Die Frage ist einfach, will man einen Röhrensound oder einen glasklaren
linearen Sound.
Für einen linearen verzerrungsarmen Sound sind eisenlose komplementär
MOSFET-Endstufen unschlagbar.
Vor allem der Verzicht auf den verzerrenden und frequenzeinengenden
Ausgangstrafo ermöglich eine um Klassen bessere Natürlichkeit.
Kurz gesagt, der typische Röhrensound liegt hauptsächlich im nötigen
Ausgangstrafo begründet.
Ich hatte früher mal eine eisenlose Gegentaktendstufe mit Röhren
aufgebaut und war überrascht. Der Klang war genau so klar, wie bei
einem guten Komplementär-Verstärker.
Allerdings war der Wirkungsgrad saumäßig. Durch die nötigen
Hochstromröhren (Senderöhren), um 16 Ohm Lautsprecher direkt treiben zu
können, war allein die nötige Heizleistung viel größer als die erreichte
Ausgangsleistung.
Ich hab dann diese Heizschaltung wieder zerlegt und die Senderöhre
einem Funkamateur gegeben.
Ich schließe mich daher an, ein stabilisiertes Netzteil macht einen
Teil der Röhrensoundverformung zunichte, dann sollte man lieber gleich
auch die Endstufe eisenlos mit MOSFETs aufbauen.
Entweder man will den verformten Sound, dann aber mit allem oder man
will es linear und verzerrungsarm, dann aber richtig.
Peter