Probleme beim Belichten/Entwickelnm

Gast #191304
Lesenswert?

Hallo allerseits. Ich habe mich endlich daran versucht eine eigene
Platine zu ätzen, scheitere aber schon rechte früh:

Eine auf Overheadfolie gedruckte Testschaltung habe ich auf ein
fotobeschichtetes Platinenstück (aus dem Reichelt starteset) gelegt.
Darauf eine Glasscheibe (Billiger Bilderrrahmen) und 20cm drüber eine
300W "ultra vitalux" Lampe. Diese ist wohl keine "echte" UV, da sie
ein relativ helles Licht macht. Ich meine allerdings, sie wäre früher
von meinem Vater zur erstellung von platinen verwendet worden.

Nun habe ich bis zu 30min Belichtet und dann die Platine in den
Entwickler (vermischt mit Wasser, laut Reichelt-Anleitung) gelegt, aber
da tat sich irgendwie gar nix. Von den 10-20sek also keine Rede.

Auch das probeweise entfernen der Glasplatte (bei 5min) änderte nichts
datan.

Woran kann es nun liegen. Ist es evtl. Möglich, daß die Folie
UV-Undurchlässig ist?
Gast #191305
Lesenswert?

Erstmals, kannst du sagen, ist die Photobeschichtung immer noch auf der
Platine? Das kannst du testen, wenn du die Platine kurz in Fe3Cl oder
sowas legst, freies Kupfer ist dann nicht mehr rot-gelb, sondern eh
rot. Wenn die ganze Platine frei ist, liegt das an der Belichtung, die
zu lang ist. Laut meiner Erfahrung, sind die Belichtungen mit UV-Röhren
zwischen 90 und 120 Sek. ganz ausreichend.

Also wie immer, hilft ein Versuch mit der Belichtungsreihe. Mach mal
5-6 kleine Platinchen, jede belichtest du mit der Zeitdifferenz z.B. 2
Min, 5 Min, 7 Min, 10 Min, 15 Min usw. Dann kannst du das noch mal
wiederholen, um etwas genauer die Zeit herauszufinden, mit dem
kleineren Zeitinterval zwischen 2 guten Proben. Das hilft immer...
Gast #191306
Lesenswert?

Hallo,
ich nutze auch die Osram 300W "ultra vitalux".
Abstand : 30cm, 4 mm Fensterglas, Belichtungszeit ca. 2 min.

Bei der letzten Platine ( Laserdrucker auf Overheadfolie,
Bungard-Platine ) wiesen die Leiterbahnen teilweise kleine
Löcher auf, d.h. Belichtungszeit noch zu lang.

Entwickeln mit 6ml ( alte Spritze zum Messen ) Ätznatron auf
einen halben Liter Wasser.
Nach 5 sec zeigten sich schon die ersten Farbschlieren.
Gast #191307
Lesenswert?

Ich hab leider das relativ kleine stück in vier teststücke gebrochen Hab
also erstmal nix mehr übrig. am Rand sieht man da relativ normales
Kupfer, der rest sieht Violett aus, ich denke also, da ist nix weg.

meine kürzeste Belichtungszeit war 5min. Den Entwickler hab ich wie auf
Packung beschrieben in 1l Wasser aufgelöst.

Was mich ein wenig wundert ist das relativ helle, weisse licht der
Lampe. Natürlich weiss ich, daß der UV-Anteil unsichtbar ist, aber etwa
im Modding-Bereich sind die Lampen doch deutlich dunkler.

Ich weiß ja nicht genau, wie die UV-Wellenlänge erreicht wird, aber
kann es evtl. sein, daß bei der uraltbirne irgendwie ne Schicht
abgegangen ist?
Gast #191308
Lesenswert?

Habe überraschenderweise noch ätznatron in Pulverform in meinem
Hexenkeller gefunden (als Rohrreiniger oder so). Darin löst sich die
Schicht nun komplett auf. Also wohl falsches Mischverhältnis am Anfang
mit dem Reichelt-Zeugs und dann wohl doch zu lange belichtung.

Werde mir ein paar mehr fotobeschichtete Platinen besorgen müssen und
weiterprobieren...
Gast #191309
Lesenswert?

P.S: Danlke mal wieder für Eure hilfe.

P.S: UV-Licht ist ja nun nicht gerade gut für die Augen. Wird die
UV-Wellenlänge genauso reflektiert wie sichtbares Licht, oder anders
ausgedrückt: Schadet es, auf die Glasplatte zu schauen?
Gast #191310
Lesenswert?

Also, Du hast mindestens zwei Komponenten, die alles andere als optimal
für den Einstieg sind:

a.) Reichelt Starterset = Schrott (unbekannte Paramter Basismaterial)
b.) 300W "ultra vitalux" Lampe = Umbekannte UV-Leistung

Vorschlag:

Zu a.) Bungard-Platinen kaufen, der Unterschied ist gewaltig.

Zu b.) Gesichtsbräuner mit UV-Leuchtstoffröhren auf Ebay ersteigern
(nicht diese Quarz-Brenner).

Dann eine ordentliche Belichtungsreihe machen; das sollte den Erfolg
fast garantieren.
Gast #191311
Lesenswert?

Hmm. Bei Reichelt gibts Bingard ja auch. Hatte sowieso ein paar Sachen
vergessen, (Stützkondendsatoren z.B.) kann dann ja erstmal wieder ne
Bestellung losjagen. Nur ärgerlich, daß die Post immer mitverdient.
Gast #191312
Lesenswert?

Ich hab so ein Gefühl, dass alle Probleme an der UV-Quelle liegen.
Seitdem ich mir einen Scanner umgebaut hatte, habe ich keine Platine
wegen Belichten/Entwickeln/Ätzen verschrottet, das waren sogar die
uralten (2,5 Jahren) Noname-Hartpapier Platinen, einige sollte ich 10
Min. entwickeln(!) und alle waren perfekt bis zu 6 mil... Also mein
Tipp - gute UV-Quelle besorgen!
Gast #191315
Lesenswert?

>Glasplatte von dem Bilderrahmen

Theoretisch sollten die Bilderrahmen kein UV-Licht durchlassen, um die
Photos länger zu halten... Es gibt aber Leute, die das Gegenteil
berichten. Ich würde trotzdem noch Tests machen, und zwar, anstatt der
Glassplatte eine CD-Hülle versuchen - soll gehen...

>Schadet es, auf die Glasplatte zu schauen?

Ich kann nur sagen, dass bei meiner UV-Quelle (4 x 8W UV-Röhren aus
einem Gesichstbräuner) im alten Scanner kann ich mehr als 3-5 Sek. das
nicht durchhalten, also dann kriege ich schon Probleme mit Augen... Das
ist aber nicht so gefährlich, wie manche sagen wollen. Also nicht viel
gefährlicher als ein Gesichtsbräuner (-> fürs Gesicht) ;-)
Gast #191317
Lesenswert?

Die unterschiedlichen Erfahrungen mit dem Bilderrahmen hängen
wahrscheinlich von der Qualität der Rahmen ab.
Teurere haben bestimmt einen UV Stop drin um die Bilder zu schützen.
Ich hab mir einen Bilderrahmen aus so einem 1€ Restpostenladen zum
Belichtungsrahmen umgebaut und hab super Ergebnisse damit. Da ist sehr
wahrscheinlich nur einfaches Fensterglas drin. Nur leider steht das
oftmals nicht drauf, ob UV Stop oder nicht.

Gruß
Micha

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren