Snubber am Triac nach 20Jahrenabgebrannt

Gast #2256679
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Hi,

ich habe ein altes Gerät mit einem Triac (T0812NH) im TO220 Gehäuse der 
einen Motor Ein/Aus schaltet. Der Triac wird von einem Optokoppler mit 
Zero Detection:

http://pdf1.alldatasheet.com/datasheet-pdf/view/129326/VISHAY/BRT22H.html

angesteuert. Die Schaltung ist klassich, eine RC Kombination (22 Ohm / 
250nF X2) parallel zum Triac und dann eine Spule (120uH/2A) in Reihe in 
richtung Verbraucher.

Nun ist der Kondensator mit Rauchwolke nach 20Jahren verdampft.

Es befinden sich mehrere Snubber auf der Platine, zur Reinigung habe ich 
sie alle runter genommen.

Mein erster Gedanke war, das der Kondensator ausgetroknet ist und 
deswegen abgebrannt, nur die anderen Kondensatoren haben laut Messgerät 
noch Ihre Kapazität.

Könnte es einen anderen Grund für das Ableben der 
Kondensator-Widerstandskombi geben? Wie sind Eure Erfahrungen?

Gruß,
Jens
Gast #2256911
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...ok, danke für die Info. Ich habe nur befürchtet dass es evtl. 
garnicht an dem X2 Kond. lag sondern viel mehr an dem Verbraucher (Motor 
mit vielleicht defektem Anlaufelko o.ä.?) obwohl es sich um kleine 
Lasten handelt und der Motor warscheinlich garkeinen hat... kann man so 
nicht sehen ist verbaut...

Also bin ich auf dem richtigen Weg wenn ich die mal alle austausche?

Gruß,
Jens
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #2256945
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Jens schrieb:
> Könnte es einen anderen Grund für das Ableben der
> Kondensator-Widerstandskombi geben?
Die Geschichte mit dem Haarrissen ist sehr wahrscheinlich...

> Wie sind Eure Erfahrungen?
Irgendwann geht jedes Gerät mal kaputt.
Und 20 Jahre sind eigentlich ganz gut... ;-)

> Also bin ich auf dem richtigen Weg wenn ich die mal alle austausche?
Ich würde nur die tauschen, die offenbar angeknackst sind. Wobei du eh 
schon alle runtergerupft hast, dann kannst du auch gleich Neue einbauen.
Gast #2257983
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Hi,

ich habe mir das jetzt mal genauer angesehen. Tatsächlich sind alle 
RC-Glieder voller kleiner Haarisse. Wahnsinn, das sieht man mit bloßem 
Auge nur zu passendem Licht und im richtigen Winkel.

Mich würde mehr zum Thema interessieren:

Warum ziehen sie Feuchtigkeit (Was für Materialien)
Was passiert dann im inneren (Kurzschlüsse)
Es scheint ja einen flüssigen Elektrolyt zu geben, denn die ganze 
Platine ist vollgeschmiert, aber warum vertroknet der nicht wie bei 
Elkos.

Beitrag "Folienkondensatoren im Vergleich"

Beitrag "Folienkondensatoren Arten"

Über Rückmeldung zu meinen 3 Fragen wäre ich dankbar.

Gruß,
Peter
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Gast #2258023
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Ich habe mich mal umgesehen, es ist wohl so ein ähnliches Teil:

http://datasheet.octopart.com/PMR209ME6470M100-Evox-datasheet-7555045.pdf

das geht in Richtung MP3

http://www.conrad.de/ce/de/product/459942/KONDENS-MP3-X2-0047F-250VAC-20

Also Metallpapier Kondensator, bei X2 Ausführung natürlich einer der 
nicht feuer fängt, wenn er abbrennt :-).

http://de.wikipedia.org/wiki/Kondensator_(Elektrotechnik)

Aber was wird als Elektroyt genommen, und vor allem das Thema 
Feuchtigkeit würde ich gern besser verstehen, ist damit nur der simple 
Kurzschluss gemeint druch Feuchtigkeit gemeint, der dann solche (siehe 
Bild) Reaktionen auslöst?

J.
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Gast #2258044
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...man ich habe mich so durch die Sauerei auf der Platine leiten 
lassen...

klar, sie haben keinen Elektrolyten sondern ein Dielektrikum, doch was 
ist das dann für eine Flüssigkeit auf der Platine, und was verdampft 
beim Abbrennen - die Metalle?

J.
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Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #2258288
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Jens schrieb:
> doch was ist das dann für eine Flüssigkeit auf der Platine,
Ich denke, das ist Kondensator abzüglich Rauch...
> und was verdampft beim Abbrennen - die Metalle?
Nein, das Plastik.

Jens schrieb:
> und das setzte einen Raum von 3x3x2,5m unter dichten Nebel?
Du glaubst nicht, wieviel magischer Rauch in solcehn Bauteilen 
drinsteckt. Das Extremste, was ich bisher sah, war ein rauchender 
Tantal-C. Dieser Rauch stieg hoch, wurde fest, brach auseinander und 
flog in kleinen schwarzen Flocken durchs ganze Labor. Dann lag da später 
irgendwo so eine unschuldige kleine Flocke, und wehe, man wollte die 
wegwischen: da blieb ein schwarzer Strich mit enormer Deckkraft übrig... 
:-o
Gast #2259400
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Hi,

die Antworten sind ja nett, aber gibt es vielleicht auch noch einen 
sachlichen Hinweis dazu was da passiert? Das Ding zieht Flüssigkeit, die 
Papierschicht leitet mehr, es kommt zu Kurzschlüssen damit zu 
verstärkter Wärmeentwicklung und damit zu immer mehr Kurzschlüssen (Oxid 
verdampft??) und letztendlich zur vollen Zerstörung? Die Flüssigkeit 
scheint ja ein "Beschleuniger" bei dieser Reaktion zu sein...

Gruß,
Jens
Gast #2259608
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so etwa wird es sein. Die Luftfeuchtigkeit wird auf Dauer schon reichen 
die Isolation zu verringern.
Ich habe einen Yamaha Verstärker, da gab es nach es sogar über 20 Jahren 
noch eine Rückrufaktion wg. dieser Kondensatorprobleme.
Gast #2260014
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>wg. Rifa Empfehlung: beim Yamaha Rückruf wurden Rifa-Cs ausgetauscht...
>Meiner hatte zwar noch nicht gequalmt (und das bei vielen harten
>Einsätzen in 29 Jahren), aber Risse sind schon zu sehen.

Aber der eigentliche Wickel, der selbst auch noch mal imprägniert ist, 
sieht unverletzt aus.

Wenn dein Verstärker wirklich 29 Jahre alt ist, dann solltest du den 
Elkos vielleicht noch etwas mehr Beachtung schenken...
Gast #2260035
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Hi,

das was mir da oben abgebrannt ist, ist auch ein RIFA gewesen...

@JojoS: schöne Bilder.

@faustian: und Glas ist auch zähflüssig, Fensterscheiben werden mit der 
Zeit unten dicker.

@Ina: >>der selbst auch noch mal imprägniert ist<< ich glaube das hilft 
nicht mehr viel, denn aúf meiner Platine sind 4 Kondensatoren gleicher 
Herkunft und gleichen Alters - sie haben alle Risse wie oben gezeigt - 
einer ist abgebrannt, die anderen noch nicht, das muss aber nichts 
heißen denn sie haben alle Risse...

Jens
#2260226
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Jens schrieb:
> @faustian: und Glas ist auch zähflüssig, Fensterscheiben werden mit der
>
> Zeit unten dicker.

Das ist nicht wahr. Das ist ein Mythos der darauf beruht, das viele 
Kirchenfenster unten dicker sind als oben. Der Grund ist, das früher die 
Fenster nicht so eben hergestellt werden konnten und die GLaser sie der 
Stabilität wegen auf die dickere Seite gestellt haben. Aber unterhalb 
von ~500°C fließt in einem Fenster kein Molekühl weg.
#2609619
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und das Vakuum tut seiniges dazu, habe schon alle Möglichen Bauteile, 
Widerstände, Dioden, PT1000... in glaspassivierter ausführung gesehen, 
gibts das bei Kondensatoren auch?

Ich hoffe mal das die inzwischen bessere Kunstoffe haben. Verwende 
eigenlich immer WIMA bei diesem Foliendingern

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