Im Normalfall dürfte zwar nicht die Eigenerwärmung aufgrund der
Ruheströme der begrenzende Faktor ist, denn die Eigenerwärmung aufgrund
der externen Beschaltung ist meist sehr viel größer. Aber ansonsten sehe
ich es so wie Ulrich: man kann einen OPV halt in die eine oder in die
andere Richtung optimieren (Genauigkeit, Rauschen, Geschwindigkeit,
...). Aber es ist kaum möglich, ihn in alle Richtung gleichzeitig zu
optimieren und überall Spitzenwerte zu erreichen.
Was deine Anwendung angeht: man will die Schaltung natürlich erst mal
"möglichst gut" bauen. Aber rechne dir wirklich mal aus, wann der OPV
"gut genug" ist. Die Offsetanforderungen sind bei 12 bit und mehreren V
Spannungsbereich nicht sehr hoch. Die Fehler aufgrund der Eingangsströme
des OPV sind bei Widerständen des DAC im Bereich 10kOhm auch
unproblematisch. Eine weitere interessante Größe für die Genauigkeit der
Schaltung ist die Höhe der Spannungsverstärkung. Denn die sinkende
(Schleifen)Verstärkung bei hohen Frequenzen bewirkt, dass der OPV die
Differenzspannung nicht mehr ganz genau ausregelt.
Deine Anforderung an die Einstellzeit ist für viele OPV nicht ganz
einfach zu erfüllen. Aber überleg dir auch hier, wie du letztlich
feststellen wirst, ob die Einstellzeit gut genug ist. Wenn du dir nur
mit dem Oszi die Sprungantwort anschauen willst, dann reicht dir schon
die Einstellzeit bis auf 1% vom Endwert. Das ist eine Größenordnung
anspruchsloser als die Einstellzeit bis auf 0,1% vom Endwert, die bei
vielen OPVs spezifiziert wird.
Was deine Wahl des OPA350 angeht: er dürfte alle bisher genannten
Anforderungen erfüllen. Seine größere Offsetspannung kommt primär daher,
dass er in CMOS-Technologie gebaut wird (bipolare OPVs sind tendenziell
genauer). Aber denke daran, dass du diesen OPV mit nicht viel mehr als
5V versorgen kannst: wenn du gößere Ausgangssignale brauchen solltest,
ist er nicht geeignet.