IR Empfänger triggert durch Tageslicht

Gast #4280517
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Hallo zusammen!
Ich habe folgenden IR Empfänger 
http://www.conrad.de/ce/de/product/184301/IR-Empfaenger-Sonderform-axial-bedrahtet-38-kHz-58-mm-940-nm-35-OS-0038N/?ref=detview1&rt=detview1&rb=1
Dieser triggert auch schon beim Einfall von indirektem Tageslicht. Kennt 
jemand das Problem? Schatten ich ihn ab, triggert dieser nur beim Senden 
der Fernbedienung.
Weiß jemand wozu der 47uC Kondensator im Datenblatt genau dient?

Viele Grüße
Andy
Gast #4280550
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Irgendein Vöglein hat mir folgendes gesteckt:

Sonnenlicht, egal ob direkt oder indirekt, enthält jede Menge IR.

Angeblich soll's deshalb im Sommer auch so warm sein.

Habe dies aber nie explizit kontrolliert...
Gast #4280632
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Ingo L. schrieb:
> In Zusammenhang mit dem 47R bildet er einen Tiefpass 1. Ordnung mit
> einer Eckfrequenz von 72Hz und filtert die Versorgungsspannung. Hast du
> es so aufgebaut?

Alles klar, das dachte ich mir schon. Ich habe es so aber nicht 
aufgebaut. Sollte aber auch nicht die Ursache des Problems sein.

Amateur schrieb:
> Sonnenlicht, egal ob direkt oder indirekt, enthält jede Menge IR.

Echt? Und ich dachte immer IR gibt s gar nicht, weil ich kanns ja nicht 
sehen...
Aber unter "Hohe Störfestigkeit gegenüber Umgebungslicht" verstehe ich 
dass man das Bauteil wenigstens im Schatten benutzen kann. Dazu sollen 
ja auch nur mit 38kHz modulierte Signale erkannt werden. In einem 
anderen Forum habe ich gelesen, ein zusätzliches Filter, bspw. ein 
Diskettenband soll helfen.
Moderator Persönliche Seite #4280717
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Andy schrieb:
> Ingo L. schrieb:
>> In Zusammenhang mit dem 47R bildet er einen Tiefpass 1. Ordnung mit
>> einer Eckfrequenz von 72Hz und filtert die Versorgungsspannung. Hast du
>> es so aufgebaut?
>
> Alles klar, das dachte ich mir schon. Ich habe es so aber nicht
> aufgebaut. Sollte aber auch nicht die Ursache des Problems sein.

Doch, kann durchaus.

> Aber unter "Hohe Störfestigkeit gegenüber Umgebungslicht" verstehe ich
> dass man das Bauteil wenigstens im Schatten benutzen kann. Dazu sollen
> ja auch nur mit 38kHz modulierte Signale erkannt werden. In einem
> anderen Forum habe ich gelesen, ein zusätzliches Filter, bspw. ein
> Diskettenband soll helfen.

Einzelne Nadelimpulse sieht man auch bei den alternativen TSOP-Sensoren, 
die ich immer verwende. Diese kurzen Pulse kann man aber prima per 
Software rausfiltern. Oder man nutzt direkt IRMP, wenn es ums 
Decodieren von IR-Fernbedienungen geht.
Gast #4280940
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Andy schrieb:

> Aber unter "Hohe Störfestigkeit gegenüber Umgebungslicht" verstehe ich
> dass man das Bauteil wenigstens im Schatten benutzen kann. Dazu sollen
> ja auch nur mit 38kHz modulierte Signale erkannt werden.

Und was glaubst du, was ein Sprung der Helligkeit (z.B. durch ein 
aufklappendes Fenster am gegenüberliegenden Haus) so alles an Frequenzen 
enthält?

Ziemlich sicher auch 38kHz. Genauso sicher wie jede andere (nicht zu 
hohe) Frequenz. So ist das halt bei Sprüngen.

D.h.: Ein schmalbandiger Filter für die Trägerfrequenz und ein (relativ) 
schmalbandiges optisches Filter für IR alleine können niemals 
sicherstellen, daß ein Sprung nicht doch eine unerwünschte Antwort 
produziert.

Genau deswegen benutzen IR-Fernbedienungen auch immer ein 
vergleichsweise komplexes Protokoll als zusätzlichen "Filter". Im 
Minimum, bei sehr primitiven Steuerungen, wird ein gewisse Mindestdauer 
des "Ereignisses" gefordert, um als gültig durchzugehen. Dabei wird 
schlicht die Tatsache ausgenutzt, daß solche Sprünge normalerweise 
Zufallsereignisse sind und es deswegen sehr schnell sehr 
unwahrscheinlich wird, daß sie in ausreichend dichter Folge auftreten, 
um die geforderte Mindestdauer des demodulierten Signals zu erzeugen.

Natürlich: wenn sie bewußt herbeigeführt werden oder aus einer 
systematischen Quelle stammen, sind es keine zufälligen Ereignisse mehr 
und der Ansatz wird scheitern. Deswegen benutzt man halt seit 
Jahrzehnten wesentlich komplexere Protokolle mit mehr Redundanz.

Genau das solltest du einfach auch tun...
Gast #4281069
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Frank M. schrieb:
> Einzelne Nadelimpulse sieht man auch bei den alternativen TSOP-Sensoren,
> die ich immer verwende.

Einen TSOP habe ich hier auch rumliegen, der dieses Verhalten nicht 
aufweist. Allerdings passt mir die Bauform für das Projekt nicht.

c-hater schrieb:
> Und was glaubst du, was ein Sprung der Helligkeit (z.B. durch ein
> aufklappendes Fenster am gegenüberliegenden Haus) so alles an Frequenzen
> enthält?
>
> Ziemlich sicher auch 38kHz. Genauso sicher wie jede andere (nicht zu
> hohe) Frequenz. So ist das halt bei Sprüngen.

Das ist mir schon klar, dass es durch Störlicht zu einer Aktion kommen 
kann. Aber ich finde 10 Spikes pro Sekunde sind etwas viel. Diese treten 
dann auch in der übertragenen Sequenz auf, wodurch diese nicht mehr 
richtig ausgewertet werden kann.
Gast #4281487
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Und nun rate mal, warum bei jedem handelsüblichen Gerät der
Heim-Elektronik mit IR-Fernbedienung der Sensor im Gerät
hinter einer Filterscheibe steckt:

Genau deswegen!

Bei meinen ersten Experimenten mit TSOP-Empfängern habe ich
mich gewundert, dass die das Signal einer TV-Fernbedienung
aus dem Nachbarzimmer sauber empfangen. Gleichzeitig musste
man schon gut auf das TV-Gerät zielen, um eine Reaktion zu
erhalten.

Also: Dein IR Empfänger ist schon OK!

Wenn du seine volle Empfindlichkeit nutzen willst, MUSS er
gegen Störlicht abgeschirmt werden.
Moderator Persönliche Seite #4281533
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Andy schrieb:
> Einen TSOP habe ich hier auch rumliegen, der dieses Verhalten nicht
> aufweist. Allerdings passt mir die Bauform für das Projekt nicht.

Doch, die Nadelimpulse treten auch bei TSOPs auf, z.B. bei Licht aus 
Neonröhren. Aber auch bei anderen Arten von Kunstlicht passiert das.

> Das ist mir schon klar, dass es durch Störlicht zu einer Aktion kommen
> kann. Aber ich finde 10 Spikes pro Sekunde sind etwas viel.

10 Spikes pro Sekunde sind nichts. Benutze ein Protokoll, bzw. 
Signalformen, die zumindest für einige 100 µs den Pegel nicht wechseln. 
Während der Übertragung treten die Störimpulse in den Hintergrund, da 
sich die AGC auf die stärkeren Signale einschießt. Nur während längerer 
Pausen können die Störimpulse dann wieder auftreten. Die sind aber 
während der Kürze der Dauer dann einwandfrei erkennbar, so dass die 
Software sie ignorieren kann.

> Diese treten
> dann auch in der übertragenen Sequenz auf, wodurch diese nicht mehr
> richtig ausgewertet werden kann.

Nein, wenn die übertragene "Sequenz" eine geeignete Signalform hat, 
treten sie eben nicht auf.

Schau Dir mal

   https://www.mikrocontroller.net/articles/IRMP#Kodierungen

an. Diese Kodierungen sind für IR-TSOPs besonders geeignet. Sinnvolle 
Puls-/Pausenlängen findest Du unter:

   https://www.mikrocontroller.net/articles/IRMP#Die_IR-Protokolle_im_Detail

Die im Artikel behandelten Kodierungen vermeiden auf jeden Fall längere 
Pausen, die dafür sorgen könnten, dass sich Störungen evtl. durchsetzen.

Erzähl doch mal etwas über die Signale, die Du da überträgst.
Gast #4281553
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Ich habe auch schon mal gehört, dass man hinter dem Sensor kräftig 
filtern soll. Am besten natürlich die Trägerfrequenz.

... aber was gibt es zum Filtern, wenn der Sensor durch Fremdlicht 
zugemüllt wird?

Der eine oder andere – vielleicht sogar beide – sollten sich mal mit der 
schlaffen Sendeleistung eines wie auch immer gearteten Strahlemannes im 
Vergleich zu unserem Sonnerich befassen.
#4281603
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Andy schrieb:
> Das ist mir schon klar, dass es durch Störlicht zu einer Aktion kommen
> kann. Aber ich finde 10 Spikes pro Sekunde sind etwas viel.

Dann ist es unwahrscheinlich, daß das von Störlichtquellen kommt.
Die sind entweder deutlich langsamer oder deutlich schneller.
Zuerst mal solltest du die Versorgungsspannung des IR-Empfängers 
vernünftig filtern.
Gast #4282156
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Hallo Andy,

die überwiegende Mehrheit der IR-Empfänger mit integrierter Elektronik 
beherbergen einen AGC (Automatic Gain Control) oder auf deutsch eine 
automatische Verstärkungsregelung. Im Datenblatt von deinem IR findet 
man am Vorverstärker eine Rückkopplung mit einem "ABLC".
Ich habe leider nur diese Abkürzung, aber keine Erklärung dieser im Netz 
gefunden, könnte mir aber vorstellen, dass sich dahinter ebenfalls eine 
AGC befindet. Vielleicht kann jemand anders aus dem Forum uns mit seiner 
Weisheit erhellen.
Warum erzähl ich das?
Die AGC hat zumeist die Angewohnheit ihre Verstärkung immer weiter zu 
erhöhen, wenn kein entsprechendes Nutzsignal erkannt wird. Das treibt 
die AGC solange weiter, bis sie ins Rauschen hinein die Verstärkung 
aufdreht.
Was du wahrscheinlich siehst, sind Impulse die durch das Rauschen 
auftreten. Sobald ein Nutzsignal empfangen wird (38kHz), wird die 
Verstärkung zurückgenommen und die Störimpulse verschwinden.
Daher beginnen die IR-Übertragungsprotokolle oftmals mit einigen 
Impulsen, die keine Information beinhalten. Sie sind dazu da, den AGC in 
einen entsprechenden Betriebszustand zu bringen (Einschwingen). Erst 
danach beginnt die eigentliche Übertragung von Nutzdaten.

Mal sehen, ob meiner Deutung des Phänomens widersprochen wird.

Gruß
gatsby
Gast #4282192
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gatsby schrieb:

> Mal sehen, ob meiner Deutung des Phänomens widersprochen wird.

Es wäre unsinnig, dem zu widersprechen, denn tatsächlich funtioniert die 
große Mehrheit kommerzieller IR-Empfänger genau so.

Aber wie immer bestätigen die Ausnahmen die Regel, denn es gibt auch 
etliche Baureihen von IR-Empfängern ohne AGC, speziell für Anwendungen 
mit vorhersehbarem konstanten oder nur geringfügig variierendem 
"Abstand" zwischen Sender und Empfänger.
Gast #4282209
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gatsby schrieb:
> Die AGC hat zumeist die Angewohnheit ihre Verstärkung immer weiter zu
> erhöhen, wenn kein entsprechendes Nutzsignal erkannt wird. Das treibt
> die AGC solange weiter, bis sie ins Rauschen hinein die Verstärkung
> aufdreht.
> Was du wahrscheinlich siehst, sind Impulse die durch das Rauschen
> auftreten. Sobald ein Nutzsignal empfangen wird (38kHz), wird die
> Verstärkung zurückgenommen und die Störimpulse verschwinden.

Eine sehr logische Erklärung.
Moderator Persönliche Seite #4282434
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gatsby schrieb:
> Daher beginnen die IR-Übertragungsprotokolle oftmals mit einigen
> Impulsen, die keine Information beinhalten. Sie sind dazu da, den AGC in
> einen entsprechenden Betriebszustand zu bringen (Einschwingen).

Genau so ist es, deshalb schrieb ich ja oben:

Frank M. schrieb:
> Während der Übertragung treten die Störimpulse in den Hintergrund, da
> sich die AGC auf die stärkeren Signale einschießt. Nur während längerer
> Pausen können die Störimpulse dann wieder auftreten.
#4282853
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Karl H. schrieb:
> Ja. Zum Beispiel den in meinem alten Röhrenfernseher verbauten, der
> abends nach Einbruch der Dunkelheit immer meint, ich hätte auf 2
> Kanalton umgeschaltet, obwohl die Fernbedienung 1 Meter von mir entfernt
> rumliegt. :-)

Und nicht irgendwelche Energiesparlampen eingeschaltet? Die verpesten im 
kalten Zustand IR-mässig ziemlich die Umgebung. Und die Entwickler 
konnten diese Quelle noch nicht kennen.
#4282900
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Tcf K. schrieb:
> Karl H. schrieb:
>> Ja. Zum Beispiel den in meinem alten Röhrenfernseher verbauten, der
>> abends nach Einbruch der Dunkelheit immer meint, ich hätte auf 2
>> Kanalton umgeschaltet, obwohl die Fernbedienung 1 Meter von mir entfernt
>> rumliegt. :-)
>
> Und nicht irgendwelche Energiesparlampen eingeschaltet?

No. Die hatte ich auch schon im Verdacht.
Beleuchtung komplett aus und ich seh trotzdem die Umschaltmeldung am 
Schirm.
Gast #4282939
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Karl H. schrieb:
> Beleuchtung komplett aus und ich seh trotzdem die Umschaltmeldung am
> Schirm.

Klarer Fall: Ein Mann sieht (Infra-) rot :-)

On topic: Bei uns waren es die Nachbarn - hatten die gleiche TV-Marke / 
die scheinbar gleichartige Fernbedienung und leider die Terrassentüre 
des Wohnzimmers vis-a-vis ...
Gast #4284247
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gatsby schrieb:
> die überwiegende Mehrheit der IR-Empfänger mit integrierter Elektronik
> beherbergen einen AGC (Automatic Gain Control)

Super danke, das ist die Antwort die ich gesucht habe!
Gut das widerspricht ein bisschen meiner Aussage, dass ich auch in der 
Sendesequenz Spikes habe, aber da hab ich wohl nicht vernünftig gemessen 
:D

Ich werte übrigens ein Fernbedienung mit NEC-Protokoll aus.

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