Wenn Du Windows-Programme in C schreiben willst, dann gehst Du einen
recht steinigen Weg, wirst aber mehr über die Funktionsweise von
Windows lernen können, als alle, die mit C++ und irgendwelchen
Klassenbibliotheken arbeiten.
Dazu kann ich Dir nur ein Buch empfehlen, Charles Petzold, "Windows
Programmierung" / "Programming Windows".
Solltest Du gleich mit C++ und zugehörigen Klassenbibliotheken anfangen
wollen, solltest Du in Dich gehen, ob Du die Microsoft'sche Variante
(MFC) oder eine auch auf anderen Plattformen verwendbare
Klassenbibliothek erlernen möchtest.
Microsoft selbst hat die Weiterentwicklung der MFC eingestellt, und
nicht ganz ohne Grund wird viel über die MFC geflucht. Sauber
strukturiert und gut dokumentiert sind jedenfalls beides Attribute, die
der MFC definitiv nicht angehängt werden können.
Ich arbeite seit über zehn Jahren mit der MFC und meine daher behaupten
zu können, daß ich sie recht gut kenne; man kann durchaus auch mit der
MFC stabile und performante Anwendungen schreiben, aber das gelingt
nur, wenn man die MFC recht gut kennt.
Was ich in den ersten zwei Jahren meiner MFC-Programmiererei so
geschrieben habe, ist nichts, worauf ich besonders stolz wäre.
Hätte es damals eine für mich zugängliche Alternative gegeben, so wäre
ich heute wohl froh darüber.
Tutorials und Beispiele zur MFC-Programmierung finden sich unter
www.codeproject.com
Literatur:
Jeff Prosise, Programming Windows with MFC
Kruglinski, Programming Visual C++
Sheperd/Wingo, Inside MFC
(in der angegebenen Reihenfolge zu lesen)
Zusätzlich empfiehlt sich ein gutes Lehrbuch über C++.
Als Alternativen zur MFC bieten sich an
- wxWidgets (frei, verfügbar auch für Linux und MacOs X)
- QT (verfügbar für Linux, MacOs X und mittlerweile auch Windows unter
der GPL, für kommerzielle Nutzung auf allen drei Plattformen aber
reichlich teuer)
Die letztgenannten bieten den Vorteil, daß erlerntes Wissen nicht an
eine Plattform (Windows) gebunden ist, sondern auch unter Linux oder
MacOs angewandt werden kann, was den eigenen Marktwert vielleicht auch
positiv beeinflussen sollte.
Für xwWidgets gibt es einen kommerziellen GUI-Builder (das ist ein
Programm, mit dem man sich Benutzeroberflächen zusammenbastelt und das
einen Quelltextrumpf dafür erzeugt), der sehr viele auch frei
verfügbare Compiler unterstützt und allmählich zu einer vollständigen
IDE (sans debugger) mutiert. Mit unter 100 EUR ist das Teil seinen
Preis auch definitiv wert (www.anthemion.co.uk/dialogblocks).