Moin,
Also ich erklär dir das mal Schritt für Schritt wie ich das mache.
Beispiel:
Es ist ein diskretes System 2ter Ordnung gegeben:
sys_d=tf([0.0004967 0.0004934],[1 -1.98 0.9802],0.01)
mit der Abstastzeit Ts = 0.01s.
Nun gehe ich in die GUI von Matlab´s SISOTOOL (einfach "sisotool" in das
Command Window eingeben). Dort schaue ich mir erstmal lediglich den
diskreten Root Locus an und legen dort z.B. zwei reele Pole rein. Zur
Überprüfung des Verhaltens schaue ich mir über 'Analysis->Response to
Step Command' die zu den Polen gehörige Sprungantwort an und änder die
Pole soweit ab, bis die Sprungantwort das gewünschte Verhalten aufweist.
Über 'View->Closed-Loop Poles' kann man sich nun die dazugehörigen Pole
des geschlossenen Systems anschauen. Die ganze Arbeit bis jetzt im
SISOTOOL hat erstmal NIX mit der Übertragungsfunktion zu tun die gegeben
ist. Die bestimmt lediglich die Anzahl der zu vergebenen Pole.
Jetzt gehe ich in meinen State-Feedback Regler und übergebe ihm meine
abgelesenen Pole. Dieser Regler soll ja auch nur dafür sorgen, dass am
Ende das "geschlossene", korrigierte System die gewünschten Pole
aufweist. Wie du nun die Pole übergibst, sei es mit 'pzplace', 'place',
'acker' oder auf einem anderen Weg, sei dir überlassen.
Bei dem Beispiel habe ich mich für Pole bei 0.86 und 0.98 entschieden.
Das System weist damit ein PT1 Verhalten auf mit einer Settling Time von
ca. 3s. Das konnte ich ja im SISOTOOL bei der Step Response beobachten.
Dieses PT1-Verhalten hat nun auch mein oben beschriebens System 2ter
Ordnung.
Eine wahrscheinlich auftretende Regeldifferenz musst du dann noch über
einen Vorfilter kompensieren, aber das ist eine andere Geschichte.
Ich hoffe ich hab etwas Licht ins Dunkle gebracht.
Gruß Philipp