Man sollte nicht vergessen, daß Handys nicht unbedingt nur auf einer 1
oder 2-seitigen Platine basieren, sondern Mehrfachlayer haben - und
außerdem dürfte die Analog-Anwendung bei Handys nicht ganz so haarig
sein, wie bei Dir. Das ist ungefähr so, als ob Du einen Bus-Mechaniker
fragst, ob die Sitzheizung in Deinem Auto sinnvoll ist ;-)
Außerdem sollte man die Störungseinflüsse durch digitale Komponenten
nicht unterschätzen - da sind 2mV schnell erreicht.
Grundsätzlich wird die digitale Masse (und auch die
Versorgungsspannung), sofern hochfrequente Signale (Prozessortakt,
schnelle Umschaltung von Gattern) vorhanden sind, "versaut", d.h. man
bekommt Potentialverschiebungen. Das würde sich in Deinem Fall darin
bemerkbar machen, daß bei konstanter Spannung am Meßeingang das LSB
(oder sogar mehrere) des A/D-Wandlers "flattern", also sich nicht so
recht entscheiden können, ob sie nun 0 oder 1 sein möchten. Als
Gegenmaßnahme ist eine Massefläche sicherlich nicht falsch, allerdings
sollte man den analogen und den digitalen Teil der Schaltung
weitestgehend voneinander trennen. Wenn es denn nun nicht geht, weil man
nur eine Spannungsversorgung hat, sollte die analoge Masse ihren
einzigen Berührungspunkt mit der digitalen Masse direkt am Eingang für
die Spannungsquelle haben, ansonsten auf dem Rest der Platine strikt
trennen. Genauso sieht es auch mit der Spannungsversorgung aus, die
sollte genauso behandelt werden.
Wichtig sind auch die obligatorischen Stützkondensatoren an digitalen
ICs, die möglichst nah an den Versorgungspins plaziert werden sollten
(100nF ist ein Richtwert).
Allerdings ist dieses Thema (Beeinflussung / Störung von analogen
Schaltungen durch digitale Komponenten) sehr umfangreich, und ich habe
dieses Thema nur gestreift, weil ich selbst mal Probleme mit einer
analogen Schaltung hatte. Das Platinendesign einer solchen Schaltung ist
immens wichtig für eine spätere Funktion, dazu gehört auch die Frage, wo
man eine Massefläche hinmacht, wo und wie sie mit dem Massepotential
verbunden wird, wo man welche Leiterbahnen verlegen darf (gegenseitige
Einstreuung), etc. Meine Ausführungen sind sicherlich nicht vollständig
(wie auch, nach ner Flasche Wein g).
Falls Du weniger Aufwand betreiben möchtest, würde ich gleich den teuren
12Bit-A/D-Wandler weglassen und einen 8-Bit Wandler nehmen, dann kannst
Du getrost auf EMV-gerechtes Leiterplattendesign verzichten ;-), aber
das ist wohl nicht in Deinem Sinne.
Ich würde Dir (und Deinem Freund) die Lektüre entsprechender Literatur
("EMV-gerechtes Leiterplattendesign") empfehlen, bevor Du nach 5
verschossenen Platinen immer noch nicht zum Ergebnis gekommen bist.
Kannst aber auch Glück haben und es funktioniert sofort.
Weihnachtliche Grüße