Forum: Offtopic Messfehler bei Taramessung


von Alexander H. (ill_son)


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Hallo,

folgendes Problem:

Messsystem mit 100kg Messbereich und Messfehler 1% fullscale, also 1kg. 
Es werden nun 50kg belastet, und wegen des Messfehlers liegen aber z.B. 
tatsächlich nur 49kg Last vor. Nun sollen 10kg entlastet werden. Es wird 
also solange entlastet, bis 40kg angezeigt werden. Kann es jetzt sein, 
dass wegen des Messfehler z.B. tatsächlich 41 kg vorliegen, also nur 8kg 
entlastet wurden. Konkret: muss ich bei der Differenz den doppelten 
Messfehler annehmen, weil ich ja zwei mal mit Messunsicherheit messe 
oder gibt es da andere Betrachtungsweisen, weil z.B eine statische 
Komponente mit reinspielt? Messfehler sind ja, so wie ich das kenne, 
Zufallsgrößen in einem bestimmten Rahmen (3fache Stanbdardabweichung 
z.B.). Im konkreten Fall ist die gemessene Differenz von Interesse und 
dafür soll eine Messunsicherheit angegeben werden. Oder doch Totales 
Differential für Fehlerfortpflanzung?

Grüße, Alex

von U. B. (Gast)


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> Kann es jetzt sein, dass wegen des Messfehlers z.B. tatsächlich 41 kg
> vorliegen, also nur 8kg entlastet wurden.

Theoretisch ja; spezifiziert ist nur der jeweilige Messwert,
eben auf +/- 1 kg.

Sinnvoll wäre wohl, für die Endungenauigkeit dieses eine Kilogramm
anzunehmen ( richtige Technik-"Experten" mit Dr. jur. im Namen sehen das 
u.U. anders ).

=> Auch "garantierte" Toleranzen werden leider nicht immer eingehalten, 
sonst wäre jedes Qualitätsmanagement überflüssig ...

von Alexander H. (ill_son)


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Danke. Ich hatte noch 'ne Weile hin und her überlegt, aber es läuft wohl 
darauf hinaus. Auch wenn man mittels totalem Dieferenzial die 
Fehlerfortplanzung aus den beiden Einzelmessungen betrachtet, kommt der 
doppelte Messfehler für die Differenzmessung zustande.

Grüße...

von Purzel H. (hacky)


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Ne.. wenn die Waage 1% zuviel anzeigt, zeigt sie 1kg auf 100kg zuviel 
an. Wenn man nun damit von 50kg auf 40kg entlastet ist der Fehler auch 
nur 1%, aeh 100g.

von Alexander H. (ill_son)


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Das stimmt so nicht. Sie zeigt bis maximal 1% Fullscale zu viel ODER zu 
wenig an, das weiß man ja nicht, deswegen heißt es ja Messunsicherheit. 
Und wenn's bei der einen Messung ein Kilo zuviel ist, kann's bei der 
nächsten eins zu wenig sein. Und deshalb verdoppelt sich die 
Messunsicherheit, denke ich zumindest.

Grüße...

von Purzel H. (hacky)


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Dazu muesste man die Ursache des Fehlers kennen.
-Nichtlinearitaet des Sensors
-Hysterese des Sensors
-Temperaturgang des Sensors
-Temperaturgang der Elektronik
-Spannungsabhaengigkeit der Elektronik

Meist macht man alles so guenstig wie moeglich und die Ursache 
interessiert wenig. Man nimmt dann eine grosszuegige Grenze als 
Spezifikation, sodass man immer besser ist. Bei zwei sukzessiven 
Messungen wuerd ich eine bessere Genauigkeit wie plus minus ein Kilo 
erwarten. Das waere der schlechteste Fall.

von Alexander H. (ill_son)


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> Das waere der schlechteste Fall.
Von dem musst du aber ausgehen. Sicher ist zu erwarten, dass das 
Ergebnis weniger fehlerbehaftet ist. Wenn aber jemand nach der 
Unsicherheit fragt, müsste man sagen: zwei Messungen +/- 1%, Ergebnis 
daraus +/- 2%.

Grüße...

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