Oszi-Tastköpfe: Unterschiede

OP #3588294
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Hallo Leute,
ich suche hier nicht nach Kaufberatung; stattdessen möchte ich mein 
Wissen erweitern.

Es geht um passive Tastköpfe für Oszilloskope; da gibt es viele 
Hersteller und unterschiedliche Preiskategorien. Kann mir jemand 
erklären, worin sich teure und günstige Tastköpfe unterscheiden?

Ich nehme hier zwei Beispiele für ein 300MHz 10:1 Tastkopf:
Tektronix für ca. 200€: http://www.conrad.de/ce/de/product/103668
Testec für ca. 35€: 
http://www.reichelt.de/Tastkoepfe-und-Zubehoer/TESTEC-HF-212/3//index.html?ACTION=3&GROUPID=4043&ARTICLE=32432&SHOW=1

Laut Datenblätter sind diese Tastköpfe (fast) identisch; warum ist der 
Tastkopf von Tek um Faktor 5 teurer?
Ich habe bereits mit unterschiedlichsten Tastköpfen gearbeitet: von 
billig bis arschteuer. Mit allen konte ich gute Messergebnisse erzielen.

Ich habe das Forum nach einer ähnlichen Frage durchforstet und nichts 
gefunden, entschuldigt mich, falls die Frage zum x-ten Mal fallen 
sollte.
Bitte keine abstrakten Antworten geben wie "bessere Qualität". ;)

Vielen Dank :)
OP #3588539
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Eine schöne Demonstration unterschiedlicher Tastköpfe, sehr interessant, 
danke. Doch woher kommen die Unterschiede konkret?
Das Ersatzschaltbild eines Tastkopfes für mittlete Frequenzen ist 
bekannt (siehe angehänte Grafik). Warum verzerrt anscheinend ein 
billiger Tastkopf das Signal stärker als ein teurer? Was ist da anders?
Angehängte Dateien:
#3588556
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Sergej M. schrieb:
> Kann mir jemand
> erklären, worin sich teure und günstige Tastköpfe unterscheiden?

Ich denke, dass die Unterschiede aus vielen kleinen Details bestehen, 
die jeweils für sich genommen nicht den großen Unterschied machen, in 
Summe aber dann doch Geld kosten.

Ein paar Beispiele:
- Relativ harte PVC-Ummantelung der Koax-Leitung bei billigen 
chinesischen Tastköpfen im Vergleich zu weichen Leitungen bei teuren 
Tastköpfen.

- Besseres Impulsverhalten bei hohen Frequenzen durch hochwertiges 
Leiterplattenmaterial und spezielle Silikon-Vergussmasse im Vergleich zu 
FR4-Platinen ohne Verguss.

- Hochwertiges Zubehör (Isolierte Masseklemme, gefederte und 
auswechselbare Spitze, ...)

- Hochwertige Tastköpfe haben oftmals eine geringere Eingangs-Kapazität 
und bessere Toleranzen und Langzeitstabilität.

Bei den Tastköpfen der Oszi-Hersteller kommt dazu, dass die schon ab 
Werk für ein bestimmtes Oszi-Modell abgeglichen sind, was für den Kunden 
ziemlich angenehm ist, was sich die Firmen aber auch gut bezahlen 
lassen.

Ein Markenname wie Tektronix oder Lecroy erhöht den Preis dann natürlich 
auch nochmal.
#3588631
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@ Sergej M. (sergej_m)

>Tektronix für ca. 200€: http://www.conrad.de/ce/de/product/103668
>Testec für ca. 35€:
>http://www.reichelt.de/Tastkoepfe-und-Zubehoer/TES...

Wer COnrad mit Reichelt vergleicht, wird feststelln, dass Conrand bei 
fast allen Produkten DEUTLICH teurer ist, Fakto 2 ist da keine 
Seltenheit.

>Laut Datenblätter sind diese Tastköpfe (fast) identisch; warum ist der
>Tastkopf von Tek um Faktor 5 teurer?

Tek ist ein Markenhersteller mit sehr guter Qualität.
Testec ist eher einfache Massenware.

>Ich habe bereits mit unterschiedlichsten Tastköpfen gearbeitet: von
>billig bis arschteuer. Mit allen konte ich gute Messergebnisse erzielen.

Glück gehabt ;-)
Oder nicht wirklich anspruchsvolle Sachen gemessen.
#3589037
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Sergej M. schrieb:
> Testec für ca. 35€:
> 
http://www.reichelt.de/Tastkoepfe-und-Zubehoer/TESTEC-HF-212/3//index.html?ACTION=3&GROUPID=4043&ARTICLE=32432&SHOW=1

Entweder Du hast nicht richtig geschaut oder die MWSt vergessen, oder 
Reichelt hat seitdem die Preise erhöht: Den Testec HF-212 sehe ich 
sowohl bei Conrad als auch bei Reicehlt für ca. 43,- .

Falk Brunner schrieb:
> Wer COnrad mit Reichelt vergleicht, wird feststelln, dass Conrand bei
> fast allen Produkten DEUTLICH teurer ist, Fakto 2 ist da keine
> Seltenheit.

Hier aber nicht :)

Weitere Unterschiede (außer den bereits oben genannten):
- der Probe-10x/1x-Erkennungskontakt beim Tek
- die Massekrokodilklemme kommt mir etwas besser vor
- Isolierter BNC-Stecker (Cat I vs. CAT II/CAT III -?- )

Was ich nur vermute:
- Besserer Verklebung zwischen Innenleben und der Plasitkhülle des 
Griffs (Bei mir rutscht die Umhüllung eines Testec MF auf dem Griff).
- Stabilere Konstruktion der Steckverbindung Massekabel-Griff

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