Eine Bitte vorweg: lasst und hier nicht streiten.
Ich habe heute etwas mit einem BLDC-Motor (Nanotec DB57L01) gespielt:
http://de.nanotec.com/produkte/644-db57-buerstenloser-ec-servomotor/
Die Zielsetzung beim Antrieb ist:
- keine Verwendung der Hallsensoren
- keine Verwendung der BEMF als 'Sensor'
- elektrische Ansteuerung: 3x Halbruecke mit IRS2004 + SI4946 FETs,
Vbus=30V
- einfache Software-Ansteuerung ueber Sinus-Modulierte PWM, 32kHz
Die Software verwendet eine Drehzahlabhaengige Kennlinie, d.h. Spannung
wird an Drehzahl angepasst. Linearer Verlauf passt momentan ganz gut.
Die Drehzahl wird von 0 bis zur Zielfrequenz hochgefahren,
Beschleunigung begrenzt.
Die Hardware bietet noch folgende Messmoeglichkeit: ein Stromsensor
(INA193) misst die gemeinsame Stromaufnahme Ibus der 3 Halbbruecken,
d.h. man bekommt ganz einfach ueber P = Ibus*Vbus die Leistungsaufnahme
des Motors (falls Endstufenverluste vernachlaessigbar).
Nun dachte ich, ich koennte einfach den PhasenStrom Ip (Effektivwert)
ausrechnen mit:
Ip = Vbus/Vmot * Ibus
wobei Vmot die PWM-erzeugte Spannung (Effektivwert) an den Motorphasen
ist.
Ich verwende zum Spielen Ip = 0.5A
Soweit, so gut.
Dann hab ich eine Stromzange an eine der Phasen angeschlossen und direkt
gemessen: Ipreal. Betrieb bei konstanter Vmot und Drehzahl. Zu meinem
Entsetzen zeigt sich nun folgendes (auch bei unterschiedlichen
Drehzahlen):
a) Im Leerlauf deckt sich das gemessene Ipreal mit dem berechneten Ip.
b) Bei leichter Belastung steigt Ip, aber Ipreal sinkt deutlich !
c) Bei starker Belastung steigt Ipreal wieder und uebersteigt auch das
Ireal des Leerlaufs. Ip steigt weiter, wie zu erwarten.
Fall b) will mir nicht in die Birne. Oder Fall a), je nach Standpunkt.
Warum ist der Strangstrom im Leerlauf groesser als bei leichter
Belastung? Wie kommt es zu dieser Scheinleistung? Sie fuehlt sich aus
der Sicht der Endstufe ja wie eine Induktivitaetsverminderung an.
Hat jemand eine anschauliche Erklaerung dafuer??