Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Frage: Schrittmotor Winkel


von Ralf (Gast)


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Guten Morgen liebe Leute,

Ich habe eine grundsätzliche Verständnisfrage zu Schrittmotoren.

Mein Schrittmotor hat beispielsweise 4x "Taktleitungen" und 1x 
gemeinsame Masse.

Nun habe ich in diversen Beschreibungen gelesen, dass der Schrittmotor 
so aufgebaut ist, dass er 4 Spulen im Inneren hat, die dann den Läufer 
im Motor zum Drehen bringt.
Sobald also bestimmte Spulen nacheinander getaktet werden, dreht sich 
der Motor.

Wie aber ist es mechanisch gelöst, dass der Schrittmotor bei 4 Leitungen 
nicht etwa pro Umdrehung 4 Takte benötigt (360° / 4) sondern pro Takt 
nur etwa 3° "ruckt"?

Ist da noch eine Art Getriebe im Motor?


Noch eine kurze andere Frage:

Müssen immer zwei Spulen gleichzeitig angesteuert werden, oder reicht zu 
einer Umdrehung auch (bei 4 Leitungen) einfach im "Kreis" einzeln die 
Spulen mit Spannung zu versorgen?


Vielen Dank!

Gruß
Ralf

von mr. mo (Gast)


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schau mal hier:
http://www.rn-wissen.de/index.php/Schrittmotor
hier sind unter anderem auch mehrere Beispiele gegeben wie man den Motor 
ansteuern kann.

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Da ist besser beschrieben, wie die kleinen Schrittwinkel zustande 
kommen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schrittmotor

von Ralf (Gast)


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Ok, das mit dem Voll-Halbschrittansteuerung habe ich verstanden.

Eine Umdrehung sähe dann mit Pseudocode bei 4 Spulen so aus:

   0b0001
   delay()
   0b0011
   delay()
   0b0010
   delay()
   0b0110
   delay()
   0b0100
   delay()
   0b1100
   delay()


Richtig?


Gruß

von finku (Gast)


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von Ralf (Gast)


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Sorry, hier nochmal....

   0b0001
   delay()
   0b0011
   delay()
   0b0010
   delay()
   0b0110
   delay()
   0b0100
   delay()
   0b1100
   delay()
   0b1000
   delay()
   0b1001
   delay()

von Paul (Gast)


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Bitte den Wave-Betrieb nicht vergessen. Das ist die am häufigsten 
verwendete Betriebsart. Dabei muß jedoch im Halbschrittzyklus der Strom 
abgesenkt werden (0,7fach). Das passiert mit einem DAC und Stromchopper. 
Bei genauer Auflösung kann man mit dieser Anordung auch eine 
µ-Schrittbetrieb herstellen und verschiedene Anlaufkurven realisieren. 
Erst dadurch gelingen hohe Drahzahlen und der Anlauf unter Last ohne 
Schrittwinkelverlust. Dein Pseudocode geht nur zur Demonstation bei 
niedriger Geschwindigkeit oder für einfachste Anwendung.

Stromchopper-Endstufen findet man bei der Firma Trinamic oder aber bei 
Allegro.

von Ralf (Gast)


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ok danke erstmal,

aber mein (letzter) Pseudocode wäre doch die typische 
Vollschritt-Halbschritt-Ansteuerung oder?

von Paul (Gast)


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Ja, aber die nicht vorhanden Stromabsenkung führt zu ungleichmäßigem 
Drehmoment (Ruckeln). Für den Versuch OK, in der prof. Praxis nicht 
anwendbar.

von Ralf (Gast)


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Ok, danke :)

Es ist nur für ein Referat, wo ich eine Papierscheibe auf die Welle des 
Motors klebe, die er dann einmal in die eine Richtung und einmal in die 
andere drehen soll ;-)

Ich denke dafür reicht das Drehmoment ;-)


Gruß

von MaWin (Gast)


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> Bitte den Wave-Betrieb nicht vergessen.
> Das ist die am häufigsten verwendete Betriebsart.

Kaum.
Es ist ein vollkommen desolate Betriebsart bei der man
den teuren Motor nur zu einem Bruchteil ausnutzt,
weil man zu blöd war, eine richtige Schaltung zu bauen.

Vergiss Wave.

Runder läuft so ein Schrittmotor im Mikroschrittbetrieb.

von Paul (Gast)


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>Runder läuft so ein Schrittmotor im Mikroschrittbetrieb.

Den bekommt er mit 4 Transistoren in Emitterschaltung auch so gut hin, 
gelle ;-)

von MaWin (Gast)


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> Den bekommt er mit 4 Transistoren in Emitterschaltung auch so gut hin

Lies

"weil man zu blöd war, eine richtige Schaltung zu bauen."

von Paul (Gast)


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Lies:

>Es ist nur für ein Referat, wo ich eine Papierscheibe auf die Welle des
>Motors klebe,....


Dafür würde ich keinen DAC mit Chopper aufbauen. Du etwa?

von Thorsten O. (Firma: mechapro GmbH) (ostermann) Benutzerseite


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Hallo Paul!

> Bitte den Wave-Betrieb nicht vergessen. Das ist die am häufigsten
> verwendete Betriebsart. Dabei muß jedoch im Halbschrittzyklus der Strom
> abgesenkt werden (0,7fach). Das passiert mit einem DAC und Stromchopper.

Das ist falsch. "Wavedrive" ("also called one phase on drive") ist eine 
Wortschöpfung von ST und meint eben nicht den (modifizierten) 
Halbschritt, den Du oben beschreibst, sondern Vollschritt, bei dem immer 
nur eine Wicklung bestromt ist. Das führt aber zu reduziertem Drehmoment 
und ist daher unsinn. Einziger Vorteil, den das ganze evtl. haben 
könnte, ist das man schneller Strom aufbauen kann, weil der Strom in die 
Gegenrichtung in der recht langen "Ausphase" abgebaut werden konnte. 
Aber da gibt es mit mixed decay inzwischen eine deutlich bessere 
Technik.
http://www.schrittmotor-blog.de/?p=51

Was es den modifizierten Halbschritt angeht, bei dem der Wicklungsstrom 
in den Halbschrittphasen (nur eine Wicklung an) übrigens angehoben wird 
und nicht abgesenkt: Das bekommt man auch ohne DAC hin. Da reicht ein 
Transistor, ein paar Widerstände und ein Logikgatter. ST hat dazu ein 
Schaltbild in einer Application Note veröffentlicht. Ich habe das bei 
meiner 3D-Step umgesetzt, d.h. auch da ist das im Schaltplan zu finden:
http://www.mechapro.de/pdf/3dstep_doku_27.pdf

Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Ostermann

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