Gast
#279804
Weil ich es schon immer wissen wollte, weil sich das Datenblatt darüber ausschweigt und weil ich einen mechanisch defekten ATtiny2313 rumliegen hatte (einige Pins abgebrochen), hab ich mal einen Versuch gemacht: Wie hoch muss der Strom über die Eingangsschutzdioden werden, um einen LatchUp des Controllers zu erreichen? Nach der Theorie zündet ab einen bestimmten Strom über die Schutzdiode die NPNP-Strecke und aus dem AVR wird ein Triac mit entsprechendem Stromfluss. Also AVR mit Vcc an 5V gehangen, davor noch Strommesser und Kleinglühlampe, damit man sofort sieht, wenns gezündet hat und der Strom begrenzt wird. Die 5V zusätzlich belastet, damit der über die Dioden hineinfließende Strom irgendwo hin kann. Ausgewählte Pins über ein Poti an +/-12V gehangen, dazwischen noch ein Strommesser für den fließenden Diodenstrom, vom Pin nach GND einen Spannungsmesser für die am Pin anstehende Spannung. Und was stelle ich fest: In die Schutzdioden gegen +5V habe ich über 80mA geschickt (aus +12V), in die gegen GND über 180mA (aus -12V) => nix LatchUp. Die Spannung über den Schutzdioden liegt dabei bei 0,8 bis 1,1V. Außerdem hab ich das noch mit einem AT90S2313 probiert, da aber nur bis 20mA, den wollte ich nochmal verwenden, auch keine Reaktion. Erst das Entladen von 24V aus einem 220µ-Elko auf ein Pin des ATtiny2313 brachte die Glühlampe zum Leuchten, aber das war auch kein LatchUp, die Lampe leuchtet nach Auschalten und Wiedereinschalten der +5V immer noch. Der ist also jetzt auch elektrisch hin. Fazit: Ein LatchUp konnte ich mit den verwendeten Strömen nicht erreichen, die Dinger scheinen da recht sicher zu sein (immerhin das doppelte des zulässigen Pin-Stromes hineingeschickt). Eher bringt man wohl den Bonddraht zum Schmelzen. Auch kurze Pulse mit höherem Strom (aus Elko) brachten nicht den gewünschten Effekt. Das soll aber nicht heißen, dass es sowas wie LatchUp bei den AVRs nicht gibt. Hat jemand damit schon Erfahrungen gemacht? Sven