@marcedi:
Uhh, Seno-Ätzbeutel...
Vor vielen Jahren, vor wirklich vielen Jahren, als ich mit der
Elektronik anfing, hatte ich auch so ein Teil. Das war mit
Eisen-III-Chlorid.
Naja, die Idee ist an und für sich wirklich nett. Wenn es da nicht ein
kleines Problem gegeben hätte...
Das Teil ist nämlich ziemlich schnell undicht geworden, auch wenn der
Kunstoff relativ dick war und sich auch sehr stabil angefühlt hat. Zwar
nur ein klitzes kleines Löchlein, aber das reichte für Sauerrei.
Kritische Punkte bei diesen Beuteln:
a.) Die zu ätzenden Platinen müssen perfekt entgratet und abgerundet
sein. Die kleinste Spitze kann Dir den Beutel ruinieren.
b.) An den Stellen wo diese Schleusen sitzen (runder Kunstoffstab mit
dieser länglichen Klemme), wird der Beutel sehr stark beansprucht, vor
allen an den "Kanten" des Beutels. Wenn man beim überschieben der
Klemme über den Rundstab nicht aufpasst, kann es kleine Falten im
Beutel geben und die Klemme beschädigt den Beutel an dieser Stelle
dann.
c.) Erwärmen vom Ätzbeutel ist eine Qual. Der Beutel isoliert
zusätzlich und Du kriegst den Ätzbeutel im Wasserbad nur sehr langsam
warm. Du willst ja den Beutel auch nicht kochen.
Summa sumarum: Aus persönlich gesammelten Erfahrung halte ich davon
nicht so viel.
Ich habe heute auch keinen richtigen Bastelraum, nur einen viel zu
kleinen Keller. Und da ist's im Winter sau kalt. Also ätze ich in der
Küche. Das funktioniert problemlos. Eine speziell für Bastelarbeiten
gekaufte Plastik-Tischdecke über den Küchentisch, dann zwei Lagen
Zeitungspapier dadrüber als Saugunterlage. Dann passiert auch wirklich
nichts, wenn mal etwas kleckern sollte.
Um die Ätzutensilien vom Kellerlagerort in die Küche zu tragen und
wieder zurück, verwende ich eine Wäschewanne (nur genau für diesen
Zweck) aus dem Baumarkt. Da passt alles rein: Ätzküvette,
Chemie-Flaschen, Schalen usw. Dann tropft nichts und es gibt auch sonst
keine Probleme mit aufbauen und abbauen. Man muss sich es nur ein wenig
einrichten, dann geht das schon...