>So ganz klar ist mir der Zusammenhang zwischen Filtergüte und benötigter
>unity Gain noch nicht.
R2 // R3 in deinem ersten Entwurf ist 227R. R1 ist 300k. Also ergibt
sich für die Güte Q:
4 x Q^2 = 300k/227 = 1322, also Q = 18,2.
Die Schaltung hat bei der Mittenfrequenz des Bandpasses von rund 1900Hz
also eine Verstärkung von V = 2 x Q^2 = 662.
Damit der Verstärker überhaupt noch linearisierend gegenkopppeln kann,
fordert man vom OPamp eine Verstärkungsreserve von mindestens Faktor 10.
Der OPamp muß bei 1900Hz also eine Leerlaufverstärkung von mindestens
rund 6600 haben.
Bei einem üblichen Abfall der Leerlaufverstärkung von 20dB pro Dekade
bei einem normalen OPamp, ergibt sich daraus eine UGB von 1900Hz x 6600
= 12,5MHz.
Dein AD8544 bringt es aber nur auf 1MHz. Damit ist der OPamp
hoffnungslos überfahren und arbeitet alles andere als linear. Die
Erfahrung lehrt, daß ein solchermaßen überfahrener OPamp in einer
Bandpaßschaltung hoher Güte dann gerne schwingt, auch wenn dir eine
Simulation das nur selten zeigt.
Ein anderer Grund für das Schwingen genau auf der Mittenfrequenz des
Bandpasses kann kapazitives Rückkoppeln vom Ausgang des Bandpasses auf
den Eingang sein. Versuche also möglichst großen Abstand vom Ausgang des
Bandpasses zum Eingang einzuhalten. Auch simples Abschirmen wirkt hier
Wunder.
Eine andere Möglichkeit des Rückkoppelns besteht über die
Versorgungsspannung. Deswegen habe ich dir ja eine wirksamere
Betriebsspannungsentkopplung empfohlen.
Auch über eine unvollkommene Masseverbindung kann eine solche
unerwünschte Mitkopplung entstehen. Das sind dann die Situationen, in
denen der saubere Aufbau auf einer Platine klaglos funktioniert, der
Breadboardaufbau aber heillos schwingt. Achte also auf eine saubere,
niederohmige und niederinduktive Masse und achte darauf, daß keine
Masseströme der Ausgangsstufe über die Masse der Eingangsstufe fließen.
Die besten Resultate erzielst du mit einer durchgehenden Massefläche und
einer strikten räumlichen Trennung von Eingangs- und Ausgangsstufe.