Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Filter erster Ordnung (C parallel) bei kleinem Quelleninnenwiderstand


von miko (Gast)


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Hallo,

ich habe eine Frage zu der angehängten Filterschaltung, die aus 
folgendem Skript zu EMV stammt (Seite 13): 
http://www.mikrocontroller.net/attachment/2813/EMV.pdf

Dort verstehe ich folgende Erklärung zu dieser Schaltung nicht: "Das 
einfache Filter 1. Ordnung ist immer dann unwirksam, wenn der 
Quelleninnenwiderstand sehr klein ist." Aus dem Satz deute ich jetzt 
einfach mal: Quelleninnenwiderstand Zq < Last ZL

Wieso ist das so?
Wenn ich ein C wähle, dessen Blindwiderstand |Xc| bei der Störfrequenz 
in etwa der selben Größenordnung (oder kleiner) wie die Impedanz |Zq| 
liegt, wird die Störspannung über der Last doch definitiv kleiner?! Und 
das sogar um so deutlicher, je hochohmiger die Last ist - also alles 
andere als wirkungslos.

Bitte helft mir, wo stehe ich auf dem Schlauch?

Oder bin ich auf dem richtigen Weg, und der Satz müsste um korrekt zu 
sein erweitert werden in: "Das einfache Filter 1. Ordnung ist immer dann 
unwirksam, wenn der Quelleninnenwiderstand sehr klein *im Verhältnis zum 
Blindwiderstand des Kondensators* ist." ??

von Helmut S. (helmuts)


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"Das einfache Filter 1. Ordnung ist immer dann unwirksam, wenn der 
Quelleninnenwiderstand parallel dem Lastwiderstand kleiner als der 
Blindwiderstand des Kondensators* ist."

von Kai K. (klaas)


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>Wieso ist das so?

Diese völlig allgemein gehaltenen Textchen sind reichlich sinnlos und 
ohne geistigen Nährwert. Bei Ausgängen mit sehr kleinen Quellimpedanzen 
kann man in der Regel keine beliebig großen Kapazitäten vom Ausgang nach 
Masse schalten, weil bei analogen Schaltungen der Ausgang dann gerne 
instabil wird und bei digitalen Ausgängen die üblich hohe Slew-Rate 
kräftige Ströme in die Masse fließen läßt und ordentlich "ground bounce" 
erzeugt. In einem solchen Fall muß man die Impedance des Serienglieds 
dann künstlich erhöhen, beispielsweise mit einem Ferriten oder einer 
Drossel. Aber wie gesagt, solch allgemeinen Empfehlungen und Ratschläge 
sind völlig sinnlos. Es kommt immer auf die aktuelle Schaltung an, 
welche konkrete Maßnahme zu wählen ist.

von miko (Gast)


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Vielen Dank Helmut, dann habe ich mit meiner Überlegung ja doch ganz gut 
gelegen.

Danke auch @ Kai. Klar, ein Op-Amp z.B. wird mir in aller Regel einen 
dicken Kondensator am Ausgang übel nehmen, im praktischen Fall gilt es 
sowas natürlich mit zu berücksichtigen.

Ich bin gerade dabei mir ein paar Grundlagen zu EMV klarzumachen, also 
vor allem wie können Störungen einkoppeln, wie wirken sie sich aus und 
welche Gegenmaßnahme macht in welchem Fall Sinn oder ist vielleicht 
sogar völlig kontraproduktiv. Dafür fand ich den Artikel für den Anfang 
eigentlich ganz in Ordnung - falls zufällig aber jemand einen Link zu 
einem guten Artikel parat hat, wäre ich natürlich trotzdem dankbar :)

von Kai K. (klaas)


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