Operationsverstärker

Gast #2166939
Lesenswert?

Hallo,

ich hätte mal eine Frage zum OPV im invertierenden Betrieb. Und zwar ist 
doch die Verstärkung -R2/R1, wobei R2 der Gegenkoppelwiderstand ist. 
Wenn man diesen jetzt auf 0 setzt wäre die Verstärkung 0. Aber wieso ist 
das so? Dann schließe ich den OPV doch faktisch kurz und leite die 
Eingangsspannung direkt auf den Ausgang. Oder ist der OPV "stärker" und 
koppelt sag Signal immer gegenphasig auf den Eingang zurück?
Gast #2166951
Lesenswert?

Da so ein OpAmp dauernd 0V liefert (die Spannung an seinem +-Eingang)
passt Verstärkung 0 schon ganz gut: Es kommt nichts (relevantes) vom 
Eingangssignal raus, Uein * 0.

Allgemein ist es aber immer eine blöde Idee,
infinitesimal Grenzzustände von idealen Bauteilen zu untersuchen.
Gast #2166954
Lesenswert?

Wenn man den Rückkopplungswiderstand auf 0 Ohm setzt, ist die Schaltung 
ohne den Widerstand am Eingang ein Spannungsfolger für das Signal am + 
Eingang. Der Widerstand zum "Eingang" ist dann so etwas wie die Last für 
den Spannungsfolger.
Gast #2166970
Lesenswert?

>Dann schließe ich den OPV doch faktisch kurz...

Nein. Diese Betrachtungsweise ist völlig falsch, denn sie unterstellt, 
daß dann ein unkontrolliert großer Strom aus dem Ausgang fließt oder dem 
Ausgang irgend etwas anderes Bestialisches abverlangt wird für das er 
nicht gebaut wurde. Dem ist aber nicht so, weil dieser Strom durch R1 
begrenzt wird. Durch die Wirkung der Gegenkopplung wird vielmehr am "-" 
Eingang ein virtuelle Masse erzeugt, also das Potential am "+" Potential 
gespiegelt. Der Ausgang folgt einfach diesem Potential, weil durch R2 ja 
kein weiterer Spannungsabfall stattfindet. Der Ausgang nimmt also 
ebenfalls das Potential der virtuellen Masse an, aber kurzgeschlossen 
wird da überhaupt nichts.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren