Was hat der ATA-Standard mit der Stromaufnahme von Festplatten zu tun?
Was manche Hersteller auf ihre Festplatten drucken, sind irgendwie
ermittelte Durchschnittswerte, keinesfalls aber der Maximalbedarf.
Genaue Daten sind in den Datenblättern* der Hersteller angegeben, dort
finden sich auch Informationen über den kritischen Anlaufstrombedarf,
der bereits bei 2.5"-Platten (die nur mit 5V versorgt werden) über 1 A
liegen kann.
Die jeweilige Ausführung der Festplatte wird entscheidend dazu
beitragen, wie sich der Anlaufstrombedarf verhält - je mehr bewegte
Masse ins Spiel kommt, desto heftiger.
Eine 400 GByte-Platte, in der auf einer Spindel beispielsweise 5
Platten rotieren, hat mehr bewegte Masse als eine 80 GByte-Platte, bei
der nur eine Platte rotiert.
Im Dauerbetrieb ist dann noch die Geschwindigkeit der Kopfbewegungen
ein Kriterium - je kürzer die Zugriffszeit, desto mehr Strom wird
verbraucht. Je mehr Platten die Platte hat, desto schwerer ist der
Kopfträger, so daß auch hierbei die bewegte Masse mit ins Spiel kommt.
Übliche PC-Netzteile sind gnadenlos überdimensioniert, daher kann man
von deren Leistungsdaten auf eigentlich gar nichts schließen.
Ich habe einen Videorecorder (mit c't-VDR) aufgebaut, in dem neben der
üblichen PC-Hardware (VIA EPIA MII-6000 mit 256 MB RAM und DVB-S-Tuner)
ein 5.25"-DVD-Brenner und eine 3.5"-IDE-Festplatte (Samsung, 120 GB),
betrieben wird. Das ganze hängt an einem Notebook-Klotz-Netzteil, das
12V bei 5A liefern kann. Die erforderlichen 5V und 3.3V werden von
einer kleinen Schaltwandlerplatine erzeugt, die ebenfalls an dem
12V-Netzteil liegt.
Das dürfte allerdings auch das "höchste der Gefühle" sein, was mit
diesem 60W-Netzteil zu bewegen ist.
*) die meisten Plattenhersteller verstecken die zwar ganz gut, aber man
kommt 'ran. Seagate beispielsweise nennt die "Product Manuals", und
die findet man hier:
http://www.seagate.com/support/disc/specs/family_barracuda_ata.html
Dort wird beispielsweise für die Barracuda7200.7-Serie ein Anlaufstrom
von 2.8A genannt.