Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik sicherung trafo


von Sicherungshalter (Gast)


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Kurze Frage:

Habe eine Schaltung mit 2,7 Ampere maximale Stromaufnahme.
Also setze ich nach dem Trafo eine Sicherung mit 2,7A T ein.
Diese schaltet aber erst bei 400% In in einer angemessenen Zeit aus, um 
den Trafo zu schützen.

Sehe ich das richtig dass ich so den Trafo auch mit 400% 
überdimensionieren muss?...

von Kanudi Kasaki (Gast)


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Und warum setzt du dann eine träge Sicherung ein, wenn dir die 
Ansprechcharakteristik zu träge ist?

von Markus (Gast)


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Welchen  Nennstrom hat den der Trafo?

von Ulrich (Gast)


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Bei der Auslegung des Trafos muss man noch den Leistungsfaktor der 
Schaltung berücksichtigen. Das gilt vor allem wenn da als erstes ein 
Gleichrichter und Elko kommen und die 2,7 A der DC Strom sind.

Trafos sind schon recht träge und eine Träge Sicherung ist in der Regel 
schnell genug - je nach Schaltung darf die Sicherung aber auch schneller 
sein. Träge sollte sie ggf. nur vor dem Trafo sein, wegen des 
Einschaltpulses.

von Sicherungshalter (Gast)


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Der Trafo hat eine Leistung von 100VA bei 2x18V am Ausgang, der maximale 
Strom ist somit 2,7A.

Ich korrigiere: Die max. Stromaufnahme der Schaltung sollte ca. 2-2,5A 
sein.

Ok dann probiere ich eine flinke Sicherung, am Trafoausgang hängt ein 
Brückengleichrichter und ein Siebelko von 1800uF, hoffe dass diese beim 
Einschalten nicht anspricht.

...

von Lothar S. (loeti)


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Also 100VA/36V(AC)=2,78A(AC) Du benötigst also zwei 2,8A träge 
Sicherungen vor dem Gleichrichter!

Aber :
2,78A(AC) / 2^1/2 = 1,964A(DC)! D.h. 2,5A Gleichstrom kann das Netzteil 
so nicht liefern.
Du benötigst also mindestens einen 130VA Trafo!

Grüße Löti

von Jens G. (jensig)


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>Also 100VA/36V(AC)=2,78A(AC) Du benötigst also zwei 2,8A träge
>Sicherungen vor dem Gleichrichter!

Sofern er die Mittelanzapfung benutzt ...

von Wiebidde (Gast)


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>2,78A(AC) / 2^1/2 = 1,964A(DC)!

Was soll das denn für eine eigenartige Rechnung sein?

Die Angabe der Leistung und des Stromes sind bei Trafos Effektivwerte, 
da braucht man nichts mehr mit Wurzel 2 herunterzurechnen.

Wenn ich einen Trafo mit 100 VA Nennleistung und 36 V Nennspannung habe, 
dann liefert der auch 2,77 A Nennstrom, und zwar Effektivwert! Diesen 
Strom kann ich dann nach der Gleichrichtung und Siebung problemlos als 
Gleichstrom entnehmen, ohne den Trafo zu überlasten.

von MaWin (Gast)


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> Sehe ich das richtig dass ich so den Trafo auch mit 400%
> überdimensionieren muss?...

Nein.

Trafos sterben nicht durch kurrzeitigen Überstrom,
sondern durch Überhitzung.

Daher ist die einzig korrekte Trafoabsicherung eine eingewebte
Temperatursicherung. Hat die ausgelöst, hat der Trafo auch
gelittenb und sollte komplett getauscht werden.

Wenn man dummerweise keinen solchen Trafo geklauft hat, kann
man sich mit primärer Sicherung behelfen: Geht ein Trafo
kaputt (Windungsschluss), steigt seine Stromaufnahme. Man
baut also eine primäre Sicherung rein, die bei voller Belastung
noch nicht durchbrennt, aber wenn man den Trafo sekundär
kurzschliesst sofort durchbrennt.

Kann man die Sicherung nicht so auslegen, weil der Trafo
mehrere sekundäre Wicklungen hat, erst dann muss er primär
und jede sekundäre auch noch sekundär abgesichert werden,
man hat dann sozusagen die Arschkarte gezogen.

Primär nimmt man träge Sicherungen, sekundär flinke, wobei
die den ladestrom des Elkos aushalten muss. Nur die primäre
Sicherung schützt den Trafo, und der darf sterben (man muss
ihn also keineswegs so auslegen daß erst die Sicherung
aufgibt), die Sicherung verhindert dann nur einen Brand,
überhitzt ist der Trafo schon, die Isolierung schmilzt
schon wenn die Sicherung auslöst.

von Rainer Z. (razi)


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Hai!

Wiebidde schrieb:
> Wenn ich einen Trafo mit 100 VA Nennleistung und 36 V
> Nennspannung habe, dann liefert der auch 2,77 A Nennstrom,
> und zwar Effektivwert!

Richtig.

> Diesen Strom kann ich dann nach der Gleichrichtung und
> Siebung problemlos als Gleichstrom entnehmen, ohne den
> Trafo zu überlasten.

Im Allgemeinen falsch.

Die Begriffe "Stromflusswinkel" und - man glaubt es kaum -
"Effektivwert" sind Deine Freunde.

Vielleicht etwas weniger forsch auftreten, wenn man sich
nicht auskennt. (Auch mein junger Kollege auf Arbeit
wusste nicht, dass doppelter Strom in 50% der Zeit sich
nicht "gerade aufhebt", sondern zu doppelten Verlusten
fuehrt :)

Grusz,
Rainer

von Lothar S. (loeti)


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> Diesen Strom kann ich dann nach der Gleichrichtung und Siebung problemlos
> als Gleichstrom entnehmen, ohne den Trafo zu überlasten.

Falsch, die Dioden- und Wicklungsverluste mal vernachlässigt ist die 
Rechnung bei Gleichrichtung und Siebung:

Leistung(AC) = Leistung(DC). OK?

Spannung DC = Spannung AC * 2°1/2, hier 36V(AC) * 1,41 = 51V(DC). OK?

=> Strom(DC) = 100W / 51V = 1,96A(DC). OK?
im optimalsten Fall ohne Verluste

Die Realität ist "etwas" komplexer aber in erster Näherung ist die 
Rechnung ausreichend.

Grüße Löti

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