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Forum: Platinen Glanzzinn von Conrad


Autor: Thorsten (Gast)
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Hallo,

Conrad hat ja so ein Zeug, mit dem man Leiterplatten verzinnen kann
(Best.-Nr. 529338). Da das Zeug sehr teuer ist, wollte ich mal fragen,
ob jmd. Erfahrungen damit hat. Lohnt sich das Zeug denn ? Ich will
einfach nur meine Leiterplatten verzinnen, weil das eine große
Erleichterung beim Löten von ICs mit Pinabstand <0.6mm ist. Wie bewahrt
man das Zeug nach Gebrauch am besten auf und wie lange ist es haltbar ?
Gibt es günstigere oder bessere Alternativen ? Hat jmd. vielleicht ein
Bild von ner Leiterplatte, die in dem Zeug gelegen hat ?

Besten dank für eure Antworten.

Viele Grüße
Thorsten

Autor: Ben2 (Gast)
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Ich hab gehört dass Sur-Tin ganz gut ist, allerdings ist das Zeug
saugiftig und nicht ganz leicht zu handhaben. Früher hatte Conrad mal
eine Silbersuppe die ziemlicher Mist gewesen sein soll (hab ich nur
gehört!) aber ich weiß nicht ob die jetzt ein anderes Produkt
anbieten.

Haltbarkeit bei Surtin ist vielleicht ein Jahr wenn Du es dunkel und
kühl lagerst.

Einzige Alternative die mir einfiele ist galvanische Verzinnung. hab
ich schon wie wild nach gegoogelt aber keinen einzigen Hobby-Bastler
gefunden der sowas macht und mal drüber schreibt...

Ich hab schon gehört dass man mit Silbersalzen (Silbernitrat?) seine
Platinen versilbern kann, aber das Zeug ist natürlich sauteuer. Wenn Du
das in der Apotheke kaufst kannst Du gleich schonmal 'nen Kredit
aufnehmen, also am besten in 'ner Chemikalienhandlung fragen.

Autor: Ben2 (Gast)
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Autor: Thorsten (Gast)
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Na das hört sich ja nicht so gut an: ätzend und giftig...

Autor: Oliver (Gast)
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Moin Moin,

also ich verwende schon lange das Glanzzinn von Conrad !
Ich finde, es funktioniert sehr gut.
Wichtig ist nur, 110% fettfrei ! Dafür diesen
Politurblock von Seno nehmen und mit Aceton reinigen,
dann sofort ins Bad.
Nach 10min reichts eigendlich immer.
Wenn es nach langer Zeit nichts anlaufen soll, noch
Lötlack rüber, sieht dann auch immer nett aus.
Siehe auch Muster =>
http://www.dg7xo.de/selbstbau/at-work_koppleroffen.jpg

mfg
Oliver

Autor: Thorsten (Gast)
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Hmm, das sieht doch richtig gut aus. Es spricht doch eigentlich nichts
dagegen, nur die Hälfte oder ein Viertel von dem Pulver anzurühren,
oder ?

Autor: Oliver (Gast)
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hmm, gute Frage, ich habs komplett gemischt und in solche
Schott Labor Flasche abgefüllt.
Wichtig ist wohl gutes schütteln und alles komplett in die
Schale zu gießen.
Sonst gab´s auch mal (Kupfer)flecken ..

Hier noch ein Bild:
http://www.dg7xo.de/selbstbau/at-work_ATMega16-th.jpg

Reichelt hatte es auch mal (kurz) im Programm, jetzt leider nicht
mehr.

mfg
Oliver

Autor: Oliver (Gast)
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ups, falsche URL, dieses Bild ist etwas größer =>
http://www.dg7xo.de/selbstbau/at-work_ATMega16.jpg

Autor: uli (Gast)
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hallo,

Hier mal eine Platine mit Sur Tin

Ich meine sieht doch gut aus!!

Mfg Ulrich Radig

Autor: Thorsten (Gast)
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Hallo Uli,

das Gefällt mir. Nur wie ich das sehe, muß man das Zeug komplett
anrühren. Ich hab dann zwei Liter davon rumstehen, die nach "ein paar
Monaten" verfallen sind. Das von Conrad scheint dann besser zu sein,
da kann ich auch kleinere Mengen anrühren, denke ich mal.

@Oliver:
Scheint bei den Leiterbahnen noch das Kupfer durch oder täuscht da das
Bild ?

Thorsten

Autor: Steffen (Gast)
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Das Zeugs von Conrad funktioniert recht gut, ist aber zu teuer.
Sur Tin ist meiner Meinung nach die bessere Alternative. Vor allem geht
es wesentlich schneller.

Steffen

PS: Da Ulrich anscheinend das falsche Bild angehängt hat im Anhang mal
eine mit Sur Tin behandelte Platine.

Autor: Steffen (Gast)
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@Torsten

Ich rühre immer nur die Hälfte des Ganzen an. Allerdings ist dabei
Vorsicht geboten, da das Zeug nicht gerade Gesundheitsfreundlich ist.

Daher dabei immer mit Atemschutz und Handschuhen arbeiten!

Steffen

Autor: Oliver (Gast)
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@Thorsten:

Das täuscht, Kupfer scheind nur durch, wenn man das Kupfer nicht
richtig gereinigt hat (Politurblock) und wenns nicht fettfrei war.

Das andere Zeug scheind aber nicht gerade Wohnungstauglich zu sein.
Also das Zeug von Conrad ist nicht so kritisch, Handschuhe reichen
eigendlich.

Zum Glück habe ich im Keller eine Werkstatt, da kann man alles so
stehen lassen bis zum nächsten mal (in Flaschen :-).



mfg
Oliver

Autor: uli (Gast)
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Hallo,

So ich hoffe das Foto ist besser immer ein Problem mit dem licht.
Also Platine verzinnt mit SURTIN von Bungard.

Mfg ulrich

Autor: Thorsten (Gast)
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Das sieht gut aus, Uli. Sag mal, wenn ich dir mal ne kleine Platine
schicke, würdest du die einfach mal reinwerfen ? Ich übernehme
natürlich alle entstehenden Kosten. Es ist einfach so, daß ich nicht
bereit bin, soviel Geld auszugeben und ich dann später merke, daß das
Ergebnis schlecht ist.

Thorsten

Autor: womisa (Gast)
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Hallo

@Uli, Du beschreibst auf Deinen Seiten die "Baumarkt"-
Verzinn-Variante.(Tipps & Tricks - Tipp (3) Verzinnen von Platinen!)
Wie sieht es damit aus im Vergleich zum SURTIN von Bungard?

Kannst Du kurz dazu was sagen?

Danke
Achim

Autor: Thorsten (Gast)
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@Uli

Also wenn ich das richitg verstanden hab, nimmt man nur diese
Fittingslötpaste, bestreicht damit die Leiterplatte und ab unter den
Fön ? Quasi wie Lötpaste für SMD. Ob das auch funktioniert ? Wäre
wirklich genial, zumal bei uns Keller so Fittingslötpaste rumliegt. Ein
Bild hast du nicht zufällig davon ? :)

Thorsten

Autor: Thorsten (Gast)
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Und noch ne Frage vielleicht. Es gibt folgendes:

Rosol 1 S : S-Sn97Ag3
Rosol 3   : S-Sn97Cu3

Welches ist wohl besser geeignet ?

Thorsten

Autor: Ben2 (Gast)
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Sn=Zinn, Ag=Silber, Cu=Kupfer?

Dann hat die Silber-Variante wahrscheinlich einen kleineren
Innenwiderstand als das Cu-Zeugs

Autor: Ben2 (Gast)
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Apropos weiß jemand was Silbernitrat in der Apotheke kostet? Ich frag
mich ob man für einmaliges Verzinnen damit nicht sogar billiger
wegkommt als mit dem Bungard-Zeugs.

Autor: Spok (Gast)
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Silber hat die Eigenschaft zu wandern. Würde ich nicht nehmen.
MfG

Autor: Ben2 (Gast)
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Was bedeutet "wandern"?

Autor: Thorsten (Gast)
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Ich konnte es nicht lassen, und hab mal einen schnellen Versuch mit der
Lötpaste gemacht. Das Ergebnis ist im Anhang, verwendet habe ich
S-Sn97Cu3. Da ich (noch) keinen Heißluftfön habe, mußte halt mal wieder
meine Herdplatte herhalten. War halt doch etwas zu warm, ist ein bißchen
angekokelt.

Jedenfalls scheint die Methode wirklich Potential zu haben. Ich werde
mir jetzt mal ein Fön besorgen (wollte ich eh schon immer) und werde
auch die Paste etwas verdünnen. Vielleicht kriegt man die Verzinnung
gleichmäßiger hin.

Mehr folgt in Kürze.

Gruß
Thorsten

Autor: Buchmannn (Gast)
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Hallo!

Ich bestücke meine Platinen zur Zeit noch mit "herkömmlichen" Bauteil
sprich DIP, und möchte aber in nächster zeit auf smd umsteigen. Ich hab
jetz mal versuht, mit Lötpaste was zu machen, aber ich bekomms nicht
richtig hin? bei wieviel Grad muss man das machen? Oder ist es besser
die Ganze Platine zu verzinnen?

Autor: Hans (Gast)
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unter umständen wäre ein zinnbad dafür geeignet...weil eigentlich ist
das ja nix anderes wie das hier mit der paste....

Autor: Buchmannn (Gast)
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mein problem ist nur - wie mach ich ein zinnbad? also wie krieg ich so
viel zinn zum schmelzen?

Autor: Hans (Gast)
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darüber grübl ich auch gerade nach.... unter umständen mit ner
herdplatte?? ;)

Autor: Thorsten (Gast)
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Wie wollt ihr das mit Flussmittel machen ? Das wird sich auf keinen Fall
im Zinnbad halten, muß also vorher auf die Leiterplatte. So ein Zinnbad
ist außerdem extrem heiß, ich denke da werden sich die Leiterbahnen
ablösen.

Thorsten

Autor: Ben2 (Gast)
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Das Problem hatte ich mit einer Platine wo ich versucht hab von Hand die
Bahnen mit Lötkolben zu verzinnen; sie kamen dann teilweise runter.
Andererseits ist die Hitzeeinwirkung bei der Tauchverzinnung viel
kürzer; die Platte wird ja nur ganz kurz reingetaucht... In jedem fall
würde ich die mit feinem Sandpapiert glänzend polieren damit das Zinn
sofort hält; das geht bestimmt besser als die Oxidschicht chemisch zu
bekämpfen.

Autor: Spok (Gast)
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Erklärung zum Thema "Silber wandert" siehe Anhang. Richtig gut wird
es, wenn sich leitende Verbinungen unter Bauelementen (besonders SMD)
bilden.
Kann mich erinnern, daß in der Lehrwerkstatt Platinen mit dem Lötkolben
verzinnt wurden. Kupfer reinigen und anschließend mit Kolophonium, daß
in Spiritus gelöst wird, einpinseln. Dann verzinnen und anschließend
reinigen. Ich weiß allerdings nicht, ob dies Verfahren sich auch für
sehr feine Leiterbahnen eignet. Besser und schneller geht auf jeden
Fall "Surtin".
MfG

Autor: Steffen (Gast)
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Das mit der SMD-Lötpaste habe ich auch mal versucht. Das Ergebnis sah
ungefähr so aus wie das von Thorsten.

Verdünnt habe ich die Paste übrigens mit Spiritus (muss aber nicht bei
allen Fabrikaten funktionieren).

Wie schon von mehreren gesagt SurTin oder das absolut überteuerte
Glanzzinn von Conrad bringen absolut professionelle Ergebnisse.
Die Platine von Thorsten sieht ja absolut gut aus aber die Zinnperlen
versauen den Eindruck wieder. Gut, das ist für einen Hobbybastler wohl
eher nebensächlich.

Steffen

Autor: Ben2 (Gast)
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@spok

das Silber kann aber nur in feuchtem Kolophonium wandern, und
normalerweise ist das Zeug ja trocken! Klar dass es für militärische
Bereiche noch zu unsicher ist, aber das sind ja auch Anforderungen die
für 'nen Hobbybastler nicht wichtig sind. Das Kolophonium sollte man
eh nur zum Löten aufpinseln und danach die Platine mit Spiritus und
Zahnbürste gründlich reinigen. Nach dem Trocknen wird das Silber dann
schön da bleiben wo's hingehört :)

Autor: Spok (Gast)
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M.a.W. in militärischen Geräten wandert Silber und bei Hobbyplatinen
nicht. Gerade im Hobbybereich wird das Kolophonium nach dem Löten eher
selten entfernt. Bei SMD-Bestückung, und den damit verbundenen geringen
Abständen, würde ich auch nicht dafür garantieren, daß es 100% gelingt.
Warum also ein Risiko eingehen, wenn es bei Verzinnung gar nicht erst
entsteht.
Die Frage war: Was ist besser geeignet?
MfG

Autor: Thorsten (Gast)
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So, hab jetzt mal mit dem Heißluftfön verzinnt. Im Anhang das Ergebnis,
sieht doch nicht schlecht aus. Damit kann man arbeiten...

Die Zinnperlen bei meinem ersten Versuch sind entstanden, weil die
Temperatur zu hoch war. Dadurch schlug die Lötpaste blasen, und diese
wiederum ergaben die Zinnperlen. Im Prinzip klappt das wirklich gut:
Leiterplatte dick einschmieren, Heißluftpistole (300 Grad) dicht drauf
halten. Wenn die ersten Blasen kommen, schnell wieder Entfernung zur
leiterplatte vergrößern. Das ganze so lange machen, bis die Paste
nahezu eingetrocknet ist. Anshließend gut reinigen. Sollte noch das
blanke Kupfer zu sehen sein, Vorgang einfach wiederholen. Ich benutze
übrigens das Produkt Degufit 3000 (S-Sn97Cu3). Ich werde aber auf jeden
Fall ein anderes kaufen, denn das jetzige enthält Zinkchlorid. Das Zeug
ist nicht gerade gesund und stinkt extrem beim erhitzen. Es gibt
uumweltfreundliche zinkchloridfreie Paste.

So, dann viel Spaß beim ausprobieren :)

Thorsten

Autor: Ben2 (Gast)
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"M.a.W. in militärischen Geräten wandert Silber und bei Hobbyplatinen
nicht."

Lies meinen Beitrag nochmal falls Du es nicht verstanden haben
solltest! Im militärischen Bereich stürzt wegen so einem Mist
eventuelle ein 15 Mio. Dollar teurer Jet vom Himmel, beim Hobbybastler
verreckt vielleicht 'ne Platine mit Bauteilen für 10 Euro - mit dem
Risiko kann ich pesönlich leben.

Mir ist immer noch nicht klar wo das Problem ist solange die Platine
nicht feucht wird. Ne Platine die in einem Kampfjet oder Panzer sitzt
muß sicherlich auch dann funktionieren wenn sie feucht wird
(Kondenswasser z.B.), mein selbstgebauter MP3-Player muß das nicht...

"Warum also ein Risiko eingehen, wenn es bei Verzinnung gar nicht
erst
entsteht. "

Weil ich bei der Verzinnung 30 Euro berappen muß für ein Zeugs was nach
1 Jahr sowieso nicht mehr zu gebrauchen muß. Silbernitrat kriegt man in
jeder Apotheke, und zwar in den Mengen die man gerade braucht.

Autor: Thorsten (Gast)
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> Ne Platine die in einem Kampfjet oder Panzer sitzt
> muß sicherlich auch dann funktionieren wenn sie feucht wird

Stimmt, deshalb sind Leiterbahnen von Platinen des Geschützregelsystems
des Kampfpanzers Leopard II durchweg vergoldet.

Thorsten

Autor: Thorsten (Gast)
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Wie funktioniert das eigentlich mit dem Silbernitrat ?

Autor: Steffen (Gast)
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@Torsten

Ist ja astrein geworden. Ich glaube ich muss das doch noch mal
austesten.

Autor: Thorsten (Gast)
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So siehts aus, wenn die Blasenbildung zuschlägt.

Autor: Thorsten (Gast)
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Ich habe mal etwas über die Silbernitratmethode recherchiert und die
sogenannte Anreibeversilberung gefunden. Dazu mischt man im Verhältnis
1:1 Silbernitrat und Natriumchlorid (Kochsalz ?) zusammen mit etwas
Wasser zu einer Paste. Diese trägt man auf die Kupferflächen auf,
vereibt es und spült dann anschließend gut ab. Ich frage mich, ob das
gut funktioniert und vor allem, ob es rentabel ist.

Falls es jmd. interessiert, 10g Silbernitrat kostet in der Apotheke
zwischen 10 und 16 Euro. Preisvergleich lohnt also, außerdem ist das
Zeug tagespreisabhängig. Normalerweise ist es verschreibungs-pflichtig,
wenn man aber sagt, wofür es benötigt wird, bekommt man es auch so;
seltsam...

Gruß
Thorsten

Autor: Ben2 (Gast)
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Versilbern von unendlen Metallen wie Kupfer ist kein Problem, man muß
die Oberfläche aber erst mit Aceton fettfrei machen und dann mit feinem
Sandpapier polieren bis die Oxidschicht entfernt ist.

Ob das mit der Kochsalz-Mischung so eine gute Idee ist weiß ich
allerdings nicht. Das Problem mit Silbernitrat ist dass die
Versilberung sehr schnell geht, was normalerweise nicht erwünscht ist.
Für eine gleichmäßige Versilberung wo das Kupfer wirklich überall
bedeckt wird muß man die Reaktion daher verlangsamen. Eventuell reicht
es dazu schon wenn man eine sehr verdünnte Lösung anrührt in die man
evtl noch Kochsalz löst. Bei der Paste könnte ich mir vorstellen dass
es eine ziemliche Verschwendung ist, denn den größten Teil reibt man ja
später wieder ab. Ob man das so hinkriegt dass man das überschüssige
Zeug noch retten kann weiß ich nicht. Eine Lösung wo man die Platinen
eintaucht wäre sicherlich praktischer.

Die Haltbarkeit von Silbernitrat ist übrigens sehr gut, wenn man auf 2
Dinge achtet: Das Zeug sollte kein Licht abbekommen, und es darf kein
Staub oder Dreck ins Glas kommen, weil das Nitrat sonst reduziert wird
und metallisches Silber entsteht.

Ich werd mir jedenfalls mal 1-2 Gramm in der Apotheke besorgen, das
reicht bestimmt für viele Platinen.

Autor: Ben2 (Gast)
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Achja sei noch erwähnt dass bei uns zuhause mal ein Glas mit
Silbernitrat rumstand (uralt, irgendwann mal zu Studiumszwecken
besorgt), welches sich durch Licht und Schmutz komplett in metallisches
Silber umgewandelt hatte. Also auf Sauberkeit achten! Die
Lichtempfindlichkeit kommt meines Wissens erst dadurch dass man es mit
organischen Materialien vermischt.

Autor: Hans (Gast)
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also bei uns in der schule hab die das mit silbersud gemacht...

ka was das genau sein soll und wo mans herbekommst...steht sicher ein
jahr oder länger offen herum...platine rein...10sec später is sie
versilbert... noch etwas länger drinnen lassen perfekt ;)

nur bin ich jetzt kein schüler mehr von der anstalt...aber ich werd mal
nachfragen wenn das bei uns wieder losgeht mit schule ;)

73 de oe6jwf / hans

Autor: Thorsten (Gast)
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Das mit dem Silbernitrat lass ich mal, zu teuer, zu aufwendig, zu
unsicher. Die Silberschicht ist wohl extrem dünn und empfindlich. Die
Lötpastenmethode ist für meine Zwecke am besten. Eine Investition von
EUR 10 reicht ewig, wenn man eine Heißluftgerät hat. Das funktioniert
auch zuverlässig, und lässt sich absolut genial löten :) :)

Aber dennoch, wenn jmd. mal was versilbert hat, bitte eine Foto oder
Scan machen. Wäre wirklich neugierig.

Thorsten

Autor: Spok (Gast)
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Autor: Steffen (Gast)
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Noch einen kleinen (wenn auch schon alten) Trick zum Säubern der
Platinen.

Im Sanitärfachhandel (evtl. auch in manchen Baumärkten) gibt es ein
Reinigungsflies für Kupferrohre. So wie es aussieht ist das irgendein
Glasflies. Das eignet sich absolut zum Reinigen der Platinen. Die
Ergebnisse sind mit dem Poliblock (so ne Art Schleif-Radiergummi, gibt
es unter anderem auch beim großen C) vergleichbar. Geht nur wesentlich
besser und man hat nur Kupferstaub.

Steffen

Autor: Johannes M. Richter (Gast)
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Sollte das mit einem normalen Radiergummi eigentlich nicht auch gehen?
Ggf. bei den klassischen blau-roten halt die blaue, haertere Seite
nehmen.. :-?

Autor: Thorsten (Gast)
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Es muß jedenfalls etwas sein, was keine Kratzer verursacht. Ich hab es
einmal mit Stahlwolle probiert. Nach dem Verzinnen sind das so sch...
aus.

Autor: Steffen (Gast)
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@Torsten

Das Reinigungsflies verursacht "leichte" Kratzer, die aber optisch
nicht stören. Wichtig ist nur, dass man beim Reinigen das Flies nur in
einer Richtung hin und her bewegt und nicht kreuz und quer oder
kreisförmig. Das gilt für alle Reinigungsmittel, die mechanisch die
Kupferschicht angreifen bzw. reinigen.

Die Platine in obigen Bild habe ich auch mit dem Flies gereinigt.

@Johannes

Mit einem normealen Radiergummi wird es wahrscheinlich nicht gehen, da
die Oxidschicht mechanisch recht robust ist. Ohne Schleifpartikel wirst
Du die nicht wegbekommen.

Autor: Thorsten (Gast)
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Eine Frage zu dem Poliblock von Conrad: entstehen dabei auch Kratzer ?

Thorsten

Autor: Steffen (Gast)
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Ja, beim Polyblock entstehen auch leichte Kratzer.

Autor: Ingo Henze (Gast)
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Früher hab ich die Platinen mit billiger Zahnpaste und einem weichen
Lappen poliert, hat gut funktioniert. Besonders "Putzi", eine
DDR-Kinderzahnpasta für ein paar Pfennige war bestens geeignet :-)

Gruß
Ingo

Autor: Thorsten (Gast)
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Hab gehört, daß Versilbern auch mit Altfixierbad gehen soll. Hat schon
jmd. Erfahrungen damit gemacht ? Rücken die im Fotoladen mal ein Liter
davon raus ?

Thorsten

Autor: Martin (Gast)
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Hallo Leute,
wir setzten auf das Conrad Glanzzinn ein. Haben auch keine Probleme
beim Mischen. Wir nehmen einen 5l Reservekanister, füllen das ganze
Zinn ein, kochen mit einem Wasserkocher 1l Wasser ab und füllen dieses
in den Kanister (nicht die Nase in die Nähe - soll nicht so Gesund
sein, ist aber geruchslos) und schütteln ganz kräfig anschließend
abkühlen lassen da das Zeug erst bei ca. 20° gut funktioniert.
Die Platine wird mit dem Poliblock ordentlich gereinigt und
anschließend nicht mehr mit den Fingern berührt sondern mit einer
Pinzette in das Bad gelegt. Das Bad (Kunststoffschale) ein bisschen in
Bewegung halten durch leichtem anheben und senken der Schale. Nach 8-10
Min. ist die Platine fertig. Mit der Pinzette wieder aus dem Bad holen
und mit Wasser abspülen und anschließend gut trocknen.
Die Mischung ist eigentlich geruchslos und wenn man sie an die Finger
bekommt wäscht man sich die Hände und gut.
Wir setzten das Glanzzinn seit 10 Jahren ein und haben keine Probleme.

Autor: Thorsten (Gast)
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Wie lange benutzt ihr so ne angesetzte Mischung ?

Autor: Martin (Gast)
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Maximal ca. 1/2 Jahr, oder auch früher wenn wir viele Platinen machen
die viel Kupferflächen haben.

Autor: Thorsten (Gast)
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Hallo,

in einem anderen Thread wurde ich nach Langzeiterfahrungen mit dieser
Methode gefragt. Nun ich mache es ja erst seit drei Monaten aber ich
bin sehr zufrieden mit der Verzinnung durch Lötpaste. Alle meine
Platinen erhalten diese Verzinnung und ich kann es nur empfehlen.
Billiger geht es nicht und die Qualität ist ausgezeichnet.

Gruß
Thorsten

Autor: Florian (Gast)
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Hallo

Ich verwende auch die Lötpaste und bin sehr zufrieden. 0.5mm pitch smd
sind kein problem


Gruss Flo

Autor: Claus Thaler (Gast)
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Ich verwende auch das Glanzzinn. Allerdings reinige ich meine Platine
nicht mit Poliblock etc, sondern belichte nach dem Ätzen nochmal die
ganze Platine und entwickle dann den restlichen Fotolack weg. Danach
ins Verzinnungsbad. Fingerabdrücke sind zu vermeiden!
Ich hab festgestellt, dass das leichter und billiger geht als den
Fotolack mit Aceton oder Spiritus zu entfernen

Autor: Thorsten II (Gast)
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Das mit dem Nachbelichten nach dem aetzen mache ich auch und kann es
sehr empfehlen, zumal man so auch den Schlunz von der unbeschichteten
Seite sehr gut abbekommt. Mit Isoprop o.ae. hat das schonmal etwas
gedauert.

Autor: Dirk (Gast)
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Hi

@Thorsten,

ich will Deinen Versuch mit der Lötpaste mal ausprobieren, hab also
gestern im Baumarkt eine Flasche "LUX Fittingslötpaste Nr. 3" gekauft
(100ml = 8 Euro schluck). Das ist so eine Flasche mit einem kleinen
Pinsel zum Auftragen in der Kappe. Das Zeug sieht silbrig aus und hat
eine Konsistenz irgendwo zwischen teigig und breiig ;-) Hast Du das vor
dem Auftragen auf die Platine noch verdünnt und wenn ja, womit?

Dirk

Autor: Thorsten (Gast)
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Hallo Dirk,

die Paste darf nicht verdünnt werden. Einfach mit nem Pinsel auf die
Leiterplatte auftragen (nicht zu sparsam sein) und dann den Fön
draufhalten. Wie weiter oben schon beschrieben sollte Blasenbildung
vermieden werden die entsteht, wenn die Temperatur zu groß wird. Wenn
du den Fön drauf hältst, wird die Paste erstmal sehr flüssig und nach
1-3 Minuten trocknet die dann. Jetzt sollte die Verzinnung eigentlich
fertig sein. Einfach mit warmem Wasser abspülen und wenn nötig, die
ganze Prozedur nochmal. Übrigens: erst verzinnen dann bohren, sonst hat
man die Paste in den Löchern hängen.

Viel Erfolg.

Gruß
Thorsten

Autor: Henry (Gast)
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Hallo,

ich kann das Glanzzinn von Seno auch nur empfehlen! Am besten mal bei
Seno anfragen, dann gibts vielleicht eine Musterpackung fertig im 1l -
Behälter und nicht dieses ätzende Päckchen von C. Hat bei mir vor ca.
1,5 Jahren geklappt - und die angesetzte Lösung (gleich der ganze Liter
auf einmal ansetzten am besten mit dest. Wasser) hielt ca. 1 Jahr durch.
Für das Verzinnen wurde dann ein Teil der Lösung in die Schale
gegeben... und die gebrauchte Lösung nicht mehr zurück in die 1L -
Flasche, sondern seperat gelagert und für die weiteren Platinen
verwendet, bis nix mehr ging. Denn die chemische Reaktion beim
Verzinnen scheint recht komplex und störanfällig - aber wenn die
Platinen wirklich sauber sind und die Zinnlösung noch recht frisch,
dann sind die Ergebnisse wirklich hervorragend und mit den chem.
Verzinnungen der prof. PCB-Hersteller ebenbürtig. Und wer sich richtig
Aufwand machen möchte, der belichtet die geätzte Platine ein zweites
mal genaus so, dass nur die Lötpads belichtet werden -> dann wieder
entwickeln und ab ins Seno-Zinnbad. So sind nur die Pads verzinnt...
und man hat es nachher beim Löten viel einfacher!

Viel Glück bei der Beschaffung und dann viel Erfolg!

Gruss,
Henry

Autor: Marco S. (masterof)
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abo

Autor: Torsten (Gast)
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>Übrigens: erst verzinnen dann bohren, sonst hat
man die Paste in den Löchern hängen.

Nur hat man dann nach dem Bohren, das Problem den Grat
herunterzubekommen.
Schleift man diesen ab, ist auch die Verzinnung futsch.

Wenn man bohrt, dann verzinnt und dann mit einem Pinsel die Platine
von der überschüssigen Paste befreit, bleibt kaum etwas in den
Löchern.
Wenn doch > Druckluft !

Gruß

Autor: Dieter D. (ddcppc)
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Platinen versilbern sieht auch edel aus und ist lötbar.

siehe www.anreibesilber.de

Autor: Gast (Gast)
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> Autor: Torsten (Gast)
> *Datum: 03.06.2006 08:20*

naja, nach 3 Jahren ist das Silber dann angelaufen.....

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