Bevor jetzt jemand denkt "die Anordnung von Hauke baue ich nach": Das
ganze funktioniert natürlich nur, ...
1) wenn beide Empfänger die identischen Satelliten benutzen.
Idealerweise bekommt also der stationäre Empfänger eine hohe,
freistehende Antenne, so daß er auf jeden Fall alles "reinbekommt",
was der mobile auch bekommt. Dann muß man sich vom mobilen Empfänger
berichten lassen, welche Satelliten er empfängt und dem stationären
sagen, daß er auch nur die benutzen darf. Achtung: nicht jedes
GPS-Modul läßt sich per Befehl in seiner Auswahl beschränken.
2) wenn keine Reflexionen vorkommen. Bei den Störungen, die die größten
Ungenauigkeiten bei der Positionsbestimmung führen kommt gleich hinter
dem "Spitzenreiter" Ionosphärenstörungen die lokale Reflexion (klar,
auf dem freien Feld sind Bahnabweichungen etc. noch schlimmer). Wenn
auch nur ein Signal nicht direkt, sondern an einer Hauswand reflektiert
empfangen wird, bringt die Korrektur nichts mehr (da kann der Einparker
locker den halben Parkplatz zu Klump fahren!). In den ungeheuren 20.000
Euro ist sicherlich einiges an Intelligenz, um Satelliten zu
identifizieren, deren Signal stärker gedämpft ist, als es eigentlich
sein dürfte.
3) wenn die Satelliten gut verteilt sind. Irgendwo gibt es halt auch
eine Grenze der Meßgenauigkeit. Wenn die Satelliten gut verteilt sind,
reduziert sie sich. Wenn aber alle "in einer Ecke hängen" bleibt der
unscharfe Bereich groß, da ist auch die Korrektur machtlos. Da hilft
allenfalls die Mittelung über längere Meßdauer (bei langsamen
Objekten!). Und: je klarer die Signale empfangen werden, desto besser
natürlich.
4) wenn der Abstand zwischen beiden Empfängern nicht zu groß ist. In
Atmosphäre und Inosphäre gibt es durchaus sehr lokale Phänomene, die
also beide Empfänger unterschiedlich beeinflussen können mit wachsendem
Abstand. In einem Kilometer Entfernung könnte das Kratzer im Lack
geben.
Alles in allem: Antenne auf dem Hausdach, Rasenmäher auf der
freistehenden Wiese dahinter lassen sich an einem klaren Tag
wahrscheinlich wirklich einzelne Blumen umfahren (ja, ich weiß, das GPS
soll nicht zum Steuern gebraucht werden). Aber schon unter dem Obstbaum
würde ich dem Ding nicht mehr trauen!
Gruß, Philipp (der mit Sense und ohne GPS mäht).