Im nicht geladenen Kondensator mit Dielektrikum sind schon alle Dipole
enthalten, die das Dielektrikum aufbringen kann. Nur haben sie durch die
Wärmebewegung so verschiedene Ausrichtung, dass nach außen kein
elektrisches Feld wirksam ist.
Unter dem Feld, das die Elektronen auf den Platten bildet, richten sie
sich aber aus, ziehen mit ihrem Feld dann die Elektronen auf der Platte
an bzw. weg und erleichtern damit das Aufladen des Kondensators. Man
kann also mit einem Volt viel mehr Elektronen auf eine Kondensatorplatte
draufpacken, da die Dipole des Dielektrikums einen Teil der Arbeit
übernehmen.
Man kann auch anders erklären: Das Feld der Platten dreht die erst
willkürlich verteilten Dipole, die positiven Pole zur negativen Platte
hin.
Die positiven Dipole ziehen mit ihrem Feld dann weitere Elektronen auf
die negative Platte. Dadurch wird es der angelegten Spannung einfacher,
weitere Elektronen auf die Platte zu schieben.
Entsprechend ist der Vorgang auch auf der positiven Platte, nur eben mit
andrer Polung und abstoßen der Elektronen anstelle anziehen.
Man kanns auch anders formulieren: die positiven Pole der Dipole
kompensieren mit einem entsprechenden Teil das Feld der Ladung auf der
Platte, sodass es nicht mehr nach außen wirkt und das Nachschieben neuer
Ladungen zulässt.