Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik µC am max. Rating betreiben


von Micha H. (mlh) Benutzerseite


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Hallo,

ich habe hier einen ATtiny2313 an 6V Betriebsspannung laufen, also 
gerade noch so innerhalb des Absolute Maximum Ratings. Das funktioniert 
einwandfrei, muß es ja laut Datenblatt zumindest kurzfristig. Mir ist 
klar daß dabei evtl. andere Specs nicht eingehalten werden.

Warum ich das tue?
Zum einen spart es mir eine Handvoll Transistoren bzw. Pegelwandler, zum 
anderen wollte ich das schon lange mal probieren und sehen ob es da 
innerhalb  endlicher Zeit Ausfälle bzw. "Effekte" gibt.

Hat sowas schonmal jemand gemacht und kann über Langzeiterfahrungen 
berichten?
Es geht um eine Beleuchtungssteuerung, die normalerweise nur 
stundenweise in Betrieb ist. Momentan lasse ich die Ausgänge in einer 
Schleife 24/7 durchschalten, obwohl ich nicht glaube da innerhalb von 
Tagen oder auch Wochen Veränderungen zu sehen. Aber wer weiß...

Gruß,
Micha




Disclaimer für die Reichsbedenkenträger:
Nein, das ist nicht für Flugzeuge, Herzschrittmacher oder KFZ 
(Sakrileg!) gedacht. Es wird keine Betriebserlaubnis erlöschen, keine 
Raumschiffe abstürzen und keine Kinder sterben.
Allerdings werden möglicherweise jede Menge Elektronen misshandelt und 
vielleicht sogar vom Aussterben bedrohtes Silizium zu Tode gefoltert.
Dafür möchte ich mich schon vorab mit meinem tiefsten Bedauern 
entschuldigen.

von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Wenn ich sowas machen will, dann gehe ich einfach einen Schritt weiter 
und lege da exemplarisch mal 7V an. Und dann 8V, bis sich der uC seltsam 
verhält und evtl. qualmt.

Dann schmeiße ich ihn weg, nehme einen Neuen, lege 1V weniger an und 
lasse ihn durchlaufen. Und wenn das dann 8V sind und der damit nach 2 
Wochen immer noch läuft, dann traue ich ihm auch 6V auf Dauer zu.

Wenn der erste bei 7V den magischen Rauch ablässt, dann sind 6V schon 
knapp...

Wenn mir das alles zu aufwändig und zu teuer ist, dann nehme ich einen 
5V Spannungsregler und bleibe in der Spec.

von Hmm.. (Gast)


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Wenn die 6,0 V keine Toleranz nach oben hat und stabil ist, also keine 
Störungen auftreten welche die 6V übersteigen sollte abgesehen von einer 
etwas geringeren Lebenserwartung des Chips nicht viel passieren. Unter 
Umständen laufen dann aber analoge Dinge (ADC, Komparator, On-Chip 
Referenz, etc) nicht wie erwartet. Außerdem kann es sein, dass Portpins 
eher mal kaputt gehen, da diese meist gegen Vcc geclampt sind und damit 
die internen Schutzdioden möglicherweise zu spät greifen.

Für Bastelzwecke spricht also erst einmal nix dagegen das so zu machen. 
Ich würde es allerdings nicht irgendwo verbauen, wo man später zwecks 
Reparatur nicht mehr so einfach herankommt. Denn der defekt kommt früher 
oder später sicher ;)

Ich würde einfach eine nahezu beliebige Diode in Reihe zur Versorgung 
schalten und damit die Vcc etwas unter die 6V ziehen. Falls Vcc aus 
einer Wandwarze kommt oder über eine längere Strippe wäre aber ein LDO 
oder zumindest eine 5,6V Zenerdiode dringend zu empfehlen damit das 
stabil läuft. Ansonsten spinnt der Controller möglicherweise unabhängig 
von der zu hohen Spannung rum (spontane Resets, etc.)

von Soul E. (Gast)


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Auf Doktorhüten haben wir Microcontroller und TTL-Logik regelmässig über 
eine Verpolschutzdiode direkt an einen 6 V-Bleigelakku gehängt. Der Akku 
liefert 7,2 V wenn er voll ist, und bei 4 Volt fallen dann die meisten 
Spielereien irgendwann aus.

Für Atomraketen oder Herzschrittmacher würde ich das nicht machen, 
ansonsten funktioniert es.

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