Hallo, ich habe hier einen ATtiny2313 an 6V Betriebsspannung laufen, also gerade noch so innerhalb des Absolute Maximum Ratings. Das funktioniert einwandfrei, muß es ja laut Datenblatt zumindest kurzfristig. Mir ist klar daß dabei evtl. andere Specs nicht eingehalten werden. Warum ich das tue? Zum einen spart es mir eine Handvoll Transistoren bzw. Pegelwandler, zum anderen wollte ich das schon lange mal probieren und sehen ob es da innerhalb endlicher Zeit Ausfälle bzw. "Effekte" gibt. Hat sowas schonmal jemand gemacht und kann über Langzeiterfahrungen berichten? Es geht um eine Beleuchtungssteuerung, die normalerweise nur stundenweise in Betrieb ist. Momentan lasse ich die Ausgänge in einer Schleife 24/7 durchschalten, obwohl ich nicht glaube da innerhalb von Tagen oder auch Wochen Veränderungen zu sehen. Aber wer weiß... Gruß, Micha Disclaimer für die Reichsbedenkenträger: Nein, das ist nicht für Flugzeuge, Herzschrittmacher oder KFZ (Sakrileg!) gedacht. Es wird keine Betriebserlaubnis erlöschen, keine Raumschiffe abstürzen und keine Kinder sterben. Allerdings werden möglicherweise jede Menge Elektronen misshandelt und vielleicht sogar vom Aussterben bedrohtes Silizium zu Tode gefoltert. Dafür möchte ich mich schon vorab mit meinem tiefsten Bedauern entschuldigen.
Wenn ich sowas machen will, dann gehe ich einfach einen Schritt weiter und lege da exemplarisch mal 7V an. Und dann 8V, bis sich der uC seltsam verhält und evtl. qualmt. Dann schmeiße ich ihn weg, nehme einen Neuen, lege 1V weniger an und lasse ihn durchlaufen. Und wenn das dann 8V sind und der damit nach 2 Wochen immer noch läuft, dann traue ich ihm auch 6V auf Dauer zu. Wenn der erste bei 7V den magischen Rauch ablässt, dann sind 6V schon knapp... Wenn mir das alles zu aufwändig und zu teuer ist, dann nehme ich einen 5V Spannungsregler und bleibe in der Spec.
Wenn die 6,0 V keine Toleranz nach oben hat und stabil ist, also keine Störungen auftreten welche die 6V übersteigen sollte abgesehen von einer etwas geringeren Lebenserwartung des Chips nicht viel passieren. Unter Umständen laufen dann aber analoge Dinge (ADC, Komparator, On-Chip Referenz, etc) nicht wie erwartet. Außerdem kann es sein, dass Portpins eher mal kaputt gehen, da diese meist gegen Vcc geclampt sind und damit die internen Schutzdioden möglicherweise zu spät greifen. Für Bastelzwecke spricht also erst einmal nix dagegen das so zu machen. Ich würde es allerdings nicht irgendwo verbauen, wo man später zwecks Reparatur nicht mehr so einfach herankommt. Denn der defekt kommt früher oder später sicher ;) Ich würde einfach eine nahezu beliebige Diode in Reihe zur Versorgung schalten und damit die Vcc etwas unter die 6V ziehen. Falls Vcc aus einer Wandwarze kommt oder über eine längere Strippe wäre aber ein LDO oder zumindest eine 5,6V Zenerdiode dringend zu empfehlen damit das stabil läuft. Ansonsten spinnt der Controller möglicherweise unabhängig von der zu hohen Spannung rum (spontane Resets, etc.)
Auf Doktorhüten haben wir Microcontroller und TTL-Logik regelmässig über eine Verpolschutzdiode direkt an einen 6 V-Bleigelakku gehängt. Der Akku liefert 7,2 V wenn er voll ist, und bei 4 Volt fallen dann die meisten Spielereien irgendwann aus. Für Atomraketen oder Herzschrittmacher würde ich das nicht machen, ansonsten funktioniert es.
Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.