Hallo Samy,
Mifare ist ganz einfach gesagt die Produkt-Familie, nichts weiter.
Wie du schon erwähnt hast, gibt es neben den Mifare-Classic Karten
(1K/4K), nebenbei auch noch die Ultralight-Karten, die keine
Authentisierung benötigen (glaube bei neuerern Typen, gibt es eine
Ausnahme).
Mifare Plus, kann man sagen, ist der Nachfolger der Classic Karten.
Wenn ich mich nicht täusche gibts die mit mehr Speicher, aber vor allem
bieten sie mehr Sicherheit.
SmartMx-Chips bieten neben der Mifare-Funktionalität auch die
Möglichkeit ein eigenes OS bzw. eigene Firmware darauf zu entwickeln.
Falls du hier mehr Informationen möchtest, solltest du dich direkt an
NXP wenden. Da es sich bei diesen Chips um Hochsicherheits-Chips
handelt, findet man im Internet fast nichts dazu.
Der DESFire selbst gehört auch in die Familie von Mifare, funktioniert
aber anders (anderer Befehlssatz, unterstützt ISO 14443-4 usw.).
Nochmal zusammengefasst => Mifare ist eine Produktfamilie und alle
basieren mind. auf dem Standard ISO 14443-3(A).
Dieser definiert Übertragungsparameter, Frames, Protokoll und so Dinge
wie Kartenaktivierung usw. Was da nicht enthalten ist, sind z.B. die
Mifare Classic Kommandos, denn das ist ein proprietäres Protokoll.
Teil 4 der ISO 14443 definiert dann noch zusätzliche Kommandos ("APDUs")
usw.
Die Verschlüsselungstechniken selbst kann ich dir hier nicht erklären,
das ist etwas zu aufwendig. Du kannst aber nochmal den Wikipedia-Artikel
zu Mifare durchgehen und dir am Ende die verlinkten Dokumente ansehen.
Da ist eines dabei, welches dir das ein bisschen näher erklärt.
NFC gibts auch schon länger, erlangt aber erst jetzt mehr Bekanntheit
weil es in vielen Smartphones eingebaut wird. Der von dir erwähnte PN532
ist ein sogenannter NFC-Controller den man ganz leicht mit eigener
Software ansprechen kann. Neben dem eigentlichen NFC-Standard ist dieser
unter anderem auch kompatibel zu der ISO 14443 (den eigtl. ist NFC nur
ein Überbau der 14443 plus einem weiteren Standard) und damit kannst du
Mifare-Classic, DESFire usw. ansprechen.
Hoffe dir damit zumindest ein bisschen geholfen zu haben.
PS: In der Elektor gab es früher mal einen RFID-Reader zum selber bauen.
Da war sogar eine Ultralight Karte dabei; die Artikel dazu konnte man
damals sogar noch offiziell als PDF runterladen. Vielleicht gibt es die
noch.
lg.
Andreas