Hallo Experten,
wenn ich mir die Schaltpläne im Forum (größtenteils mit EAGLE) anschaue,
dann kann ich mich nicht so recht damit anfreunden.
Der Grund dafür ist, dass ich ausschließlich Prototypen baue. Der
Aufwand, um eine gedruckte Schaltung zu machen, ist mir bei einem Stück
einfach zu hoch. Deshalb benutze ich Lochrasterplatten und mache die
Verdrahtung in Fädeltechnik.
Beim Fädeln ist es dann sehr hilfreich, wenn im Schaltplan die IC'c so
abgebildet werden, wie die Pinanordnung ist (also Pin 1 oben links,
usw.).
Wenn der Schaltplan dagegen (wie bei EAGEL üblich) eine andere
Konvention einhält, dann mag das zwar der Planübersicht dienen, ist beim
Fädeln aber grausam.
Aus diesem Grund benutze ich normale Zeichenprogramme, welche aber keine
Bauteildatenbank besitzen und deshalb unkomfortabel sind.
Meine Frage: ist jemanden eine Software bekannt, welche die Darstellung
der Bauteile in der realen Pinanordnung ermöglicht? Möglicherweise geht
das ja sogar mit EAGEL und ich kenne die richtige Optionseinstellung
nicht.
Das liegt an der üblichen Trennung zwischen Schaltplan-Teil und
Layout-Teil.
Du erwartest entweder einen bauteilidentischen Schaltplan (kenne ich
kein Programm für) oder kennst den Unterschied bzw. die Funktion des
Layoutteils nicht.
Der Schaltplan soll eine leicht lesbare Information liefern und nicht
mit konkreten Bauteilinterna überfrachtet sein. Ausßerdem soll ein
Schaltplan nicht auf verschiedene Bauteilvarianten Rücksicht nehmen
müssen.
Der Layoutteil setzt den Schaltplan dann auf die konkreten Bauteile um.
Du hast IMHO drei Möglichkeiten:
1) Konventionelle Erstellung des Schaltplans und dann eines Layouts das
sich fürs Fädeln eignet. Die Anpassung von PCB wurde in diesem
Zusammenhang in einer Diskussion erwähnt:
http://groups.google.com/group/sci.electronics.cad/browse_frm/thread/c7276a4387df44ad
2) Oder der Verzicht auf den Schaltplan und direkte Anordnung der
Bauteile in einem fädelfreundlichen Layout (Lochmaster Variante).
3) Weitermachen wie bisher.
Vielen Dank an alle für die schnellen Antworten!
@Martin
Ja, das ist genau der Stand den ich habe und deshalb die Frage, ob es
eine bessere Lösung gibt?
@Krapao
Werde mir die aufgezählten Varianten mal zu Gemüte führen.
@Stefan
Wenn das Programm noch spiegeln könnte, wäre das schon toll, muss aber
nicht sein. Ich mache den Schaltplan heute mit dem Bauteilpinning von
oben (Pin 1 oben links) und das wäre ausreichend. Diese Darstellung ist
ideal für Messungen oder Fehlersuche. Als Fädelvorlage wird das dann mit
einem Bildbearbeitungsprogramm gespiegelt.
@Frank
Eine Netzliste ist auch eine Möglichkeit, müßte aber auch separat
erstellt werden, oder macht das EAGEL/Target/usw. automatisch? Habe mit
diesen Programmen noch nicht gearbeitet.
Bastelfix schrieb:> Eine Netzliste ist auch eine Möglichkeit, müßte aber auch separat> erstellt werden, oder macht das EAGEL/Target/usw. automatisch?
Eagle und Kicad machen das automatisch (alle anderen bestimmt auch),
wobei ich den Aufbau der Liste bei Eagle "fädelfreundlicher" finde.
frank
Hallo!
Nochmals vielen Dank für die Hinweise!
@kopfkratz
Wenn ich die Arbeitsweise der Programme richtig verstanden habe, dann
wird dort kein Schaltplan mit realem Bauteilpinning erstellt, sondern
ein Plan, für die Anordnung von Bauteilen und (möglichst)
kreuzungsfreien Lötbrücken auf Streifenraster- und Lochrasterplatten.
Beim Fädeln stelle ich zwar auch "Lötbrücken" her, aber die
kreuzungsfreie Verdrahtung interessiert dabei nicht so sehr wie die
Packungsdichte der Bauteile. Die Fädeldrähte sind ja isoliert.
@spaltpol
Die Programme BlackBoard Breadboard Designer und Lochmaster gehen wohl
eher in die Richtung die kopfkratz vorgeschlagen hat.
Bei den anderen Programmen ist nicht direkt ersichtlich, ob die eine
Bauteildatenbank mit realem Bauteilpinning haben (vermutlich nicht).
Bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als mal verschiedene Programme zu
probieren.
@Bastelfix ,
Da der Threat hier schon sehr alt ist, aber beim Suchen findet, hier
mein Tip.
1. Schaltpläne dienen zur besseren Lesbarkeit und sind kein direkter
Layout. Es zeigt nur den eifnachen Schaltplanablauf auf.
2. Zum Layout: Das Layout ist die direkte Übersetzung des Schaltplanes
auf ein Layout, welches erst hier auf die genauen Details der
Bauelemente eingegangen wird, wie Pinanordnung, Leitbahnverlauf,
Lötstoppmasken usw.
Im Layout kann man auch gut für Rasterplatinen arbeiten, indem man das
Rastermaß des Layouts auf 100mil (2,54mm) stellt. Dann werden die
Leiterbahnen im selben Rastermaß wie auf einer Rasterplatine verlegt.
Hier kann man dann (z.b. arbeiten mit mehreren Lagen) die Leiterbahnen
so verlegen als würde man Lötwege/-netze löten und eine weitere Lage
z.b. für Brückenverbindungen mit Kabeln.
Zur Software:
Eagle ist sein Sommer 2016 unter der Hand von Autodesk, welches sich für
Hobbybastler weiter einschränkt und es mehr als gewerbliche Ebene
vertrieben wird.
Als sehr guten Ersatz bietet sich KiCAD an
(https://www.mikrocontroller.net/articles/KiCad)
(http://kicad-pcb.org/).
- ist OpenSource Software (kostenlos)
- keine Einschränkungen in Platinen- und Schaltplangrößen
- diverse Libaries für Eeschema, Layout und sogar 3D-View
- wird ständig aktuell gehalten und weiter entwickelt
- Libs aus Eagle können importiert werden
Zum Fädeln dann einfach den PCB-Layout drucken und die Leitungen von Pin
zu Pin abhaken.
hoffe ich konnte hiermit helfen, trotz des alters dieses Threats....
Gruß
Patrick
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