Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Ubuntu 14.04 LTS (Lubuntu, Xubuntu, Kubuntu) auf dem RaspberryPi2


Announcement: there is an English version of this forum on EmbDev.net. Posts you create there will be displayed on Mikrocontroller.net and EmbDev.net.
von Albrecht H. (alieninside)


Bewertung
0 lesenswert
nicht lesenswert
Bei dem für den RaspberryPi2 angekündigten Ubuntu handelt es sich 
vorerst "nur" um das bisher noch ziemlich unbekannte "Snappy Ubuntu 
Core". Viele RaspberryPi2-Besitzer würden aber gerne auch die 
klassischen Ubuntu-Varianten installieren. Etliche haben sich schon 
daran versucht, eine recht ordentlich funktionierende Variante stammt 
von Ryan Finnie (Ubuntu-Mitarbeiter?).

Infoseite:
https://wiki.ubuntu.com/ARM/RaspberryPi

Ich habe das jetzt 2-3 mal Test-installiert und die 
Installationshinweise nocheinmal zusammengefasst.

Sinvolle Vorgehensweise beim Installieren:

1. "2015-03-02-ubuntu-trusty.zip" herunterladen und entpacken -> 
"2015-03-02-ubuntu-trusty.img":

http://www.finnie.org/software/raspberrypi/2015-03-02-ubuntu-trusty.zip

2. "2015-03-02-ubuntu-trusty.img" auf SD-Karte übertragen, (eine 
16GB-SD-Karte reicht erstmal aus):
Dafür gibts schon genügend Anleitungen.

3. Ext4-Partition auf der SD-Karte, händisch vergrößeren, (Wichtig, 
sonst reicht der Platz nachher nicht für den Ubuntu-Desktop!!). Man kann 
der Anleitung auf https://wiki.ubuntu.com/ARM/RaspberryPi folgen oder, 
was vielleicht etwas etwas weniger Kopfzerbrechen bereitet, einfach 
"gparted" zur Vergrößerung verwenden.

4. Karte in den RaspberryPi2 einstecken und starten, (=Stromversorgung 
einschalten).

5. "locale"-Einstellungen anpassen, sonst gibts hinterher andauernd 
nervige Warnmeldunden.
Mann kann auch noch weitere "locales" installieren wenn man will, aber 
für z.B. einen englischen Desktop und eine deutsche Tastaturbelegung 
reichen die beiden unten angegebenen vorerst aus. In der Konsole, 
(Benutzername: ubuntu, Paswort: ubuntu):
sudo locale-gen en_US.UTF-8
sudo locale-gen de_DE.UTF-8
sudo dpkg-reconfigure keyboard-configuration

6. SSH-Zugang installieren, in der Konsole:
sudo apt-get install openssh-server

7. Optional: Swapfile einrichten. Diesen Schritt kann man auch 
überspringen und später nacholen, wenn man merkt, dass der RAM-Speicher 
nicht ausreicht. Swappen ist ja eh nicht so toll für die SD-Karte. In 
der Konsole:
sudo apt-get install dphys-swapfile

8. Ubuntu-Basissystem updaten. In der Konsole:
sudo apt-get update
sudo apt-get upgrade

9. Ubuntu-Desktop nach Wahl installieren, das dauert eine ganze Weile, 
insbesondere, wenn man keine schnelle SD-Karte hat. Lubuntu und Xubuntu 
funktionieren gut, Kubuntu ist eher etwas experimentell. In der Konsole 
wahlweise:
sudo apt-get install xubuntu-desktop
oder:
sudo apt-get install lubuntu-desktop
oder:
sudo apt-get install kubuntu-desktop

10. RaspberryPi2 neustarten. In der Konsole:
sudo shutdown -r now

11. Am Ubuntu-Desktop anmelden, (Benutzername: ubuntu, Passwort: 
ubuntu). Ab jetzt kann man alles weitere auf der grafischen 
Benutzeroberfläche machen.

12. Ein paar Hilfsprogramme installieren. Terminal starten, dann in der 
Konsole:
sudo apt-get install mc nano x11vnc scite mousepad synaptic gksu

13. Grafik-Treiber installieren. Terminal starten, dann In der Konsole:
sudo apt-get install xserver-xorg-video-fbturbo

14. "xorg.conf" anpassen bzw. erstellen. Falls die Datei 
"/etc/X11/xorg.conf" noch nicht existiert, Terminal starten, dann in der 
Konsole:
sudo touch /etc/X11/xorg.conf

(Oder einfach eine neue Datei im Editor erstellen und dann unter 
"/etc/X11/xorg.conf" abspeichern).

Danach muss folgender Text in die "xorg.conf" eingetragen werden:
Section "Device"
    Identifier "Raspberry Pi FBDEV"
    Driver "fbturbo"
    Option "fbdev" "/dev/fb0"
    Option "SwapbuffersWait" "true"
EndSection

Die "xorg.conf" gehört "root", um sie oder andere "root"-Dateien zu 
bearbeiten muss ein Editor mit root-Rechten gestartet werden, dazu gibt 
es viele Möglichkeiten:

Auf dem Desktop, Terminal starten, dann in der Konsole:
sudo mousepad

oder
sudo scite

Oder, (etwas komplizierter), nur über die Konsole z.B. über SSH mit dem 
Midnight-Commander (mc) und Nano (nano):
sudo mc

Dann im Editor nach "/etc/X11/xorg.conf" navigieren und den Text von 
oben eingeben oder reinkopieren, danach abspeichern und Editor beenden.

15. Ein paar RaspberryPi-spezifische Dateien installieren. In der 
Konsole:
sudo apt-get install libraspberrypi-bin libraspberrypi-dev

16. Ein paar RaspberryPi-spezifische Links anpassen. In der Konsole:
sudo ln -s /usr /opt/vc

17. Noch ein paar RaspberryPi-spezifische Dateien installieren. In der 
Konsole:
sudo apt-get install libraspberrypi-bin-nonfree

18. Fertig! Neustarten!


Optional 1: Lubuntu / Xubuntu Anmeldebildschirm überspringen und Desktop 
direkt starten.

Für Lubuntu, in der Konsole:
sudo mousepad /etc/lightdm/lightdm.conf.d/20-lubuntu.conf

dann in "20-lubuntu.conf" folgendes eintragen:
[SeatDefaults]
user-session=lubuntu
autologin-user=ubuntu

Für Xubuntu, in der Konsole:
sudo mousepad /etc/lightdm/lightdm.conf.d/10-xubuntu.conf

dann in "10-xubuntu.conf" folgendes eintragen:
[SeatDefaults]
user-session=xubuntu
autologin-user=ubuntu


Optional 2: Zugriff auf den RaspberryPi2 über VNC.
Entweder direkt auf dem RaspberryPi2 ein Terminal öffnen oder über SSH 
einloggen und dann VNC starten mit:

Wenn man sich schon am Desktop angemeldet hat, dann reicht:
x11vnc

oder, falls nur der Anmeldebildschirm zu sehen ist, dann braucht es:
sudo x11vnc -auth /var/run/lightdm/root/:0

Danach mit einem beliebigen VNC-Viewer am RaspberryPi anmelden mit z.B.: 
remmina und "192.168.1.20:0" oder mit "xtightvncviewer" oder unter 
Windows mit "vncviewer.exe".


Optional 3: "Terminal-Services" von oder auf RaspberryPi
Von einem anderen Ubuntu / Linux-Computer aus ein grafisches Programm 
auf dem RaspberryPi über SSH starten. Die grafische Ausgabe des 
Programms wird dabei vom RaspberryPi auf den Ubuntu-Computer umgeleitet, 
(geht natürlich auch in die andere Richtung). Für Linux-Kenner ein alter 
Hut, aber nach wie vor ziemlich cool wie ich finde.

Normales Programm starten z.B. "mousepad":
ssh -X ubuntu@192.168.1.20 mousepad

Falls das Programm Admin-Rechte benötigt z.B. "synaptic":
sudo ssh -X ubuntu@192.168.1.20 gksu synaptic


Optional 4: Schnellsuche in Synaptic aktivieren (Lubuntu).
Die Schnellsuche in Synaptic "Find-As-You-Type" braucht CPU-Leistung, 
RAM-Speicher und stresst die SD-Karte, ist aber ziemlich praktisch. Für 
den RaspberryPi1 eher ungeeignet, für den RaspberryPi2 aber rein 
leistungsmäßig überhaupt kein Problem. In der Konsole:
sudo apt-get install apt-xapian-index

Nach einiger Zeit und evt. einem Neustart erscheint dann die 
Schnellsuche in Synaptic.

Edit: Ich wollte das eigentlich an den großen RaspberryPi-Thread 
anhängen ist aber irgendwie hier gelandet, sorry. Bitte verschieben nach 
"PC Hard- und Software".

: Bearbeitet durch User

Antwort schreiben

Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist freiwillig. Wenn Sie automatisch per E-Mail über Antworten auf Ihren Beitrag informiert werden möchten, melden Sie sich bitte an.

Wichtige Regeln - erst lesen, dann posten!

  • Groß- und Kleinschreibung verwenden
  • Längeren Sourcecode nicht im Text einfügen, sondern als Dateianhang

Formatierung (mehr Informationen...)

  • [c]C-Code[/c]
  • [avrasm]AVR-Assembler-Code[/avrasm]
  • [code]Code in anderen Sprachen, ASCII-Zeichnungen[/code]
  • [math]Formel in LaTeX-Syntax[/math]
  • [[Titel]] - Link zu Artikel
  • Verweis auf anderen Beitrag einfügen: Rechtsklick auf Beitragstitel,
    "Adresse kopieren", und in den Text einfügen




Bild automatisch verkleinern, falls nötig
Bitte das JPG-Format nur für Fotos und Scans verwenden!
Zeichnungen und Screenshots im PNG- oder
GIF-Format hochladen. Siehe Bildformate.
Hinweis: der ursprüngliche Beitrag ist mehr als 6 Monate alt.
Bitte hier nur auf die ursprüngliche Frage antworten,
für neue Fragen einen neuen Beitrag erstellen.

Mit dem Abschicken bestätigst du, die Nutzungsbedingungen anzuerkennen.