Kondensator über Relaisausgang

Gast #3286989
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Habe hier eine Platine mit Printrelais, die vermutlich
für eine Pumpensteuerung diente (Wilo).
Darauf sind über die offenen Relaiskontakte Kondensatoren
mit ca. 80 pF gesetzt.
Bisher habe ich das in anderen Steurungen noch nicht gesehen.
Welche Vor- und/oder Nachteile hat das, bzw. wann ist das zu
empfehlen und wann nicht?

Gruß
Hans
Gast #3288340
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>Der (Blind-)Stromverbrauch dürfte wohl im Mikrobereich liegen.

Vor allem sollte von man von Phasenprüfern möglichst großen Abstand 
halten.
Damit kann man prima feststellen ob die Hauptsicherung drinnen ist, 
alles andere ist aber mit Vorsicht zu genießen.

Übrigens den gleichen Abstand den auch Mikroprozessoren 5V (--) zu 230V 
halten.
#3289246
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>Habe hier eine Platine mit Printrelais, die vermutlich
>für eine Pumpensteuerung diente (Wilo).
>Darauf sind über die offenen Relaiskontakte Kondensatoren
>mit ca. 80 pF gesetzt.

Netzspannungsvaristoren sieht man ab und zu über die Relaiskontakte 
geschaltet, um den Abschaltfunken zu unterdrücken, wenn eine induktive 
Last abgeschaltet wird. Das hilft die Lebensdauer der Relaiskontakte zu 
verlängern und verringert teilweise ganz extrem die EMI.

Ein S20K275 bringt nur rund 600..700pF Anschlußkapazität mit, was für 
den Einschaltmoment wichtig ist. Ist die Kapazität dann nämlich zu groß, 
fließen wieder zu große Kontaktströme, die die Relaiskontakte wieder 
schädigen können. Mit weniger als 1nF kommen hochgwertige Netztrelais 
aber eigentlich klaglos zurecht.

Der Varistor ist übrigens direkt bei der induktiven Last besser 
aufgehoben, weil damit die Stromschleifenfläche drastisch verkleinert 
wird, was die EMI noch weiter reduziert.

Varistoren heute bitte nur noch mit in Reihe geschalteter 
Temperatursicherung verbauen. Dafür gibt es heute von EPCOS fertige 
Module. Ohne diese Maßnahme kann ein defekter oder alter (!) Varistor in 
Flammen aufgehen.


(EMI = electromagnetic interference)
Gast #3289632
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Danke für die ausführliche Beschreibung.

Da sollte ich mir die Teile doch noch mal genauer vornehmen,
habe jetzt auch eher das Gefühl, daß es Varistoren sind.
Mal sehen, ob aus dem Aufdruck heute noch was zu identifizieren ist,
das Alter dürfte über 20 Jahren sein.

>Ohne diese Maßnahme kann ein defekter oder alter (!) Varistor in
>Flammen aufgehen.

Da war nichts vorgesehen, und wenn es solche sein sollten,
werde ich sie am sichersten wohl ganz auslöten.
Eine Überwachung scheint mir da zu aufwendig für die max. 100 Watt
Motoren, die ich damit steuern will.

Gruß
Hans
#3294068
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>Also die Dinger habe ich jetzt ausgelötet, darauf steht
>250 V
>592-PH
>9235

"592-PH" müßte ein Varistor von Philips sein. Deine gemessenen 72pF 
machen absolut Sinn, wenn es sich um eine kleinere Bauform handelt, 
worauf die "592" schließen läßt.

Hier das Datenblatt eines wohl ähnlichen Typs:

http://www.vishay.com/docs/29081/23815925.pdf

Weglassen würde ich das Teil über den Relaiskontakten aber auf gar 
keinen Fall. Abschaltfunken sind tückisch und können Digitalschaltungen 
völlig lahmlegen.
Gast #3299316
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Danke für die Antworten und Links.

>Weglassen würde ich das Teil über den Relaiskontakten aber ...

Einerseits wollte ich sicher gehen, nachdem Kai von der
Entflammgefahr schrieb, andererseits hatte ich früher schon auch 
Probleme
mit µC-Projekten, die ich mir nicht erklären konnte,
und die ich dann nur mit Hilfe von Optokopplern in Griff bekam.
Wie es sich beim jetzigen Projekt verhält, wird sich zeigen,
bisher mit nur einem angesteuerten Relais scheint es stabil zu sein.

Gruß
Hans

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