Gast
#4482703
Ich helfe gerade jemanden im Fach Regelungstechnik.
Hier geht es um ein konkretes (und sehr einfaches) Beispiel, dessen
Musterlösung ich nicht verstehe.
Es geht um eine Strecke S, bestehend aus zwei PT1 Gliedern, also
S(s) = 1/{(1-s/50)(1-s/500)}
Nun soll diese Strecke mit einem reinen P-Regler
R(s) = Kp
geregelt werden.
Die Frage lautet: Wie groß ist die kritische Verstärkung des Reglers
Kp_max, bei der sich instabiles Verhalten einstellt?
In der gegebenen Musterlösung wird angenommen, dass der Phasengang ab
w=1000 konstant 180° ist. Und dort wird nun im Amplitudengang geschaut,
wie viel dB nach oben man noch hat, bis man |R(s)|*Kp=1 erreicht.
Da der Phasengang aber niemals 180° erreicht, ist das System doch
sowieso immer stabil (wenn auch u.U. mit extrem kleiner Phasenreserve).
Der Punkt bei w=1000 ist doch nur ein virtueller Punkt für das Auge, der
sich durch die segmentierte Linearisierung der Phase ergibt.
Wie kann man also so eine Lösung behaupten?
Ist das nicht Schwachsinn oder hab ich da was übersehen?
Danke !