Hallo, ich wollte mich mal umhören wie andere Elektroniker so Ihre Geräte aufbauen. Es geht um Spezialanfertigungen in kleinster Stückzahl, dennoch sollen die Geräte professionell aufgebaut sein. Ich setze gern die inpac-Gehäuseserie von Schroff ein, da sie preiswert sind, eine gute, universelle mechanische Grundlage mit vielen Befestigungsmöglichkeiten bieten (z.B. auch Vertrebungen im Zebehör-Programm, direkt mit 19"-Ohren ausgestattet sind und auch optisch etwas hermachen. Als Problematisch empfinde ich generell die Kabelführung im Gehäuse, deshalb bin ich dazu übergegangen eine große Platine einzusetzen, auf welcher auch gleich die Netzbuchse, alle nötigen Bauteile zur Absicherung sowie rudimentären Netzentstörung und möglichst auch alle anderen Steckverbinder untergebracht sind. Sollte es einmal unpraktisch sein einen Steckverbinder direkt als Print-Version auszuführen kommen nur kurze, selbst-trage "Pigtails" zum Einsatz - der Steckverbinder ist am Panel befestigt und über einen passenden Kabel-PCB-Steckverbindersatz auf kürzesten Wege mit der Platine verbunden. Ein etwas längeres Kabel gibt es, aus praktischen Gründen, für den Netzschalter, welcher auf der Frontplatte liegen soll - erkennt man bestimmt im angehängten Bild von der Topologie her ganz gut. Das funktioniert soweit sehr gut. Etwas fehl am Platz wirkt da so ein auf die Platine geschraubtes Meanwell-Schaltnetzteil - es erschien mir aber am praktischsten; der kleine Printtrafo rechts-mittig liefert nur die Standby-Versorgung. Wie im Eagle-Layout eingezeichnet, wird das Meanwell-SNT über Phoenix-Schraubklemmen (mit dem selben Raster der Schraubklemmen des Netzteils selbst) sowie sehr kurzen Leitungen elektrisch angeschlossen. Mechanisch ist der Aufbau auch sehr solide - die gelb eingezeichneten Objekte sind Tragschinen, welche an den seitlichen Löchern mit dem Korpus des Gehäuses verbunden sind. Entsprechend platzierte Verschraubungen mit der Platine sorgen im Bereich mit entsprechender Belastung für sicheren Halt - alles ohne, dass irgendwelche mechanischen Nachbearbeitungen nötig sind oder gar selbst angefertigte Montageteile gebraucht werden! Die erwähnten Tragschinen sind Zubehörteile von Schroff für die inpac-Gehäusereihe... An dieser Stelle eine kurze erklärung zum Eagle-Bild: Die rosafarbenen Punkte kennzeichnen die Position der Löcher im Gehäusekorpus, an welchen auch die Tragschinen befestigt werden; diese wiederum haben Löcher an den türkisfarbigen Stellen. Die grüne Außenkontur entspricht dem gesamte Gehäuseinnenraum. Tja - was gäbe es denn für Alternativen zu einer solch plumpen Integration von einem Schaltnetzteil mit eigenem Gehäuse auf einer Platine?! - Ein entsprechendes Schaltnetzteil selbst designen und Bauteil für Bauteil auf die Platine bringen ...viel zu großer Aufwand im Prototypen-Bereich, von den höheren Kosten mal ganz abgesehen. - Einen Netztrafo verwenden ...bis 36VA gibt es praktische Printtrafos - für höhere Leistungen müsste man z.B. einen Ringkerntrafo wieder irgendwo und irgendwie befestigen. Und dann ist da natürlich noch die Aufbereitung der Spannung, welche bei höheren Leistungen auch entsprechende Verlustleistungen mitbringt - alles machbar, doch wieder mehr Aufwand - das Schaltnetzteil liefert einfach. - Print-SNT-Module verwenden ...diese Ausführung gibt es auch nur für recht kleine Leistungen, zudem sind sie viel teurer als ihre vergleichbaren Kollegen mit Schraubklemmen-Anschluss. - Die nachfolgende Leistungsschaltung so auslegen, dass direkt mit Netzspannung gearbeitet wird ...im konkreten Fall sitzt hinter dem 24V/100W-Meanwell-SNT einfach ein DC/DC-Wandler auf Basis eines Royer-Konverters der letztendlich eine symmetrische Spannung von +/-60VDC..+/-350VDC liefert - die Basis dieses Royer-Konverters existiert schon vor diesem Projebt, also habe ich diese bestehende, getestete und sicher funktionierende Schaltung einfach geringfügig modifiziert und direkt wiederverwendet. Natürlich ist es auch im absolut machbaren Spektrum einen Wandler aufzubauen der die gewünschte Spannung dirket aus der gleichgerichteten Netzspannung herstellt - mit den heute zur Verfügung stehenden Tools und Bausteinen alles kein Hexenwerk; wer sich in der Praxis aber einmal damit beschäftigt hat weiß, dass da doch sehr viel schief gehen kann und es so nunmal zeitintensiv wird - also wieder mehr Aufwand. Für ähnliche Geräte (also auch nach dem oben genannten Schema aufgebaut) mit geringerem Leistungsbedarf verwende ich idR. Flachtrafos und Linearregler - ganz altmodisch. Dabei lässt sich natürlich alles ganz orthodox auf der Platine befestigen... Ich bin mit dem Aufbau ansich sehr zufrieden! Auch offen kann sich das Gerät sehen lassen, es ist kein unübersichtliches Ratsnest und auch die Montage ist sehr einfach - dementsprechend auch weniger Fehlerquellen. Ich würde gern einmal hören wie Ihr in ähnlichen Fällen vorgeht oder auch einfach wie Ihr ein solches Gerät aufgebaut hättet; natürlich auch gern Verbesserungsvorschläge! Grüße Sascha P.S.: Bitte nicht über die Sinnlosigkeit der Schaltung des gezeigten Layouts wundern - das ist ein Zwischenstand, erst die Mechanik!
Re: Professionelle Prototypen/Kleinserien - Integration von Netzteilen: SNT oder Trafo? Verkabelung?
Ich vermeide Netz auf der Leiterplatte, denn dann muss sie die Netz Normen einhalten, und sonst eben nicht. Powersupplies bau ich in der Regel nicht selbst, sondern verwende fertige. Falls ich doch ein Analoges bauen muss, dann wird nur die sekundaer Wicklung des Trafos auf der Leiterplatte angeschlossen. Der Trafo kommt dann direkt an den Netzschalter mit integrierter Sicherung und Filter. Ich hab auch schon Speisungen fuer 600V DC oder so gebaut. Sowas wird dann mit einen externen Netzteil mit 12/24/48 V gespiesen, sodass die Leistung begrenzt ist, und bei den hohen Spannungen nur die Isolationsabstaende beachtet werden muessen.
Re: Professionelle Prototypen/Kleinserien - Integration von Netzteilen: SNT oder Trafo? Verkabelung?
Eine der Normen besagt uebrigens, dass das Geraet vom Tisch fallen koennen muss, oder aehnlich, ohne kaputt zu gehen. Da muss man dann aufpassen mit Trafos auf der Leiterplatte.
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