Innenleben von stinknormalen Transistoren

Gast #164602
Lesenswert?

Hi,

ich bin im Moment ein wenig ratlos...

Am Mittwoch halte ich einen Vortag über die Grundlagen der
Mikroelektronik.
Um das Ganze ein wenig anschaulich zu gestalten, dachte ich mir ich
brech mal so einen Transitor auf (war ein 548er)
Gesagt - Getan, leider kam dann ein wenig Ernüchterung auf. Außer
Metallkontakten sieht man nix...
Dabei hatte ich noch die Bilder von den großen Transitoren im Kopf, die
die Runde machten, als es darum ging, ob Reichelt gefälsche Modelle
verkauft. (waren glaube ich 3055er). Da konnte man richtig schön den
Siliciumchip erkennen.

Hab mal versucht FOtos von den aufgebrochenen Transen zu machen, aber
leider sehr unscharf.

Kann jemand vielleicht auch so etwas über das Innenleben erzählen? Ist
das Halbleitermaterial direkt mit dem Kunstoff vergossen? Dürfte ja von
der Farbe her ähnlich sein...

Ansonen kennt vielleicht noch jemand den Link, wo Reichelt und Original
Transistoren verglichen werden? Dann hätte ich wenigstens ein Bild...

Schonmal besten Dank fürs Lesen und natürlich für jede Antwort ;o)

Grüße,
André
Gast #164607
Lesenswert?

Wie wärs mit aufsprengen?

Ein Bekannter hat mir mal erzählt er hätte ein TO-92 Gehäuse durch
einen steilen Stromstoss von meheren A geknackt. Die sich schlagartig
entwickelnde Hitze setzten das eingeschlossene Luftvolumen dermassen
unter Druck so dass es freiwillig nachgab.
Ob der Chip dann allerdings noch in seinem Originalzustand ist...
Gast #164614
Lesenswert?

Hi,
@Till
habe mir mal das Foto angesehen, wo ist denn da jetzt der Fake?

Säge mal einen KD503 auseinander (wer hat noch welche?)!
Normalerweise habe Transistorenin der Leistungsklasse am
Emitteranschluß 2 oder 3 Aluminium-Magneisum Drähte parallel zum Chip.
Der Kollektor ist vergoldet und wird unter Schutzgasatmosphäre
(Stickstoff) direkt aufs TO3 Gehäuse gelötet. Der Chip ist
fertigungsbedingt durch eine Siliziumoxidschicht(Quartzglas)
geschützt(passiviert). Er funktioniert also auch  - zumindest eine Zeit
lang - unter normalen klimatischen Bedingungen, wenn die Luft nicht zu
feucht ist (Dunkelheit vorausgesetzt, wurde ja schon gesagt) Die
transistoren haben i.d.R. mehrere Emitter, damit sich der Strom
gleichmäßig auf dem Chip verteilt, um auch die Wärmeverteilung auf dem
Chip gleichmäßig gestalten zu können. Ist der Chip zudem nicht
ordentlich aufgelötet, enstehen sog. Hotspots, die den Transistor sehr
schnell einen Wärmetod sterben lassen (Partielle Überhitzung). Durch
den Temperaturkoeffizienten fliesst an den Stellen des Chips mehr
Strom, die heisser sind, was sich dann aufschaukelt.
Hier unterscheiden sich die billigen von den teuren Typen.
Was musttn noch wissen?

AxelR.
Gast #164618
Lesenswert?

@ AxelR,

Das Photo zeigt keine fake- Transistoren, sondern ist als
Vergleichsbild wie sie richtig aussehen sollen gedacht. Es entspricht
also denke ich dem was zur Anschauung gefordert war. Entnommen ist es
einem Bericht über Fälschungen bei Leistungstransitoren im
Audiobereich, dort sind dann auch "gefakte" zu sehen:
http://www.sound.westhost.com/counterfeit.htm
Gast #164619
Lesenswert?

@Arno

Ja genau! So muss ein Leistungstransistor von innen aussehen.
Die Praxis, zwei Chips parallel zu schalten, ist nicht unüblich (bei
Opreation siliscope zu sehen).
Ich habe seinerzeit am SU520 während der Entwicklung mitgearbeitet.
Dort waren VIER Chips (alle von gleichen Wafer, wichtig!) auf einem
Träger gelötet. Diese wurden dann auch parallel geschaltet. Überdies
kamen noch Speedup Dioden mit rein, um die Basisladung schneller
auszuräumen und eine "dicke" Freilaufdiode war auch noch drinne. Das
ganze bakam dann oben 3xM4 Schrauben drauf zum Anschluß an die
Ausssenwelt. Leider habe ich keine halbfertigen Module mehr da, sondern
nur noch vergossene.

AxelR.
Gast #164623
Lesenswert?

SU111 zersägt (Mein Lehrmeister möge mir verzeihen)

War also doch so, wie ich erinnerte: die Darlingtonstruktur wurde
direkt auf dem Chip kreiert. Hier sieht man auch gut die Größe des
Chips und die doppelten Bonddrähte.
Das gute Stück ist von 1987 und von mir selbst gefertigt ;-))
Wir haben die gleichen Teile auch im Plastgehäuse (TO247 ähnlich)
gefertigt. hiessen dann SU311.
Bild im Anhang.

Gruß
AxelR.
Angehängte Dateien:

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren