Gast
#190909
Heute sprach ich mit einem Projektbetreuer aus der Automotiveindustrie, der für eine von mir entwickelte Schaltung zuständig ist und mir den Aufbau eines bereits existenten Boards erklärte, an das Ich "andocken" soll. Die Platine sah für mein Gefühl ein wenig sonderbar aus und auf meine diesbezügliche Frage erklärte man mir Folgendes: "Das Marketing hatte damals entschieden, daß die Platine aus optischen Gründen quadratisch sein soll. Daher passt in Längsrichtung kaum alles drauf, während man in der Querrichtung üppigen Platz hat. Damit die Platine nicht zu leer aussieht, haben wir die Querabstände zwischen den Bauteile verdreifacht. Deshalb sieht das so nach Kammmuster aus. Aussderdem mag unser Entwicklungleiter keine großen Chips, da diese auf der Platine zu dominant wirken und das Gesamtbild stören könnten. Deshalb kommen keine 40poligen Mikroprozessoren zum Einsatz. Die Software, die inzwischen gewachsen ist, musste daher auf zwei kleine MCUs verteilt werden." Ferner erklärte man mir, daß das Produktmanagement nach Rücksprache mit dem Marketing inzwischen herausgefunden haben will, daß die Kosten der Platine deutlich zu hoch sind, und Absatzschwierigkeiten drohen könnten. Man sucht nun nach Lösungsmöglichkeiten. Die Platine kann aber wohl kaum verkleinert werden, da die Befestigungslöcher sonst in der Luft hängen würden und die mechanische Aufhängung nicht mehr verändert werden kann. Die Integration der Software in EINE MCu wurde vom Entwicklungsleiter abgelehnt, weil der Aufwand zu gross sei.(?) Deshalb wird das Gerät nun zwar fertigentwickelt, aber wahrscheinlich nie gebaut. Entgegen der Überschrift ist es leider kein Witz, sonden blanke Realität in einem deutschen Unternehmen der Automations- und Automotive-Zulieferindustrie.