Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik lange Leitung und EMV


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von tex (Gast)


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Hallo Leute
Die Kabel an meinen AD-Wandlern werden immer länger. Bisher lag ich
immer unter 2,5m was unter EMV-Gesichtspunkten betrachtet unkritisch
ist.
Jetzt sind es allerdings 4m. Was schlaueres, als 3 100nF Kondensatoren
über die Poti-Anschlüsse zu löten (jgj) ist mir bisher nicht
eingefallen und ich habe im Augenblich auch keine Idee, wo ich mir mal
sowas abschauen könnte.
Hat jemand eine Idee oder Erfahrungen damit?

von Michael (Gast)


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Ich überlege gerade. Verstehe ich Bahnhof oder Hauptbahnhof ?

Sollten die Kabel von alleine länger werden: abschneiden und nicht mehr
gießen.

von sous (Gast)


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@Michael: lustig, das!

@tex: was ist denn Dein Problem? Beobachtest Du jetzt Störungen, die Du
bei den kürzeren Leitungen noch nicht hattest oder willst Du nur
vorbeugend tätig werden?

Gruß, Michael (aber nicht der aus dem letzten Beitrag)

von Christoph Kessler (Gast)


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Also versteh ich das richtig: wir haben Bahnhof A mit einem Poti, dann
4m Kabel zu Bahnhof B mit einem AD-Wandler. Was spricht dagegen,
ordentlich abgeschirmtes Kabel zu benutzen ?

von tex (Gast)


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Es geht um Vorbeugung. Als ich einen EMV-Test machen wollte, kam die
Frage ob Kabel die länger als 2,5m sind, an der Schaltung dran sind.
Zu dem Test kam es nicht aber offenbar wird es ein Thema, wenn die
Kabel eine gewisse Länge überschreiten.
Außerdem ist mir aufgefallen dass die Wandlerergebnisse mit zunehmender
Leitungslänge und Anzahl ungenauer werden.

von tex (Gast)


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@Christoph
Die Leitung ist ordentlich geschirmt. LIYCY sollte doch ok sein, oder?

von Profi (Gast)


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Schirm einseitig oder beidseitig angeschlossen?
An Gnd oder PE angeschlossen?
Paarweise Verseilung?
Ground Return?
Oft ist nicht mal das Einfache so einfach wie man denkt.

von sous (Gast)


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Profi hat völlig recht. Wir brauchen mehr Details:
bitte GANZ genau sagen (oder besser zeichnen), was wie und wo
angeschlossen ist.

von tex (Gast)


Angehängte Dateien:

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Der Schirm ist GND. Das Poti liegt zwischen GND und VCC- analog.
Es gibt keinen PE. Die Schaltung hängt sozusagen in der Luft damit sie
von äußeren Potenzialen gegen PE auf jede beliebige Ebene gezogen
werden kann, ohne gestört zu werden. VCC liegt immer 3V über GND.

von sous (Gast)


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Damit die Kondensatoren etwas bewirken können, müssen sie hinter dem
Widerstand (direkt am Eingang) angeschlossen sein.
Ausserdem würde ich den Kondensator von Vcc zum Signal weglassen und
nur einen zwischen Masse und Signal legen.

Des weiteren sollten die beiden würde ich unbedingt verdrillte
Adernpaare verwenden. Signal und Rückleiter (hier Gnd) miteinander
verdrillen. Rückleiter NICHT auf dem Schirm zurückführen sondern auf
einer eigenen Ader.

Das ist alles, was ich auf die Schnelle und aus der Ferne dazu sagen
kann.

von Konrad Heisig (Gast)


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Alternative:
Rail-To-Rail Opamp als Spannungsfolger direkt an das Poti und parallel
zum AD-Eingang ein kleiner Widerstand... vielleicht so 100Ohm.

Gruß
Konrad

von Michael (Gast)


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>>Rail-To-Rail Opamp als Spannungsfolger direkt an das Poti und parallel
...

Noch besser: Potistellung per Funk übertragen :-)

Bleibt doch mal auf dem Teppich. Falls EMV-Probleme von außen entstehen
sollten: Varistoren; falls von innen: T-Filter.
Daß überhaupt Probleme entstehen, sehe ich nicht.

Gruß, Michael (aber nicht der aus dem letzten Beitrag sondern dem 1.)

von Marcus (Gast)


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Die 2,5m Länge bei der EMV Messung sind nur eine Frage für die
Art der Messung: Ab 2,5m Länge muß eine spezielle Einstrahlungs-
messung durchgeführt werden. Das bedeutet aber noch lange nicht,
daß auch Störungen auftreten.

Gruß, Marcus

von Winfried (Gast)


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Nach Möglichkeit würde ich alles "weich" koppeln. Außer Masse, die
muss immer niederohmig "hart" gekoppelt sein. Weich meint, dass du
z.B. einen 100 Ohm sowohl in der Plus-Leitung wie auch am Mittelabgriff
des Potis platzierst. Und zwar kurz bevor die Leitung dein Gehäuse
verlässt. Und davor (zur Schaltung hin) einen Kondensator. Wenn nun ein
Transient auf einer der Leitungen von außen einwirkt, wird das durch die
weiche Kopplung und den Tiefpass nicht in die Schaltung eingekoppelt.

Wenn du allerdings den Widerstand nicht räumlich unmittelbar am
Leitungsausgang deines Gehäuses der Schaltung positionierst, koppelst
du dir die Störung kapazitiv wieder ein. Genauso, wenn du noch 20 cm
deiner "bösen" Leitung im Gehäuse deinem Schaltungsgehäuse rumliegen
hast.

Die Kondensatoren, wie schon geschrieben: VCC gegen Masse und nicht
gegen das Signal.

Bei der EMV-Prüfung würde ich mir vor allem Gedanken drum machen, dass
dein empfindlicher AD-Eingang nicht zerstört wird. Und das du keine
Störungen nach außen transportierst. Fehler beim messen ist nochmal ein
anderes Thema.

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