Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Quartz ab 12Mhz


von André R. (andr_r23)


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Hallo,

ich habe mal gehört, dass man bei Serienproduktionen versucht, wenn ein 
Quartz eingesetzt wird, unter 12MhZ zu bleiben wenn der Prozess es 
zulässt.

Hat jemand eine Begründung dafür? Mir wurde von einem Prof erzählt, dass 
die Tests bei Schaltungen im Labor dann deutlich teurer werden sobald 
man die Grenze von 12Mhz überschreitet... Ich kann das nicht so ganz 
nachvollziehen.

danke

von Osche R. (Gast)


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Diese Einschränkung ist mir nicht bekannt und einen technischen Grund 
dafür gibt's auch nicht.

Bei Microcontrollern mit integrierten Oszillatoren in Pierce- oder 
Colpitts-Schaltung (die mit den zwei Kondensatoren) bleibt man gerne bei 
Grundwellenquarzen. Da liegt die Grenze bei ca 20..25MHz. Mit 
Oberwellenquarzen ist die Anschwingsicherheit geringer und der 
Schaltungsaufwand größer, so dass man den Takt lieber intern per PLL 
vervielfacht.

Bei Funk schaut's anders aus. Da sind die Leute am Zug, die Ahnung von 
Analogtechnik haben, und die bauen auch Oszillatoren für die 5. oder 7. 
Oberwelle.

Aus EMV-Gründen vermeidet man 455kHz, 470kHz, 9MHz, 10MHz, 10,7MHz und 
Vielfache davon als Prozessortakt.

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Hm, noch nie gehört...
Die EMV-Problematik entsteht ja nicht (oder nur sehr begrenzt) am 
Oszillator.
Gab früher (tm) mal so ne Grenze, bis wohin Grundwellenquarze überhaupt 
nur hergestellt wurden, lag so bei 12 oder 16MHz, alles darüber waren 
Obertonquarze. Liegt heute höher (32MHz?). Obertonquarze haben die 
unschöne Eigenschaft, einen Schwingkreis zu benötigen, unschön, will man 
nicht.
Also lieber bei schnell getakteten IC ne PLL eingebaut -> 
Grundtonoszillator mit moderaten Frequenzen, den Takt on chip daraus 
gewinnen.

von André R. (andr_r23)


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Habe nun Erfahren das es wohl um die CE-Konformitäts-Prüfung geht bei 
der man ab 12Mhz bis 4Ghz durchmessen muss und das ist halt teurer.

von Bürovorsteher (Gast)


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Häh?

Leitungsgebundene Störspannungen werden nach EN 50081 im Bereich 150 kHz 
- 30 MHz gemessen, Abstrahlungen im Bereich 30 - 1000 MHz.
Ein moderner Messempfänger erledigt die Messung in wenigen Minuten.

Sag deinem Prof, dass er mal wieder zur Weiterbildung gehen soll.

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