Brauche Lösung für zeitversetztes Senden

Gast #168315
/* offtopic

sag mal, wieviele Hektar Rasenfläche hast du, damit du nen GPS
gesteuerten Rasenmäher brauchst? ;)

offtopic */

Ein GPS-Empfänger errechnet seine Position doch aus den Laufzeiten der
Signale zu den Satelliten (grob erklärt). Die Frage von Thorsten ist
also mehr als berechtigt!!

Gruß,
Christian
Gast #168316
Er soll nicht stellitengesteuert werden, sondern die Position soll durch
so eine Art GPS Signal bestimmt werden!Sender ist kein Problem sondern
die Zeiten. Stromsparend und möglichst billig
Gast #168317
also wenn ich dich richtig verstehe willst du quasi dein eingenes
"GPS" System aufbauen, oder wie? Versteh ich irgendwie nicht ganz...

Wieso bestimmst du die Position nicht mit "richtigen" GPS Daten und
sendest diese dann per Funk zu deinem Empfänger, wo du dann die Daten
auswerten kannst und deinen Rasenmäher lokalisieren kannst?
Gast #168320
Danke zuerst mal für diese Lösung, aber das mit der Zeit bekomme ich
nicht hin! Gibt es irgendeinen Baustein mit dem das möglich ist??
Sollte nicht immer senden sondern nur in bestimmten Abständen.(Senden,
Standby, Senden, Standby,....)
Gast #168325
Das echte GPS-Signal zu verwenden ist problematisch, schließlich ist die
Entfernungsauflösung nicht gerade optimal. Und es macht schon einen
Unterschied, ob ich an gewollter Stelle oder 5m weiter links in
Nachbars Garten alle Tulpen umniete :)
Gast #168326
@Thorsten
mit Differential Messverfahren dürfte das kein Problem sein. Wir haben
in der Arbeit mit nem tragbaren System von Trimble auf 1cm genau
gemessen (mit Differential).

Meiner Meinung nach ist es schon eher problematisch nur alle 10min ein
Signal zu senden... in 10min fährt der Rasenmäher weit!!
Gast #168328
@Hans
Woher hast Du denn den automatischen Rasenmäher. Über sowas habe ich
auch schon nachgedacht. Habe es aber auf Grund des Antriebs bisher
verworfen.
Danke

Grüße
Andreas
Gast #168329
@Thorsten
Auch wir haben so ein tragbares Trimble System.
Ist auf 1cm Horizontal und 2cm Vertikal genau.
Der Trick bei der Sache ist, das man zwei GPS Empfänger nimmt.
Einen Mobilen den man zum Messen nimmt und einen Stationären
(Basisstation) den man an einem exakt vermessenen Punkt stellt.

Der stationäre Empfänger mißt wo er sich laut GPS befinden soll und
"weis" wo er sich wirklich befindet. Das diesen beiden Positionen
kann die Basisstation dann eine Differenz bilden (in X, Y und Z
Koordinate) welche dann per Funk an den mobilen Empfänger gesendet
werden.
Der zieht dann von seiner selbst gemessenen GPS Position diese
Differenz ab und hat damit ein korrigierte Position.

Ich sag den Diplomanden immer: "Das System ist so genau , das ihr
damit ein Auto mit geschwärzten Scheiben einparken könntet."
Dumm ist nur, wenn das man nicht sieht, ob die Parklücke schon besetzt
ist oder nicht.
Aber letzteres macht aber auch nicht viel aus, das System kostet mit
ca 20.000 Euro etwa soviel wie ein Mittelklasse Wagen.

cu
Hauke
Gast #168331
Bevor jetzt jemand denkt "die Anordnung von Hauke baue ich nach": Das
ganze funktioniert natürlich nur, ...

1) wenn beide Empfänger die identischen Satelliten benutzen.
Idealerweise bekommt also der stationäre Empfänger eine hohe,
freistehende Antenne, so daß er auf jeden Fall alles "reinbekommt",
was der mobile auch bekommt. Dann muß man sich vom mobilen Empfänger
berichten lassen, welche Satelliten er empfängt und dem stationären
sagen, daß er auch nur die benutzen darf. Achtung: nicht jedes
GPS-Modul läßt sich per Befehl in seiner Auswahl beschränken.

2) wenn keine Reflexionen vorkommen. Bei den Störungen, die die größten
Ungenauigkeiten bei der Positionsbestimmung führen kommt gleich hinter
dem "Spitzenreiter" Ionosphärenstörungen die lokale Reflexion (klar,
auf dem freien Feld sind Bahnabweichungen etc. noch schlimmer). Wenn
auch nur ein Signal nicht direkt, sondern an einer Hauswand reflektiert
empfangen wird, bringt die Korrektur nichts mehr (da kann der Einparker
locker den halben Parkplatz zu Klump fahren!). In den ungeheuren 20.000
Euro ist sicherlich einiges an Intelligenz, um Satelliten zu
identifizieren, deren Signal stärker gedämpft ist, als es eigentlich
sein dürfte.

3) wenn die Satelliten gut verteilt sind. Irgendwo gibt es halt auch
eine Grenze der Meßgenauigkeit. Wenn die Satelliten gut verteilt sind,
reduziert sie sich. Wenn aber alle "in einer Ecke hängen" bleibt der
unscharfe Bereich groß, da ist auch die Korrektur machtlos. Da hilft
allenfalls die Mittelung über längere Meßdauer (bei langsamen
Objekten!). Und: je klarer die Signale empfangen werden, desto besser
natürlich.

4) wenn der Abstand zwischen beiden Empfängern nicht zu groß ist. In
Atmosphäre und Inosphäre gibt es durchaus sehr lokale Phänomene, die
also beide Empfänger unterschiedlich beeinflussen können mit wachsendem
Abstand. In einem Kilometer Entfernung könnte das Kratzer im Lack
geben.

Alles in allem: Antenne auf dem Hausdach, Rasenmäher auf der
freistehenden Wiese dahinter lassen sich an einem klaren Tag
wahrscheinlich wirklich einzelne Blumen umfahren (ja, ich weiß, das GPS
soll nicht zum Steuern gebraucht werden). Aber schon unter dem Obstbaum
würde ich dem Ding nicht mehr trauen!

Gruß, Philipp (der mit Sense und ohne GPS mäht).

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