Hallo zusammen, wenn ich einen Kondensator (zwei gegenüberliegende, gleiche Metallplatten) ohne Dielektrikum an eine Gleichspannungsquelle anschließe, laden sich die Platten auf. Füge ich jetzt, bei angeschlossener Spannungsquelle, ein Dielektrikum zwischen die Platten ein, wird das elektrische Feld im Inneren der Platten geschwächt. Dadurch können neue Ladungen auf die Platten fließen und die Kapazität steigt. Wieso können aber neue Ladungen auffließen? Die alten Ladungsträger sind zwar an die neue Oberflächenladung (hervorgerufen durch die Polarisation) gebunden, aber doch nicht verschwunden? Wieso ist jetzt "mehr Platz" für neue Ladungsträger? Gruß
Im nicht geladenen Kondensator mit Dielektrikum sind schon alle Dipole enthalten, die das Dielektrikum aufbringen kann. Nur haben sie durch die Wärmebewegung so verschiedene Ausrichtung, dass nach außen kein elektrisches Feld wirksam ist. Unter dem Feld, das die Elektronen auf den Platten bildet, richten sie sich aber aus, ziehen mit ihrem Feld dann die Elektronen auf der Platte an bzw. weg und erleichtern damit das Aufladen des Kondensators. Man kann also mit einem Volt viel mehr Elektronen auf eine Kondensatorplatte draufpacken, da die Dipole des Dielektrikums einen Teil der Arbeit übernehmen. Man kann auch anders erklären: Das Feld der Platten dreht die erst willkürlich verteilten Dipole, die positiven Pole zur negativen Platte hin. Die positiven Dipole ziehen mit ihrem Feld dann weitere Elektronen auf die negative Platte. Dadurch wird es der angelegten Spannung einfacher, weitere Elektronen auf die Platte zu schieben. Entsprechend ist der Vorgang auch auf der positiven Platte, nur eben mit andrer Polung und abstoßen der Elektronen anstelle anziehen. Man kanns auch anders formulieren: die positiven Pole der Dipole kompensieren mit einem entsprechenden Teil das Feld der Ladung auf der Platte, sodass es nicht mehr nach außen wirkt und das Nachschieben neuer Ladungen zulässt.
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