Vorverstärker Platine

OP (Firma: HS- Ulm) #3701868
Lesenswert?
• ▲
▼
Im Rahmen eines kleinen Projekt muss ich einen Audiovorverstärker bauen. 
Der Schaltplan wurde von meinem Professor abgesegnet eine Platine wurde 
gefräßt und mit SMD- Teilen Bestückt. Allerdings wird der 
"Rail-Splitter" sofort nach dem anstecken sofort heiß. Er bekommt zu 
viel Strom. Ich hab nur keine Ahnung wieso.

DIe Versorgungsspannung beträgt 3,3V.

Gruß
Angehängte Dateien:
Gast #3701897
Lesenswert?
• ▲
▼
Sebastian Czaja schrieb:
> Im Rahmen eines kleinen Projekt muss ich einen Audiovorverstärker bauen.
> Der Schaltplan wurde von meinem Professor abgesegnet

Dann solltest du dir eine andere Uni suchen.

Der MAX4465 hat bei Vu=121 eine obere Grenzfrequenz von etwa 2...3KHz, 
etwas wenig für Audio.

Und R2 sollte R4 sein. Bei einem Biasstrom von bis zu 100nA sind das 
zwar nur max. 88mV Offset, aber schließlich bist du zum lernen dort.

> Allerdings wird der
> "Rail-Splitter" sofort nach dem anstecken sofort heiß. Er bekommt zu
> viel Strom. Ich hab nur keine Ahnung wieso.

Zuviel Strom geht doch gar nicht, die OPV-Schaltung belastet die 
virtuelle Masse praktisch nicht. Kling eher nach schwingen. TLE2426 DB 
Fig.17. Hast du das eingehalten?
(Firma: www.harerod.de) Persönliche Seite #3701986
Lesenswert?
• ▲
▼
Hallo Sebastian!

Ein paar Gedanken:
- spontan habe ich vermutet, dass der TLE2426 verpolt ist. Auf jeden 
Fall ist die Versorgungsspannung außerhalb seiner Spec.
- Frage: wird das das Gerät mittels Batterie versorgt? Wenn es es nicht 
auf's Milliwatt ankommt, könnte man den Splitter durch einen 
Widerstandsspannungsteiler und Blockkondensator ersetzen. Z.B. 
1k/1k/100n
- braucht Ihr die hohe Verstärkung in der einen Stufe wirklich? 120fach 
lässt von dem 200kHz Verstärkungsbandbreiteprodukt des MAX4465 (erste 
Seite Datenblatt) nicht viel übrig. Wenn ja, müsste man auf einen 
anderen Opamp ausweichen.

Fragen zur Spezifikation:
- was für ein Mikrophon setzt Ihr ein?
- wie sieht die Energieversorgung aus
- welchen Frequenzbereich möchtet Ihr Abdecken?
- was hängt am (gleichspannungsgekoppelten) Ausgang?
- mit welchen Signalpegeln rechnet Ihr?


Zwei neugierige Fragen:
- in welchem Studiengang und Semester bist Du?
- was für einem Prof hast Du das teil abnehmen lassen?

Gruß,
 Marcus
OP (Firma: HS- Ulm) #3702159
Lesenswert?
• ▲
▼
Der Railsplitter wurde uns vom Prof in die Hand gedrückt. Die idee mit 
Spannugsteiler bzw. Z-Diode wurde abgelehnt. Haben mehrere Platinen 
gefräst um die Verstärkung varieren zu können. Wir verwenden ein 
Elektret Mirkofon, zu dem wir leider kein Datenblatt haben. Mit dem soll 
der Herzschall aufgenommen werden. Also Frequenzen im bereich von 
30Hz~5kHz Die Platine wird über eine Batterie versorgt.

vielen dank für die schnellen antworten
gruß
(Firma: www.harerod.de) Persönliche Seite #3702169
Lesenswert?
• ▲
▼
Hi Sebastian,
ich bin gespannt, wie Du Deine (unvollständigen) Spezifikationen mit den 
bisherigen Antworten kombinieren wirst. Du siehst, dass die jetzige 
Beschaltung nicht zur Aufgabenstellung passt.

Die Begründung für die Verwendung des Splitters würde mich 
interessieren. Dazu vielleicht nochmal die Frage: was hängt am Ausgang?

Unabhängig davon: Wenn Du Deine Platine nach Kurzschlüssen überprüft 
hast, könntest Du den Splitter ausbauen und in einem getrennten Aufbau 
testen.

Grüße,
 Marcus
Gast #3702179
Lesenswert?
• ▲
▼
Sebastian L. schrieb:
> Der Railsplitter wurde uns vom Prof in die Hand gedrückt.

Die 3.3V auch?

Datenblatt TLE2426:
Input voltage VI min. 4V

Ausserdem ist dein Schaltplansymbol falsch.
(1) = OUT
(2) = COMMON (GND)
(3) = IN

Ein einfacher Auskoppelkondensator und ein weiterer 1M Widerstand zu 3V3 
am negativen Eingang würden ausreichen, um die gesamte Schaltung mit 
einer unsymmetrischen Versorgung zu betreiben.

Man braucht natürlich auch einen Op-Amp, der mit 3.3V auskommt.
OP (Firma: HS- Ulm) #3702208
Lesenswert?
• ▲
▼
Am Ausgang hängt n Mikrcontroller, der über Bluetooth das signal an 
einen PC sendet. Der Splitter war in eine Verstärkerschaltung eingebaut, 
mit der der Mikrocontroller und die Elektronik getest wurde und dort 
gute ergebnisse, auch mit den 3V3 Versorgung geliefert hat.

Easylife schrieb:

>
> Ausserdem ist dein Schaltplansymbol falsch.
> (1) = OUT
> (2) = COMMON (GND)
> (3) = IN
>


ich nehme an das es wohl daran liegt...

Vielen dank für die hilfe
#3702430
Lesenswert?
• ▲
▼
Das ist von vorn bis hinten Grütze. Der OPV ist für die hohe 
eingestellte Verstärkung nicht wirklich geeignet. Überdies ist eine 
Verstärkung von 120 für ein Elektret-Mikrofon vermutlich gar nicht 
notwendig.

Der Splitter ist Quatsch, ein simpler hochohmiger (nix 2x 1K, eher 2x 1M 
- siehe Datenblatt Figure 2.) Spannungsteiler hätte vollkommen gereicht. 
Und die Gegenkopplung kommt natürlich nicht an die virtuelle Masse 
sondern an den Minuspol der Betriebsspannung.

Und das soll Hochschul-Niveau sein? Da wird mir Angst und Bange um die 
Zukunft des Landes.


XL
(Firma: www.harerod.de) Persönliche Seite #3702639
Lesenswert?
• ▲
▼
@Sebastian:
Folge doch mal meinem Vorschlag und ersetze den Splitter durch einen 
verhältnismäßig niederohmigen Spannungsteiler (1k-1k||100n). Wenn Du R3 
durch 10k ersetzt, hast Du einen Ausgangspunkt um die Schaltung mal ans 
Oszi anzuschließen und den Ausgangspegel zu überprüfen.
In diesem Aufbau kannst Du Verstärkung und Bandbreite anpassen.

Wenn alles funktioniert und Du noch Zeit übrig hast, kannst Du C2 von 
der halben Versorgungsspannung weg auf Masse legen. Dann sehen wir einen 
Grund, warum die Rückkopplung auf die halbe Versorgungsspannung gelegt 
wurde. Stichworte: Einschaltverhalten, Zeitkonstante Hochpass.
Gast #3702823
Lesenswert?
• ▲
▼
Marcus H. schrieb:
> ersetze den Splitter durch einen
> verhältnismäßig niederohmigen Spannungsteiler (1k-1k||100n)

Warum denn niederohmig, das braucht es gar nicht.
Die einzige Stelle, an der 3V3/2 benötigt wird, ist hinter dem 
Einkoppelkondensator, und das lässt sich dort sehr einfach über einen 
weiteren 1M bewerkstelligen.

Ich habe mir mal erlaubt, die Spannungen in TOs Schaltplan so 
umzubenennen, wie sie in Wirklichkeit in Bezug zu GND an JP3 sind.

Da sieht man dann recht deutlich, dass der virtuelle GND lediglich an 2 
Stellen verwendet wird: an R2 und C2.
Für C2 ist es total egal, ob er am virtuellen GND oder am GND von JP3 
hängt.

Und an Pin 1 vom Opamp bekommt man 3V3/2 wie gesagt sehr einfach mit 
einem weiteren 1M hin.

In jedem Fall fehlt der Auskoppelkondensator, denn OUT des Op-Amps 
schwingt um 3V3/2.

Wenn man die roten Änderungen anguckt, sieht man, dass der Rail-Splitter 
total überflüssig ist.
Angehängte Dateien:
(Firma: www.harerod.de) Persönliche Seite #3702946
Lesenswert?
• ▲
▼
Hallo Easylife, danke für die Simulation.

Mit Deinem Vorschlag sind wir ja schon fast wieder bei der Appnote 
angelangt. Aber wollen wir nicht alle wissen, ob der Fehler ein 
verpolter TLE2646 oder ein Kurzschluss auf der Platine ist?

Der unbeschriftete Kappa und der 1M Widerstand am Ausgang entsprechen 
nicht ganz dem, laut Sebastian, PIC-ADC. Nehmen wir mal 15k nach 
negativer MAX4465-Versorgung an?

Was sagt denn die Simulation zum Startverhalten, falls C2 entladen ist 
und R4 immer noch bei 120k liegt?

Wenn Du mal ein Elektret Mikrofon simulieren könntest - wie ist denn so 
das Sprungverhalten der Schaltung und der Frequenzgang? Nehmen wir das 
Reichelt MCE101 - das liefert 5,6mV/Pa@1kHz bei 0,5mA Speisung.
Anhaltspunkt: Wikipedia "Lautstärke" meint, dass 1Pa zwischen Chance auf 
permanenten Hörschaden und Presslufthammer liegt. :(

Was sagt die Simulation zur 120fach Verstärkung? Funktioniert der 
Empfang der umliegenden Störquellen?

Welcher Ansatz auch immer gewählt wird - es wird Zeit, dass Sebastian 
den Lötkolben anheizt und ein paar Messdaten liefert, oder? Danach 
wissen wir, ob die Verstärkung (sei sie 12 oder 120) ausreicht und ob 
wir eine Erweiterung um eine zweite Verstärkerstufe benötigen.

Grüße,
 Marcus
#3703083
Lesenswert?
• ▲
▼
Easylife schrieb:
> In jedem Fall fehlt der Auskoppelkondensator, denn OUT des Op-Amps
> schwingt um 3V3/2.

Wenn man das Signal in den ADC eines mit 3.3V betriebenen µC einspeisen 
will, dann darf da gar kein Auskoppelkondensator hin. Schließlich will 
der ADC das genau so haben: Ruhepegel (DC) bei Vcc/2 und dann nach oben 
und unten ausgesteuert bis jeweils knapp vor GND bzw. Vcc.


XL
Gast #3703519
Lesenswert?
• ▲
▼
Marcus H. schrieb:
> Hallo Easylife, danke für die Simulation.

Habe nichts simuliert, nur die unsinnig negativ beschrifteten Spannungen 
wieder auf das ursprüngliche Niveau "verschoben"... ;-)

> Der unbeschriftete Kappa und der 1M Widerstand am Ausgang entsprechen
> nicht ganz dem, laut Sebastian, PIC-ADC.

Axel Schwenke schrieb:
> Wenn man das Signal in den ADC eines mit 3.3V betriebenen µC einspeisen
> will, dann darf da gar kein Auskoppelkondensator hin.

Ihr habt recht, das hatte ich nicht mehr im Kopf. Ich ging von einem 
analogen Eingang hinter dem Verstärker aus, der AC in Bezug auf GND 
haben will.

Also: kein Koppelkondensator, kein 1M zu GND.

>
> Was sagt denn die Simulation zum Startverhalten, falls C2 entladen ist
> und R4 immer noch bei 120k liegt?
>

Na, ich schätze es dauert ein paar Sekunden, bis der Kondensator geladen 
ist...

Wenn man das nicht will, dann, ja,... dann OKAY ist niederohmig auf 
VCC/2 besser... ;-)

Antwort schreiben

Hinweis: der ursprüngliche Beitrag ist mehr als 6 Monate alt. Bitte hier nur auf die ursprüngliche Frage antworten, für neue Fragen einen neuen Beitrag erstellen.

Formatierung
  • [c]C-Code[/c]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] – Link zu einem Artikel
  • Verweis auf einen anderen Beitrag: Rechtsklick auf dessen Beitrags-ID (#8078628), „Adresse kopieren“, in den Text einfügen

Mehr zur Formatierung

Längeren Sourcecode als Anhang, nicht in den Text. JPG nur für Fotos und Scans; Zeichnungen und Screenshots als PNG oder GIF. Siehe Bildformate.

Schon registriert? Anmelden

Wird nicht angezeigt. Wir schicken dir einen Link; sobald du damit bestätigst, erscheint dein Beitrag.

Mit dem Abschicken legst du einen kostenlosen Account an und erkennst die Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung an.