Hallo Michael,
da ich auch schon mal vor der gleichen Frage stand, kann ich Dir aus
meiner! Erfahrung sagen, daß Du den Quelltext nicht rausrücken mußt.
Allerdings gibt es da einiges zu beachten:
* bist Du Angestellter der Firma für die Du das Programm entwickelst
und programmierst auch mal was in der Arbeitszeit kann's kritisch
werden, denn alles was Du in der Arbeitszeit schaffst gehört der
Firma.
* lese das Pflichtenheft+Auftrag genau durch(auch Rückseite +
kleingedrucktes) ob da nicht was gegenteiliges steht
* Vorsicht wenn Du für eine Software-Firma entwickelst, da gehört Dir
der Quelltext nicht
* Streitfall ist auch wenn Dir die Entwicklerumgebung vom Auftragsgeber
zur Verfügung gestellt wird
Wie Du an den paar Beispielen siehst gibt es viele Variationen und nach
den neusten idiodischen Urteilen vom BGH, bin ich mir auch nicht so
sicher, da alles nur eine Frage des Geldes scheint. Deshalb immer im
Auftrag bzw. Vertrag vermerken.
Da Du so was offensichtlich noch nicht gemacht hast, ein paar Tipps:
* Entwicklerumgebung: Du solltest natürlich im Besitz einer gültigen
Lizens sein. Die normalen Programme(C++, Basic usw.) sind nur für den
Hausgebrauch(glaube ich zumindest) und nicht für den Vertieb von
Programmen zugelassen.
* notiere Dir auch das Zielsystem(Win/Dos/Linux..) mit allen zur Zeit
installierten Anwendungen. Durch neu installierte Anwendungen kann es
z.B. zum *.dll - Konflikt kommen.
* Pflichtenheft, Pflichtenheft, Pflichtenheft!!!! Da Du dich mit Deinem
Auftraggeber mehrmals triffst, immer alle(auch noch so kleine)
Änderungen im Pflichtenheft notieren und unterschreiben lassen. Im
Streitfall zählt fast! nur das Schriftliche und nicht:"Ja, Sie haben
mal gesagt...". Außerdem fällt Dir damit die Dokumentation leichter.
* laber, laber ....
Es können noch viele Punkte aufgezählt werden, aber ich will Dir auf
keinen Fall die Lust nehmen. Es macht Spaß und wenn die Kohle
kommt(vereinbare bitte eine Zwischenzahlung) verdoppelt sich der Spaß.
Übrigens der Quelltext allein nützt dem Auftraggeber nicht viel. Er
kann zwar hier und da kleine Änderungen vornehmen, aber um das Programm
in seiner Komplexheit richtig zu verstehen muß er schon viel Grütze
investieren. Wenn man dann den Zeitaufwand rechnet, kann er es grad
selber pinseln.
Gruß
Stevko