Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Schrittmotor mit 8 Drähten


von mike (Gast)


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Hallo Gemeinde,

habe hier einen (unbekannten) Schrittmotor mit 8 bunten Drähten. :-)
Ich möchte diesen Motor im Bipolarbetrieb betreiben.

Auch klar ist, das ich mir die Spulenenden mit dem Ohmmeter aussuchen 
muss, was ich auch schon gemacht habe.
So, nun habe ich 4 Spulenpaare welche ich theoretisch Parallel oder in 
Reihe verschalten kann. Aber welche Paare sind Spule A und B und vor 
allem wo ist '+' bzw '-'...?

Die Farben:
gelb
lila
rot
blau
rosa
weiss
grau
schwarz

von Falk B. (falk)


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@  mike (Gast)

>Auch klar ist, das ich mir die Spulenenden mit dem Ohmmeter aussuchen
>muss, was ich auch schon gemacht habe.

Wo ist dann das Problem?

>So, nun habe ich 4 Spulenpaare

Wieso das? Hat das Ding vier unabhängig Wicklungen?

>welche ich theoretisch Parallel oder in
>Reihe verschalten kann. Aber welche Paare sind Spule A und B und

Kann man testen, einfach Spannung anlegen. Hat man zusammengehörige 
Spulen richtig herum angeschlossen, steigt das Haltemoment. Hat man sie 
verpolt, sinkt es auf nahezu Null. Hat man nicht zusammengehörige Spulen 
erwischt, macht der Rotor einen Halbschritt.

MFG
Falk

von Jakob (Gast)


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Baue an den Schrittmotor einen "Zeiger" aus Draht an.
Bei den zusammengehörenden Spulen muss bei Stromfluß (Netzgerät, 
Gleichstrom) der Zeiger an dieselbe Stellung gehen.

von mike (Gast)


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> Wieso das? Hat das Ding vier unabhängig Wicklungen?

Laut Messgerät ja. Darauf hin habe ich einen mal aufgemacht (jaaaa...) 
und da sah es so aus als wären zwei Paare über je einen 'Spulenkörper' 
gewickelt.


> Kann man testen, einfach Spannung anlegen. Hat man zusammengehörige
> Spulen richtig herum angeschlossen, steigt das Haltemoment

Na das wird ja lustig...

von Jakob (Gast)


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Die Paare auf einem Spulenkörper gehören in richtiger Weise in Serie 
geschaltet.

von Stryker (Gast)


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Man kann auch einfach eine Mail an den Hersteller schreiben. Ich hatte 
aus China innerhalb von 10Minuten meine Farbkodierung im Postfach.

Vllt nennst du uns ja auch einmal die Typenbezeichnung - ein paar 
Sammlungen habe ich da.

Ansonsten kann man es auch halt ausmessen, aber wurde ja schon gesagt 
;-)

von mike (Gast)


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Tja, den Typ hab ich schon gesucht aber keine Farbkodierung gefunden.

SD8L602-2500-20

Ähnlicher ist hier zu finden:
http://www.totalmotionsystems.co.uk/products/smotors/s600.html

von Andreas (Gast)


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>Wieso das? Hat das Ding vier unabhängig Wicklungen?

Das ist bei stärkeren Schrittmotoren nicht unüblich. Je zwei 
zusammengehörende Wicklungen werden entweder seriell oder Parallel 
verschaltet. Damit kann man entweder niedrige Induktivität mit hohem 
Betriebsstrom (für größere Geschwindigkeit ohne Schrittverluste) oder 
geringeren Betriebsstrom, dafür mit hoher Induktivität, erreichen.

Viele Schrittmotoren, die für Anwendungen an CNC-Maschinen gedacht sind, 
haben vier getrennte Wicklungen und acht Drähte.

von mike (Gast)


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> Damit kann man entweder niedrige Induktivität mit hohem
> Betriebsstrom (für größere Geschwindigkeit ohne Schrittverluste) oder
> geringeren Betriebsstrom, dafür mit hoher Induktivität, erreichen.

Kannst Du das evtl. noch mal genauer beleuchten? Eigentlich wäre mir 
Kraft und Schrittgenauigkeit lieber als Geschwindigkeit...

von Andreas (Gast)


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>Kannst Du das evtl. noch mal genauer beleuchten?

Wenn du dir die Angebote bei den diversen CNC-Shops im Netz ansiehst, 
wirst du z.B. Schrittmotoren mit der Angabe "3 Ampere seriell, 6 Ampere 
parallel" finden.

Das sagt aus, dass du bei serieller Verschaltung der Wicklungen 
logischerweise nur den halben Phasenstrom brauchst, um das gleiche 
Haltemoment zu erzeugen.

Das Problem dabei ist, dass bei der seriellen Verschaltung die 
Induktivität der Wicklung viel höher als bei paralleler Verschaltung 
ist. Diese Induktivität verhindert aber den schnellen Stromanstieg, wenn 
ich Spannung auf die Wicklung gebe.

Um den Nennstrom und damit das gewünschte Drehmoment zu erreichen, muss 
ich bei schneller Schrittfolge eine sehr viel höhere Spannung als im 
statischen Betrieb anlegen. Ich habe ja nur die Zeit bis zum nächsten 
Schritt, um auf meinen Nennstrom für die Wicklung zu kommen.

Damit der Motor bei geringer Drehzahl und hoher Betriebsspannung nicht 
durchbrennt, muss man dann aber Treiberschaltungen verwenden, die den 
Phasenstrom überwachen und beim Erreichen des Nennstroms die 
Motorspannung herunterregeln. Stichworte:  PWM, Chopperbetrieb.

Die Motorspannung kann ich aber auch nicht beliebig erhöhen, das machen 
weder die Treiberschaltung noch die Isolation der Wicklung mit.

Bei Anwendungen, wo es auf Geschwindigkeit ankommt, muss man also 
parallel verschalten und teure Schrittmotortreiber verwenden, die den 
hohen Strom liefern können. Bei Anwendungen mit geringer Schrittrate 
wird man sinnvollerweise die Serienschaltung verwenden.

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