Ich lese immer wieder, dass man den Schirm nicht bei dem Empfänger
(Eingang), sondern bei der Quelle (Ausgang) "hart" auf Masse legen soll
und auf der anderen Seite entweder nicht oder über spannungsfeste
Kondensatoren.
Gibt es dafür einen guten technischen Grund? Denn intuitiv, rein aus dem
Gefühl heraus, würde ich den Schirm am empfindlichen Eingang anschließen
wollen.
Meine konkrete Situtation ist die Verbindung von digitalen und analogen
Signalen zwischen Messwertaufnehmern, die zwischen Maschinen mit großen
Motoren stehen. Die Geräte verteilen sich auf eine Fläche von ungefähr
100 m².
Ergänzung: Eine zusätzliche Signal- und Versorgungsmasseleitung gibt es
als Innenleiter in den abgeschirmten Kabeln, diese sind sternförmig an
einen zentralen Massepunkt geführt.
Die Schirmung kann ja ihre Funktion Erfüllen wenn einstrahlende Felder
auch Kurzgeschlossen und einen Strom (niederohmig) ableiten können.
Die Versorgungseinheit erfüllt mit den niederohmigen Ground genau diese
Funktion und damit sollte man dies auch genauso tun. Würde man den
Schirm auf der Sensorseite auflegen würde, leitet man die Störungen sich
genau da hin wo man die NICHT haben möchte. Abhängig von der Länge hat
man sich auch eine riesige Antenne gebaut welche auch Störungen gut
aufnimmt.
Theoretisch vorhandene Kondensatoren schließen Höherfrequente Anteile
gegen das Bezugspotential kurz und werden meistens aus Angst verbaut.
Stöber mal ein wenig in Büchern die sich mit EMV beschäftigen.
*Im Detail müsste man noch zwischen Elektrischen Feldern (=Kapazitive
Kopplung) und Magnetischen Feldern (=Induktive Kopplung) bei den
Störgrößen differenzieren.
Hallo,
ich denke, in Praxis legt man einen Schirm am besten dort auf
Erdpotential, wo man auch einen guten Anschluss dazu hat.
In Industrieanlagen gibt es oft auch spezielle Signalerdungsschienen in
Betriebsräumen, wo eben Signalkabel am besten zu erden sind.
Das kann auch irgend wo zwischen den Enden eines Signalkabels sein,
wo diese rangiert werden.
Gruß Öletronika
>Ich lese immer wieder, dass man den Schirm nicht bei dem Empfänger>(Eingang), sondern bei der Quelle (Ausgang) "hart" auf Masse legen soll>und auf der anderen Seite entweder nicht oder über spannungsfeste>Kondensatoren.
Ist hauptsächlich bei der symmetrischen Signalführung wichtig. Habe ich
versucht hier zu erklären:
Beitrag "Galvanische Trennung mit Übertrager"
Ein anderes Argument ist: Ist der Kabelschirm auf der Senderseite
aufgelegt, arbeitet der Ausgangstreiber auf eine einfache
Kabelkapazität. Ist der Kabelschirm dagegen auf der Empfängerseite
aufgelegt, sieht der Ausgangstreiber eine viel kompliziertere komplexe
Last, weil der Strom, den der Ausgangstreiber in die Kabelkapazität
injeziert in der Regel über undefinierte Umwege zum Ausgangstreiber
zurückfließt, was manche Ausgangstreiber instabil werden läßt.
Auf der anderen Seite ist natürlich auch wahr, daß ein ausgangsseitig
aufgelegter Schirm oft auch eine schlechtere Abschirmwirkung besitzt, im
Gegenteil sogar Störungen noch zusätzlich in den Signalweg injeziert
werden können, wenn der Schirm auf einem anderen Potential liegt wie die
Empfängermasse. Deswegen ist auch hinsichtlich dieses Aspekts die
symmetrische Signalführung so wichtig, weil die Störungen dann auf beide
Leiter wieder gleichzeitig eingekoppelt werden und vom
Differenzverstärker größtenteils eliminiert werden können. Noch besser
klappt das natürlich, wenn man statt des Differenzverstärkers gleich
einen hochwertigen Eingangsübertrager einsetzt.
Das mag bei analogSensoren sinnvoll sein.
Bei digitalen Sensoren wird beidseitig geerdet/abgeschirmt.
Nur so kann garantiert werden, dass Störstrahlung von aussen
einwirkt.Das machen wir auf der ganzen Welt so für die größten
Multis.
Hallo,
kannst du, oder jemand anderes, mal etwas genauer erläutern warum das so
ist ?
Die Frage ist ernst gemeint und nicht ironisch bzw. besserwisserisch.
Die Aussage
"Nur so kann garantiert werden, dass Störstrahlung von aussen
einwirkt"
ist irgendwie verwirrend.
mfg
Hennes
Wenn es um Störaussendung geht, ist der Schirm an der Quelle
anzuschließen.
Wenn es aber um Störeinstrahlung geht, ist der Schirm am Empfänger
anzuschließen.
Eine generelle Lösung gibt es daher nicht.
Metallgehaeuse, Metallkabeldurchfuehrung speziell für das Auflegen der
Abschirmung,Conduitrohre usw.Teilweise doppelt abgeschirmtes Kabel.
Da kann man mit einem WalkyTalky direkt an der Elektronik senden ohne
dass diese sich aufhängt.Alle Elektronikboxen sind untereinander auf
diese Art verbunden.
Natürlich wird alles ordentlich mit großzügiger Erdung versehen.
Warum das gut funktioniert?
Weil diese Technik beste Resultate bringt.
Ueber dieses Thema gibt es die verschiedensten Meinungen.
Meinungen? OK
Optimale Resultate? Abschirmung für die digitale Welt , wie beschrieben!
Hennes schrieb:> "Nur so kann garantiert werden, dass Störstrahlung von aussen> einwirkt"> ist irgendwie verwirrend.
finde ich auch. Meinst Du nicht, `dass keine Störstrahlung von außen
einwirkt?
Jochen schrieb:> Ich lese immer wieder, dass man den Schirm nicht bei dem Empfänger> (Eingang), sondern bei der Quelle (Ausgang) "hart" auf Masse legen soll> und auf der anderen Seite entweder nicht oder über spannungsfeste> Kondensatoren.>> Gibt es dafür einen guten technischen Grund? Denn intuitiv, rein aus dem> Gefühl heraus, würde ich den Schirm am empfindlichen Eingang anschließen> wollen.>> Meine konkrete Situtation ist die Verbindung von digitalen und analogen> Signalen zwischen Messwertaufnehmern, die zwischen Maschinen mit großen> Motoren stehen. Die Geräte verteilen sich auf eine Fläche von ungefähr> 100 m².
Analog Devices AN 347 "Shielding and Guarding"
Eine grundsätzliche Feststellung ist, dass man Bezugspotential und wie
das zwischen Schaltungen verbunden wird nicht mit Abschirmung
verwechseln sollte...
Hallo,
> wartemal schrieb:> Bei digitalen Sensoren wird beidseitig geerdet/abgeschirmt.
das hat kaum was mit analog oder digital zu tun.
Störprobleme hat man bei beiden Technologien bekommen.
> Nur so kann garantiert werden, dass Störstrahlung von aussen> einwirkt.
Du meinstet sicher: ....dass Störstrahlung von aussen NICHT einwirkt.
>Das machen wir auf der ganzen Welt so für die größten Multis.
In den meisten Fällen wird das auch durchaus funktionieren, aber es gibt
in der Welt auch Länder, in denen Elektronormen max. informativen
Charakter haben und Anlagen eine technischen Zustand haben, den wir als
"mittelalterlich" und in hohem Maße fraglich einschätzen würden.
Da kann es wegen "schlechter Erde" schon mal zu erheblichen
Potentialunterschieden kommen. Infolge fließen ganz erhebliche
Ausgleichsströme (zig A) die dann auch erhebliche Störsignale auf die
innen liegenden Signalleitungen induzieren. In solchen Fällen ist das
beidseitige Auflegen von Schirmen eher kontraproduktiv. Dann koppelt man
das andere Ende lieber nur kapazitv an Erde, um zumindest HF-mäßig eine
ausreichende Störunterdrückung zu erreichen.