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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik NiCd tot oder nicht ?


Autor: etsmart (Gast)
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Ich hab hier ein Uralt Notebook rumliegen. Der Akku(NiCd) liefert laut
Label 14V bei 2000mAh.
Also muss ich den mit 200mA laden ? Ja oder nein ?
Spannung stelle ich dabei so ein, dass immer dieser Ladestrom fließt ?

oder kann ich auch ..
den Akku mit 100mA laden ?
Er ist übrigens sehr tief entladen. Leerlaufspannung war ca 240mV.
Ist das ein Zeichen dafür, dass der hinüber ist.
Ich hab leider Null Ahnung von Akkus. Im Internet gibts zwar viel über
Wiederbelebung aber wann er tot oder nicht tot ist, steht nirgends.

Autor: Winne (Gast)
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Ein versuch mit 100mA über 20-21 h kann nicht schaden Spannung aber auf
ca 18V begrenzen. Besser noch die Zellen einzeln laden.

Autor: Mario Richter (mario001) Benutzerseite
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Hallo,

bei tiefentladenen Akkus hilft oft auch eine Schocktherapie (sensible
Leser bitte jetzt wegschauen): Den Akku einfach mal mit ein paar
kurzen,
vielleicht 1-2 Sekunden langen Stromstößen (dürfen ruhig einige Ampere
sein) beaufschlagen. Oft wachen die Zellen dadurch wieder auf.
Anschließend "normal" mit kleinem Strom laden.

Grüße, Mario

Autor: Simon K. (simon) Benutzerseite
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"...anschließend ab in den müll und neue akkus kaufen. Siehe da es geht
wieder ;)"

Autor: Sebastian (Gast)
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Ich weiss nicht in wie fern das auch für NiCd gilt, aber für NiMH hab
ich mal gelesen, dass ein Höherer Strom (war deutlich über 200mA) für
den Akku besser ist. War in der Chip oder so, also net nur nen dummer
schmarrer im Netz. Man muss halt höllisch aufpassen dass die Zelle net
zu heiß wird, weil sonst is aus.
Für NiCd gilt aber besonders: Wenn laden, dann ganz. Nicht irgendwo
zwischendrin mal aufhörn oder gar wieder nen Stück entladen
(Memoryeffekt).
Und auch aufpassen dass du ihn nicht überlädts. Das nimmt er dir auch
übel.

Autor: Oliver (Gast)
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Diese Akkus kann man sicher locker mit 1C laden. Meine Erfahrung mit
Auffrischversuchen dieser Art bestätigen die Aussage von Simon. War
zumindest bei mir immer Zeitverschwendung. Nicht lange mit rumärgern
und neue Zellen kaufen.

Autor: Profi (Gast)
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Stimmt, mit hohen Strömen kann man die Kristalle, die die Zellen
kurzschließen, wieder wegbrennen, habe ich schon dutzende Male gemacht.
Wenn ein Akku allerdings schon dermaßen mißhandelt ist, steht es um
seine Speicherfähigkeit schlecht.
Auf jeden Fall muss er danach ein paar komplette Lade- und
Entladezyklen durchmachen (refreshen), damit er wenigstens ein bißchen
was behält.

Das mit dem HochstromLADEN (in díesem Fall 2000mA für ca. 80 Minuten)
mochte ich früher auch nicht, jetzt jedoch schon.
Absolut wichtig ist die Temperaturkontrolle. Ich würde das Laden
einfach abbrechen, wenn die Zelle sich um ca. 25 K erwärmt hat, bei
20°C Starttemperatur also bei 45°C. Dann ist der Akku zwar noch nicht
ganz voll, aber er kann die ihm zugeführte Leistung nicht mehr recht in
Ladung umwandeln. Deshalb noch eine Stunde mit 200mA weiterladen, dann
wird er wieder kälter und ist dann in etwa voll.

Übrigens kann es sein, dass durch die 2A evtl. kurzgeschlossene Zellen
wieder "aufgehen".

Auf jeden Fall nach kurzer Anfangsladung prüfen, ob alle Zellen
aufgegangen sind, d.h. 1,4 Volt haben, entweder über die Gesamtspannung
(ungenau) oder über 2-3 Akku-Gruppen (genauer) oder jede einzelne
Zelle.

Der andere Effekt ist, dass die Zellen hochohmig werden, also kein
rechter Ladestrom fließen mag, hier hilft manchmal auch die o.g.
Holzhammermethode, denn durch eine hohe Zellenspannung (2-3V) sinkt der
Innenwiderstand und steigt der Ladestrom.
Hochohmigkeit ist meist ein Indiz für überladene (ausgetrocknete)
Exemplare.

Tiefentladung ist aus zwei Gründen zu verhindern:
1. Die schwächste Zelle im Verbund wird durch die restlichen rückwärts
aufgeladen, das mögen sie gar nicht, daurch wird sie noch schwächer.
2. Bei längerer (>1 Tag) Lagerung im entladenen Zustand fangen die
Kristalle zu wachsen an, die die Zellen schädigen (kurzschließen).

Über Akkus haben wir ja schon längere Romane geschrieben, deshalb im
Forum registrieren und die dadurch aktivierte komfortable Suchfunktion
nutzen.

Autor: Sven (Gast)
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Ich habe beste Ergebnisse mit einem (eigenbau) Reflexlader gemacht. Der
hat schon total tote Zellen wieder hochgebracht. Was das Ladeverfahren
nicht schafft, hat dann keinen Sinn mehr hihi.
Bei sooo toten Akkus lade ich die mit dem, mit 1C, und später noch mit
C/10 ne längere Zeit, damit einzelne, schwächere Zellen auch voll
werden. Die Überladung mit C/10tel verkraften die übrigen Zellen.

mfg Sven

Autor: Winfried (Gast)
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Würde auch vorschlagen, erstmal mal kurz mit 1C, damit sie überhaupt
wieder Spannung annehmen. Wenn das klappt, dann lade ich mit I/10
weiter. Ist aber alles wenig kritisch. NICD Akkus vertragen einiges,
solange sie nicht zu heiß werden. Auch die Schocktherapie mit mehreren
Amper kurzzeitig kann helfen.

Wenn Zellen aber schonmal bei wenigen Millivolt angekommen sind, ist es
auch meine Erfahrung, bringt alles nicht mehr viel. Besser neue Zellen.

Autor: Gast (Gast)
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@Sven:

Gibt es zu deinem Reflexlader irgendwo weitere Informationen
(Schaltplan, Layout, Software)?

Autor: peter dannegger (Gast)
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"Wenn Zellen aber schonmal bei wenigen Millivolt angekommen sind, ist
es
auch meine Erfahrung, bringt alles nicht mehr viel. Besser neue
Zellen."


Dito.


Peter

Autor: Sven (Gast)
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@Gast: such mal nach Klaus Leidinger im Netz.. da findest du das.
Ich hab den Lader noch bissl nach meinen Gesichtspunkten modifiziert,
das Gerät ist absolute Spitze!

Sven

Autor: Rumpelstelz (Gast)
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Hallo,

leider gibt es ja den ICS 170x nicht mehr (bei Reichelt) , oder weiss
jemand Rat ?

Grüsse

Autor: Stefan Helmert (Gast)
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Hallo,

dieser Akku wurde doch durch Selbstentladung leer, also ist auch keine
Zelle umgepolt. Zellschluss entsteht nur bei Lagerung eines geladenen
Akkus. (NiCd leer lagern!) Zum Pushen reichen nicht einige Ampere, es
müssen fast 1000A sein -> Blitzlichtgerät modifizieren ;-)
14 V -> 13,2 V (11 Zellen) oder 14,4 V (12 Zellen)
mit 1,5 V pro Zelle laden; Strombegrenzung muss nicht unbedingt sein ->
Strom sinkt am Ladeende automatisch (aber nur bei ca. 1,5 V pro Zelle!).

Autor: Profi (Gast)
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@Stefan: kann aber auch sein, dass der Laptop ständig ein wenig Strom
zieht (Standby, Uhr...) und eine Zelle doch rückwärts geladen wurde.

Zellschluss bei geladenen Akkus, habe ich auch schon gelesen, bei mir
ist das jedoch regelmäßig bei leeren Akkus passiert.

Blitzlicht: hmmm, meiner Erfahrung dauert das Aufbrennen eher 1s, ob
das mit so kurzen (dafür noch stärkeren) Impulsen auch geht??
Diese Behandlung kenne ich eher für sulfatierte Bleiakkus.

@Sven: könntest Du uns bitte Deine Modifikationen erläutern?

@Winfried: meist (je nach Dauer der Tiefentladung und Größe der
Kristalle) reicht 1C nicht aus, einen Kurzschluß zu öffnen, da empfehle
ich, den Strom (bis 10C) solange zu erhöhen, bis die Zellen Spannung
(über 1 Volt) annehmen. Aber stets Temperatur unter 50°C halten und auf
alles gefasst sein (Platzen..., ist mir noch nicht passiert).

Autor: Sven (Gast)
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@Profi

Die Modifikation ist im wesentlichen der Umbau des Entladezweiges. Der
Transistor dort brauch wenigstens 2 Volt, so daß bei einer oder 2
Zellen der geforderte Entladestrom nicht erreicht wird.
Ich habe da jetzt einen MOSFET eingesetzt und die Ansteuerung umgebaut.

Außerdem habe ich noch einen PWM-Regler gebaut für den Ladezweig, da
sonst beim Laden von extrem nur einer Zelle bei hohem Strom extrem viel
Verlustleistung anfällt..  der ist jetzt im Test bei mir.

Sven

Autor: Winfried (Gast)
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1000 Amper? Ob das noch Realitätsbezug hat? Vorstellen kann ich mir das
nicht...

10-20 C finde ich auch vernünftig - stimmt, 1C reichen oft nicht.

Autor: Axel R. (axelr) Flattr this
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Such mal im Modellbau nach Cell selcting oder Spannungslage.
Die bauen da richtige Kondensatorbänke, wo der Akku
(Einzelzelle)-wohlgemerkt eine NAGELNEUE Einzellzelle richtig was auf
die Mütze bekommt. Warum auch immer. Kann man dort sicher auch irgentwo
nachlesen.

Gruß
AxelR.

Autor: Axel R. (axelr) Flattr this
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http://www.mock-edv.de/info_ak.htm#Marke_12
Zitat aus og Link:

[..
Pushen
=======
Durch das Pushen wird die kristalline Struktur der Elektroden
beeinflusst, der Kristallaufbau wird wesentlich feinkörniger. Dadurch
wird die leitende Oberfläche größer und damit wird auch der Übergang
von der lonenleitung im Elektrolyt zur Elektronenleitung im Metall
erleichtert. Weiterhin verringert sich der Übergangswiderstand zwischen
den einzelnen Kristallen im Metallverbund. Das liegt daran, dass
kleinere Kristalle auch auch kleinere Zwischenäume bilden als große
Kristalle. Diese Vorgänge sind für eine Verringerung des
Innenwiderstands verantwortlich. Diese sorgt wiederum dafür, dass der
Wirkungsgrad der Zelle verbessert wird und die Zellenspannung unter
Belastung weniger stark abfällt. Zum Pushen einer NiCd-Zelle muss für
einen sehr kurzen Moment ein sehr hoher Strom fließen. Die
Größenordnung liegt bei mehreren 1000 A, üblicherweise zwischen 2000 A
und 8000 A. Daraus ergibt sich auch noch der zusätzliche Effekt, dass
die Punktschweißungen der gewickelten Elektroden von der Anode zur
Kathode besser verschweißt werden. Dieser enorm hohe Strom darf
allerdings nur für einen sehr kurzen Zeitraum fließen, da sonst die
Zelle beim Pushen zerstört würde, da die internen Anschlüsse einer
Zelle für derartige Ströme nicht dimensioniert sind. Es wird auch
behauptet, dass sich das Entladeverhalten durch hochkomplexe chemische
Verbindungen, die sich zwischen Elektrolyt und Elektroden bilden,
weiter verbessert. Dieser Aspekt ist allerdings bisher nicht endgültig
nachgewiesen worden. Einer so behandelten Zelle kann bis zu 15 s länger
ein hoher Entladestrom entnommen werden, danach fällt die Zellenspannung
allerdings rapide ab. Leider sind gepushte Akkus recht teuer und
entsprechende Geräte sind für den Endverbraucher kaum zu bekommen. Der
finazielle Aufwand für einen Eigenbau ist ebenfalls sehr hoch und die
Kontaktierung bei Strömen über 2000 A ist extrem schwierig. Da sich
Spannung und Strom im lebensbedrohenden Bereich bewegen, ist der
Selbstbau auch nur versierten Elektronikern zu empfehlen.

..]

Da lagst Du mit deinen 1000A ja noch im unteren Feld :-))
Ich hatte auch mal irgentwo die Schaltung von dieser
KondensatorBatterie gesehen - finge ich jetzt aber nicht - iss ja auch
egal :-)

Autor: buz11 (Gast)
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Ich hab schon so'n "Pusher" für einen Kumpel gebaut .
Der vertreibt die Zellen an RC-Car-Freaks .

Es rummst ganz ordentlich , wenn sich ca.
60000µF @ 80V schlagartig entladen .


So viel ich weiß , soll es nur die Punktschweißung
im Zellenboden verbessern .

Manchmal überlebt es die Zelle nicht .
Dann ist sie gleich Sondermüll ,
ohne auch nur 1 mal gedient zu haben .

Autor: Winfried (Gast)
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Interessant, hatte ich noch nicht gewusst, mit den 1000 Amper.
Andererseits wird da wohl auch viel Halbwissen weiterverbreitet. Hier
z.B. steht, dass es nur um die Punktschweißung geht bzw. andere Effekte
nicht nachgewissen werden konnten.

http://www.drmm.de/akku/glossar.shtml

Manchmal geht das auch in die Richtung, wie diese Benzinzusätze, wo
dann einige behaupten, literweise Sprit mit zu sparen.

Autor: Steffen (Gast)
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"So viel ich weiß , soll es nur die Punktschweißung
im Zellenboden verbessern ."

So kenne ich das auch. Ist wohl der einzigste, wirklich nachgewiesene
Effekt des Pushens.

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