Dominik R. schrieb:
> Oder habe ich da einen Denkfehler?
Ja hast Du. Simples Aufzeichnen geht nicht immer gut. Es gibt
Situationen, da muss man das Protokoll näher "kennen", um es richtig zu
machen. Einfach nur aufzeichnen und wiedergeben funktioniert sonst oft
nicht korrekt.
Typische Haken sind dabei:
1. Toggle-Bit bei RC5, RC6 und verwandten Protokollen. Damit wird
unterschieden, ob der Anwender eine Taste zwischendurch losgelassen
hat (z.B. 2maliges Tippen auf die Zahl "1") oder eine Taste länger
drückt (längeres Halten der Lautstärke-Taste).
2. Repeat-Frames, zum Beispiel beim NEC-Protokoll. Wenn Du da die
Lautstärke-Taste länger drückst, wird das eigentliche Telegramm
nur einmal geschickt (z.B. "Lautstärke leiser"). Danach folgen
für die Zeit des Tastendrucks nur noch kleine Repeat-Frames von
ein paar Bit, welche dann bedeuten: "Wiederhole den zuletzt
gesendeten Befehl".
3. Modulationsfrequenz: Du musst das Signal modululieren - und zwar
möglichst mit der Frequenz, den auch der Hersteller verwendet.
Ansonsten erreichst Du u.U. den Empfänger nicht, weil sich die
Reichweite drastisch verkürzt. Wenn Du aber mit einem TSOP-IR-
Empfänger das Signal aufzeichnest, dann bekommst Du bereits das
demodulierte Signal - falls der Empfänger überhaupt in der
Nähe der verwendeten Frequenz arbeitet. Die Information über
die tatsächliche Frequenz geht also verloren.
Es gibt da noch ein paar kleinere andere Gründe, warum ein simples
Scannen und Wiedergeben der IR-Signale bei bestimmten Protokollen nicht
zum Erfolg führt.
Falls Du interessiert bist, schau mal in den IRMP-Artikel rein.
Details zu den IR-Protokollen findest Du im Anhang des Artikels:
http://www.mikrocontroller.net/articles/IRMP#Die_IR-Protokolle_im_Detail
Viel Spaß,
Frank