung 
geschaltet. Wenn der Transistor jetzt aber zumacht, generiert die 
Relaisspule die besagte Induktionsspannung. Und die ist andersherum 
gepolt als die vorherige Betriebsspannung.

Sprich: Das Relais vord zur "Batterie" mit Minus oben und Plus unten. 
Und in dieser Situation ist die Diode in Durchlassrichtung und schließt 
die Spannung über dem Relais kurz. Und Ruhe is im Karton.

Gruß: Holger

Autor: Sebastian Wille (Gast)
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Hallo Holger,

das heißt dann, der Strom kommt quasi gar nicht erst zum Transistor, 
richitg? Aber eigentlich ist das dann ja auch ein Kurzschluss, oder?

Auf jeden Fall danke!!!

Sebastian

Autor: Stefan Hutter (Gast)
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Hallo Sebastian !

Stell Dir das so vor: Du versorgst das Relais mit Strom, es baut sich 
ein Magnetfeld auf (ist ja eine Spule drinn), der Kontakt zieht an 
(schaltet um). Die Diode ist in diesem Fall "falsch" gepolt und tut 
nichts.
Jetzt schaltest Du den Strom per Transistor ab - das Magnetfeld bricht 
zusammen. Jeder Wechsel der Felsstärke im Feld induziert aber in die 
Spule einen Stom entgegen der ursprünglichen Richtung. Das Relais wird 
vom Verbraucher zum Generator, noch dazu zum verpolten. Nun wäre es dem 
Ansteuertransistor relativ egal, wenn er plötzlich einen negativen 
Inpuls bekommt, der so hoch ist, wie die Ansteuerspannung vorher war 
(z.B. 5V). Nur leider hält sich Physik nicht an Datenblätter ...
Das zusammenbrechende Magnetfeld in der Relaisspule hat eine bestimmte 
Energie. Machst Du den Transistor einfach ganz auf, hat die Spule (die 
ja momentan Generator ist) keine Belastung, es fließt (fast) kein Strom 
... die Energie muß aber wohin, also steigt die Spannung. Bei einem 
etwas größeren Relais können das schonmal 100V oder mehr sein. Und das 
ext den Transistor und streut in andere Leitungen sehr hohe 
Signalspitzen ein (Stichwort EMV).
Daher gibts ein paar Möglichkeiten um die Spule (Generator) etwas zu 
belasten und die Energie abzubauen. Sehr weit verbreitet ist die sog. 
Freilaufdiode.
Wie vorher beschrieben hängt das Ding ja verkehrt rum, tut also nichts. 
Kommt jedoch die Spannungsspitze (auch verkehrt - siehe oben), schließt 
sie die Spannung kurz und die Sache ist erledigt. Kleine Dioden reichen 
üblicherweise, da in der Spule ja nicht wirklich viel Saft 
drinnensteckt.
Ergo: Nie die Freilaufdiode weglassen. Kostet ja nichts und hilft 
gerade bei empfindlichen uC-Schaltung sehr.
Nachteil der Freilaufdiode: Geht nicht bei Wechselspannungsrelais und 
sie verlängert etwas die Relaisabfallzeit (da keine hohe Spannung 
aufgebaut wird, fließt etwas Strom ... und der hält wiederum das Relais 
...).

Gruß                         Stefan Hutter

Autor: Andreas H (Gast)
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Hallo Sebastian!

Ich hab gard ein wenig Zeit und schalte mich daher auch mal kurz in 
diesen Thread ein, vielleicht kann ich ja noch ein wenig lich schaffen 
;)

Zuerst einmal einigen wir uns auf die "Stromrichtung", da ich glaube, 
daß ihr da ein wenig aneinander vorbei redet. Es gibt in der Physik ja 
nunmal 2 verschiedene Stromrichtungen, nämlich, die "technische 
Stromrichtung" und die "physikalische(=tatsächliche) Stromrichtung. Und 
damit wir und jetzt auf einem einheitlichen Nenner bewegen, müssen wir 
definieren, wonach wir gehen. Und das sollten wir tun, wie es üblich 
ist: wir nehmen die technische Stromrichtung. Und das heißt, wir nehmen 
an, daß der Strom bei der Quelle (Batterie) beim Pluspol raus kommt, zum 
verbraucher 'wandert' und zum Schluß wieder in den Minuspol der 
Stromquelle eintauscht. Also: <B> von Plus nach Minus </B>
(In der Wirklichkeit ist es zwar anders herum, aber das ist egal! Wenn 
man einen Schaltplan ließt, tut man so, als wenn der Strom von + nach - 
fließt)

So, nachdem das jetzt geklärt ist, schauen wir uns nochmal die Schaltung 
von Holger an. Dort sehen wir ganz oben die Spannungsquelle: den runden 
Kreis mit den "+5V". Dort kommt der Strom her und versucht sich jetzt 
seinen Weg zu bahnen.

Der Strom kann jetzt nur nach unten in diesen "eckigen Kasten mit dem 
Querstrich drin". Das ist die Spule von dem Relais "K1". Durch die Diode 
"D1" kann der Strom (gott-sei-dank) nicht, denn die Diode sitzt in 
Sperrichtung. Sogesehen könntest die Diode auch weglassen, sie hat ja im 
Moment(!) noch keine Aufgabe.

der Strom fließt also von Plus durch die Spule vom Relais in Richtung 
Transistor. Wenn dieser "geöffnet" ist, gehts weiter nach Masse, dem 
dicken Querbalken ganz unten in der Schaltung. Und von da aus gehts 
direkt zum Minuspol Deiner Batterie.

So haben wir also einen geschlossenen Stromkreis von Plus, über das 
Relais, über den Transistor, nach Minus. der Strom fließt, das Relais 
schaltet und der "Hebel" auf der rechten Seite der Zeichnung springt um 
und verbindet ab sofort nicht mehr die beiden Kontakte "P" und "O" 
miteineander, sondern "P" und "S".

Soweit bisher klar? Ich hoffe doch... ;)

Nun kommt aber das, was ja irgendwann man kommen muß: Dein Prozessor 
schaltet den Transistor ab... "Uuuups!" sacht sich jetzt der Strom, "ich 
komm da ja nicht mehr lang!" Also stellt er kurzer Hand schlagartig das 
Fließen ein, Die Elektronen im Draht bleiben einfach stehen.
Die Spule vom Relais hatte ja während der Strom noch floß ein Magnetfeld 
aufgebaut. Das ist ja schließlich die Eigenart einer Spule, die man bei 
einem Relais ja schamlos ausnuzt, um mit diesem Magnetfeld den Klöppel 
von den Kontakten zu schalten, wie wir alle wissen. Hoffe ich ;-)

Nachdem jetzt also der Strom vom Prozessor per Transistor gekappt wurde, 
fällt dieses Magnetfeld zusammen. Und genau das ist das Problem!

Jetzt ist wieder Grundlagenwissen gefragt: Was passiert, wenn sich das 
Magnetfeld einer Spule ändert? Richtig! Es wird eine Spannung induziert! 
Und wie hoch ist diese Spannung? Genau: Abhängig von der Stärke des 
Magnetfeldes und der Geschwindigkeit der Änderung. Die Stärke wird zwar 
nicht so hoch sein, aber die Geschwindigkeit! Du schaltest mit dem 
Transistor ja den Strom schlagartig ab. Und das hat zur Folge, daß die 
Spannung recht hoch werden kann, u.U. mehrere 100V. (Gleiches Prinzip 
wie die ZündSPULE im Auto...)

Die Spannung, die jetzt induziert wird, ist genau anders herum gepolt 
als die ursprüngliche Spannung. So gesehen wird in dem kurzen moment des 
Abschaltens Dein Relais zu einer Spannungsquelle! Und die Polung ist 
genau anders herum: an Pin2 ist Plus und an Pin1 ist Minus.

Wie ober schon erwähnt kann die Spannung sehr hoch sein, und rate mal, 
was Dein Transistor macht, wenn er mal eben eine negative Spannung von 
100V oder mehr bekommt: Genau! Er streckt die Beine. Sogesehen hättest 
Du dann eine Wegwerfschaltung gebaut:  Sie funktioniert genau ein mal, 
bis Du sie wieder ausschaltest. ;)

Um das zu verhindern, schließen wir die Spule, die jetzt als 
Spannungsquelle falscher Polarität arbeitet, mit einer Diode kurz. der 
Strom, der in der Spule induziert wird, fließt also vom unteren 
Anschluß(2) raus, durch die Diode und zurück zur Spule zum oberen 
Anschluß(1). Die gefährlichen 100V sind also kurzgeschlossen und werde 
somit zunichte gemacht.

Somit hätten wir also den Sinn der Freilaufdiode geklärt.

Alles Chlor? ;)

Also kurz nochmal zum Abschluß: Schaltest Du Ein Relais über einen 
Transistor ein und aus, vergiß NIE die Freilaufdiode, sonst zerstörst Du 
mindestens den Transistor! Nimm z.B. eine UF4005, damit klappts.

ciao,
   Andi

PS: Rechtschreibfehler sind absichtlich eingebaut und dienen der 
allgemeinen Belustigung. Wer welche findet, darf sie kostenlos behalten. 
;)

Autor: Sebastian Wille (Gast)
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Hallo Stefan und Andreas,

also vielen Dank für Eure super Erklärungen, ich hab' mich echt riesig 
gefreut! :-))

Jetzt ist alles auf jeden Fall klar!

Muß es eigentlich eine UF4005 sein? Ich verwende im Moment eine N4000. 
Klappt auch! Was bringen eigentlich die tausend verschiedene Dioden? 
Kann man die N4000 nicht für alles im Mokricontroller-Bereich verwenden?

Und wenn wir schonmal dabei sind: Was ist der Unterschied zwischen 
BC547A, BX 547B und BC547C? Keiner wusste es bisher.

Danke nochmal! :-)

Sebastian

Autor: Andreas H (Gast)
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Hallo!

Natürlich geht auch eine N4000. Daß es so viele verschiedene Dioden 
gibt, hat damit zu tun, daß es viele verscheiden Anwedenungen hibt. Sie 
unterscheiden sich in der Kennlinie, Sperrspannung, Leistung, 
Geschwindigkeit, etc... Allerdings sind das alles Faktoren, auf die es 
in der Standart-Digital-Technik selten ankommt. Lediglich bei hohen 
Frequenzen kann es sein, daß Standartdioden nicht schnell genug sind und 
Du spezielle Typen brauchst.

Bei dem Relai solltest Du eine Diode nehmen, die etwas mehr Leistung 
hat, wie z.B. die N4000 oder ne UF4005 oder ..... Da eignen sich 
bestimmt hunderte von verschiedene Dioden.

Für kleine Signalleitungen, wo wenig Strom fließt, nimmt man im 
algemeinen die billige 1N4148. Das ist DIE Standartdiode, die meist 
benutzt wird. Sofern halt keine großen Ströme fließen und keine hohen 
Spannungen auftreten. Als Sperrdiode ist sie aber etwas schwach.

Zu den Transistotypen: der Buchstabe am Ende gibt die Stromverstärkung 
des Transistors an. In den meisten Fällen kommt es darauf nicht an. Wenn 
Du den Transistor nur für Schaltaufgaben einsetzt, wie zum Beispiel in 
der Relais-Ansteuerung, kannst Du irgendeinen davon nehmen.

Wenn Du irgendwo einen Schaltplan hast, den Du nachbauen willst, und da 
steht nur BC547 (ohne A/B/C), dann nimm einfach den, den Du grade hast. 
Wenn der Buchstabe mit angegeben ist, solltest du auch genau diesen 
nehmen, da es in einem analogen Schaltkreis evtl. auf die 
Stromverstärkung ankommen kann.

ciao,
   Andi

Autor: Sebastian Wille (Gast)
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Hi Andi,

danke für die Erklärungen! :-)

Schon verrückt, wie viele verschiedene Typen es gibt - aber klar, wenn 
man genau die und die Kenlinie usw. braucht...

Danke nochmal (natürlich auch den anderen)!

Gute Nacht,

   Sebastian

Autor: Achim Klein (Gast)
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Zitat: "Abhängig von der Stärke des Magnetfeldes und der Geschwindigkeit 
der Änderung. Die Stärke wird zwar nicht so hoch sein, aber die 
Geschwindigkeit! Du schaltest mit dem Transistor ja den Strom 
schlagartig ab. Und das hat zur Folge, daß die Spannung recht hoch 
werden kann, u.U. mehrere 100V."

Frage: Warum schalte ich dann keinen Kondensator vor die Basis des 
Transistors damit der Transistor nicht hart abschaltet, sondern langsam 
zu macht?

mfG Achim.

Autor: Andreas H (Gast)
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Hallo, Achim!

Was hast Du denn vor, willst Du das Relais langsam schalten lassen? ;)
Theoretisch gesehen wäre das mit dem Kondensator zwar auch ne 
Möglichkeit, aber etwas Fehl am Platze. Ein Relais ist ja sogesehen ein 
digitaler Schalter: entweder an oder aus. Schaltest Du einen Kondensator 
an die Basis des Transistors, hätte das mehrere Folgen:

1. Das Relais zieht verzögert an, da sich der C ja erst aufladen muß.
2. Das Relais fällt ebenso auch verzögert ab. Ein Präzises Schalten per 
uC ist also gar nicht mehr möglich.
3. Der Transistor wird während des Schaltvorganges übermäßig stark 
belastet. Das langsame Ansteigen bzw. Absinken des Schaltpegels sorgt 
dafür, daß der Transistor eine gewisse Zeit lang nicht einfach nur 
schaltet, sondern die Stromstärke steuert, welches zu eine 
Verlustleistung führt, die bei zu schwacher Dimensionierung sogar den 
Transistor überlasten und damit zerstören kann. Wenn Dein Relais z.B. 
nen großen Erzeugerstrom braucht, da große Magnetspule. (Das ganze läßt 
sich mathematisch mit der Leistungsformel P=U*I beweisen.)
4. Es wird immer noch eine, wenn auch nicht so hohe, Spannung induziert.
5. Ein Kondensator ist teurer als eine einfach Standartdiode.

Ich sehe also keinen Vorteil, den der Kondensator gegenüber der Diode 
bietet.

ciao,
   Andi

Autor: Stefan Hutter (Gast)
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Hallo Andreas / Hallo Achim !

Leider läßt die Formussoftware scheinbar keine Zitatantwort zu, daher 
beziehe ich mich kurz auf die Punkte in Andis Beitrag:

1) und 2)
Stimmt einwandfrei, nur ist der exakte Schaltpunkt selten wichtig. 
+-100ms sind selten ein Thema ... aber natürlich zu beachten.

3) Stimmt natürlich, ist aber bei kleinen (Print-)relais kein Thema.

4) Naja, ... natürlich wird eine Spannung induziert, da der Transistor 
aber noch als Last drannhängt und das Magnetfeld langsam abgebaut wird, 
ist die Sache sehr unter Kontrolle.

5) Eben ... und ein bis zwei Widerstämde wirst auch noch brauchen für 
den (kontrollierten) Lade/Entladestrom.

Ergo: Ein langsames Abschalten funktioniert sicher nicht schlecht, nur 
der Aufwand ist sinnlos hoch.
Es gibt mehrer Methoden so ein Relais zu zügeln, frag' doch einfach 
einen Postler Deines Vertrauens (mit Erfahrung in analoger 
Vermittlungstechnik).

Gruß Stefan Hutter

Autor: Günter König (Gast)
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Hi auch,

das langsame Einschalten hat noch einen erheblichen Nachteil:
Relais sind mechanische Bauteile. Standardrelais haben keinen sog. 
mechanischen Schwellwert bei dem sich erst eine bestimmte Kraft aufbauen 
muss damit es schaltet. Das bedeutet, das beim Einschalten sowieso ein 
instabiler Zustand herrscht, bis das Relais endlich mal schaltet. In 
dieser instabilen Phase tritt das Prellen der Kontakte auf. Das heisst, 
das Relais schaltet mehrmals aus und wieder ein. Ohne Last ist das kein 
Problem aber bei Belastung fängt es ganz schön an zu feuern.
Warum jetzt diese Phase also künstlich verlängern? Relais sind teure 
Bauelemente.....
Das gleiche Problem beim Ausschalten: durch langsames absinken der 
Spannung am Relais nimmt auch die Kontaktkraft langsam ab. irgendwann 
lösen sich die Kontakte l a n g s a m voneinander und es kann durchaus 
ein Lichtbogen entstehen der sehr schädlich für das Kontaktmaterial ist.

Eigentlich funken Relais immer, bei jedem Abschaltvorgang. Wie stark ist 
abhängig von der Last. Das wird aber beim normalen Betrieb 
einkalkuliert.
Man kann parallel zu den Relaiskontakten eine R/C Kombination schalten 
um Störungen durch Funken zu vermeiden, das hilft aber auch nur im 
Standardbetrieb

Die Freilaufdiode ist die einzig richtige und beste Lösung.


So denn,
Günter

P.S.  Siehe Forum "Codesammlung" Schaltstufen. Da steht eigentlich alles 
drinn was man so täglich braucht.

Autor: Stefan Hutter (Gast)
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Hallo Günter !

Ich erlaube mir einen realivierenden Einwand.
Es ist keineswegs so, daß dein Relais langsam anzieht. Die Dinger machen 
lange nichts und dann plötzlich klapp. Grund ist der Luftspalt des 
Ankers im magnetischen Kreis wenn das Relais abgefallen ist.
Zuerst steigt die Feldstärke und damit die Kraft auf den Anker 
proportional zur Stromstärke durch die Spule. Kommt der Anker aber näher 
wird der Luftspalt kleiner und die Feldstärke (-> Kraft) nimmt 
überproportional stark zu. Steigt die Kraft, kommt der Anker noch näher, 
steigt die Kraft, macht es klapp ...
Daher ist der Abfallstrom ja auch viel kleiner als der Anzugsstrom eines 
Relais.
Das Ganze ist natürlich stark von der Bauart des Relais abhängig ... 
aber kein Thema, weil wir ja alle Freilaufdioden einsetzten ;->>>>

Greez Stefan Hutter

Autor: direx (Gast)
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Wie so oft im Leben gibt es mehr Möglichkeiten, die Spannung beim 
Abschalten einer Induktivität zu begrenzen:
VDR, Suppressor-Diode, RC-Filter.
Diese haben den Vorteil, dass das Relais schnell abfällt, weil die in 
der Spule steckende Energie aktiv vernichtet wird, im Gegensatz zur 
Diode, die sie fast vollständig "zurückschickt", außer man legt noch 
einen R in Reihe zur D.
Außerdem kann man diese Varianten auch mit Wechselstrom betreiben (ist 
aber im MC-Betrieb eine nicht so gängige Betriebsart :-) ).

Autor: Günter König (Gast)
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Hallo Stefan,

ein praktischer Versuch mit einem 12V Relais an einer regelbaren 
Gleichspannung ergab folgendes:

a.) Einschalten:
Bereich 0 - 8V : keine Reaktion.
Bereich 8 - 8,8V: Anker beginnt sich zu bewegen, Relais kontaktiert aber 
nicht (instabil)
Bereich 8,8 - 9,2V: Anker bewegt sich weiter, keine Kontaktierung 
(instabil).
Bereich 9,3 - 9,4V: Anker bewegt sich, Kontaktierung erfolgt.

b.) Abschalten:
Bereich 12 - 6,5V : Relais bleibt angezogen, kontaktiert.
Bereich 6,5 - 5,5V: Anker bewegt sich l a n g s a m, Kontaktierung ist 
aufgehoben.

Das Ganze habe ich nochmal wiederholt mit einer Belastung der Kontakte: 
230V AC, 2 X Glühbirnen 100W (~870mA ). Beim Einschalttest wurde der 
Öffnerkontakt benutzt, beim Ausschalten der Schliesserkontakt.
Ergebniss: bei a.) trat im Bereich 8,9 - 9,4V starkes Funken auf. Bei 
b.) das Gleiche im Bereich 6,2 - 5,8V.

Weiterhin konnten in einem mitlaufenden Messempfänger (F = 110KHz, AM, B 
= 4KHz) ein Anstieg der Funkstörungen gegenüber einem normalen 
Schaltvorgang von ca. 45dB beobachtet werden.

Wurde beim Einschaltvorgang der Schliesserkontakt benutzt, traten im 
Bereich 9,2 - 9,4V starke Funkstörungen auf, ca. 20dB über normal.


Bei dem getesteten Relais handelte es sich um ein Standardrelais 12V DC, 
Kontaktbelastung 230V AC, 3A.

Du beschreibst in deinem relativierendem Einwand den normalen 
Einschaltvorgang bei Nennspannung. Ist korrekt, aber es ging doch um 
eine Art "Softstart" für Relais.......


Schönen Sonntag noch,
Günter

P.S. @direx: einmal hätte gereicht :-))

Autor: Peter Kuhn (Gast)
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Hallo Forum'ler
Ist zwar schon ein ziemlich alter Tread, aber vielleicht kann mir hier 
doch noch geholfen werden.

Ich habe eine Relaisansteuerung wie oben in "reltest.gif" (1.Antwort in 
diesem Thread) realisiert. Dazu habe ich genau die Bauteile genommen, 
die dort angegeben waren. Leider schaltet das Relais dabei aber nicht 
danz durch. Wenn ich die Spannung ohne das Relais messe, dann liegt an 
den Anschlüssen 5V an; setze ich nun aber das Relais ein 
(Spulenwiederstand 75 Ohm), so fällt die Spannung auf knappe 2,5V ab. 
Woran liegt das und was kann ich dagegen unternehmen?

Peter

PS: Wenn ich anstelle dieses Relais ein Reed Relais klemme und dieses 
dann das andere Relais schalten lasse, dann klappt es; also 
Spannungsversorgung müßte OK sein

Autor: mikki merten (Gast)
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Sieht so aus als schaltet dein Transistor nicht richtig durch. 
Verkleinere mal den Basis Widerstand auf 1 - 2,2 kOhm. Alternativ kannst 
du auch den Bipolartransistor durch ein FET z.B. BSS138 ersetzen.

Autor: Peter Kuhn (Gast)
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verkleinern des Widerstandes hatte ich auch schon probiert, geht aber 
genauso wenig ! Irgendwo mache ich wohl was falsch!

Autor: mikki merten (Gast)
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Kann deine 5V Spannungsversorgung denn genug Strom liefern. Das Relais 
braucht ja schon ca. 60 mA. Ein 78L05 wäre da ein wenig knapp.

Autor: Peter Kuhn (Gast)
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Hallo Mikki

Danke für deine Hilfe !
Aber ich habe gerade feststellen müßen, daß ich einfach zu blöde bin.

Ich hatte den Ausgang in Bascom angesteuert mit den Befehlen:

Do
   Portd.0 = Pinb.0
Loop
(war ja nur zum testen, deshalb das Mini-Programm)

kaum hatte ich das Programm so geschrieben, da lief das ganze

Config Pind.0 = Output
Config Pinb.0 = Input
Do
   Portd.0 = Pinb.0
Loop


Also hatte ich vergessen die einzelnen Ports entsprechend als Aus und 
Eingänge zu definieren.
Komisch ist allerdings, das es mit einem Reedrelais funktioniert hatte.

Danke nochmals
Peter

Autor: Ontje Helmich (Gast)
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Hallo,

habe jetzt schon länger nach einer entsprechenden Schaltung gesucht und
bin über diese gestolpert. Wie würde die gleiche Schaltung denn aussehen
wenn ich ein 12V Relais schalten will. Müssen die Bauteile anderes
dimensioniert sein? Schade das es keien zentrale Anlaufstelle (wiki?)
für solche Anfängerfragen gibt, der Einstieg ist echt recht schwierig,
da die gewünschten Information sehr oft "versteckt" sind.

Grüße
Ontje

Autor: Stefan Hutter (Gast)
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Herje, wo kommt denn dieser Fred plötzlich her .... g

Hallo Ontje,

an der Schaltung (posting von Holger) ändert sich nix, wenn Du ein 12V
Relais nimmst.

Anfängerhilfe wirst Du in diversen Foren finden - auch das eine oder
ander Fachbuch mag erhellend wirken ...
Vielleicht nutz Dir auch de.sci.electronics (usenet).
Du kannst Dich ja auch mal an einfachen Bausätzen (Conrad, ...)
versuchen. Lauflichter und Relaisansteuerungen sind billig, schnell
aufgebaut und die Schaltungen sind ganz brauchbar erklärt.

Greez
Stefan

Autor: mmaier (Gast)
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was würde sich denn ändern, wenn man das ganze invertiert haben möchte?
hab an meinem uc nen io port der pull-ups benötigt, also open
collektor. möchte aber nicht, das die relais im normalen zustand
angezogen sind (abgesehen davon das ich die eingänge entsprechend per
sw negiere) bzw. beim reset anziehen.
reicht da einfach ein pnp in der gleichen schaltung?

Autor: Hubert.G (Gast)
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Nein, Plus und GND vertauschen und die Diode umdrehen.

Autor: Ronny M. (Gast)
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Hallo zusammen,

ich finde diesen Thread für Anfänger klasse.

Ich habe eine ähnliche Frage zu der Schaltung:

Ich habe im Moment eine Lichtschranke die 12V mit schaltet. Die maximale 
Last darf 200mA nicht überschreiten. Mein Relais hat eine Steuerspannung 
von 12V und kann bis zu 400mA ziehen.

Könnt ihr mir helfen, was müsste ich an der Schaltung verändern?


Vielen Dank
Ronny

Autor: Karl Heinz (kbuchegg) (Moderator)
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Wie sieht der Ausgang der Lichtschranke aus?

Autor: oldmax (Gast)
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Hi
Dir ist bewußt, das du in der Mottenkite gelandet bist ? Beiträge von 
2002... naja. Wie wär es, wenn du deine Schaltung verrätst, oder ist's 
ein Staatsgeheimnis ? Was ich verstanden habe, du hast eine LS die 12 V 
200mA schaltet. Du möchtest ein Relais schalten, welches aber 400 mA 
zieht. Vorschlag 1 kauf ein anderes Relais.
Vorschlag 2 kauf eine andere LS
Vorschlag 3 kauf einen Leistungstreiber und bau eine Schaltung, die 
mittels Leistungstreiber dein Relais schaltet. Ein 2 N 2222a z.B. kann 
einen max. Strom von 0,8 A treiben.
Gruß oldmax

Autor: Ronny M. (Gast)
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Angehängte Dateien:

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Hallo,

den Ausgang der Lichtschranke habe ich als Dateianhang beigefügt.

Im Moment soll im Versuchstadium die Lichtschranke ein Sicherheitsrelais 
von Panasonic schalten. Es ist im Moment das einzige was 500V DC und 1A 
schalten kann. Die Schaltung besteht aus einer Scheibe die 2 
Lichtschranken im Wechsel schalten und jede dieser Lichtschranke zieht 
ein Relais an. Nun müssen die Relais sich mit der Geschwindigkeit der 
Scheibendrehung schalten. Auf der Scheibe gibt es eine Position wo beide 
Lischtschranken nicht schalten.

Im Moment habe ich keine andere Idee als die Relais zu verwenden um in 
einer Spule ein magnetisches Feld aufzubauen und dieses durch eine 
Umpolung von + und - die N S polung zu verändern. Dabei brauche ich bis 
zu 1.200 V DC mit max 1A.

Vielleicht gibt es eine bessere Lösung als Relais.

Später soll das ganze über eine ATmega gesteuert werden.


Danke für die Hilfe.
Ronny

Autor: Alejandro (Gast)
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Hallo,
noch eine Frage wegen Relais!
zum testen mit "Relais" möchte ich eine kleine Platine auf Lochraster 
basteln, Steuerung ist klar (von Tutorial bzw. wie ganz ganz oberes 
Bild). Ich habe paar Beispiele gefunden z.B. etwas mit ULN2003 (siehe 
Bild), ist in diesem Fall der BC547 nicht erforderlich?

Autor: Falk Brunner (falk)
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@Alejandro (Gast)

>      Relay.jpg
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Kleiner Tip: Bildformate

>Bild). Ich habe paar Beispiele gefunden z.B. etwas mit ULN2003 (siehe
>Bild), ist in diesem Fall der BC547 nicht erforderlich?

Nein, den braucht man dann nicht.

MFg
Falk

Autor: Alejandro (Gast)
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Hallo Falk,
alles klar vielen Dank!

>> Kleiner Tip: Bildformate

geht klar.
Gruß

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