Keramikkondensator als Piezo --> Klopfempfindlichkeit

Gast #311765
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Hallo zusammen,
gerade habe ich in der Zeitschrift "elektronik Journal, Heft 11, S.
50" die Ursache für die Klopfempfindlichkeit einer von mir aufgebauten
Verstärker- und Filterschaltung gefunden: Keramikkondensator verhalten
sich wie Piezoelemente (siehe Anhang).
Lässt sich anhand der Datenblätter zu den Kondensatoren irgendwie
herausfinden, wie klopfempfindlich diese sind? Bisher habe ich noch
nirgends derartige Angaben gefunden.
Oder bleibt als einzige Möglichkeit, bei Schaltungen mit hoher
Verstärkung auf Folienkondensatoren zurückzugreifen?
Angehängte Dateien:
#311766
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10uF als Keramik? Das muss ja nen ziemlich grossser Eimer sein, oder?
Oder die Zeitschrift hat für diesen Test ein äusserst empfindlichen
Probanden gewählt und mitm Hammer draufgehauen.

Ich denke, der Effekt dürfte in normalen Dimensionen absolut
vernachlässigbar gering sein.
#311767
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Klopfempfindlichkeit wird nicht angegeben.
Aber die Teile sind mitunter recht empfindlich.
In Mikrofon/Phonovorstufen würde ich deswegen keine Kerkos in den
Signalweg einbauen, wenn die Qualitätsansprüche hoch sind, dann haben
Kerkos im Signalweg überhaupt nichts zu suchen.
Grund: Keramikkondensatoren haben für empfindliche Ohren hörbare
Nichtlinearitäten. Was Verzerrungen anbelangt, sind nur Tantalelkos
noch übler. Hochwertiges Audio verlangt Folienkondensatoren oder
Gleichspannungskopplung.

Gruss
Jadeclaw.
Gast #311768
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> Ich denke, der Effekt dürfte in normalen Dimensionen absolut
> vernachlässigbar gering sein.

Das dachte ich auch immer, aber nachdem ich bei der oben genannten
Schaltung die Kondensatoren in der Filterschaltung durch welche von
einem anderen Hersteller ersetzt hatte, wurde die Klopfempfindlichkeit
deutlich geringer. Vorher hat die Schaltung sogar wie ein Mikrofon
gewirkt und ich konnte Händeklatschen im Oszilloskop sehen.
Der Effekt ließ sich durch einlöten von Kondensatoren eines dritten
Herstellers wieder verstärken.
Ich habe aber keine Lust, durch herumprobieren Kondensatoren
auszuwählen. Hat jemand einen besseren Vorschlag?

P.S. In meinem Fall handelte es sich um Keramikkondensatoren zwischen 1
pF und 470 nF in den Baugrößen 0805 und 0603, wobei die Kondensatoren im
nF Bereich am empfindlichsten waren.
Gast #311771
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a) Die üblichen SMD Keramik-Kondensatoren haben in linearen Signalweg
von Schaltungen nichts zu suchen.
-> a) Pieco Effekt
-> b) Nichtlinearität, die Kapazität ist von der Bias-Spannung
abhängig

b) Grösse: 10µF /6.3V gibt es als 0603 (z.B. muRata)

c) Obige Keramik-Kondensatoren sollten auch nicht zum Abblocken/Filtern
von Versorgungs-Spannungen mit Ripple-Spannungen im Audio-Bereich
genutzt werden. Sonst fängt eure Platine an zu singen...
Gast #311772
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Das hängt von der Art der Keramik ab. NPO (CPO oder so heißen die bei
den Japanern) sind sehr gut und kommen an Folien ran, X7R ist naja, und
Y5V oder so ähnlich zerren wie Sau, das sind BlockCs.

Cheers
Detlef

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