Ich bin momentan auf der Suche nach einem Schrittmotor für einen etwas
höheren Temperaturbereich, nämlich mindestens -40°C...+80°C.
Die ganzen Trinamic-Schrittmotoren gehen nur von -20°C...+50°C, die
Modelle von nanotec gehen ebenfalls nicht höher und bei den Motoren von
Emis finde ich überhaupt keine Angaben zur Betriebstemperatur.
Kennt jemand von euch einen Hersteller für Schrittmotoren in dem
gesuchten Temperaturbereich?
Genaue Angaben zum Haltemoment kann ich noch nicht machen, braucht aber
nicht allzu groß sein. Etwas im Bereich um 1-5Ncm sollte langen.
Beim Preis... naja, eine direkte Grenze gibts da theoretisch nicht, aber
ich hoffe doch mal stark, dass sich sowas noch unter 100€ finden lässt^^
Viele Grüße
Krümel
Schon deutlich unter der Curie Temperatur spielt man da mit der
Lebensdauer der Permanentmagnete.
Ist das die max. Umgebungstemperatur oder die max. Motortemperatur ?
Die Umgebungstemperatur muss Dich ja nicht stören solange Du die
Motorleistung entsprechend reduzierst.
Getriebemotor mit Incrementalgeber ist keine Alternative ?
Die Angaben sind alles Umgebungstemperatur, daher wäre wohl mit einem
entsprechendem Leistungsderating noch was machbar, aber wenn ich von 30K
Differenz zur angegebenen Maximaltemperatur ausgehe und die Leistung pro
10K halbiere, dann muss ich den Motor schon 8x stärker auslegen. Das ist
natürlich ein Wort.
Und der negative Temperaturbereich bis -40°C wird dann leider immer noch
nicht abgedeckt.
Getriebemotoren wären eventuell eine Alternative, in der Anforderung
steht aber erstmal Schrittmotoren drin... Mal schaun, ich suche noch
etwas.
Die Modelle von Fahlhaber lösen nur sehr wenige Schritte pro Umdrehung
auf und erscheinen mir allesamt etwas schwachbrünstig.
Die Angabe von 22mNm ist für mich etwas ungewohnt, das sollte einem
Moment von 2,2Ncm entsprechen, nicht wahr? Das würd wohl grad noch
langen, aber nicht, wenn ich doppelt bis vierfach dimensionieren muss.
Viele Grüße
Ich sehe gerade nicht das Problem bei den -40, auch wenn das nicht
spezifiziert ist.
Hat da jemand handfeste Gründe parat warum das nicht gehen sollte ?
Muss das real funktionieren oder auf dem Papier wasserdicht sein ?
Ich ziele darauf ab das es Dir bei z.B. Luftfahrt gar nichts bringt das
es in der Realität läuft wenn Du das auf dem Papier nicht schön rechnen
kannst.
Sonst wäre es unter Umständen möglich so weit möglich zu kühlen, den
Motorstrom möglichst Intelligent an die Belastung anzupassen, die
Leistung bei realer Übertemperatur zu reduzieren oder auch mal
Übertemperaturfälle zuzulassen.
Der maximale Lastfall ist ja oft nur selten und dann kurz. (was für ein
Satz)
Die müssten was für Dich fertig von der Stange haben.
http://www.phytron.de/antrieb/index.php?Set_ID=161&PID=44
Die Temperaturen treten in dem Bereich schon real auf, da die Motoren in
einer Klimakammer eingesetzt werden sollen, die unsere Geräte in
besagtem Temperaturbereich testen.
Warum nun unterhalb von -20°C Probleme auftreten sollen kann ich mir nur
mit den Lagern erklären. Wer weiß schon wie die reagieren ;)
Hallo Michael!
> Ich sehe gerade nicht das Problem bei den -40, auch wenn das nicht> spezifiziert ist.> Hat da jemand handfeste Gründe parat warum das nicht gehen sollte ?
z.B.
- Betauung (und Anschließendes Einfrieren)
- Viskosität des Lagerfetts
@Krümel:
Bei dem genannten Temperaturbereich wirst du nicht darum herum kommen,
direkt mit den Herstellern *) zu reden. Die sind in der Lage, dass
nötige Derating zu berechnen und dann den passenden Motor auszuwählen.
Für 1-2 Motoren wird sich aber niemand die Mühe machen, dass ist eher
was für Serienanwendung. Bei geringen Stückzahlen muss man selbst
experimentieren. Wichtig ist dann z.B. eine flächige Auflage des
Motorflansches. Auch Zwangsbelüftung könnte eine Möglichkeit sein, dass
wird bei Servomotoren z.T. auch gemacht.
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Ostermann
*) Oriental Motor, Sanyo Denki, ggf. Nanotec, Nidec
Das mit dem Derating zu höheren Temperaturen wird eher nicht so schlimm
sein. Das ist eher so wie bei den Leistungstransistoren Linear mit der
Temperatur. Also etwa je 10 Grad mehr muss die Verlustleistung um z.B.
20% (vermutlich eher weniger) des Nominalwertes reduziert werden. Das
wären in dem Beispiel dann bei 40 Grad höher zwar nur noch 20 % der
nominellen Verlustleistung, aber immer noch über 40% des Stroms, weil
die Verluste mit dem Quadrat des Stromes hochgehen.
Ein etwas größer dimensionierter Motor hilft dann auch die Verluste
insgesamt klein zu halten.
Bei der Kälte muss man halt klären was das Fett mitmacht. Notfalls die
Motoren etwas vorher anstellen - warm werden die schon selber, selbst
mit reduziertem Strom.
Ja, so mache ich das jetzt. Ich bestelle mal so einen Motor von Trinamic
und fahre ihn mit etwas reduziertem Strom. Praktischerweise haben wir
bei uns in der Abteilung auch noch einen kleinen Klimaschrank im Labor
stehen, da werd ich das gute Stück mal auf Herz und Nieren testen.
Vielleicht gibts ja gar keine Probleme ;)