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Forum: Platinen Womit lötet Ihr SMD?


Autor: Dominique (Gast)
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Hallo!

Bis jetzt bin ich recht gut mit einem 15W Ersa Lötkolben, dünner
Lötspitze und 0,7mm Standardlötzinn rechtgekommen, aber zum einen nervt
mich schon lange das dicke Netzkabel hinten am Lötkolben, zum anderen
habe ich kürzlich gemerkt, daß man schnell mal empfindlichere SMD
Bauteile damit zerbrutzeln kann, so geschehen mit einigen
Polyesterkondensatoren in 1210 Bauform, als ich etwas ungeduldig nach
dem Entwickeln und Ätzen meine allererste selbsgemachte Platine
bestücken wollte.

Jetzt mache ich mir Gedanken, ob ich mir nicht doch einen anderen
Lötkolben für die feinen SMD Arbeiten zulege.
Da ich (leider im Moment) nicht viel Ausgeben möchte, denke ich an eine
Lötnadel, die einfach an einen Trafo mit Spannungsregler gehängt wird.
Die richtigen Spannungsregler-Einstellungen kann ich mir ja dann
ertesten.

Was meint Ihr?
Grüße,
Dominique

Autor: Jens D. (Gast)
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Hallo,

ich habe eine WS81 von Weller bin sehr zufrieden..

evtl mal bei Ebay schauen, da werden ab und an die WSP80 loetkolben
vertickt (habe einen neuen fuer 20EUR bekommen)
okne Kabel / Spitze

die regelung sollte dann ein kinderspiel sein

Gruss

Autor: Paul Baumann (Gast)
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Mit einer Lötnadel von Donauelektronik geht es ganz gut. (12V / 8W)
und 0,5 Millimeter Zinn mit Kolophoniumseele.
MfG Paul

Autor: Christoph Kessler (Gast)
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Ich benutze den normalen Weller-Lötkolben (WECP20 mit LR15 heißen die
soweit ich weiß), natürlich mit feiner Lötspitze, die aber bei TQFP mit
0,5mm Pinabstand immer noch zwei Pins auf einmal trifft, das stört aber
nicht.  Entscheidend ist ein ordentliches Stereo-Auflichtmikroskop, das
sich schräg einstellen läßt, sodaß man halbwegs unter das IC schauen
kann. Viele Mikroskope sind dummerweise nur senkrecht nach unten
blickend aufgebaut.
So sieht man auch feine "Whiskers" oder Lötkugeln zwischen den Pins.

Autor: ,,,, (Gast)
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Kaufe dir eine Ersa Analog 60 oder 80, gibts bei Reichelt für unter 120
Euro, dazu noch eine feine Lötspitze. Ist eine Anschaffung fast fürs
Leben :)

Damit löte ich übrigens alles bin runter zu 0.5mm Pinabstand mit 0.5mm
Lötzinn.

Autor: A. N. (netbandit)
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SMD löte ich mit einer 0,8mm Lötspitze, einer 40W Lötstation von Weller,
viel Geduld und Erfahrung.
Klar gehen so Bauteile sehr schnell kaputt, ich löte seit je her
sowieso gerne immer etwas heißer (370°C) aber trotzdem ist mir noch nie
ein Bauteil wegen der Hitze kaputt gegangen egal ob Kondensator oder
TQFP100 mit 0,5mm Pinabstand :)
Mußt halt den Lötkolben ranhalten, kurz das Lötzinn hinzufügen und
gleich wieder wegziehen und das klappt immer :)

Grundsätzlich ist es beim Löten aber so: Übung macht den Meister...
Also einfach verschiedene Dinge ausprobieren und irgendwann kannst du
(fast) alles Löten :)

Autor: Dominique (Gast)
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Danke schonmal für all Eure Beiträge!
Normalerweise klebe ich die meisten SMD Teile auch vor dem Löten fest,
nur hier war ich zu ungeduldig! Das ging auch gut, bis auf die wirklich
sehr empfindlichen Kondensatoren, die mit vorher Festkleben und dann
etwas ruhigerer Hand wahrscheinlich nicht hätten dran glauben müssen.
Ich denke aber, daß ich's mit geeigneterem Lötkolben einfach etwas
leichter haben könnte.
Ach, und so eine Kopflupe möchte ich mir zulegen! Vielleicht taugen
diese günstigen Exemplare ja was? http://www.kopfbandlupe.de/

Autor: Dominique (Gast)
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Ich hatte mich entschlossen, daß ich, bevor ich eine relativ teure
Lötstation kaufe, erstmal die fast geschenkte "Lötnadel"
ausprobiere.
Versuchsweise hab ich sie gestern an einen 60VA Halogenlampentrafo
angeschlossen (liefert 11,5V im Leerlauf, 11,1V mit Lötnadel, die dann
0,6A zieht).
Habe dann die noch intakten Terminals der halb zerschmokelten
Kondensatoren (weiter oben erwähnt) mal auf nen Rest
Lochstreifenplatine gelötet und das ging super! Überhaupt keine
Probleme mehr!

Ein bißchen mehr Power wäre natürlich ganz schön, so daß die Nadel nach
dem Abstreifen am Schwamm sofort wieder heiß wäre, aber auf jeden Fall
funktioniert's schonmal!

Mein Fazit für's kleine Geld: Eine Lötnadel ist durchaus brauchbar für
SMD!
Achso - habe sie bei Conrad gekauft, Preis 5,50 Euro (soweit ich mich
erinnere)

Autor: Fabian (Gast)
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Um den Wärmeverlust beim abstreifen zu reduzieren, hat sich Edelstahl-
oder Messingwolle als zweckmäßig erwiesen.

Hast Du schon eine brauchbare Vergrößerungsmöglichkeit (Lupe,
Mikroskop) gefunden ?

Autor: Dominique (Gast)
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Ach, was ich noch sagen wollte:
Im Moment gibt's bei toom und bei Netto so 20W
Halogenschreibtischlampen mit 2 Teleskoparmen (so wie Radioantennen)
für nur 4,99/5,99.
Das paßt toll: ich nehme nur diese Teleskoparme ab und ersetze sie
durch zwei Schraubterminals für meine Lötnadel. Eventuell baue ich noch
einen Gleichrichter und Spannungsregler ein - und fertig ist die
(natürlich ungeregelte) 10 Euro Lötstation :-)

Autor: Dominique (Gast)
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@Fabian
Das mit der Messingwolle werde ich mal ausprobieren, danke für den
Tip(p)! Leidet die Lötspitze da nicht?

Ich habe auch daran gedacht, ob man nicht prinzipiell auch in diese
Lötnadel (hat doch auch ein PTC-Heizelement) eine Regelung einbauen
könnte, aber der Aufwand würde sich wahrscheinlich nicht lohnen.

Wegen der Lupe habe ich noch nix unternommen, außer einen Freund, der
in Optikerkreisen arbeitet, beauftragt, sich wegen solchen
Kopfbandlupen/Brillengestelllupen mal umzuhorchen, ansonsten habe ich
daran gedacht, mir einfach die beiden Modelle bei obengenannter Adresse
zu bestellen und das, was mir weniger gefällt bei ebay zu verscherbeln,
im Notfall (wenn die nix taugen) eben beide.

Denn ansonsten habe ich im Internet bis jetzt leider nur Modelle
gesehen, die auf mich arg billig wirken, oder andererseits mindestens
60 Euro kosten!

Autor: Fabian (Gast)
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Ich habe mir, seit ich die Messingwolle benutze, noch keine von meinen
Ersa Dauerlötspitzen kaputtgekriegt (obwohl ich damit auch schon mal
beim auslöten Teile rauswuppe und den Kolben auch gelegentlich aus
Versehen nachts durchlaufen lasse) und denke mal, daß die thermischen
Schocks vom nassen Schwamm deutlich ruinöser sind als gefühlvolles
Abstreifen.

Eine Regelung in die Lötnadel reinzufriemeln wäre wahrscheinlich sehr
aufwendig, aber Du könntest über einen Fußschalter bei Bedarf erhöhte
Leistung an das Heizelement schicken, so in der Art wie bei einer
Lötpistole, nur sinnvollerweise nicht mit Handschalter weil das Ganze
ja sonst rettungslos verwackelt.

Bisher habe ich noch nichts besseres als eine sehr starke (so 4-5
Dioptrien denke ich) ausrangierte Brille als Sehhilfe bei Kleinkram
gefunden, aber eine noch höhere Vergrößerung wäre bei SMD ja durchaus
kein Luxus.

Autor: Jens D. (Gast)
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@Fabian

Hast du mal daran gedacht den Schwamm nicht zu fluten, sondern nur zu
befeuchten??

Ich habe eine WS81 von Weller und die Loetspitze haellt Problemlos.
In meiner Ausbildung hatte ich schon gebrauchte Spitzen bekommen aber
mir ist nie eine kaputt geganngen.


Also endweder vertragen gerade die Ersa Spitzen den feuchten Schwamm
nicht, oder du hattest ihn zu nass

gruss

Autor: MicroMann (Gast)
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Ich arbeite mit folgender Station beim SMD-löten :

http://shop.wiltec.info/tabshop_s/aoyue_936_loetst...
Saugünstig und brauchbar. Lötspitzen gibts da auch in sehr kleinen
Größen.
Über die Lanzeitstabilität kann ich allerdings nicht so viel sagen, da
ich sie erst ein halbes Jahr habe. Bis jetzt bin ich aber super
zufrieden.

Wichtig ist auch eine Lupe oder Stereo-Mikroskop mit etwa 20 x
Vergrößerung. Dann klappts auch mit TQPFP ;-)

Autor: Dominique (Gast)
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@Fabian: Das mit dem Fußpedal ist eine gute Idee! Werde ich im Kopf
behalten und mal schauen, wie teuer Fußpedale so sind, ober ob ich ein
umfunktionierbares irgendwo rumliegen habe!
Inzwischen habe ich mir die Lötnadel auch genauer angeschaut:
Zieht bei gleicher Spannung auch konstanten Strom, das heißt, daß wohl
doch kein PTC Element drin ist, und das ganze ist auch viel zu dünn, um
da noch einen externen Temperatursensor reinzubasteln. Aber so einfach
wie das so aufgebaut ist, könnte man fast einen Lötkolben selbstbauen.
Aber im Moment ist die Lötnadel erstmal ganz ok!

@Jens: Ich glaube, Fabian hatte noch garkeine Probleme mit kaputten
Spitzen durch den nassen Schwamm, sondern er meint einfach, daß bei
wenig Power der Lötkolben durch den feuchten/nassen Schwamm stärker
abgekühlt wird als durch Stahl-/Messingwolle, und das Kratzen durch
diese an der Lötnadel weniger schlimm ist als der Belastung durch die
Abkühlung (Verdunstungskälte). Das kommt sicher auf die Nässe des
Schwammes an, wie Du schon bemerkst, aber ich werde Messingwolle (ist
ja nicht so hart = nicht so kratzend wie Stahl) einfach mal
ausprobieren, denn ich habe bei den mickrigen 7W meiner Lötnadel schon
gemerkt, daß sie nach dem Abstreifen am Schwamm ein paar Sekunden
brauchte, um wieder auf Temperatur zu kommen.

@MicroMann
Ist ja der absolute Preisschlager!
Allerdings kann man - um mal schneller was aufzuheizen - die Lötspitze
garnicht seitlich flächig anlegen, wie ich das manchmal mache, da die
Aufnahme für die Lötspitze unheimlich dick ist und dabei stört...
Sieht auf jeden Fall deutlich wertvoller aus, als der Preis vermuten
läßt!

Autor: Fabian (Gast)
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Reichelt hat sogar was für 17,50 € im Angebot mit mehr Leistung:

http://www.reichelt.de/index.html?SID=0;LASTACTION...

Weniger Lötspitzenauswahl, dafür sind die aber auch deutlich billiger.

Aber es war trotzdem ein guter Tip, bei WilTec gibts auch eine Lötnadel
für 1,99 und eine gut aussehend Heißluft-Rework-Station für 50 Euro, ich
bin ernsthaft in Versuchung...

Autor: Dominique (Gast)
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"ich bin ernsthaft in Versuchung..."
geht mir auch so :-)

Autor: MicroMann (Gast)
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/
Ist ja der absolute Preisschlager!
Allerdings kann man - um mal schneller was aufzuheizen - die Lötspitze
garnicht seitlich flächig anlegen, wie ich das manchmal mache, da die
Aufnahme für die Lötspitze unheimlich dick ist und dabei stört...
Sieht auf jeden Fall deutlich wertvoller aus, als der Preis vermuten
läßt!
/

Es gibt auch angeschrägte Lötspitzen für das Teil (5,-Euronen). Dann
geht das sehr gut.

Autor: MicroMann (Gast)
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Die Aoyue Station ist definitiv für SMD geeignet. Ist klein leicht und
griffig. Ich weiß nicht wie das beim Reichelt-Teil ist, sieht jedoch
etwas grober aus.
Die Lötspitzen von Aoyue sind Dauerlötspitzen. Evtl könnte das den
Preisunterschied erklären.

Ist aber meine persönliche Meinung. Ich krieg nix für die Empfehlung.

Autor: Dominique (Gast)
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Ganz nett finde ich auch die Aoyue 938, ganz unten in der Liste. Sieht
aus wie ne bessere Lötnadel mit Regelung, auch äußerst preisgünstig!
Leider hab ich da keine Ersatzlötspitzen zu gesehen!

Autor: MicroMann (Gast)
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Oh, die ist neu.
Vor nem halben Jahr hatten sie die noch nicht im Programm.

Autor: ralf123 (Gast)
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Ich verwende eine Weller WSD81 Lötstation mit LT-GW Lötspitze
(Hohlkehle), dazu ein Fluxer-Gel und 0,5mm Lötzinn.
Mit dieser Ausstattung kann man dann alles innerhalb kürzester Zeit
löten. Von 1206 bis 0603 über Finepitch IC's.
Mit etwas Übung und anschliessender Reinigung ist es kaum vom Automaten
zu unterscheiden.

Autor: Peter Krengel (Gast)
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Hallo Dominique,

wenn Du auf Dauer vernünftig arbeiten willst, kommst Du um eine
SMD-Rework Station nicht herum, spätestens dann, wenn es um BGs oder
Prozessoren geht, ist die Lötnadel aus dem Spiel.

Eine solche Station muß übrigens nicht teuer sein!
Ich habe eine aus chinesischer Produktion von AOYUE (Modell 968, mal
nach googlen!)für 149,- EUR erstanden. Nachdem ich mir noch einen Satz
Düsen dazu gekauft habe (ca. 50,-) setze ich die Bauteile mit Lötpaste
(kleben braucht Du dann nicht mehr), egal welche, auf die Platine,
halte den Heißluftlöter für ein paar Sekunden drauf bis das Zinn
geflossen ist und löte so Platinen mit 100 Bauteilen in wenigen Minuten
;)

Achja, das Teil hat auch noch einen Lötdampfabsauger und einen
Microkolben, alles im Preis drin! Günstiger gehts wohl nimmer...

Gruß
Peter

Autor: Gast (Gast)
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Die Technik mit der Lötpaste klingt auf jeden Fall interessant. Ich habe
aber noch zwei Fragen dazu:

Wie trägt man die Lötpaste am besten auf die Platine auf? Ist mit der
Spritze, in der die Lötpaste von Reichelt geliefert wird, eine genaue
Dosierung möglich?

Wie groß ist eigentlich der Verbrauch an Lötpaste? Wie viele Pads kann
man mit einer 5 ml Packung etwa löten?

Autor: Peter Krengel (Gast)
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Hi,

die Dosierung ist etwas Übungssache und kommt sehr auf die verwendete
Spitze an. Manchmal ist die Paste etwas zu flüssig, dann muß das Zeugs
mal durchgeknetet werden (ist eine Art Öl). Bei überlagerten Packungen
kann das mal vorkommen, deswegen kleinste Mengen kaufen!

Aufgetragen wird die Paste am besten mit einer Spritze die eine 0.5er
Kanüle (ohne Spitze) hat. Reichelt verkauft die Paste zwar in einer
solchen Spritze, die eignet sich aber nicht sonderlich in der Praxis
(Kanüle verstopft gern).

Am besten Du gehst mal in eine Apotheke und besorgst Dir da
vernünftiges Material, man bekommt gute geeignete Kanülen auch im Inet
unter Medizinbedarf (mal nach googlen). Aber selbst in der APO kosten
die Dinger nur ein paar Cent. Nach dem Gebrauch alles luftdicht
einpacken!

Wichtig ist auch daß Du eine Kanüle OHNE Spitze benutzt (also stumpf)
sonst ist die Verletzungsgefahr ziemlich hoch. Du kannst übrigens wenn
Du Probleme mit Verstopfen bekommst auch durchaus eine dickere Kanüle
benutzen, will sagen die Paste kann im Rohzustand, also unerhitzt ruhig
Pads "kurzschließen". Während des Lötens zieht sich das geschmolzene
Zinn dann auf die Pads zurück so daß eine saubere Lötung meist
garantiert ist. Wenn Du oft ICs mit sehr geringem Pinabstand lötest,
empfiehlt sich eine Hohlspitze für Deinen Microkolben zu besorgen (gibt
es von ERSA z.B. unter der Bezeichnung Hohlkehlspitze).

Mit dieser Spitze kannst Du kurzgeschlossene Pads durch einfachen
"darüberziehen" sauber trennen (Zinn wird in den Hohlraum durch
Oberflächenspannung eingesogen).

Leider ist das Teil mit fast 25,- nicht ganz billig, lohnt sich aber
anzuschaffen denn gerade am Anfang trägt man schonmal gern zuviel Paste
auf und bevor Du mit Lötsaugliste anfängst.......

Achja, nochwas wichtiges!

Die Pads müssen immer blitzsauber sein, also kein Fett oder
Lackrückstände, immer mit Aceton reinigen und danach sofort ein
Flußmittel nach DIN-EN 29454 auftragen. Das gibt es als Stift (sieht
aus wie ein Edding) unter der Bezeichnung FL88 Fluxi beim Reichelt
(reicht ewig!).

Mit 5ml Paste kommst Du sehr lange aus. Ich weiß nicht wieviele Pads es
werden, aber einige Tausend sicher!

Du mußt Dir vorstellen daß Du für ein Sub-SMD 20 Pin IC beispielsweise
zwei kleine "Würstchen" von 0.5mm Dicke und vielleicht 10mm Länge
benötigst, das ist fast nichts ;))

Die (Heißluft)-Löttemperatur liegt übrigens bei 280°C, als bester Wert
hat sich hier 285°C herausgestellt.

Gruß
Peter

Autor: Peter Krengel (Gast)
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Nochwas interessantes.

Gehe mal nach http://www.ersa.de

Dort zeigt Du links unten mit der Maus auf "Produkte" und wählst dann
"SMT/BGA" rework aus. Auf der folgenden Seite dann links in der Leiste
"Demo Video" anklicken.

Was folgt ist ein 20 Min Film (nur mit DSL möglich!). Darin wird die
(unbezahlbare) Infrarot Rework Station von denen vorgestellt. Ab dem 2.
Drittel des Films wirds für Dich interessant! Dort wird die Anwendung
einer Hohlkehlspitze und die Anwendung der Paste im Detail gezeigt!

Viel Spaß beim Video!

Peter

Autor: Dominique (Gast)
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Danke, ist Alles sehr interessant!
An Lötpaste habe ich auch schon ein paar mal gedacht, es aber wegen des
Preises und der angegebenen kurzen Haltbarkeit bis jetzt bleiben
lassen.
Ich mache mal einen neuen Thread dazu auf, damit sich vielleicht noch
andere angesprochen fühlen. Wenn ich mal bei jemandem mit DSL zu Besuch
bin, nehme ich den Link mit! :-)
Grüße,
Dominique

Autor: Peter Krengel (Gast)
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Dominique,

die Lötpaste hat keine kurze Haltbarkeit, vielleicht kam das etwas
falsch rüber. Du kannst die über Jahre lagern ohne dass sie
"schlecht" wird :)

Was passieren kann ist, daß Du eine Spitze bekommst, bei deren Inhalt
sich das "öl", so nenne ich das mal, es handelt sich wohl um einen
Stoff der das Zeugs geschmeidig macht und damit durch eine Kanüle
dosieren läßt, abgesetzt hat. Das erkennst man an gelblichen
Anlagerungen in der Dosierspritze. Durch einfaches Durchkneten, quasi
wie man einen Teig knetet, erhält die Lötpaste wieder ihre
ursprüngliche Konsistenz und Benutzbarkeit, also kein Problem :)

Was ich sagen wollte war, kaufe die kleinste Menge denn das Zeugs ist
so ergiebig, daß Du wohl sehr lange brauchen wirst um den Inhalt einer
5ml Spritze (kleinere Mengen gibt es wohl nicht) zu verbrauchen :)

Also keine Scheu, kaufe Dir 5ml und arbeite damit, es lohnt sich und
ist ein völlig neues "Lötgefühl" in Verbindung mit einer
Heißluft-Lötstation! Für erste Versuche kannst Du auch eine
Heißluftpistole wie man sie im Baumarkt für kleines Geld bekommt,
benutzen!

Na und für den eigenen DSL Anschluß wünsche ich viel Erfolg...ich habe
mir sagen lassen dass auch in Glasfasergebieten bald flächendeckend DSL
verfügbar sein wird...(hoffen wir's...)

Alles Gute, viel Erfolg und Spaß mit SMD und kleiner!

Peter

Autor: Dominique (Gast)
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Wg der Haltbarkeit: Das kam nicht falsch rüber, das habe ich mehrmals in
Produktbeschriebungen gelesen: 6 Monate.
Ich habe mir schon fast gedacht, daß die Hersteller da untertreiben, um
auf der sicheren Seite zu liegen.
Aber jetzt habe ich extra einen neuen Thread aufgemacht mit ein paar
Fragen, die ich sowieso diesbezüglich hatte.

Und danke nochmal für die vielen Infos!
Dominique

Autor: Peter Krengel (Gast)
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Hau rein Du Nachtschwärmer und nix zu danken, ist doch
selbstverständlich.  Jetzt mache ich aber Lötstation aus und ab in die
Falle für 2 Stunden ;)))))))

73 de DG4EK, Peter

Autor: Peter Krengel (Gast)
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ich las gerade vor dem Abschalten noch Deine Fragen wegen Lupen..:

Kauf Dir eine gute 10x Lupe (kannst Du für kleines Geld von mir
bekommen...soll keine Werbung sein aber ich kann Gute von befreundeten
Funkamateuren günstig bekommen...verdiene nichts dran...)


Diese in der Hand zu haltenden Lupe benutzt Du um die Lötungen an ICs
auf Schlüsse zu kontrollieren). Ansonsten empfehle ich für die
Bestückung eine Lupenlampe. Allerdings wird viel Schrott verkauft
(s.u.)!



Die Lupe sollte

1.) aus Glas sein und 3x (10 Dioptrien) haben

2.) entweder Ring-Leuchtstoffröhre oder 2 seitlich angebrachte
L-Stoff-Röhren haben a 8 Watt

3.) die Mechanik muss sehr stabil sein, denn Du wirst das Teil ständig
hin und her bewegen!

4.) Es gibt für 50,- eine recht gute ABER die Befestigungen von dem
Teil sind Schrott, will sagen, die werden Dir nach 1-2 Monaten am
Linsenkopf und an später an der Tischbefestigung abbrechen :(



Einzige Abhilfe:

Selbstdrehen von 3 Alu Teilen die das Gewicht dann tragen!

Alternative:

Teure Konstruktionen > 300,- EUR


P.S:: Nun keine Verzweiflung, ich habe die 50,- Lampe nachdem die
besagten (Guß!!!) Teile abgebrochen sind durch 3 selbstgedrehte Alu
Stücke ersetzt, seitdem ist Ruhe und Eierkuchen....falls Du mal was in
der Richtung brauchst...melde Dich :) Ist schnell und für ein paar
bucks gedreht :)))

(Das ist keine Einladung für andere denen das Teil abgebrochen
ist!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!)


Stirnlampen/Lupen: meine Meinung....rausgeworfenes Geld, vergiss es...!

Autor: Dominique (Gast)
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Hey, Peter, Du solltest mal etwas länger schlafen! :-)
Wegen der Lupe bin ich jetzt nicht mehr sicher, meistens wurden eher
Kopflupen als Lampenlupen empfohlen. Hängt vielleicht von der
Arbeitsweise ab, und wahrscheinlich, ob man mit Qualitätsmaterial oder
mit Schrott Erfahrung sammelt. Wenn man gleich ne tolle Lupenlampe
erwischt, bleibt man dabei, wenn's eine schlechte ist, probiert man
vielleicht ne Alternative aus...
Aber meine Projekte mit SMD kleiner als 0805 und SOIC, also 1,27mm
Pinabstand haben noch ein klein wenig Zeit, darum kann ich die
Entscheidung bezüglich der Lupe noch etwas hinauszögern.
Grüße,
Dominique

PS. Und Danke für die Angebote!

Autor: ralf123 (Gast)
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Wieso SMD-Bauteile mit Lötpaste und Heißluft löten? In der Zeit in der
hier manche die IC-Pads mit Lötpaste dosieren, habe ich bereits den
ganzen IC in perfekter Qualität aufgelötet.

Ausstattung:

z.B.: - Weller WSD81
      - Hohlkehlenspitze
      - Fluxergel

Zudem hat man das Problem mit der Haltbarkeit der Paste nicht...

Autor: Tobias Schneider (tobias)
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rafl123:
was nimmst du da als FLusmittel? Welches aus der Spritze zum Auftragen
mit der Nadel oder reicht da auch welche, die man mit diesen
"Filzstiften" auftraegt?

Hab mir fuer meine Station mit LR21 Kolben gestern auch ne
Hohlkehlspitze geholt und hoffe, das funktioniert auch :)

Gruss Tobias

Autor: Tobias Schneider (tobias)
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Waere dieses Gel geeignet: Stannol Kolopaste Nr. 8 F-SW 32

http://www.pkelektronik.com/index.asp?Mitem=Produk...

Soweit ich das sehe muesste man das wohl noch mit acceton von der
Platine entfernen, nach dem man fertig ist oder?

Ansonsten hab ich noch bei Reichelt das FL 22 von Edsyn gesehen:
http://www.reichelt.de/artikeldruck.html?ARTIKEL=E...

Gruss Tobias

Autor: Tobias Schneider (tobias)
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ach und mit welcher Temperatur loetet man denn am besten mit ner
Hohlkehlspitze? Wenn die Tempeartur zu niederig ist wird das Zinn wohl
leicht bruecken schlagen und wenn sie zu hoch ist wird das wohl
Flussmittel zu schnell verschwinden und das Zinn fliesst nicht mehr
gut.

Fragen ueber Fragen :)

Gruss Tobias

Autor: ralf123 (Gast)
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Beide Gelsorten sehen geeignet aus. Ich kenne zwar keine aus eigener
Erfahrung, aber was das so steht hört sich gut an. Ich bekomme mein Gel
von Keinath-Elektronik. Allerdings bekommt man es als Privatperson
nicht.
Mit meiner WSD81 (80W) löte ich so zwischen 280-300°C. Das hängt aber
von der Lötstation ab. Da dein LR21 glaub ich 50W hat, wird sich es
vielleicht etwas anders verhalten. Wenn die Temperatur zu hoch ist
verdampft das Gel sofort und man bekommt ein sehr schlechtes
Lötergebnis.

Autor: Tobias Schneider (tobias)
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Hi,
heute ist die Spitze gekommen und ich muss sagen, dass die damit zu
erreichenden Ergebnisse spitze sind!

Hab es jezt erstmal mit einem Flussmittelstift probiert und es hat
bestens funktioniert. Meine Station hat mit 50W auch ausreichend
Leistung fuer die Spitze. Man kann mit ihr auch problemlos Verbindungen
zwischen zwei Pins von SMDs ohne Entloetlitze entfernen, wenn man die
Spitze nicht ganz mit Zinn vollmacht und einfach nochmal ueber die Pins
geht.

Mann muss allerdings sagen, dass die Spitze mit bestimmt 3mm auch recht
gross ist und man daher darauf achten muss, wie man die Bauteile
bestueckt, damit man sich nicht selbst in die Quere kommt.

Gruss Tobias

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