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Forum: Ausbildung, Studium & Beruf Ingenieure braucht das Land (angeblich)


Autor: Jürgen Schuhmacher (Gast)
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Der Wirtschaftstandort Deutschland ist krank, heisst es in den
RTL-Nachrichten und man beeilt sich wieder einmal festzustellen, daß es
die Ingenieure sind, an denen der Export und damit die Wirtschaftskraft
von D. hängt: Die INGs sind innovativ und erfinden die Produkte, die im
Ausland teuer abgesetzt werden können.

Leider gibt es nach wie vor zu wenige INGs: Von 1993 bis 2004 ist die
Zahl der Abgänger von 66.000 auf knapp die Hälfte gesunken, was
epidemiologisch gesehen nicht nur an den geburtenschwachen Jahrgängen
liegen kann. Ein VDI-Sprecher beklagt, daß gerade viele Wachstums- und
Zukunftsbranchen ihren Bedarf kaum decken können und beschwört, daß
möglichst die Besten Abiturienten eines Jahrganges in die ING-Berufe
drängen sollen - denn dort werde die Kreativität benötigt!

Das Jungvolk interessiere sich angeblich nicht mehr für Technik und
obwohl inzwischen auch mehr Frauen in die Berufe Elektrotechnik,
Maschinenbau und Fahrzeugtechnik drängen, gebe es immer weniger
Abgänger und es klaffe eine immer größer werdende Lücke zwischen
offenen Stellen und Bewerbern - so jedenfalls der Tenor des Berichts.

Doch woran liegt es tatsächlich?

Ein Ing-Studium ist teuer und zeitaufwändig, da gehen einem Jahre an
Gehalt verloren. Studienjahre zählen nicht mehr für die
Rentenversicherung - da muss mas sich das dreimal überlegen, ob man bis
Mitte / Ende 20 auf Geld verzichtet, statt als Techniker einzusteigen
und früher die Karriereleiter erklimmen zu können. Einzig die guten
Jobaussichten führen noch dazu, dass manche den Weg ins Studiem wählen,
wie sich ein Student im Beitrag äussert.

Ein erster Hinweis auf den Grund der Miesere erhält der Zuschauer durch
einen überraschenden  Zwischensatz: Angeblich haben bereits 1 Jahr nach
dem Studienabschluss etwa 90% aller ING einen Job. Bitte
was??????????????

Wieso haben nicht sofort alle einen Job?  Und was ist mit den
restlichen 10%?- Wir reden wohlgemerkt von den Abgängern mit Abschluss
- nicht etwas den Abbrechern!

Stimmt die Zahl, so hiesse dies, daß ein erheblicher Anteil der
Jung-INGs direkt nach dem Abschluss erstmal auf der Strasse sitz!

Haben wir also gar keinen Mangel? Oder brauchen wir keine
Jungingenieure, da INGs ohne Erfahrung wenig wert sind?

Wieso sollen dann mehr Leute studieren? Dass noch mehr Abgänger auf der
Strasse sitzen und mangels Erfahrung nicht genommen werden? - Da macht
man doch wohl besser eine Berufsausbildung,oder ?  Die, welche vor der
Wahl des Studiums stehen, sehen inzischen sehr wohl, daß sie trotz
Diploms durchaus auf der Strasse landen können und genau das hält den
einen oder anderen vom Studieren ab!

Hintergrund ist eine völlig verfehlte und auf Kurzfristigkeit angelegte
Unternehmens-und Personalpolitik gepaart mit einer Sparwut, die auch vor
den Ingenieuren nicht Halt macht: Da schreit der Markt lauthals nach den
vielen ach so kreativen Ingenieuren, will angeblich nur die Besten
einstellen und greift sich aus dem Pool der Bewerber dann aber
tendentiell eher den billigen heraus: Erfahrene Ingenieure um die 40
haben inzwischen grosse Probleme, eine Anstellung zu finden- genauso,
wie jene, die über etwas mehr, als nur 2-3 Jahre BE verfügen oder einen
Uni-Abschluss statt nur FH besitzen und damit schon als überqualifiziert
gelten:

Einerseits möchte man den hochqualifizierten nicht zu dem geforderten
Gehalt beschäftigen, unterstellt aber andererseits, daß eine andere
Firma dies tun könnte und stellt ihn auch nicht für weniger ein, aus
Aungst, er könne die Firma rasch wieder verlassen.

Zudem leiden viele Abteilungen an zu verjüngten Leitungspersonen, die
keine Älteren oder besser qualifizierten einstellen möchten, um ihre
Position nicht zu gefährden und selbst wenn ein erfahrener ING aquriert
werden soll, gelingt ein Abwerben aus einer festen Position meist nicht,
da aufgrund der Gehaltstrukturen nicht genug geboten werden kann oder
darf:

Verdienen können in vielen Firmen weniger die kreativen Ingeneiure
sondern mehr die, welche mit den Ideen zu den Kunden gehen, diese
kommunizieren oder in den adminstrativen BEreichen der Firmen sitzen.
So wundert es kaum, daß Viele sich eher für ein BWL-Studium oder Jura
entscheiden, welches einfacher und kürzer ist und zudem noch eine
bessere Position in der Firma verspricht.

Überhaupt scheinen die Berufszweige BWL und Jura stark im Kommen: Die
von den BWLer zusammengestrichenen Budgets und der heruntergesparten
Entwicklungsabteilungen hemmen dann genau die Innovationskraft, die
nötig wäre, sich gegen die stärker werdende Konkurrenz aus dem Ausland
zu behaupten, und wenn dann die Firma den Weg alles Irdischen gegangen
ist, so ist es einmal mehr ein Jurist, der als INSO-Verwalter die Sahne
einstreicht.

Die Lösung:

Was wir brauchen. ist ein Wandel in den Köpfen der Personalabteilungen,
die beginnen müssen, ihren Personalaufbau sinnvoll zu planen. Leider
herrscht hier immer jedoch immer nehr ein kurzfristiges Projektdenken
und die Methode "hire and fire" wofür ich mal einige Beispiele nennen
möchte:

Da telefoniere ich doch kürzlich mit dem Entwicklungsleiter eines
Automotivezulieferers und unterhalte mich über ein anstehendes Projekt.
Der Einstieg ist auf ein exaktes Datum terminiert da genau dann des
bisherige Bearbeiter ausscheidet. Ausscheiden muss er deshalb, weil er
bereits 3 Monate lang beschäftigt ist und er über diesen Zeitraum
hinaus laut Betriebsrat fest eingestellt werden muss, was man aber
nicht will. Also muss nun mit aller Gewalt der Nächste ran, während der
derzeitge BEarbeiter um seinen Job trauert, da ihm die Tätigkeit
gefallen hat. Der Entwicklungsleiter heult mir in einem 1-stündigen
Telefongespräch vor, daß er Schwierigkeiten hat, jemanden mit dem
nötigen Profil in der Kürze der Zeit zu ergattern und beklagt, daß es
zu wenige ING gibt.

Aha! Zu dumm aber auch, daß nicht Hunderte von arbeitslosen Ingeniueren
vor seiner Tür stehen, damit er immer dann, wenn er gerade jemanden
braucht, einen einstellen kann, ohne sich die Mühe machen zu müssen,
langfristig zu planen und eine sinnvolle Abteilungsstruktur aufzubauen-
wozu moderne Entwicklungsleiter offenkundig nicht mehr befähigt sind.
Wieso nicht einfach ein Ingenieur dauerhaft für diese Position
eingestellt und an die Problematik herangeführt wird statt alle drei
Monate zu wechseln, bleibt im Dunkeln - zumal es sich hier sogar um
eine forschungslastige Stelle handelt.

In einem anderen Fall, sucht ein ING-Diensleister für
Auftragsentwicklung schon seit 16 Monaten einen branchenspezifischen
Projektleiter, der über 3-5 Jahre Erfahrung als Projektleiter in dieser
Branche verfügt. Als ich mich dort bewarb, hatte ich nur 2 Jahre
Erfahrung in dieser Branche und hätte sicher 2-3 Monate benötigt, um
mir etwa noch fehlendes Wissen anzueignen. Der Einstellende wollte aber
jemanden, der sofort loslegen kann, daher wurden wir uns nicht so rcht
einig und nach Nennung meines damaligen Gehaltes, das er für einen
Wechsel hätte übertreffen müssen, war das Gespräch beendet. Laut
Personalberatung ist meine Gehaltsforderungn für diese Postion eher
noch zu gering gewesen, aber die Firma "möchte wahscheinlich keine
Zeit mit Einarbeitung verlieren". Die Stelle ist heute immer noch
offen und inzsichen dürfte auch dem blauäugigen Entwicklungleiter klar
sein, daß er keinen Mitarbeiter bekommen wird: Jeder Projektleiter aus
der Branche, der wechselbereit ist, dürfte sich gemeldet und sein
Gehalt genannt haben, was aber bisher immer zu hoch war. Daher wird er
wohl nicht umhinkommen, höher zu bieten oder sich mit weniger
Anfangserfahrung zufrieden zu geben. Hätte er mich aber damals
eingestellt, so hätte er heute seinen Projektleiter mit inzwischen 4
BE!

Zu guter letzt noch der typische Fall der strukturellen Unterbesetzung:
Eine Grossfirma mit über 10.000 Mitarbeitern an 5 Standorten in
Deutschland baut eine neue Entwicklungsabteilung auf, um Produkte zu
Re-Entwickeln, damit sie günstiger werden, als bisher. Dazu kauft man
sich einen neuen Entwicklungsleiter ein, der die Materie etwas kennt
und zuvor Teamleiter war, also über "Führungserfahrung". Dieser
stellt sich sogleich 3 Teamleiter für Hardware, Software und Systemtest
ein, die logischerweise etwas jünger sein müssen, um die Alterspyramide
aufrecht erhalten zu können. Die beiden Herren waren nach meiner
Schätzung knapp 30, während die Entwicklungsleiter selber etwa Mitte 30
gewesen sein dürfte. Da insgesamt gespart werden muss, liegt das Gehalt
des Entwicklungsleiters aber bei unter 70.000, was für ihn durchaus
einen Gehaltsprung bedeutete, jedoch für die Teamleiter maximal
60.000-65.000 zuliesse. Nun sollten Ingenieure eingekauft werden, den
irgendwer muss ja schliessich auch die Arbeit machen und so kam es, daß
je 3 Stellen für Hardware, Software und Systemtest ausgeschrieben
wurden. Ein mir persönlich bekannter Jung-ING, den man wie alle anderen
sich bewerbenden Anfänger erstmal in die Warteschleife geschickt hatte,
machte mich auf die Stellen aufmerksam, worauf ich mich bewarb.

Die Anwort-mail des erfreuten Entwicklungsleiters eine Woche später
enthielt zwar keine Anrede oder ein vernüftige Kontaktmöglichkeit,
dafür jedoch eine Einladung für den nächsten Tag. Nachdem ich am
Werkstor 20min stehen drufte, selber noch 15min auf dem Werksgelände
den richtigen Bau suchen musste, nahm mich der Entwicklungsleiter dann
im Empfang, führte mich durch die Hallen und erklärte mir, daß man auf
der Suche nach hochqualifizierten INGs sei, die in der Lage sind,
Projekte eigenverantwortlich abzuwickeln und mit (z.T.) ausländischen
Kunden sicher zu kommunizieren und ich der erste sei, den man zu einem
Gespräch geladen habe.

Das anschließende Gespräch zusammen mit seinem Softwareteamleiter wurde
zu Offenbarung:

Meine per Email versendeten Bewerbungsunterlagen samt Zeugnissen waren
nicht verfügbar, weil die Firma sparen muss und eine übergangsweise
angestellte Personalbearbeiterin einer Zeitarbeitsfirma, die dafür
zuständig war, inzwischen gekündigt hatte und man nicht an ihr
email-Postfach rankommen konnte. Mein mehr als gutes English wurde
trotz meines mehrfachen Angebotes nicht getestet, da der
Entwicklungsleiter aus dem Osten kommt und selber kein Englisch
spricht. (?) Nachdemwir geklrt hatten worin denn der Unterschied
zwischen C++ und C liegt, was ein wenig offenblieb, da sich meine
Explikation signifikant von der seinen, auf einer FH erlernten
Definition unterschied, übergab man mir einen einem Zettel. Darauf fand
ich ein C-Programm, bei dem ich 5 Fehler suchen musste und der sich auch
zum Streitobjekt entwickelte, da ich mehr als 5 Fehler fand und überdies
nachweisen konnte, daß der Code so niemals würde compilieren können, was
er angeblich sehr wohl tut. Interessant wurde es, als das Gespräch auf
frühere Aktivitäten kam und ich feststellen musste, daß ich
wahrscheinlich schon dreimal soviele Programme und Platinen entwickelt
habe, wie die beiden Herren zusammen. Als dann noch mein aktuelles
Gehalt angesprochen wurde, blickte ich in das verdutzte Gesicht des
Teamleiters, der sich wunderte "warum in so kleinen Firmen soviel
gezahlt wird". Die Antwort, daß dies gfs daran liegt, daß es dort
keine unnötige Hierarchie gibt, sparte ich mir aber. Am nächsten Tag
kam die Absage per email. Man hat die Stelle angeblich schon
anderweitig besetzt. Wie man aber ohne Bewerber über Nacht gleich
mehrere Stellen besetzen kann, ist mir nicht ganz klar, wurde jedoch
deutlich, als der befreundete Jung-ING mich die Woche drauf
informierte, daß man ihm ein Vertragsangebot geschickt habe, in dem es
hies "Wir geben auch qualiffizierten Abgängern eine Chance".
Angeboten wurden knapp 50.000 - für die beruferfahren INGs hatte man
wohl um die 55.000 vorgesehen. Zugesagt hat dort aber offenbar keiner,
daher hat man offenbar fast ausschliesslich auf Anfänger
zurückgegriffem. Besagter Jung-Ing., der mangels JOB nach dem Abschluss
eine Weile selbständig war, hat jedoch nicht eingeschlagen sondern "gab
einer anderen qualifizierten Firma eine Chance", die offenbar höher
gegriffen hatte. Recht so!!!!

Derzeit scheinen Ingenieure mit 2 Jahren BE die besten Chancen zu
haben, einen Job zu bekommen: Sie sind billig (?) und gelten nach dem
simplifizierten Vorstellung unserer Firmen nicht mehr als Anfänger.
Nach einer anderen Qulle sind sie auch noch "formbar", was bei uns
INGs über 35 mutmasslich nicht mehr der Fall ist. Die Frage ist nur,
was Firmen zu leisten in der Lage sind, wenn sie mit lauter Anfängern
arbeiten, die kein sonderliches Knowhow mitbringen. Oder genauer
gefragt: Warum sollte man in Kurdistan nicht auch eine Abteilung aus
dem bodenstampfen können, die man wie oben strukturiert und dann
dasselbe leistet?

Und während sich der geneigte Leser genau dies noch fragt, bleibt der
Autor dieses Artikels vorläufig weiterhin selbständig und arbeitet in
Kurzprojekten als Ausbügler dessen, was von Anfängern verbockt wurde
bzw. nicht geleistet werden kann, und springt als Feuerwehrmann in DIE
Projekte ein, die infolge chronischer Personal- und Zeitfehlplanung an
die Wand zu fahren- oder über die dead line zu geraten drohen.  So
profitiert man als ING wenigstens auf diese Weise von den
Unzulänglichkeiten und Nachlässigkeiten der Personal- und
Abteilungsplaner: Die Euros, die der Projektcontroller mit
FH-BWL-Studium aufgrund seiner auf lineariserter Simplemathematik
basierenden Kostenoptimierung eingespart zu haben glaubt, fliesen dann
dreifach in den erhöhten Stundensatz des Feuerwehringenieurs.

Uns Ingenieuren kann es aus dieser Sicht am Ende nur Recht sein, wenn
es von unseren Artgenossen zu wenige gibt - um so mehr Druck entsteht
auf Firmen, zu einer nüchternen langfristigen und stabilen
Personalstruktur zu gelangen, samt der nötigen Gehaltstrukturen, welche
die belohnen, die tatsächlich die anspruchsvolle Arbeit leisten.

Momentan sind die Firmen noch am Jammern und schreien nach green cards
für Ausländer, um mehr Auswahl zu haben: Dies tun sie aber nicht, um
Bessere INGs zu bekommen, wie oft fadenscheinig behauptet wird, sondern
um die Gehälter drücken zu können. Wer dann aber noch E-Technik
studieren soll, bleibt fraglich ....

Dipl.-Ing. Jürgen Schuhmacher

Autor: Jürgen Schuhmacher (Gast)
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... fraglich bleibt für mich auch, wer in den Firmen kreativ ist oder
sein soll?  Der Ansicht des eingangs erwähnten VDI-Mannes, die Besten
mögen doch bitte E-Technik studieren, kann ich mich voll und ganz
anschließen, wenngleich ich jedoch durchaus der Ansicht bin, daß die
(technisch) kreativen Abiturienten in die techn. Fachbereiche strömen.

Nur nehmen die besten eben nach wie vor ein Uni-Studium auf, sei es aus
Anspruch oder aber weil es die anderen aus dem Jahrgang ebenso tun.
Indes haben die Firmen längst umgesteuert:

Zweiklassigkeit ist angesagt! Sieht man sich die Stellenanzeigen an, so
wird kaum noch nahc Uni/FH unterschieden. Entweder nimmt man alles was
kommt, oder es braucht für diese Stelle keinen Uni-Abschluss?

Wie es auch im Detail gelagert sein mag, Tatsache ist, daß die
bekannten Grossfirmen noch vor Jahren generell Uni-abgänger
bevorzugten. Zumindest waren sie bestrebt, mittels entsprechenden
Gehltsangeboten die Besten anzulocken. Heute werden jedoch dieselben
Stellen tendeziell eher mit FH besetzt bzw. ausgeschrieben - und dies
sogar mit dem gleichen Gehalt. Wieso ?

Wer ist denn jetzt der Erfinder, der Kreative - also der, der etwas
Neues erdenkt und macht?  Der, der sich das Abi gespart hat, von der
Realschule über die FOS direkt ins Kurzzeitstudium gehüpft ist, und am
Ende dann dasselbe Gehalt bekommt, weil er ja praktisch doch dasselbe
leistet ?  Wie oben bereits beschrieben steht, existiert hier aufgrund
der Gehalts- und Alterstrukturen ein gefährlicher Mitkopplungseffekt,
der rasch dafür sorgt, daß immer billiger aber auch immer jünger
eingestellt werden muss, ältere Ingenieure vom Karussel fliegen und sie
dann kaum noch eine Chance auf Wiedereinstellung haben.

Fatal und paradox zugleich, wenn Firmen auf Jung und Billig setzen und
die Qualifizierten solange zum Arbeitsamt gehen dürfen, bis sie nicht
mehr qualifiziert sind, wohl aber zu alt. Fatal und paradox ebenso,
wenn niemand mehr Jungingenieure einstellen mag, sondern man sich
darauf beschränkt, sich gegenseitig bereits grundlegend eingearbeitetes
Personal abzujagen. Wenn Ingenieure nur zwischen dem 3. und 6. Jahr nach
ihrem Abschluss gefragt sind, wie soll sich das rechnen ?  Wer soll noch
studieren ?

Wer soll von den hochbegabten, technophilen Abiturienten noch ein
UNi-Studium anstreben, während die Wirtschaft auf billig setzt?

Wie ich eingangs sagte: Wer schlau ist, studiert Jura - . Da sind die
Stundensätze doppelt so hoch und als Insolvenzverwalter hat man in
diesem Land die nächsten 2 Jahrzente eine rosige Zukunft. Doch was
kommt nach den Geiern?

Autor: Michi (Gast)
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Uiiiihhhh, da hat aber einer Frust.

Ganz verstehen kann ich das aber nicht. Zum einen hast Du ja etwas aus
Deiner Situation gemacht und kassierst sicherlich satte Tagessaetze (so
mach ich es auch :) ), zum anderen sind es gerade die von Dir genannten
Personen, die in den letzten Jahren zum Grossteil auf das immer gleiche
dumme Geschwaetz der Parteisoldaten hereingefallen sind und wie immer
gewaehlt haben. Ob nun CDU, SPD, FDP, Gruen, das ist doch alles
dasselbe. Das Problem liegt im System und solange sich das nicht
aendert, habe ich, ehrlich gesagt, kein Mitgleid mit denen, die dann
vom System gefressen werden.
Ich nehme jetzt mit, was ich bekommen kann und dann tschuess.
Meine Auftraege sind auch, gelinde gesagt, scheisse und langweilig,
aber was solls, es wird unverschaemt gut bezahlt und wenn es so
weitergeht, hoere ich mit 45 Jahren auf und lach mich tot ueber den
jammernden Rest.
Soviel zum Thema.

Autor: Marcel (Gast)
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Richtig erkannt.
Die Problematik mit der Überqualifizierung beschränkt sich aber nicht
nur auf ING Berufe - das ist überall so. Da wird man schon nicht mehr
eingestellt, wenn man einen Kurs gemacht hat oder - wie du schon weiter
oben geschrieben hast - durch einpaar mehr Jahre arbeitszeit
überqualifiziert ist!?
Witzig ist nur, wenn man dann in Gesprächen mit anderen (befreundeten)
Angestellten erfährt, dass der Kurs, der bei der Bewerbung als
Überqualifizierung galt, dann doch - zu kosten der Firma - noch gemacht
werden muss.
Das mit der (fehlenden) Unterscheidung zwischen Uni/FH-Absolventen kann
ich mir nur damit erklären, dass dann die Firma mit dem Gehaltsangebot
tiefer herangehen kann, weil man ja "nur" einen FH-Absolvent sucht...
Grund dafür ist wieder nur das zwanghafte Verlangen nach (kurzfristigen)
Einsparungen. Und das auch wenn am Ende die Kosten durch "Reparaturen"
höher sind - doch davon wird in den Chef-Abteilungen nicht ausgegangen -
vielleicht ist das dann auch noch ein Vorwand die Stellen neu zu
besetzen...
Man muss das auch mal aus Sicht der höheren leitenden Positionen sehen.
Auf Basis des immer vortwährenden Egoismus und der Eitelkeit ergibt sich
folgender Ansatz (aus Sicht des Chefs):
MeinGehalt = GesamtBudget - Sonstige_Kosten -
Summe(Kosten_für_Mitarbeiter)
Das kuriose daran ist, dass die Kosten für das Personal noch nicht
einmal den Löwen-Anteil an den Kosten ausmachen (am Anfang).

Vielleicht liegt es auch daran, dass veraltete oder ineffiziente
Methoden an den Unis/FH gelehrt werden. Ein gutes Beispiel ist da die
LaGrange-Methode für Optimierungen, die jedem BWL-Studenden eingepleut
wird. Dass sich die Welt in der Zwischenzeit aber weiter gedreht hat
und mittlerweile bessere Methoden entwickelt wurden, wird dabei - wenn
überhaupt - nur erwähnt.
Dann fallen mir die tollen Software-Engeneering Vorlesungen ein. Es ist
schön, das es "Klicker-Tools" gibt, mit dem der Chef, der nur bedingt
Ahnung von dem hat was der Angestellte macht, dem Angestellten ein
Schema aufdrückt. Das wäre ja nicht so schlimm, wenn diese Schemata
nicht ineffizient wären und auch nich zusätzlich jede Menge Zeit in
Anspruch nehmen (Erstellung und Hineinversetzen) - die dann bei der
eigentlichen Erstellung des Projektes fehlt. Mit den Tools klickt man
bspw. ca. 1-2 Stunden herum, um ein Programm zu entwerfen, dass der
Programmierer ohne das Tool in einer halben Stunde hingeschrieben
hätte.
Aber der Chef will ja auch nur verdienen.

Autor: Jangomat (Gast)
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@Jürgen
Mit dem BWL-Problem hast Du recht. Der einzige boomende
Wirtschaftszweig ist die Verwaltung, egal ob im Staat oder in Firmen.
Da muß der Karren erst derart in den Dreck gefahren werden, bis man
sich wieder der wertschöpfenden Arbeit und nicht der wertfessenden
besinnt...
Aber in Deinem Posting kommt doch soviel Frust rüber, dass ich mich
wundere, warum Du Dich nicht selbständig machst? Wenn man in anderen
Firmen nur "Hohlköpfe" und mieses Gehalt vorfindet, dürfte es
eigentlich nicht schwer sein, als intelligenter und engagierter
Ingenieur (zumal noch mit Univeritätsweihen) seine Brötchen
eigenverantwortlich zu verdienen. Oder?

Autor: armer Bauleiter (Gast)
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das ist aber nicht nur da "oben" so. auch in den unteren "schichten"
gehts so ähnlich zu.
Beispiel:

Hab ne normale Lehre zum E-Installateur gemacht, nach meiner Lehre ging
ich Abends in die HTL und habe mir dort meinen Ing. geholt (nicht DI).
Bis dahin war ich eigentlich ein halbwegs glücklicher Obermonteur. Kaum
hatte ich meine matura in der hand und den zugehörigen tietel vor meinem
namen wurde ich zum bauleiter befördert.
die freude war natürlich irsinnig groß, das gehalt stieg um ein
vielfaches, ich musste mich nicht mehr scmutzig machen, und ich war
viel flexibler im umgang mit den zeiten da ich gleitzeit hatte.
noch dazu war die arbeit doch viel besser - einfach nur auf die
baustelle zum kontrollieren und motzen gehen.
doch nach einiger zeit schon merkte ich das das alles nicht so rosig
ist/war wie es den anschein macht. dann kam auchnoch ein ziemlich
heftiger vorfall der die gesammte firmenmoral sinken ließ.
anschließend wurden wir von einem kozern aufgekauft (vieleicht kennt
ihn jemand: MCE) naja die zeit davor war auchz nicht berauschent da
verkündet wurde das mit dieser übernahme etliche positionen aufegalssen
werden wie es der vorstand so nett verkündet hat.
der tag der übernahme kam und ich durfte bleiben da ich (und jetzt wird
mir bewusst das es der grund war) noch jung und billig war ....
im laufe der zeit sank die moral im betrieb immer mehr und ich sagte
mir so jung und naiv wie ich da noch war ich werde eh schnell wieder
was finden - immerhin bin ich jung, dynamisch war in einer hohen
position und hab nen recht netten tietel vor meinem namen stehen.
ich hab meine kündigung eingeschickt, und hab gleichzeitig begonnen mir
ne neue firma zu suchen.
endeffekt, ich bin nun seit bissi mehr als einem halbem jahr arbeitslos
und schon ganz verzweifelt.
ich bewerbe mich bei zig firmen, und wenn sich mal eine die mühe macht
zurück zu schreiben darf ich in deren briefen lesen, dass ich entweder
überqualifiziert bin oder noch zu wenig erfahrung habe (weil ich ja
noch unter 30 bin so meine interpretation)

resümee:   (schreibt man das überhaupt so?)
ich frage mich wie das in zukunft so weiter gehen soll.
fakt ist mit der derzeitigen wirtschaftlichen lage und dem
Personalmanagement wird über kurz oder lang alles immer schlimmer
werden.


MfG euer sau blöder nichtskönnender
Ing. Markus Baumeister

Autor: Martin S. (Gast)
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Wenn du trotz Übernahme bleiben durftest, und aus einer ungekündigten
Position heraus kündigst, um möglicherweise eine neue Stelle zu finden,
dann sit es nicht nur "jung und billig", sondern "jung und naiv".

Insofern ist deine Selbst-Einschätzung "euer sau blöder
nichtskönnender" genau richtig: Du bist wirklich saublöd, denn du
konntest nämlich wirklich nicht identifizieren, daß

a) Die Wirtschaftslage allgemein am A**** ist

b) Du dich (gilt für D) in der Schlange der 5 Millionen Arbeitslosen
erst mal bei Neu-Antreffen in deiser Schlange auf Listenposition
5.000.000 befindest. Durch was kannst du dich an den anderen vorbei
drängeln und auf eine Listenposition weiter vorne gelangen? Deine
Qualifikation udn dein Titel und dein Preis bringen dich vielleicht auf
Position weiter vorne, aber vor dir stehen noch ca. 100.000 mit genau
deiner gleichen Ausgangslage.

c) Der Neu-Anfang deiner Ex-Firma auch für dich einen Neu-Anfang
bedeutet hätte, denn du hättest mithelfen können, das Klima zu heben
und zu gestalten und dich "unentbehrlicher" zu machen.

D9 Du kanntest das Umfeld, du kanntest deine Kollegen, du hattest die
denkbar günstigste Startposition. In welche Firma / Struktur wirst du
gelangen, wenn du deine 100.000 Listenplätze endlich überwunden hast?
Richtig, in genau de Firmen wie deine Exfirma, welche sich (wieder)
gefangen haben und nun einen Neuaufbau wagen. Und welchen Benefit hast
du bei deinem möglichen neuen Arbeitgeber? gar keinen die ganzen
unter c) benannten Vorteile hast du NICHT !!


Du bist noch jung (hast du ja selbst gesagt), und noch am Lernen. Es
kann nicht jeder Hutmacher oder Konditor werden, man muß sich den
Gegebenheiten anpassen und das Beste für sich (und sein Umfeld) daraus
machen. Wenn du an "miesem Klima" verzweifelt, dan tu alles dran, das
Klima zu verbessern, oder geh (das hast du ja getan)

Autor: Jürgen Schuhmacher (Gast)
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"warum Du Dich nicht selbständig machst?"

Hab ich ja :-)

Nur denke ich eben doch nicht nur an meine eigene Situation, sondern
auch an andere, die direkt oder indirekt von den INGs abhängen. Ich
könnte dir nun ein Beipiel nennen, wo durch komplette Inkompetenz der
Führung eine Firma, für die ich tätig war, ruiniert und in die INSO
geführt wurde, wobei etliche Arbeitsplätze in Deutschland
kaputtgegangen sind, was vollkommen unnötig war, weil die Firma bestens
am Markt positioniert gewesen ist und großes Potential hatte. Das
Geschäft macht inzischen (wieder) der ehemalige Weltmonolist aus
Skandinavien alleine. Das ergab etwa 25 tote Arbeitsplätze.

In einem anderen Fall (die Firma, für die ich danach tätig war) hat es
das Management versäumt, einen von mir vorgebrachten Vorschlag
umzusetzen, einen Sonderwerkstoff in eine völlig neue Branche (die, für
die ich vorher tätig war) einzuführen, da man den Erfolg angeblich nicht
abschätzen konnte. Auch hatten meine Vorgesetzen keine Lust, das im
Detail zu verfolgen, da sich der Erfolg auf einen anderen
Konzernbereich bezogen hätte.  Inzwischen stellte sich heraus, daß das
weltweite Marktpotential derart gross ist, daß die Umsätze bei rund 50
Mio p.a. gelegen hätten, was ein Gesamtumsatzplus von über 10% für
diese Firma bedeutet hätte - eine perfekte Möglichkeit, den aktuell
existenten Rationalisierungdruck wegzunehmen. Nun kann man aber nicht
mehr nachhaken, da der Abnehmer für das Produkt (Inhaber des
Weltpatentes aus Bayern) sich inzwischen bei einem Lieferanten aus
Frankreich bedient hat und langfristige Verträge existieren.
Schätzungsweise hätte dies in D. etwa 50 Arbeitsplätze geschaffen.
Stattdesssen muss die Firma - wie schon seit Jahren - weitere
Einsparungen vornehmen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und damit
fortfahren, Produktion ins Ausland zu verlagern und Arbeitnehmer zu
entlassen. Leider ist es so, daß die Schuldigen von diesen
Fehlentscheidungen nicht betroffen sind, sondern es immer erstmal die
Kleinen erwischt, die eh' wenig Gehalt haben. Daher habe ich so meine
Schwierigkeiten, mich darüber zu freuen: Die Verantwortlichen aus der
Führungsschicht beziehen ihr Gehalt weiter und entlassen dann lieber
den kritischen Ingenieur!

Autor: Sören Smörrebröd (Gast)
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Na, dann prost Mahlzeit! Ich sitze seit drei Jahren in meinem ersten Job
fest, der sich als völlige Sackgasse erwiesen hat. Aber wenn ich das so
lese... ...nimme mir die letzte Hoffnung, hier nochmal wegzukommen.

Autor: HD_ (Gast)
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ja so ist es wer weiterkommen will muss ackern und was tun

Autor: Rolf (Gast)
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"ja so ist es wer weiterkommen will muss ackern und was tun"

Eben nicht! Du musst dem Chef in den Arsch kriechen, der idealerweise
20 Jahre älter ist als Du, und warten, bis er geht. Dann bist Du an der
Reihe.

Insgesamt spiegelt das oben Gesagte die Realität wieder, die im krassen
Gegensatz zu dem steht, was viele Unternehmen gerne auf ihren Webseiten
verbreiten: "Förderung von Mitarbeitern, hochmotivierte Ingenieure,
unsere Mitarbeiter sind unser Kapital" - dies sind die Sätze, die auch
mir die Galle hochkommen lassen.

Tatsache ist nun mal, das der Mensch im Alter abbaut und da das viele
wissen, sind sie eben bemüht, die Anfänger niederzureden und
kleinzuhalten. Wer zuviel kann, der wird zur Gefahr und an den Rand
gedrängt.

Der Mechanismus ist aber glasklar und kaum überraschend: In einer jeden
Gruppe oder Gesellschaft hat das Mittelmass nunmal immer die Mehrheit.
Wer deutlich weniger und deutlich mehr kann oder will, der wird rasch
zum Aussenseiter und ist unbeliebt. So richtig kompatibel zum Rest ist
daher IMMER nur der Mittelmässige und die sind es, die Ankommen und
wieterkommen. Auch, wenn Firmen gerne und oft immerwieder davon reden,
daß sie an Spitzenkräften interessiert sind.

Spitzenkräfte braucht kein Mensch- jedenfalls nicht im
Angestelltenverhältnis neben, oder unter sich.

Autor: HD_ (Gast)
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Du musst dem Chef in den Arsch kriechen, der idealerweise......

.....sagte ich doch du musst was tun !

Autor: Rolf (Gast)
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Sören, Du hast noch 2 Jahre Zeit, zu wechseln. 5 Jahre gelten als das
Ideal für eine ordentliche Dabeiseinsquote. Warum, weiss ich nicht.

Autor: faust (Gast)
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Ich war nach dem Studium (ET) 8 Monate arbeitslos.

Autor: AndreasH (Gast)
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"5 Jahre gelten als das
Ideal für eine ordentliche Dabeiseinsquote. Warum, weiss ich nicht."

Weil dass dann bei Personalchefs als flatterhaft gilt. So nach dem
Motto "Der weiss nicht was er will und wenn der jetzt bei uns anfängt
ist er auch nach kurzer Zeit wieder weg"

Berufsanfängern gesteht man aber auch zu, dass die nach 2-3 Jahren
schon wieder wechseln.

Aber wie immer gilt, bei ordentlicher Begründung ist auch ein früherer
Wechsel akzeptabel. Z.B. wenn das Unternehmen verkauft wurde und sich
damit sein eigener Tätigkeitsbereich geändert hat.

Gute Hinweise dazu gibt es in den Büchern von Heiko Mell. Er hat früher
in der Zeitschrift VDI (manchmal etwas bissige) Tips bei der
Karriereberatung gegeben.

Nein ich erhalte keine Provisionen für den Verkauf seiner Bücher :)

Grüße
Andreas

Autor: Jörn Bögeholz (Gast)
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@Jürgen Schuhmacher:
guter Beitrag, doch:
<zitat>
Wer ist denn jetzt der Erfinder, der Kreative - also der, der etwas
Neues erdenkt und macht?  Der, der sich das Abi gespart hat, von der
Realschule über die FOS direkt ins Kurzzeitstudium gehüpft ist, und am
Ende dann dasselbe Gehalt bekommt, weil er ja praktisch doch dasselbe
leistet ?
</zitat>

Diesen Abschnitt halte ich doch für zu arg pauschalisierend.
alle FH-Studenten == Realschüler ?
Quatsch!

Also bei uns an der FH Coburg hat sich das grob gedrittelt:
Abiturienten, FOS und BOS.

Ich selbst habe mich (trotz Abitur) für ein Studium an einer
Fachhochschule gerade aufgrund der kürzeren Studiendauer entschieden.

Denn im Ernst: derjenige der 13 Jahre in der Schulbank gelümmelt hat,
soll nach einem Studium an einer Universität per se der kreative Macher
sein?

Dafür brauchts dann doch schon mehr.

Ich persönlich habe es genosen, im Studium mit Leuten in Kontakt zu
treten, die bereits gearbeitet haben und sich über eine FH (mit oder
ohne Abitur) einfach weiterqualifizieren wollen.
Meistens deshalb, um dann wieder in ihre Firma zurückzugehen.
Die wissen dann nämlich schon Bescheid über betriebsinterne Abläufe,
wissen wo der Schuh drückt.

Ich will hier in keinster Weise an der Daseinsberechtigung von
Universitäten zweifeln, doch m.E. bilden Unis nicht unmittelbar für den
Bedarf der Wirtschaft aus, sondern züchten primär ihren eigenen
Nachwuchs für die Forschung.

So teilte mir ein befreundeter stud. Informatiker(Uni 7. Sem)mit, dass
er in seinem Studiengang das Programmieren nicht lernen würde, wenn er
sich nicht persönlich damit auseiandersetzte.

Daraufhin durfte ich ihn (als popeliger FH-Student) auch noch in die
"höheren Sphären" der Integralrechnung und der Dirrentialgleichungen
einführen.
Didaktisch sei das an seiner Uni eher nicht adäquat aufbereitet worden,
so seine Aussage.

Daraus folgt für mich als Fazit, dass das, was jemand kann und
beherrscht, nur vom eigenen Antrieb/Lernwillen und nicht von der
schulischen Institution abhängt.
Gute/schlechte Pädagogik kann den Wissenserwerb lediglich
fördern/behindern.

<zitat>
So wundert es kaum, daß Viele sich eher für ein BWL-Studium oder Jura
entscheiden,
</zitat>
Kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass BWL/Jura pauschal leichter
sein sollen, als Ingenieursstudiengänge.
Habe auch zwei Semester BWL hören müssen; das stumpfe Auswendiglernen
von Definitionen empfand ich persönlich als Zumutung.
Andere haben damit weniger Probleme, hängt dann aber vom individuellen
Lentyp ab.
Für mich wäre so ein Studium eher schwerer als leichter, und etwas zu
studieren, weil die Stundensätze später höher sind?
(Ist das nicht geistige Prostitution?)

Gruß
Jörn

Autor: Hubert (Gast)
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@Jörn Bögeholz

richtig bemerkt: geistige Prostitution

genau so sehe ich die Rolle vieler Ingenieure, der einzige Unterschied
zur Pr. ist, das sie den Kopf verkaufen und nicht den Körperteil weiter
unten. Deshalb sehe ich es durchaus als gerechtfertigt an, etwas zu
studieren, mit dem man dann höhere Studensätze verlangen kann.
Und hier liegt der Hund begraben, deshalb braucht das Land Ingenieure,
billige Ingenieure, solche vom Straßenstrich sozusagen, keine die
ordentlich ausgebildet sind...

Autor: Harald (Gast)
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<zitat>
Kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass BWL/Jura pauschal leichter
sein sollen, als Ingenieursstudiengänge.
Habe auch zwei Semester BWL hören müssen; das stumpfe Auswendiglernen
von Definitionen empfand ich persönlich als Zumutung.
</zitat>

Hab selber zwei Semester BWL studiert, und ich kann dir versichern: Es
ist einfacher. Tumbes Auswendiglernen ist wohl kaum mit den
intellektuellen Leistungen vergleichbar, die man in einer technischen
Ausbildung erbringen muß. Daß etwas lästig ist, heißt nicht, daß es
auch schwieriger ist.

Gruß,
Harald

Autor: Jürgen Schuhmacher (Gast)
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Harald, genauso sehe ich das auch. Es wird dort (BWL) viel auswendig
gelernt, was bei mir dazu führen würde, daß ich das Studium abbrechen
würde, weil ich es als elend empfinden würde, insofern ist es also
schon "schwer". Objektiv aber erfordert E-Technik- genauer die Mathe,
die dahinter steht, so wie ein Physikstudium o.ä. die komplexesten
Denkstrukturen. Daß denjenigen, die darüber verfügen, so ein Studium
jedoch durchaus leicht fallen kann, während sie sich in Jura quälen
müssten, steht auf einem anderen Blatt.

Jörn schrieb:
"... derjenige der 13 Jahre in der Schulbank gelümmelt hat,
soll nach einem Studium an einer Universität per se der kreative Macher
sein?  Dafür brauchts dann doch schon mehr"

Richtig, aber das habe ich auch nicht so gemeint. Meine Aussage (die im
Übrigen durch Befragungen und Studien bestätig ist) war, daß diejenige,
welche sich selber einen Anspruch zurechnen und objektiv zu den Besten
gehören, eher zu einem Uni-Studium tendieren, wofür deine Statistik
"Coburg" ja durchaus ein Beispiel ist. Der Kreative, Bessere wird als
nicht primär an der Uni "gemacht", oder bedeutend besser gemacht, als
an der FH - (ich beschrieb ja in einem anderen Beitrag, daß die FHs
durchaus ähnlichen Theorieanteil haben und im Wesentlichen das Studium
an einer lediglich kürzer ist und man weniger Fächer hat) sondern in
die Uni (Abi s.u.) geht von Anfang an, eine anders qualifizierte Gruppe
hinein! Dies war die Aussage!

Dass einige aus taktischen zielgerichtet das kurze Studium wählen, ist
nicht in Abrede zu stellen, bestätigt aber genau genommen wiederum
meine frühere Aussage/Annahme, daß sie damit bessere Berufschancen
haben (zumindest rein zahlenmässig mehr Stellen vorfinden).

Ich sehe auch nicht, daß die Unis für den eigenen Bedarf ausbilden,
denn die meisten bleiben nicht im Bereich Lehre, sondern gehen in die
Indsutrie. Sie haben laut Befragung auch von Anfang an nichts anders
vor gehabt. Selbst die, welche übergangsweise an der Uni bleiben,
springen häufig ab, wobei sie nicht selten nur deshalb an der Uni
geblieben sind, um nach Abschluss erstmal einen Job zu haben. Die
meisten Uni-Stellen sind die Assistellen und wirken nur als
Durchgangsstation, auch allerdings, weil dort nicht gut bezahlt wird.

Mithin haben wir dieselbe Situation, wie an den Gymnasien (s.o.), wo
die meisten ja auch aufgrund der Besseren Ausbildung anfangen (wollen)
und beileibe nicht alle nach dem Abi in ein Studium drängen, obwohl ja
das Abi die Studierfähgikeit erzeugen soll, während die Realschule
definitionsgemäss die berufsorientiere Schulbildung darstellen soll.
Viele Chefs stellen halt lieber einen Abiturienten ein, weil sie dort
mehr Potential vermuten, auch wenn der Job selber gar keine
Studierbefähigung oder grossartiges, theoretisches Denkvermögen
erfordert.

Dies war ja auch überwiegend die Haltung im Bezug auf Uni<->FH, nur
diese Haltung scheint sich gedreht zu haben. Dies allerdings IMHO nicht
etwa aufgrund gesunkener Anforderungen im ING-Beruf, sondern aufgrund
der Billigheimereinstellung mancher Personaler, wie ich oben beschrieb.
Wieso also sollten gute Leute, noch eine maximale Qualifikation an einer
Uni anstreben ?

Oder warum soll man als praktisch orientierter, kreativer Bastler
überhaupt noch studieren, um seiner Kreativität und praktischen
Begabung, das nötige Fundament zu geben, wie es der Kanzler gerade
wieder fordert ?

Diesele Betrachtung lässt sich nämlich auch nach "unten" hin
fortsetzen: Dort wo in früheren Tagen immer zumindest ein FH-Mann
eingestellt wurde, wird heute oft auch ein Techniker "mit
vergleichbarer Qualifikation" gesucht, wie es wörtlich heisst, was
vollkommener Blödsinn ist, da der Techniker durch all seine eventuelle
Berufserfahrung nicht das Theoriewissen haben kann, und die Theorie ja
etwas völlig anders ist, als die praktische Berufserfahrung. (???)  -
Auch hier sind es aber sich er nicht die gesunkenen Anforderungen in
diesem koordinierenden Job, sondern die Firmen wollen (müssen ?)
sparen. Hast du aber erstmal einen von der Sorte in der leitenden
Postion, dann kriegst Du für "unten drunter" kaum noch einen Ing
(gleich welcher Art), da die INGs recht rasch merken, was der Mann über
ihnen drauf hat. Ich könnte da nun ein ganz konkretes Beispiel einer
Firma mit weltweit sehr bekanntem Namen nennen, wo der Bereichsleiter
Entwicklung nur per Zufall und aufgrund von Umstrukturierungen in die
Position gekommen ist, und die dort regelmässig eingestellten
Ingeneieure so rasch wechseln, wie das abendliche Fernsehprogramm auf
RTL. Daß natürlich auch jemand ohne Studidum über technische und
koordinative Kompetenz verfügen kann, eine Entwicklungsabteilung zu
leiten, will ich nicht bestreiten- nur vorgefunden habe ich es noch
nicht.

Ich muss aber auch ausdrücklich den Schreiber ganz oben bestätigen, der
ausführt, daß der Titel allein nichts bringt. Besonders die Haltung
einiger Firmen, für repräsentive Funktionen wie Abteilungsleitung nur
Leute mit Promotion einszusetzen, steht praktischen Überlegungen
entgegben: Hat der Uni-Ing gegenüber dem FH-Ing ein durchaus breitere
Ausbildung, so setzt die Promo lediglich noch eine schmale
Spezialbefähiung obendrauf. Das prädestiniert bzw qualifiziert IMHO in
keinster Weise für eine horizontale, praxisorientierten
Führungsposition, da die Promotionen ja in der Tat weitgehend
theorielastig sind und von praktischen, industriellen Kompetenzen eher
wegleiten. Die Abteilungsvorsteher, die man dort bisweilen vorfindet,
sind denn auch nicht unbedingt das, was man als "Optimalbesetzung"
einstufen könnte und für diesen Fall, habe ich im Ggs zum Absatz oben,
zahlose Beispiele in meinem Berufsleben vorgefunden.

Quintessenz: Entweder machst Du nur FH oder dann lieber gleich
Promotion. Oder wie ?

Meine Grundhaltung zu dem Thema - auch zu dem immer wieder
vorzufindenen, nicht ausrottbaren und häufig zitierten Scheingegensatz
von Theorie und Praxis:

Das, was man in der Schule und Studium lernt, ist nichts anders, als
die geballte, wohl sortierte und didaktisch aufbereitete Erfahrung
früherer Generationen, die in kleinsten Schritten des Probierens und
Fehlersuchens komplexe technische und mathematische Arbeitsweisen
entwickelt haben, um voranzu kommen oder schwierige Sachverhalte
beschreib- oder berechenbar zu machen!  Ob man das nun Theorie nennt,
oder mit einem anderen Begriff belegt ist vollkommen Banane! Eine
möglichst umfangreiche, breite Ausbildung, ist für eine qualifiziert
arbeitende Person unverzichtbar !

Die Unterscheidung Theorie gegen Praxis, sowie die angebliche größere
Praxisnähe der FH gegen die Uni einerseits bzw. der Realschule
gegenüber dem Abi anderseits, sind an den Realität und Notwendigkeit
vollkommen vorbeigehende und irreführende Sichtweisen, die den Blick
auf die Tatsache verstellen, daß das eine schlicht MEHR ist und war,
als das andere. Ich bleibe dabei: Der Versuch, eine submaximale
Ausbildung durch Beiziehung einer angblich vorhandenen relativ besseren
Praxisnähe schönreden zu wollen, ist nichts anderes, als
Zweitklassigkeit zu begründen oder Sparmassnahmen zu kaschieren. Wohin
die Vorhensweise führt, habe ich im ersten Beitrag schon verdeutlicht.

P.S. in meinen Abiturleistungskurs Physik gab es jemanden, der wie ich
in Mathe und Physik zu den Besten gehörte, vorwiegend Einsen hatte und
am Ende sogar mit einem besseren Abidurchschnitt abschloss, als ich.
Der war durchaus ein Realist und Praktiker, hat sich aber genau wegen
der Situation für ein "trockenes" Jurastudium entschieden.

Autor: Killroy (Gast)
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>Die Unterscheidung Theorie gegen Praxis ... FH / Uni
>ist eine an den Realität ... vollkommen irreführende Sichtweise

Sehr richtig. Ich studiere selber an einer FH und muss sagen, daß ich
nicht den Eindruck habe, daß hier an der Theorie gespart wird.
Genaugenommen ist alles, was man dort täglich vorgesetzt bekommt, ja
nur theoretischer Lehrstoff, der mit Praxis nicht viel zu tun hat, egal
wo Du bist.

Bei der Wahl, die viele Studenten treffen, muss aber auch mal
beerücksichtigt werden, daß es nicht überall ein Uni gibt und nicht für
jeden kommt ein Umzug in Frage. Ich habe die FH sozusagen vor der
Haustüre und da liegt es nahe, einen FH-Studiengang zu machen. Wenn
eine Uni in der Nähe wäre, würde ich auf die Uni gegangen sein. Ein Abi
habe ich nämlich auch, wenn auch kein überragendes. Es stimmt aber
schon, daß das die Ausnahme ist (so 20 würde ich mal sagen). schon

Autor: Jörn Bögeholz (Gast)
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@killroy:
An welcher FH studierst Du, in welchem Semester?

Gruß
Jörn

Autor: Killroy (Gast)
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FH-Giessen-Friedberg, Elektrotechnik 3. Semester.

Autor: Tobias (Gast)
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Hallo,

ich schaue mir das ganze jetzt schon ein paar Tage an. Also ich habe
auch Abitur und studiere an einer FH, abre nur, weil in meinem
Heimatort eine FH ist, die zu DDR-Zeiten schon eine Ingenieursschule
war und seit ca. 100 Jahren Erfahrung mit Ing.-ausbildung hat.
Wenn ich nach mienem FH Studium noch die Chance habe meinen Uni
Abschluß nachzuholen mache ich es, bzw. zu Promovieren.

Ich studiere Elektro- und Informationstechnik mit dem Schwerpunkt
Mikroelektronik an der FH Schmalkalden und bin im sechsten Semester und
froh zu wissen, daß ich in einem Jahr erst mal fertig bin mit studieren.

Autor: ape (Gast)
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Hallo,
Ich studiere Wirtschaftsingenieurwesen an der TU Berlin. Für diejenigen
die damit nichts anfangen können: Es ist eine Kombination aus einem
vollwertigen Ing Studium (in meinem Falle Informations- und
Kommunikationstechnik) und einem leicht abgespeckten BWL Studium.

Mir persönlich fallen die BWL Fächer wesentlich schwerer als z.B.
Analysis (obwohl der stoff dort sehr Anspruchsvoll ist), wie oben schon
erwähnt wurde fällt manchem halt das auswendiglernen leichter (da gehöre
ich definitiv nicht dazu), andere kommen besser mit
naturwissenschaftlichen Fächern klar.

Und wenn hier jemand über die BWLer herzieht und von ihren fabelhaften
Jobaussichten schwärmt, sollte er doch bedenken das ein fertig
studierter BWLer wesentlich schlechtere Aussichten auf eine Stelle hat.
Ich hab leider keine Zahlen. Fakt ist aber das sich viele BWLer nach dem
Studium erst duch unzählige, meist völlig unterbezahlte Praktika quählen
müssen, die aber dennoch ihr volles Wissen erfordern.

Da haben es die Ings schon noch um einiges besser.

Autor: Tobias (Gast)
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Hallo,

bei uns hier an der FH gibt es auch das Fach WIW, aber mit dem Begriff
Vollwertiges Ing-Studium wäre ich vorsichtig,
Die bei uns machen eine Mischung aus Maschinenbau und e-technik, machen
aber nihts davon richtig.

Autor: ape (Gast)
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Naja bei uns an der TU gibs da etliche verschiedene Fachrichtungen, die
man machen kann: IuK, ET, Maschinenwesen, Verkehrswesen und Chemie,
wenn ich jetzt keine vergessen hab. Der Stoff ist in den meisten Fällen
wirklich annähernd identisch mit den jeweiligen rein technischen
Studiengängen. Im Hauptstudium besucht man dann in aller Regel auch die
gleichen Veranstaltungen wie die "normalen" Ings.

Es gibt aber in der Tat recht große Unterschiede bei diesem Studiengang
bei den verschiedenen Unis und FHs.

Aber das ist ja auch gar nicht Thema des Threads :)

Autor: Tobias (Gast)
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Was mich aber wirklich mal interessieren würde ist, daß alle Welt
behauptet Maschinenbau- und Elektroingenieure haben überhaupt keine
Probleme einen Job nach dem Studium zu finden. Meine Frage, stimmt das
wirklich und werden diese Jobs auch angemessen bezahlt?

Autor: Patrick (Gast)
Datum:

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Tobias,
Weder ein E-Technik noch ein MaschBau Studium geben eine Job-Garantie.
Gerade in der Momentanen wirtschaftlichen Situation stellen (leider)
viele große Firmen sehr zurückhaltend ein oder greifen auf alternativen
in Ost-Europa oder Asien zurück

Autor: Silvio (Gast)
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Ich habe vor gut 2 Jahren ein FH-Diplom in Elektrotechnik gemacht und 2
Monate VOR Abschluss schon einen Job: 40 TDE rund.

Autor: pripri (Gast)
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;-)

Autor: geändert ^__- (Gast)
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hallo,
interessant, kann vieles nur bestätigen was ihr schreibt!

bei mir war es so, daß ich nach meiner diplomarbeit nicht übernommen
wurde, was solls, kein grund um traurig zu sein :). meiner meinung
nach, weil ich als ing. zu teuer wurde für den betrieb. die gestellte
aufgabe war an diesem punkt so weit gelöst, daß es schon einen
nutzbaren gewinn abwarf. das war natürlich noch nicht das optimum aber
das problem konnte von der geschäftsleitung von höchster priorität erst
mal herabgestuft werden. damit war eine weiterbeschäftigung für mich
gestorben. wenn es wieder aktuell wird kann man ja wieder nen studenten
holen, gibt ja genug davon ;). wen interessiert das der nach 6 monaten
verschwindet und mit ihm der großteil des wissens das er in dieser zeit
erworben hat?

nur da wo es brennt wird geld ausgegeben. wenn der kunde klingelt und
sagt: "was, das könnt ihr nicht, die konkurenz kann es aber", dann
wacht das managment auf und verspricht das blauen vom himmel herauf und
herunter. dann bewegt sich was, es gibt nämlich richtig druck auf die
entwickler die eh schon am limit arbeiten. das ist meine erfahrung auch
aus meiner früheren tätigkeit als werkstudent in einer anderen firma.
die entwicklungsabteilung ist für ein unternehmen zu aller erst  ein
kostenverursacher. es bringt nichts zählbares ein besser als
ausreichend zu sein. wenn man das entwicklungsziel auch nur mit hängen
und würgen erreicht genügt es. kosten die später eingespart werden
können bei guter projektführung, systematischer weiterentwicklung ja
überhaupt einer vernünftigen dokumentation des erreichten interessieren
niemand, da fehlt jeglicher anflug von weitsicht. das ist das was
fahrlehrer gerne mit vorauschauendem fahren bezeichnen g.

ich erinnere mich an eine diskusion zwischen entwickler und
abteilungsleiter die 10 minuten nur darum ging einen zeitpunkt
festzulegen wann diese entwicklung abgeschlossen sein würde.
kernaussage entwickler: "kann ich beim besten willen nicht sagen",
standpunkt bwl-er:"ich brauch die angabe in dem exel sheet weils gut
aussieht"... letztlich einigten sie sich auf einen termin für die
terminzusage. wem hat diese angabe jetzt was gebracht, zumal sie nicht
einzuhalten sein wird? meeting, meeting, meeting und damit die
entwickler auch effektiv arbeiten wird ihnen noch auferlegt ihre arbeit
minutengenau nachzuweisen. vertrauen ist gut aber..., ist ja nicht ganz
billig sich ingenieure zu halten. da muß man die geschäftsleitung schon
verstehn, nicht g?

diese meinung bildete sich durch die arbeit in mittelständischen
unternehmen, möglich das großfirmen das anders handhaben. bei meiner
arbeitssuche werde ich mich jedenfalls mich nicht auf die großen
alleine konzentrieren, ich denk man muß alles nehmen, gerade als
anfänger. ich hab mal angefangen zu studieren weil mir
schaltungsentwicklung spaß gemacht hat. im moment könnt ich mich dafür
selber blutig treten. spinnerei was zum beruf machen zu wollen was spaß
macht... ausichtslos find ich es für mich persönlich durchaus nicht aber
es nervt. nehme ich in die kalkulation auf wie ich die letzten jahre
gelebt hab, immer am rande des leeren gedbeutels trotz manchmal 2 jobs
gleichzeitig kann ich nur sagen als bäcker wäre es mir wohl besser
gegangen.

gute nacht

Autor: chrissy (Gast)
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Jo, richtig. Finanziell lohnt das überhaupt nicht in meinen Augen als
Entwickler tätig zu sein.
Ich hab Uni Diplom, rund 44 kEuro (original IG Metall) nach zwei
Gehaltserhöhungen, keine zusätzlichen Leckerchen, nicht mal bezahlte
Überstunden. Ich frag mich persönlich was das für Ingenieure sind, die
die dicke Kohle verdienen. Alles Vertrieb in den ganz großen
Unternehmen??? Ist eigentlich so gesehen nicht wenig, aber was sind 100
Euro mehr auf dem Tacho, wenn Bekannte mit Lehre das schon zig Jahre
bekommen. Und Eigenheim, oder ein etwas besseres Auto... naja. Nee
finanziell echt nicht attraktiv. Aber vielleicht Spaß? Überzeugung?
Anerkennung?

Die Durchleutung/Überwachung der Leute im (mittelständischen)
Unternehmen kann ich bestätigen. Hier scheint die Geschäftsleitung
irgendwie auch latent paranoid zu sein und zu glauben wir wollten
unsere Stunden prellen. Kürzlich 40h offiziell eingeführt. Vielleicht
denken die, die blöden Angestellten würden jetzt rebellieren. Zudem ist
da noch eventuell der Gedanke: aha! jetzt knechten die 15% mehr, heißt
15% schnellere Entwicklung und Profit für Verkäufer im Vergleich zu
früher. Die Mehrarbeit früher wird dabei ignoriert oder vergessen.
Vielleicht auch weil ein Teil derer durch prima Kernarbeitszeiten gar
nicht registriert wurde... Wie gesagt, was eine Überstunde im Sinne von
finanziellem Ausgleich ist, hab ich auch nur mal gehört.

Mit Vertrieb etc. ärgern gehört dazu. Gut ist nicht so schlimm, so geht
es allen.
Als muss ich leider gestehen, bei der Arbeit so wie momentan ist es
ganz schön schwierig, sich zu motivieren. Fachlich irgendwie eingeengt,
nicht entfaltbar.

Die Fertigstellung des Produktes ist schon hier in kleineren
Unternehmen das Ziel. Nix vom familiär angehauchten Flair im vergleich
zu den dicken Brummern der Industrie. Genau die selbe Skepsis von der
Geschäftsleitung, das Drama zwischen den Abteilungen, prima
Kaufleute,... Der (für Ingenieure) indeelle Motivation, der innere
Antrieb wird ausgebremst. Ich hatte mir, als ich mich dazu entschied
auch eher gedacht, man würde im Gegensatz zur Großindustrie eher in
einer größeren Bandbreite tätig sein. Von daher bin ich fachlich ein
wenig enttäuscht.

Ich motiviere mich z.Zt. noch weil mich Fortschritte auf der Arbeit
noch genauso freuen, wie zu Hause, wenn man was bastelt. Auch wenn die
Würdigung seitens übergeordneter Herren abhanden kommt und ich merke,
immer weniger Lust zu haben, überhaupt zu Haus zu basteln.

Also Tassen hoch, Leute. Nicht durch andere runterziehen lassen.
Solange die durch ihr Wirken die Firma nicht an die Wand fahren, sollen
sie uns halt nerven und wegen mir dicker Kohle abräumen. Hauptsache ich
kann was entwickeln, sehe was ich erreicht hab und habe so viel
Abwechslung, daß das Wissen wächst.

Pah! Entwickler muss man aus Überzeugung sein und wenns sein muss, muss
man sich auch mal dazu zwingen das so zu sehen.

Autor: Wolfgang Kemper (Gast)
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Hi Leute,
scheine ja eher ein Opa zu sein.
Nur um euch zu zeigen das man als ehrlicher deutscher Ingenieur nicht
unbedingt ausgebeutet werden muss.
10 Jahre im Job
Keine Personalverantwortung, nur Sachkompetenz, sog techn. Management
Ich sitze genauso viel im Buero wie ich den Loetkolben im Labor
schwinge.

Jahresgehalt 130 kEuro + Stock options + jaehlich Patentansprueche

Ich schreib das nicht um zu Protzen, sondern um zu zeigen das man auch
als "Techniker" Kariere machen kann.
Waehre ich ins Personal Management gegeangen wuerde zwar mehr Kohle
rueberkommen aber mir reicht was ich habe und bin gluecklich mit der
Arbeit.

PS: Ich bin FH Ingenieur und sehr stolz darauf, musste mir manches mal
von TU's, Dipl Phys. oder Dr. xy abfaellige Kommentare ueber die
"Realschul" Ingenieure mit dem zweiten Bildungsweg gefallen lassen.

Autor: Weihnachtsmann (Gast)
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Hallo

Ich muss auch sagen als Entwickler zu arbeiten macht immer weniger
Spass. Die Verantwortung steigt ständig, der Stress ist im Moment kaum
noch zumutbar. Alles muss man zu jedem Zeitpunkt wissen und gleich aus
dem Ärmen schütteln können.

Wenn der Lohn stimmen würde könnte man so was noch verschmerzen aber
so?

Mein Ex-Chef meinte auch ein Techniker/ Ingenieur macht den Job weil es
ihm Freunde mach und nicht zum Geldverdienen.

Ich frage mich im Moment wer noch aus Freude arbeitet ?

Dann sehe ich so ein paar Leute in der Firma mit einer normalen
kaufmännischen Ausbildung die totale Nullen sind die steigen auf ohne
wirklich was zu leisten auf. Verdienen besser, schieben ständig die
Verantwortung ab, und verbocken noch alles.

Aus heutiger Sicht sehe ich die Zunkft eher in: Jura, Steuer und
Finanz-Spezialist, vor allem was sich spezifisch an ein Land bindet.
Technik ist leider Grenzübergreifend.


@Wolfgang Kemper
Ich mag dir deinen Job gönnen. Auch heute gibt es noch solche Jobs
leider hatte ich noch nie die Gelegeheit so einen zu ergattern.


Gruss

Weihnachtsmann

Autor: Tobias (Gast)
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Hallo,

also wenn jeder jetzt nur noch steuer, jura, oder ähnliches macht und
keiner mehr etwas technisches, dann werden wir in eine paare Jahren
wieder im Mittelalter sein, weil keiner sich mit der Technik, an die
wir uns so sehr gewöhnt haben umgehen könnte, Handys z.B. sind
mittlerweile etwas ganz natürliches, oder einen PC zu haben oder lauetr
andere alltaegliche Dinge, Ingenieure und Techniker werden immer
gebraucht.

Autor: Weihnachtsmann (Gast)
Datum:

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Hallo Tobias

Das hast du zu einem gewissen Teil recht.
Nur was hilft es mir wenn ich damit zufrieden bin.

Hergestellt und Entwickelt wird in Zukunft nur noch in China oder
Indien usw. Was mir in keiner Weise weiter hilft.

Zu der Aussage "alltaegliche Dinge, Ingenieure und Techniker werden
immer gebaucht" Stimmt zwar aber unter welchen Bedingungen. WC-Putzer,
Hilfwarbeiter usw. werden auch immer gebraucht.

Autor: Duesentrieb (Gast)
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Hallo

Zunächst einmal congrats zu den realistischen Beiträgen.
Mit ein wenig Erfahrung sollte jeder Ing lernen einzuschätzen, wie
Vorstellungsgespräche laufen können, was auf ihn zukommen kann. Wie
kommt man aber bei totalem Frust wieder aus der Situation heraus ?
Nach fast 20 Jahren Auf- und Abstieg in der E-Technik- und
Entwicklerszene im Mittelstand und bei einem Grosskonzern ist mir der
Absprung auf eine FH- Dozentenstelle gelungen.
Ich bin 43 J , hatte nach der FH- Ausbildung nebenberuflich an der Uni
studiert und promoviert und resümiere rückblickend :

Neben der allgemeinen Deindustrialisierung und dem weiterlaufenden
Personalabbau ( unabhängig vom Alter, abhängig höchstens von den
aktuellen Personalkosten ) werden die klassischen Ingjobs instabiler,
kurzlebiger, unberechenbarer, einfach weniger. Auch wenn angeblich
zwischen 500.000 und 1 Million Ings “händeringend“ im Bereich “ 50 bis
150.000 Euro eingekauft“ werden sollen. Und das, obwohl immer weniger
Unternehmen nach Tarif bezahlen wollen - der unter diesen hohen Zahlen
liegt -  und günstigere kurzfristige Leiharbeitsmodelle bevorzugen.

Sind Stellenanzeigen mal keine dummies, möge sich jeder sein eigenes
Urteil zu diesen Zahlen bilden. Merkwürdig ist, dass nie konkret gesagt
wird, welche Unternehmen wie viele Ings zu welchen Preis suchen und dann
tatsächlich einstellen. Da in den letzten Jahren ( meist zur CeBit oder
Hannovermesse ) auch schon immer bis zu 500.000 gesucht wurden,
gleichzeitig aber viele Konzerne und Mittelständler schrumpfen, ist
anzunehmen, dass bedauerlicherweise keine geeigneten Bewerber aquiriert
werden konnten.
Oder diese Bewerber brachten nicht die geforderten
Qualifikationsprofile mit, sind als promovierte und nach Schliessung
entlassene Entwicklungsleiter“ überqualifiziert und zu teuer “, oder
bereits mit 39 Jahren “ zu alt “ bzw. nicht mehr verheizbar ( zumindest
aus Sicht einiger hochqualifizierter Entscheider ).

Leider gibt es hier wie in den USA kaum noch langfristige Ziel-,
Unternehmens- und Personalplanungen. Auf den Weltmärkten tauchen
plötzlich wesentlich günstigere Wettbewerber mit gleichen
Dienstleistungen, Produkten und Innovationen auf. Man lagert aus, kauft
Firmen zu und stellt dann kurzfristig auf Vertrieb um. Leute, die
jahrelang sechstellige Eurobeträge verdienten, sich in trügerischer
Sicherheit wähnten, irgendwelche Chefrollen adaptierten, oder selber
als Entwicklungsleiter “ händeringend “ Ings suchten werden über Nacht
gekillt. Und stehen unvermittelt vor einem schwierigen, engen
Arbeitsmarkt, der keine downward mobility, der überwiegend junge
preiswerte Leistungscracks, wenn überhaupt, als systemkonform
akzeptiert.

Seit Anfang der neunziger Jahre beobachten wir diese sich
verschärfenden Entwicklungen Richtung Chaos, Orientierungslosigkeit,
Jobmangel und Gehaltsabsenkung, auch wenn der eine oder andere immer
noch in einen 150.000 Euro Job ohne besondere Leistungen kommt.

Hilfe zum Ausstieg in eine Nische, z.B. in Richtung FH- Dozent :
Er sollte konzeptionell langfristig versucht werden. Wichtig zum Erfolg
sind eine frühe gute Promotion, langjährige Tätigkeit in Entwicklung,
Projektentwicklung oder Beratung bei grösseren Unternehmen, parallel
Veröffentlichungen und Beiträge auf wissenschaftl. Seminaren sowie
hochschuldidaktische Qualifizierungen.
Man sollte wissen: An Hochschulen ( Unis ) sind die Läden dicht, kaum
noch Vakanzen, kaum Berufungen, selbst die Habilitierten laufen ab dem
40 Lebensjahr leer.
An den FHs ist es ebenfalls seit 2002 wg. der Haushaltslagen ziemlich
schwierig. Nur ein Teil der ausgeschriebenen Stellen, und das sind
recht wenig mit 80- über 200 Bewerbungen pro Offerte, wird nach 1 bis 3
Jahren tatsächlich besetzt. Aber ist man erstmal als Beamter oder
Angestellter drin, kommt man mit bescheidenen jährlichen 50-60.000
Brutto mittags ausgeruht nach Hause, hat mal ein paar Klausuren, dafür
3 Monate im Jahr frei, kurzum das Leben ist wieder lebenswert. Das ist
eine Perspektive, die man langfristig schätzt.

Autor: Wolfgang Kemper (Gast)
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@Duesentrieb,
zum Glueck gibt es noch andere Gemueter. Ich atte das (aus meiner
Sicht) zweifelhafte Vergnuegen im letzten Jahr 6 Monate auf einer
STelle zu sitzen die Deinem Lebenstraum entspricht. Bischen Papierkram
der sich bis 10 Uhr erledigt hatte und dann warten auf Feierabend. Ne
ehrlich das hat mich absolut angekotzt. Auch die Aussicht das ich nach
dem Fruehen feierabend mich meinen Hobbies wittmen konnte hat mich
nicht davon abbringen koennen das mir nach einen halben Jahr der Kragen
geplatzt ist. Ich habe bisher fuer Deutsche Amerikaner und Schweizer
gearbeitet, immer im entsprechendem Land, und muss sagen das ueberall
gleich "hart" gearbeitet wird.  Mir liegt das und ich bin auch fro
darueber. Um ehrlich zu sein hatte ich schon mal die Moeglichkeit vor
einigen Jahren an eine FH zu gehen aber ich hatte nicht das gefuehl das
es mir liegen wuerde. Sorry Duesentrieb aber wenn ich mal kein Blatt vor
den Mund nehme, dann muss ich sagen mir grausst es das Du mit Deiner
Einstellung einen Lehrauftrag hast.
Ich kann mich gut an meine Profs erinnern und die mit der "inneren
Kuendigung" waren nicht gerade diejenigen die unser intresse fuer das
FAch geweckt haben.
Nichts fuer ungut aber mit "Haengematten" Einstellung habe ich nichts
am Hut.

Ich mag es ,dass mein Job regelmaessig auf den Pruefstand kommt.
Man kann die Sache auch so sehen: Wenn ich wertvolle Arbeit leiste und
die Firma profitiert wird sie einen Teufel tun und mich entlassen.
Niemand schlachtet die Kuh die er melkt. Klar heisst das jeden Tag auf
neue sich der Herausforderung stellen aber es gibt einem auch jeden Tag
ein gutes Gefuehl.
Ausserdem sollte man auch wissen was man will, Personalfuehrung heisst
das man frueher oder spaeter dem Ingeneur ade sagt. Fachkompetenz
bedeutet das man auf einer anderen Leiter weitersteigt. Die meisten
groesseren Firmen haben diesen dual letter approach. MAn muss nur
seinen Vorgesetzten klarmachen was man will. (Nebenbei sind die immer
froh wenn man die Technische leiter nimmt, da man dann keine Konkurenz
darstellt).
Bei kleineren Firmen muss man auch mal das Maul aufmachen und seine
Leitung offenlegen. Im Zweifelsfall die Stelle wechseln, mit einem
ungekuendigten Job im Ruecken laesst sich prima verhandeln.(Und bitte
nicht bis zum letzten Moment warten, lieber am Peaklevel aussteigen als
in der Talsohle)
Und wenn ich schon mal dabei bin: Etwas flexibilitaet zeigen. Warum
nicht mal fuer fuenf Jahre ins Ausland gehen, deutsche Ingenieure
geniessen immer noch einen sehr guten Ruf.

Sorry der Post is etwas lang geraten, musste mir aber etwas Luft
machen.
@Duesentrieb, jeder nach seiner facon aber uns trennen Welten.

Autor: Ostkind (Gast)
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Hallo.

Ich wollte einfach meine Leidensgeschichte hier beitragen.

Ich habe tiefen Respeckt vor euch, das Ihr euch alle einem Studium
hingegeben habt..

Ich bin grade 20 Jahre und bin eigendlich am Ende. Übrigens wenn jemand
eine Rat für mich hat, wäre ich sehr dankbar.

Ich benutze einen Nick weil Kritik an meinem Arbeitgeber ein
Kündigungsgrund währe.

Ich habe mein Schulweg eigendlich mit bravur bestanden.. Ich bin nach
der Grundschule aufs Gymnasium gegangen in der Hoffnung, nach der
Schule mehr Chancen auf eine Ausbildungsstelle zu haben. Nicht ist..
bis zur 9. Klasse war noch Alles gut, und dann kam irgend ein Politiker
auf die Idee: "Wir könnten ja mal wieder die Abschlussprüfungen
einführen." Ergo: Es blickte keiner mehr durch.. Im deutschen
Schulsystem heute ist keiner mehr in der Lage auch nur ansatzweise das
Wissen das nötig wäre, um eine Vernünftige Prüfung abzulegen, zu
vermitteln.. Die Schüler auf dem Gym bei uns waren komplett
überfordert.. Ich habe es noch grade so gepackt und bin bei den
Abschlussprüfung trotz ewigem selbstudium von einem Durchschnitt von
1,0 auf 2,3 abgerutscht.

Das Abitur in Deutschland.. Das ich ja sozusagen "der gearschte
Jahrgang" bin, hatten wir auch gleich noch ein zentralabbi im
Anschluss. Das heißt, das fehlende Wissen aus den vorhergehenden
Schulen aufhohlen und das im OSTDEUTSCHEN Raum generell miesen
Bildungsneveau aufbessern.. Das bedeutet für die Schüler: 14 Stunden
Unterricht am Tag über 3 Jahre.. Das eigendlich logische Ergebniss war,
das aus meinem Jahrgang nur ca 20% von denen die zu Abbi gegangen sind,
überhaupt bis zur 13. Klassedurchgalten haben und nichtmal 5 % das Abbi
auch geschafft haben. Mir war das von Anfang an klar was da auf uns zu
kommt also bin ich nach der 10. Klasse in die Berufsausbildung
gegangen. da ich in einer Techniker Familie Aufgewachsen bin, habe ich
mich seit frühester kindhet der EDV verpflichtet. Ich habe viele
Referenzen, die ich damals durch Nebenjobs  in der Schulzeit erwarb, an
meine Bewerbungsunterlagen angelegt.. Unter Anderen: Flash Web- Design,
HTML, SQL, und EDV Systeme jeglicher Art.

Alles Schön und Gut.. 100 Bewerbungen ergaben am Ende 5 Lehrstellen zur
Auswahl. (nur Neben bei, Die Telekom hat mich abgelehnt wegen
überqualifikatioen. Auch alle Bewerbung die in die Richtung
Prozessleitelektronik gingen wurden abgelehnt.)
Meine Wahl viel auf den öffentlichen Dienst. Ich habe meine Lehrzeit
also in einer Behörde abgerissen.. IT Systemelekktroniker. Ich sags
euch, und mir kann man das glauben,  Die Bhehörden in D kann mann so
wie sie sind, mit allem was dazu gehört, gepflegt in eien schönen
blauen Müllsack packen und ordnungsgemäß in die Tonne treten.. so einen
stupiden, langweiligen, von Regulierugnswut zerfressenden, von
"Halbtoten" beherrschten, riesigen haufen Scheisse haben glaube ich
die wenigsten in Ihrem Leben gesehen.. Der einzige Paltz wo man
überhaupt etwas lernte, war in der Berufsschule. (Übrigens habe ich an
einem der größten Oberstufenzentren in D gelernt) Auch dort trifft mann
wiedermal auf diese Zombies, dei schon alle längst einene Zettel am
grossen Zeh habe, und sich auf Ihrer lebenslangen Verbeamtug ausruhen.
Son ein Müll.. Die leute haben z. T. vor 30 Jahren INFORMITIK studiert
und wollen den heutigen Generartionen etwas bei bringen??

OK.. Ich die Sachen wieder selbst in die Hand genommen und mir den
Rahmenlehrplan für deisen Beruf bei der IHK besorgt und im kompletten
Selbststudium meine Lehre bestritten.. Neben bei, weil ich solche Lange
Weile auf "Arbeit" hatte, mich noch bei der Cisco Networking Academie
eingeschrieben und 3 Semester Netwerktechnik runtergerissen.  Da diese
Academie im Aussland ist, ist ein Abbi für ein Bechelor Fernstudim
nicht notwendig, dauerrt dann nur länger.. Ich habe meine Lehre mit
Prädikat "GUT" bestanden und wurde ein Jahr befristet auf 34 Stunden
Basis übernommen. Und nun?? Ich Bin Jungfacharbeiter, Langweile mich
den ganzen Tag, Und habe, wenn mein scheiss befristeter Arbeitsvertrag
ausläuft, keine Chance in der Wirschaft weil zu jung und  keine "BE".
( Im übrigen: Ich habe nur eine befristet übernahme bekommen weil ich
micht nicht zur kompletten Marionette machen wollte und mich dem
heraischen System nicht komplett unterwerfen wollte. Im öffentlchen
Dienst wird die Einstellung von Mitarbeitern nicht nach fachlicher
Kompetenz entschieden, sondern eher nach der Fähigkeit, den
Obrigkeiten möglichst Tief in den Arsch zu kriechen, oder man geht
Samtag Abends mit den Obrigkeiten auf Landesebene in die Kneipe und
btrinkt sich sinnlos um dabei möglichst viel Kollegen an den Pranger zu
bringen und sich selbst in das beste Licht zu rücken.)

Was soll ich also tun wenn dann im August 06 mein Arbeitsvertrag
ausläuft??? Das Fernstudium werde ich wohl auch abrechen müssen, weil
es zu Kostenintensiv wird. Zur zeit meiner Lehre konnte ich das noch
als "Weiterbildungsmaßnahme" von Arbeitgeber zahlen lassen. Jetz mit
900€ Netto und ner Wohnung und nem Auto geht das nicht mehr...

Ich denke mal ich habe 4 Möglichkeiten
1. Im Lotto Gewinnen und mich schnellst möglich irgenwo hin wos warm
ist abzusetzen und dort dann ne IT Bude aufmachen
2. Selbständig machen und mich damit in ostdeutschlan mit 70%er
Warscheinlicheit in den Ruin treiben
3. Zu perfekten Speichellecker mutieren und dann bei den Obrigkeiten um
unbefristeten Arbeitsvertrag betteln und für den Rest meines Lebens   in
eine Behörde zu schmohren
4.oder ertsmal, dank neuester Gesetzgebung, bis zum 25. LJ wieder bei
Mutti einziehen und ihr auf der Tasche liegen und dann Hartz 4

(1. wäre mein Favorit)
Ich bin am Ende... Ich komme nicht mehr vorran... ich habe Mitlerweile
100 Bewerbungen Deutschlandweit versand und nichts.. Meine zeit läuft
ab.. Im August ist alles vorbei.

Habt Ihr noch ne Idee??

Hochachtungsvoll
Das Ostkind

Autor: Wolfgang Kemper (Gast)
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Hi Ostkind,
nach dem ich Deine Strory gelehsen hatte musste ich erst mal tief
schlucken.
Zum Einen weil ich es eigendlich nicht wahr haben will das es so etwas
gibt zum anderen weil ich an meine Situation nach dem Studium erinnert
werde.
Ich habe damals auch ca 90 Bewerbungen geschrieben. Zusaetzlich habe
ich etwa 40-50 Firmen angerufen um ueberhaupt mal in erfahrung zu
bringen ob es Stellen gab. Nun zu der Zeit wurde noch nicht mal
eingestellt, der Markt war tot.
Das hat mich dann in den Versuch der Selbstaendigkeit getrieben.
Nur leben konnte man davon nicht, jedenfalls nicht wenn man so bloed
(ehrlich) war sein Gewerbe auch anzumelden.
Selbst die Bundeswehr hat abgewinkt als ich wenigstens zwei Jahre bei
denen "Ueberwintern" wollte.
Leztendlich habe ich mich dann auf alles beworben was mir in die Finger
kam und habe einen Job gefunden fuer den ich alles andere als
qualifiziert war und entsprechend wurde ich bezahlt.
Mir blieben ca 1300 DM (nicht Euro) im Monat und ich hatte ziemlich zu
kaempfen.
Ich gebe zu das ich viel Glueck hatte als ich dann doch, nach einen
Jahr,  die Gelegenheit hatte in meinen Wunschberuf zu wechseln und
meine Karierre in Schwung kam. Wer weiss wie es sonst weiter gegangen
waehre.
Nun lange Rede kurzer Sinn, hast Du schon mal ueber Alternativen
nachgedacht? Plan B?
Du sagst in der freien Wirtschaft waehrest Du zu jung. Meiner Erfahrung
nach kann man gar nicht jung genug sein  um bei startup Firmen fuer ein
schmales Gehalt zu schaffen. Die haben ernormen Kostendruck und sind
eigendlich ganz geil auf junge dynamische Leute die fuer wenig Geld
arbeiten.
Noch ein Tipp, versuchs mal in der Schweiz oder Oesterreich, die haben
Facharbeiter mangel und sind mehr als happy wenn sie jemeanden
einstellen koennen der Deutsch spricht.Als EU Buerger ist die
Arbeitserlaubniss kein Problem (Schweiz:Bilaterale Abkommen)
Ich kenne mich nur in der Halbleiterei aus, dort aber ist auch
entsprechender Bedarf in Irland(wenn es Englischsprachig sein darf)

Mit Deiner gegenwartigen Beschaeftigung weisst Du doch Berufserfahrung
nach. Dein Bachelor Studium wuerde ich an Deiner Stelle ebenfalls gut
Verkaufen, Deine Praktika und Nebenjobs kann man sicherlich auch gut
aufbereiten. Es ist oft nur eine Frage des Darstellens ob Du
Personalchefs davon ueberzeugst das DU ein vielseitig verwendbarer
Angestellter bist oder ein Typ der nicht weiss was er will.

Hier noch was, zugegeben nur aus meiner Erfahrung heraus geboren.
Hast  Du mal nachgefragt warum Dich die Firmen nicht in die Auswahl
genommen haben? Es kann an einer Kleinigkeit, einer Formalie liegen.
Ich habe das auch erst zu spaet begriffen das meine standard Bewerbung
schlicht und ergreifend fehlerhaft war.
Nachdem ich mein Bewerbungsmuster geaendert habe sind auch die
Bewebungsgespraeche reingekommen.
Als ich das letzte mal eine neue Stelle gesucht habe habe ich fuenf
Bewerbungen geschrieben, fuenfg Einladunegn bekommen und vier
Arbeitsvertraege zu Hause gehabt aus denen ich dann das Beste
raussuchen konnte. Direkt in der grossen Halbleiterkriese 2001 konnte
ich bei vier Bewerbungen noch zwischen zwei Angeboten entscheiden.

Na was gemerkt? 100 Bewerbungen und noch nicht mal eine Einladung zum
Bewerbungsgespraech, vier bis fuenf Bewerbungen und mindestens 50%
Trefferquote.
Das gelingt nur wenn man weiss wie man sich verkauft und um das zu
wissen braucht man Feedback von den 100 Nieten.(Vergiss den Quatsch der
Dir vom Arbeitsamt oder deinen Lehrern ueber Bewerbungen erzahlt wird,
die haben noch nie eine Bewerbung schreiben muessen)
Und noch was zum Schluss, bevor und nachdem ich eine Bewerbung
geschickt habe, habe ich den persoenlichen Kontakt gesucht.
Sprich, einfach mal nachfragen wie die Lage steht. Meine erste Stelle
in der Halbleiterei habe ich nur bekommen weil ich der einzige war der
Nachgefragt hat wie es um seine Bewerbung steht. (Kommunikation und
Initative)

Ich hoffe ich kann Dir damit helfen.
Ich bin halt hoffnungsloser Optimist und sehe ueberall changen, das
heisst nicht das ich nicht auch begreife das es Situationen gibt in
denen man tief in der Schei... sitzt. Dann muss schnellstens Plan B her
(OK da ist mein Optimissmuss wieder)

Ich drueck Dir die Daumen.
PS: Falls Du mehr wissen willst bist melde Dich doch mal bei mir:
van_alysten@yahoo.de

Autor: tadaeus (Gast)
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OStkind, Du bist doch noch jung - ich würd' Dir raten ein Studium
anzufangen. Ich hab auch erst mit 22 angefangen. Versuch Deine Mutti zu
überzeugen, Dir das zu finanzieren oder bemüh Dich um ein Stipendium. Um
ohne Abi an einer FH anfangen zu können, brauchst Du meist ein
Praktikum, aber Deine IT-spezifischen Berufserfahrungen kannst Du
garantiert anrechnen lassen. Such Dir ne FH mit gutem Ruf, und dann
studier am besten Wirtschaftsinformatik. Lern jede Menge Englisch
nebenbei, zieh Dir nen Anzug und ne Krawatte an, und dann gehst in die
Unternehmensberatung oder in die Industrie; so kannst Du sogar heute
noch ganz nett verdienen.

Das mit der Selbstständigkeit sehe ich als viiieeel riskanter; da musst
Du beten dass es klappt sonst bist Du am Ende ganz schnell total am
Arsch. Und wenn Du keine guten Nerven hast schlägt das schnell aufs
Gemüt, wenns ne Zeitlang nicht anlaufen will. Mit einem FH-Studium
kommst Du mit Deinen Vorkenntnissen schnell durch und bist danach gut
qualifiziert.

Für Unternehmensberatung und Wirtschaft sind heute gute BWL- und
Englischkenntnisse überall von größtem Vorteil; das solltest Du
berücksichtigen! Deine CISO-Vorkenntnisse kannst Du noch ausbauen
(Wahlpflichtfächer Netzwerktechnik) - das hat Zukunft; vernetzt wird
immer mehr, mit immer mehr Techniken und Protokollen; alles wird
komplizierter und undurchschaubarer, und ausserdem alles sehr
wartungs-intensiv; da kann man sich als Ingenieur gut unverzichbar
machen. Noch gute Kenntnisse im Bereich IT-Sicherheit & Kryptographie
dazu, und Du kannst ne gute Stelle in ner Unternehmensberatung oder
internen Sicherheit eines Konzerns ergattern.

Autor: tadaeus (Gast)
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Nachtrag: Es geht auch immer darum, sich gut zu V E R K A U F E N.
Das ist das A und O. Man kann seinen Lebenslauf so hinbiegen dass er
besser aussieht als er ist. In Deinem Fall sollte das sogar nicht
schwer sein.

Bei mir war das viel dramatischer; ich hab nach'm Zivildienst erstmal
nen halbes Jahr rumgegammelt, dann nen halbes Jahr in NewYork Partys
unsicher gemacht (zum Glück tagsüber auf 'ner Sprachschule gewesen -
das macht sich heute bezahlt!), dann Anglistik+Kunst studiert (auf'm
Lebenslauf steht heute natürlich nur noch: Studium Anglistik :)))),
dann mit 21 endlich an der FH angefangen Informatik zu studieren. Aber
ich schaffs ganz gut mich zu verkaufen, hab mich im Studium bemüht und
gute Noten ergattert; so hab ich noch die Kurve gekratzt bekommen.
Solltest Du auch schaffen können.

Autor: Jan (Gast)
Datum:

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Hallo Ostkind,

ja, frag nach und ändere Deine Anschreiben und Lebensläufe!!! Ich bin
zwar als Wirtschaftsingenieur eher in der BWL Schiene drin, aber ich
habe die ähnliche Bewerbungserfahrung gemacht: Ein Jahr parallel zum
Studium 15 Bewerbungen, keine Einladung, dann konsequentes verbessern,
nachfragen, Fehler auslesen, Lebensläufe von anderen Leuten anschauen,
usw. => 10 Bewerbungen für TOP 20 Unternehmensberatungen => 5
Einladungen zu Interviews ;-)
Und vergiss bitte fast ALLE Bewerbungsratgeber, die es gibt... Bau Dir
einen schön und aussagekräftigen Lebenslauf und legt los...

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