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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Digitales Speicheroszilloskop


Autor: Jurek (Gast)
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Hallo zusammen,
nach langer Pause hats mich gepackt und ich will mal wieder basteln.
Jetzt habe ich feststellen muessen, dass mein Uralt-Oszilloskop den
Geist aufgegeben hat.
Deswegen suche ich nun ein brauchbares Oszilloskop.

Eigentlich gefaellt mir das PCS500 ganz gut, aber der Artikel
http://www.mikrocontroller.net/articles/Oszilloskop hat mich jetzt
ein bischen verunsichert. Daher moechte ich wie im Artikel steht, hier
im Forum beraten lassen und hoffe damit auf Eure Hilfe.

Warum das PCS500 ?
-ich haette gerne was kleines ohne Bildschirm, was auf dem Schreibtisch
nicht allzuviel Platz braucht. PCs stehen genuegend rum.
-einigermassen billig, bei Conrad (bin eigentlich mehr ein Reichelt-Fan
;-) gibts das gerade fuer 379 EUR mit allem drum und dran)

-Zwei Kanaele glaub ich ist auch von Vorteil.
Allerdings haette ich gerne noch mehrere (Logikanalyser), gibts da
eine brauchbare Schaltung zum Vorschalten ?... ok anderer Thread....

Verwendungszweck sollte sein:
Haptsaechlich digital Daten (Logikanalyser) von PC-Schnittstellen,
RS485/I2C-Bus mitprotokollieren. Also sollte der Eingang auch
negative Spannungen vertragen koennen. Das ist ja nicht ueberall so,
oder ?
-Ich verwende auch AVR-Prozessoren, wobei ich hier u.a. die IO-Ports
 ueberwachen will.

Ich will aber auch wieder was mit Funkmodulen basteln und dann das
damals ziemlich rauschige Signal :-) beobachten/analysieren koennen.

Andere PC-Oszilloskope sind entweder teurer oder die Werte sehen von
vornherein nicht gut aus:
http://www.tiepie.nl/uk/pricelist/ (gut, aber teurer)
von Voltcraft (Conrad) gibts eines fuer den USB-Bus: DSO-2100 USB
wie ist das ?


Viele Gruesse und Danke im Voraus

Jurek

Autor: Unbekannter (Gast)
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Diese PC-Speicher-Teile würde ich nicht kaufen. Sie sind wirklich nur
billig, und sonst nichts. Und ich meine nicht günstig, sondern
"billig".

Dieses PCS500 hat nur 50 MSamples/s. Das ist verdammt wenig.

Inzwischen bekommst Du für unter 1000,- Euro von Agilent (Einer der
Profi-Messgeräte-Hersteller) ein Digitales Scope das etwa 10 mal besser
ist als dieses PCS500.

Z.b. von Agilent das DSO3062A:

    http://www.home.agilent.com/DEger/nav/-536898067.5...

Wenn Du da eine weile suchst und Dir verschiedene Angebote einholst,
bekommst Du das Gerät bestimmt für 800,- bis 900,- Euro. Wenn Du
Student bist gibt's glaube ich sogar nochmals Rabatt.

Dieses schöne Schmuckstück hat dann ein Farb-Display, 60 MHz Bandbreite
und 500 MSamples/s bei Zweikanal-Benutzung und 1000 MSamples/s bei
Einkanal-Benutzung. Also im Zweikanal-Mode 10mal so schnell wie dieses
PC-Scope und im Einkanal-Mode 20mal so schnell...

Klar, es kostet etwas über das Doppelte als die PC-Lösung. Aber die
Leistung ist extrem viel besser. Das wird sich in den anderen
Technischen Daten auch niederschlagen.

Autor: Jurek Skrzypnik (jurek)
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Oh schade,
und mit dem PC-Oszilloskop hat keiner Erfahrung ?
800 EUR sind mir zu teuer. Dafür steht es zu oft ungenutzt rum.
Wenn man wenigstens noch damit fernsehen könnte :-)

Mein jetziges Oszilloskop hatte 10MHz und das reichte mir
für meine Zwecke meistens aus. Ist das dann nicht schon ein
Sprung nach vorne, oder sind da die 50MSamples/s wirklich zu
schlecht? Ich habe noch andere gesehen, die weitaus weniger hatten.
(Zugegeben, wieder andere hatten auch weitaus mehr, bis zu 25GS/s)


???

Autor: Μαtthias W. (matthias) Benutzerseite
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Hi

50MS/s sind nicht mit einem 50MHz Analogskop zu vergleichen. Schon eher
mit einem 5MHz Analogskop. Warum das so ist wurde hier schön öfters
besprochen.

25GS/s wirst du aber nicht brauchen und schon garnicht bezahlen wollen
(für das Geld kann man sich auch ein etwas größeres, neues Auto
leisten)

Matthias

Autor: Thomas (Gast)
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Es gibt ja auch die Möglichkeit ein gebrauchtes Teil zu kaufen. Das
ZDS210 z.B. Mir persönlich gefallen die Tektronix Scopes etwas besser,
da sie viel kompakter sind, als die low cost Agilent Reihe. Bei 2
Kanälen ist Farbe nicht unbedingt nötig. Es hat sich noch nie für
irgendjemanden gelohnt "billige" Meßgeräte zu kaufen, hinterher wirds
ja doch ein zweites mal und dann richtig gekauft.


Gruß Thomas

Autor: Nikias Klohr (Gast)
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Hallo,
ich muss dem Vorurteil diesen USB-Oszis gegenüber wiedersprechen!

Ich habe mir letztens ein ELAB-80 von http://www.dynoninstruments.com/
gekauft. Und bin absolut zufrieden!
Die 80 Megasamples reichen dir grade noch so, um ein 16MHz Quarz zu
analysieren. Aber bei unseren µC-Schaltungen kommt man doch sowiso nie
in den Frequenzbereich!
Die Funktionalität die dieses Teil gegenüber eines "Standard" Oszis
bringt ist aber unschlagbar. Es gibt einen echt guten
Frequenzgenerator, der auch "Custom" Signalverläufe ausgiebt, die man
entweder mit der Maus zeichnet, oder direkt vom Oszi-Eingang-Export
wieder Importieren kann. Du hast einen Logic-Analyser, der wirklich was
kann. Mit 14 Kanälen, bei 80 Megasamples kann man sich so einige Busse
"live" betrachten. Vor allem der Logik-Trigger ist sehr Praktisch!
Ausserdem hast du ja jeweile 32K-Samples für beide Analog-Kanäle +
Logic Analyser, was absolut ausreichend ist.
Dann hast du noch 2 Taktgeneratoren, bis 150 MHZ. Nie wieder unnötige
Quarze kaufen.
Und 2 Referenzspannungsquellen von -10 - +10V.

Also ich bin wirklich sehr zufrieden mit dem Teil.
Ausserdem bin ich der Meinung, das der PC Eingabe/Ausgabe sowiso besser
kann als jedes normale OSZI, und es deswegen nicht besonders sinvoll ist
nochmal Geld für Display und Knöpfe zu bezahlen.

Gruß,
Nikias

Autor: Hilel (Gast)
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Hallo Nikias.
Ich bin schon lange auf der Suche nach einem PC-Oszi. Wollte eigentlich
eine PCI-Messkarte kaufen. Nun stellt sich bei mir das Platz-Problem im
Rechner. Ich habe keinen freien PCI-Steckplatz mehr. Deshalb ist diese
Lösung für mich (bzw. für die Messungen, die ich durchführe) ideal.
Muss man ELAB-80 direkt bei dynoninstruments bestellen oder gibt es
eine Adresse in Deutschland?

Gruss Hilel

Autor: Jurek Skrzypnik (Gast)
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@Nikias:

die Software macht mir irgendwie einen unfertigen Eindruck,
allein die Tatsache, dass es alle 2 Monate einen Update gibt...

Wie sieht das denn mit der Darstellung auf dem Bildschirm aus?
Werden die Signale in Realtime dargestellt, oder muss man zuerst
irgendwie speichern und dann zum PC uebertragen ?

Die Tatsache, dass hier ein Logikanalyser schon mit dabei ist,
gefaellt mir.

@Hilel: Vielleicht koennen wir uns ja mit der Bestellung zusammentun,
falls es nur beim Hersteller direkt geht.
Koennte sein, dass es dann etwas billiger wird (Shipping zumindest) ?

Allen anderen auch danke fuer die Hinweise, ich habe mittlerweile auch
ein wachsames Auge auf Ebay geworfen und schau parallel nach
gebrauchten Standalone-DSOs.  Obwohl hier das Platzproblem auf meinem
Schreibtisch ja auch noch eine Rolle spielt . :-( .... hmm....

Autor: Nikias Klohr (Gast)
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Hallo,
also derzeit geht die Bestellung leider nur direkt aus USA!
Mit einer Kreditkarte ist das aber eigentlich kein Problem.
Mein ELAB-80 war innerhalb einer Woche da. Allerdings muss man noch
Zoll bezahlen. Die Leute bei Dynon sind sehr hilfsbereit und bieten
einen echt guten Service. (Will jetzt keine Werbung machen, aber ich
war positiv überrascht).

Zur Software:
Ja, sie ist noch etwas unfertig. Aber es wird kontinuierlich daran
gearbeitet und sie ist jetzt schon auf einem guten Level. Und man kann
auch selbst etwas machen, oder Verbesserungsvorschläge einbringen (so
fehlt mir derzeit z.B. ein Differenz-Modus um die beiden Signale von
einander abzuziehen). Das ganze sehe ich eher als Vorteil!
Es gibt eine komplett Dokumentierte DLL. Man kann also, wenn man möchte
sein eigenes Frontend schreiben! Ausserdem gibt es eine Umsetztung für
LABView, die auf der dll basiert und natürlich auch an die eigenen
Bedürfnisse angepasst werden kann!

Realtimedarstellung ist ganz gut, auf meinem Rrechner mit Athlon 2200+
bekomme ich etwa 10 frames/S je nach Triggerung. Ich hab deswegen dort
angefragt und folgende Antwort erhalten:

Q:"Hi,
I'm planing to buy one of your ELabs.
One thing I wanted to know, which I could not evaluate in your
software-demo is the average refreshrate. I calculated, that if you
used
the 1,5 MB/s possible with usb 1.1 you should be able to transfer
around
15 times 32KB*3 (2 analog-chanels, plus the digital channels) if
uncompressed. Is this about the refreshrate to expect in continious
mode?

Thanks in advance,
Nikias Klohr"

A:"Nikias,
  We can do about 10Hz update rate. It's never really possible to use
all of
the USB bandwidth, and we're slowed down a bit by the
microcontrollers
inside. Plus, there are 16 digital channels, so we upload 4 bytes per
sample. In continuous mode, we only update what is on the screen and
wait to
upload things you cannot see only when you stop the capture or are in
single
shot mode.

  In any case, on a 1GHz+ PC, we can update at about 10Hz, assuming
your
sample rate and sample size are set such that the capture does not take
very
long, as we cannot upload while we sample.

--Ian Jordan
  Dynon Instruments

"


Aber die eigentlich Anwendung ist ja das Speicher-Oszi, und da ist
dieses Teil echt super! Vor allem das gleichzeitige aufzeichnen von
analog und digital ist spitze. Du kannst z.B. sagen wenn auf Bus1 (der
aus Logikkanal 0-7 besteht) eine 198 anliegt soll er triggern. Ab dann
wird Analog UND Digital aufgezeichnet...mit einer beliebigen Rate
zwischen 1Hz und 80MHz bis die 32Ksample voll sind...dann an der
Rechner geschickt und du kannst dr deine Signale ganz gemütlich
analysieren :-). Analoge Trigger sind natürlich auch möglich.
Gepaart mit dem Frequenzgenerator (auch mit eigenem Trigger) ist das
echt ein geniales Analysetool. Vor allem weil sich alle Signale (Analog
+ Digital) über der selben Zeitachse betrachten lassen.

Vom Platz her ist das Gerät auch nicht besonders Anspruchsvoll,
allerdings benötigt man ein 110V Adapter! Ausser man hat ein Netzteil,
das +-16V und 5V bringt.

Zusätzlich sind noch 2 Tastköpfe (Hobby-Qualität) und ein haufen Kabel
dabei.
Ich hatte mir vor meinem Kauf auch einiges durchgelesen, z.B. den Test
in Elektor. In meine enge Auswahl kamen dann nur noch www.bitscope.com,
und eben das ELAB-80.
Vom Funktionsumfang hat das ELAB aber besser abgeschnitten und
ausserdem war mir die Antwortzeit bei Dynon Instruments wesentlich
Symphatischer als bei Bitscope.

Negativ sind folgende Punkte:
 - Bestellung aus USA (Zoll, Kreditkarte, Garantie...)
 - 110V
 - Die Ein-/Ausgänge sind von den Spannungsbereichen nicht mit einem
"echten" Oszi zu vergleichen (am besten mal ins Datenblatt schauen).
Z.B. kann der Frequenzgenerator nur +- 4V erzeugen. Auch sind alle
Digital Ein und Ausgänge auf 3,3V Logik ausgelegt. Hatte aber bisher
mit meinen 5V Schaltungen damit keine Probleme!


Gruß,
Nikias Klohr

Autor: Nikias Klohr (Gast)
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Was vieleicht etwas undeutlich war, natürlich kann man seinen Bus frei
Konfigurieren. Das Bus1 jetzt aus Kanal 0-7 Besteht war nur ein
Beispiel. Ausserdem hab ich noch vergessen, dass der Frequenzgenerator
auch noch 6 digitale Ausgänge hat, die man natürlich auch Händisch per
Zeichnung mit der Maus auf beliebige High-Low Kombinationen
konfigurieren kann. Mann kann z.B. eine Bus-Initialisierung simulieren.
Dabei dann aufzeichnen was das Analyseobjekt antwortet, und das ganze
auf einer Zeitachse betrachten. Gleichzeitig kann man z.B. VCC an den
Analogeingang hängen, um zu schauen das der nich einbricht etc. ich
glaub das müsste jetzt rübergekommen sein !?

Gruß,
Nikias

Autor: Jurek Skrzypnik (jurek)
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wow, Danke für die ausführliche Mail.

ach ich liebe das Internet und dieses Forum.....

Viele Grüsse
Jurek

Autor: Gast (Gast)
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Ich habe noch eine Frage an diejenigen, die den Markt schon länger
beobachtet haben: Wie schnell sinken die Preise bei digitalen
Speicheroszis? Ich überlege auch, ob ich mir ein DSO kaufen soll. Die
Preise von 800-1000 Euro für ein Einsteigergerät von Agilent/Tektronix
mit 1 Ghz Sample Rate sind doch etwas hoch. Kann man damit rechnen,
dass vergleichbare Oszis in 2-3 Jahren deutlich billiger werden?

Was mich bei den Angeboten von Agilent auch etwas wundert, ist, dass
die Preise bei gleicher Sample Rate abhängig von der angegebenen
Bandbreite sehr unterschiedlich sind (ab 850 Euro für 60 Mhz, 1600 Euro
für 200 Mhz). Unterscheiden sich diese Oszis nur in der Bandbreite des
analogen Verstärkers oder ist auch der Rest (ADC ... )
hochwertiger/teurer? Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass ein
analoger Verstärker für diese Frequenzen heute noch so teuer ist.

Autor: Μαtthias W. (matthias) Benutzerseite
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Hi

ein analoger Verstärker ist für solche Frequenzen so teuer wenn er von
DC bis 200MHz annähernd linear arbeiten muß. Das ist alles andere als
trivial. Ein bischen Marketing dürfte da aber auch dabei sein. Die
Einstiegsgeräte sehr günstig und mit den besseren dann auch etwas mehr
verdiehnen.

Das die Preise stark fallen kann ich mir nicht vorstellen. Eher werden
die aktuellen Geräte durch modernere ersetzt die etwas mehr können wie
vor wenigen Jahren bei Tek geschehen (TDS2xx -> TDS1xxx & TDS2xxx)

Matthias

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