Habe hier eine Platine mit Printrelais, die vermutlich
für eine Pumpensteuerung diente (Wilo).
Darauf sind über die offenen Relaiskontakte Kondensatoren
mit ca. 80 pF gesetzt.
Bisher habe ich das in anderen Steurungen noch nicht gesehen.
Welche Vor- und/oder Nachteile hat das, bzw. wann ist das zu
empfehlen und wann nicht?
Gruß
Hans
Danke für die Antwort.
Habe festgestellt, daß dadurch ein Phasenprüfer auch bei offenem
Kontakt anzeigt.
Der (Blind-)Stromverbrauch dürfte wohl im Mikrobereich liegen.
Kann man dies in Verbindung mit µCs grundsätzlich empfehlen,
oder gibt es auch Nachteile?
Gruß
Hans
>Der (Blind-)Stromverbrauch dürfte wohl im Mikrobereich liegen.
Vor allem sollte von man von Phasenprüfern möglichst großen Abstand
halten.
Damit kann man prima feststellen ob die Hauptsicherung drinnen ist,
alles andere ist aber mit Vorsicht zu genießen.
Übrigens den gleichen Abstand den auch Mikroprozessoren 5V (--) zu 230V
halten.
>Übrigens den gleichen Abstand den auch Mikroprozessoren 5V (--) zu 230V
halten.
Hatte da auch schon ein Projekt, wo ich nur durch Optokopller zwischen
µC und Relais klar kam.
Einer meinte mal: "Nur Feiglinge bauen Optokoppler ein."
War vielleicht auch nicht ganz ernst gemeint.
Gruß
Hans
Sag' nichts gegen Optokoppler.
Die haben schon ihre Daseinsberechtigung.
Vor allem in größeren Gebilden kann es vorkommen, dass Masse nicht
gleich Masse ist.
Bei Anlagenübergreifenden Schaltungen habe ich schon
Potentialunterschiede von mehr als 10V erlebt. Da freut sich jeder µP
über den "optischen" Abstand.
>Kondensatoren mit ca. 80 pF>Habe festgestellt, daß dadurch ein Phasenprüfer>auch bei offenem Kontakt anzeigt.
Bei 80 pF ??
Wohl kaum.
Entweder sind es nF oder keine Kondensatoren.
--> Auch einmal den Ohmwert an R-L-C Meßbrücke ermitteln.
Foto des Bauteils?
Gruss
>Habe hier eine Platine mit Printrelais, die vermutlich>für eine Pumpensteuerung diente (Wilo).>Darauf sind über die offenen Relaiskontakte Kondensatoren>mit ca. 80 pF gesetzt.
Netzspannungsvaristoren sieht man ab und zu über die Relaiskontakte
geschaltet, um den Abschaltfunken zu unterdrücken, wenn eine induktive
Last abgeschaltet wird. Das hilft die Lebensdauer der Relaiskontakte zu
verlängern und verringert teilweise ganz extrem die EMI.
Ein S20K275 bringt nur rund 600..700pF Anschlußkapazität mit, was für
den Einschaltmoment wichtig ist. Ist die Kapazität dann nämlich zu groß,
fließen wieder zu große Kontaktströme, die die Relaiskontakte wieder
schädigen können. Mit weniger als 1nF kommen hochgwertige Netztrelais
aber eigentlich klaglos zurecht.
Der Varistor ist übrigens direkt bei der induktiven Last besser
aufgehoben, weil damit die Stromschleifenfläche drastisch verkleinert
wird, was die EMI noch weiter reduziert.
Varistoren heute bitte nur noch mit in Reihe geschalteter
Temperatursicherung verbauen. Dafür gibt es heute von EPCOS fertige
Module. Ohne diese Maßnahme kann ein defekter oder alter (!) Varistor in
Flammen aufgehen.
(EMI = electromagnetic interference)
Danke für die ausführliche Beschreibung.
Da sollte ich mir die Teile doch noch mal genauer vornehmen,
habe jetzt auch eher das Gefühl, daß es Varistoren sind.
Mal sehen, ob aus dem Aufdruck heute noch was zu identifizieren ist,
das Alter dürfte über 20 Jahren sein.
>Ohne diese Maßnahme kann ein defekter oder alter (!) Varistor in>Flammen aufgehen.
Da war nichts vorgesehen, und wenn es solche sein sollten,
werde ich sie am sichersten wohl ganz auslöten.
Eine Überwachung scheint mir da zu aufwendig für die max. 100 Watt
Motoren, die ich damit steuern will.
Gruß
Hans
Also die Dinger habe ich jetzt ausgelötet, darauf steht
250 V
592-PH
9235
Nachdem keinerlei Farad-Angabe zu finden ist, dürften es wohl
Varistoren sein, im alldatasheet.com fand ich dazu nichts.
Gruß
Hans
Hi, ich habe mich grade hier eben ein gelesen und habe hier viellecith
etwas was dir helfen könnte.
Hier kannst du dich vielleicht ein wenig einlesen
http://kondensator.eu/diode/
ich hoffe ich kann dir helfen
Mfg Daniel
>Also die Dinger habe ich jetzt ausgelötet, darauf steht>250 V>592-PH>9235
"592-PH" müßte ein Varistor von Philips sein. Deine gemessenen 72pF
machen absolut Sinn, wenn es sich um eine kleinere Bauform handelt,
worauf die "592" schließen läßt.
Hier das Datenblatt eines wohl ähnlichen Typs:
http://www.vishay.com/docs/29081/23815925.pdf
Weglassen würde ich das Teil über den Relaiskontakten aber auf gar
keinen Fall. Abschaltfunken sind tückisch und können Digitalschaltungen
völlig lahmlegen.
Danke für die Antworten und Links.
>Weglassen würde ich das Teil über den Relaiskontakten aber ...
Einerseits wollte ich sicher gehen, nachdem Kai von der
Entflammgefahr schrieb, andererseits hatte ich früher schon auch
Probleme
mit µC-Projekten, die ich mir nicht erklären konnte,
und die ich dann nur mit Hilfe von Optokopplern in Griff bekam.
Wie es sich beim jetzigen Projekt verhält, wird sich zeigen,
bisher mit nur einem angesteuerten Relais scheint es stabil zu sein.
Gruß
Hans