Du brauchst einen Filter. Die eintscheidende Frage ist nur, was für
einer.
Ein Filter erster Ordnung macht 6 dB pro Oktave bzw. knapp 20 dB pro
Dekade.
Eine Okatve ist eine Verdoppelung der Frequenz, und eine Dekade ist das
Zehnache.
20 dB Spannungsdämpfung ist der Faktor 1/10. D.h., wenn Du einen Filter
erster Ordnung hast, den Du auf eine Eckefrequenz von z.B. 10 kHz
dimensionierst, und nun auf diesen Filter ein Sinussignal mit 100 kHz
und 10 Volt Amplitude gibst, hast Du am Ausgang immer noch eine
Amplitude von 1 Volt.
Ergo: Ein Filter erster Ordnung ist ziemlich schwächlich.
Ein Filter 2. Ordnung ist auch nicht viel besser:
Grenzfrequenz z.B. 10 kHz. Pro Oktave macht ein Filter zweiter Ordnung
12 dB, das ist ziemlich genau ein Spannungsfaktor von 0,25. D.h. wenn
Du nun auf einen solchen Filter 20 kHz mit 10 Volt Amplitude anlegst,
hast Du am Ausgang immer noch 2,5 Volt.
Ergo: Auch ein Filter 2. Ordnung ist nicht sehr doll. Du brauchst
mehr.
Wieviel mehr, kannst Du Dich an der D/A-Auflösung orientieren.
8-Bit D/A entspricht etwa 48 dB. D.h. der Filter sollte die
Sampling-Frequenz mit rund 48 dB Filtern.
Wenn Du nun nach Nyquist gehst, und Deine höchste Signalfrequenz knapp
unter der Hälfte der Samplingfrequenz liegt, hast Du praktisch eine
Oktave zu Verfügung.
D.h. 48 dB / 6 dB pro Oktave = 8. Ordnung.
Also brauchst Du einen Filter mit 8. Ordnung oder besser.
Bei dieser Dimensioniereung entspricht die Amplitude der
Samplingfrequenz nur noch dem Rauschen des LSB. Für viele Anwendungen
ist das mehr als genug, und man kann in der Praxis oft einen etwas
schlechteren Filter wählen.
Schneller zu Erfolg kommt man aber, wenn Oversampling betreibt. Dann
hat man ein wesentlich breiteres Frequenzband als eine Okave für die
Filterdimensionierung zur Verfügung.
Ein anderer Trick ist es, die Grenzfrequenz des Filters etwas mehr in
den Signalfrequenz-Nutzbereich zu verschieben, und vor der D/A-Wandlung
die höheren Frequenzen entsprechend zu verstärken. Dann geht einem in
den hohen Frequenzen Dynamik verloren, dafür wird der Ausgangsfilter
einfacher. In der Praxis stört der Dynamikverlust in den hohen
Frequenzen oft nicht.