Kurze Frage: Habe eine Schaltung mit 2,7 Ampere maximale Stromaufnahme. Also setze ich nach dem Trafo eine Sicherung mit 2,7A T ein. Diese schaltet aber erst bei 400% In in einer angemessenen Zeit aus, um den Trafo zu schützen. Sehe ich das richtig dass ich so den Trafo auch mit 400% überdimensionieren muss?...
Und warum setzt du dann eine träge Sicherung ein, wenn dir die Ansprechcharakteristik zu träge ist?
Bei der Auslegung des Trafos muss man noch den Leistungsfaktor der Schaltung berücksichtigen. Das gilt vor allem wenn da als erstes ein Gleichrichter und Elko kommen und die 2,7 A der DC Strom sind. Trafos sind schon recht träge und eine Träge Sicherung ist in der Regel schnell genug - je nach Schaltung darf die Sicherung aber auch schneller sein. Träge sollte sie ggf. nur vor dem Trafo sein, wegen des Einschaltpulses.
Der Trafo hat eine Leistung von 100VA bei 2x18V am Ausgang, der maximale Strom ist somit 2,7A. Ich korrigiere: Die max. Stromaufnahme der Schaltung sollte ca. 2-2,5A sein. Ok dann probiere ich eine flinke Sicherung, am Trafoausgang hängt ein Brückengleichrichter und ein Siebelko von 1800uF, hoffe dass diese beim Einschalten nicht anspricht. ...
Also 100VA/36V(AC)=2,78A(AC) Du benötigst also zwei 2,8A träge Sicherungen vor dem Gleichrichter! Aber : 2,78A(AC) / 2^1/2 = 1,964A(DC)! D.h. 2,5A Gleichstrom kann das Netzteil so nicht liefern. Du benötigst also mindestens einen 130VA Trafo! Grüße Löti
>Also 100VA/36V(AC)=2,78A(AC) Du benötigst also zwei 2,8A träge >Sicherungen vor dem Gleichrichter! Sofern er die Mittelanzapfung benutzt ...
>2,78A(AC) / 2^1/2 = 1,964A(DC)!
Was soll das denn für eine eigenartige Rechnung sein?
Die Angabe der Leistung und des Stromes sind bei Trafos Effektivwerte,
da braucht man nichts mehr mit Wurzel 2 herunterzurechnen.
Wenn ich einen Trafo mit 100 VA Nennleistung und 36 V Nennspannung habe,
dann liefert der auch 2,77 A Nennstrom, und zwar Effektivwert! Diesen
Strom kann ich dann nach der Gleichrichtung und Siebung problemlos als
Gleichstrom entnehmen, ohne den Trafo zu überlasten.
> Sehe ich das richtig dass ich so den Trafo auch mit 400% > überdimensionieren muss?... Nein. Trafos sterben nicht durch kurrzeitigen Überstrom, sondern durch Überhitzung. Daher ist die einzig korrekte Trafoabsicherung eine eingewebte Temperatursicherung. Hat die ausgelöst, hat der Trafo auch gelittenb und sollte komplett getauscht werden. Wenn man dummerweise keinen solchen Trafo geklauft hat, kann man sich mit primärer Sicherung behelfen: Geht ein Trafo kaputt (Windungsschluss), steigt seine Stromaufnahme. Man baut also eine primäre Sicherung rein, die bei voller Belastung noch nicht durchbrennt, aber wenn man den Trafo sekundär kurzschliesst sofort durchbrennt. Kann man die Sicherung nicht so auslegen, weil der Trafo mehrere sekundäre Wicklungen hat, erst dann muss er primär und jede sekundäre auch noch sekundär abgesichert werden, man hat dann sozusagen die Arschkarte gezogen. Primär nimmt man träge Sicherungen, sekundär flinke, wobei die den ladestrom des Elkos aushalten muss. Nur die primäre Sicherung schützt den Trafo, und der darf sterben (man muss ihn also keineswegs so auslegen daß erst die Sicherung aufgibt), die Sicherung verhindert dann nur einen Brand, überhitzt ist der Trafo schon, die Isolierung schmilzt schon wenn die Sicherung auslöst.
Hai! Wiebidde schrieb: > Wenn ich einen Trafo mit 100 VA Nennleistung und 36 V > Nennspannung habe, dann liefert der auch 2,77 A Nennstrom, > und zwar Effektivwert! Richtig. > Diesen Strom kann ich dann nach der Gleichrichtung und > Siebung problemlos als Gleichstrom entnehmen, ohne den > Trafo zu überlasten. Im Allgemeinen falsch. Die Begriffe "Stromflusswinkel" und - man glaubt es kaum - "Effektivwert" sind Deine Freunde. Vielleicht etwas weniger forsch auftreten, wenn man sich nicht auskennt. (Auch mein junger Kollege auf Arbeit wusste nicht, dass doppelter Strom in 50% der Zeit sich nicht "gerade aufhebt", sondern zu doppelten Verlusten fuehrt :) Grusz, Rainer
> Diesen Strom kann ich dann nach der Gleichrichtung und Siebung problemlos > als Gleichstrom entnehmen, ohne den Trafo zu überlasten. Falsch, die Dioden- und Wicklungsverluste mal vernachlässigt ist die Rechnung bei Gleichrichtung und Siebung: Leistung(AC) = Leistung(DC). OK? Spannung DC = Spannung AC * 2°1/2, hier 36V(AC) * 1,41 = 51V(DC). OK? => Strom(DC) = 100W / 51V = 1,96A(DC). OK? im optimalsten Fall ohne Verluste Die Realität ist "etwas" komplexer aber in erster Näherung ist die Rechnung ausreichend. Grüße Löti
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