Im Holzboden meiner Mietwohnung sind erhöhte Werte von Lindan,
Permethrin und Tris-(n-butyl)-phosphat (TnBP) gefunden worden. Der
Holzboden ist relativ alt. So vielleicht von 1960 (oder davor) bis 1980
grob geschätzt.
Die Werte sind teilweise mehr als 500-Fach höher als die
Bestimmungsgrenze.
Seit Jahren habe ich mich in der Wohnung nicht mehr wohl gefühlt.
Wenn ich außerhalb war habe ich nach einigen Tagen immer eine Besserung
gespürt.
Die Symptome, die im Untersuchungsprotokoll vom Labor angegeben wurden
treffen 1:1 zu. Ich bin sicher, die Ursache des Unwohlseins gefunden zu
haben.
Das geht hin bis zu Konzentrationsstörungen. Wobei es so aussieht, dass
man etwas vergisst, dass man vor einigen Sekunden noch machen wollte.
Ich habe dann gedacht, ob ich schon so alt bin... :-) Aber das liegt an
den Chemikalien im Holzboden.
Nachdem ich das Untersuchungsprotokoll mit den Werten per E-Mail zum
Vermieter geschickt habe bin ich persönlich vorstellig geworden. Ich
habe sofort versucht zumindest einen anderen Schlafplatz zu bekommen.
Wenn man als 'Bittsteller' dort ankommt bekommt man eine besondere
Behandlung. Es kam nach einiger Zeit der Sachbearbeiter, zuständig für
Sanierung. Er war jedoch nicht alleine. Zusätzlich kam noch ein weiterer
Mitarbeiter vom Vorstand wie sich später herausstellte. Der
Sachbearbeiter machte auf mich einen unsicheren Eindruck. Nach dem
Motto: hoffentlich kommt da nicht noch mehr raus. Er hat kaum
gesprochen. Der andere Mensch trat ziemlich 'selbstbewusst' auf und hat
im Grunde mein Anliegen - einen anderen Schlafplatz - abgewimmelt. Bzw.
ich sollte mich selbst darum kümmern. Zufällig ist gerade die Wohnung
über mir frei für ein paar Tage. Er konnte 'aus Datenschutzgründen' mir
nicht die Adresse der ehemaligen Nachbarn mitteilen und wollte auch
selbst nicht aktiv werden um sie zu kontaktieren.
Daraufhin habe ich dann in Hotels übernachtet. Ich wollte meinen
Bekannten keine Unannehmlichkeiten machen. Gleichzeitig wird der
Vermieter so vor vollendeten Tatsachen gesetzt. Die haben ca. 30
Wohnungen, fast alle mit mehreren Parteien (so ca. 10-20).
In einem weiteren Schreiben habe ich um die Erstattung der Hotelkosten
gebeten, sowie um die Erstattung der Kosten des Prüfprotokolls und der
Baubiologin. Es kam dann ein Telefonanruf vom betreffenden
Vorstandsmitarbeiter wo er mitgeteilt hat, dass sie nicht bereit sind
jedwede Kosten zu übernehmen. Weiter drängte der Mitarbeiter mich
dahingehend, dass er sagte, die Messmethode des Prüfprotokolls wäre
nicht richtig und ob ich damit einverstanden wäre, dass ein anderer
Sachverständiger den Boden mit einer 'Saugmethode' o.ä. untersucht. Ich
war da zunächst nicht abgeneigt, habe sogar gesagt es könnte dann auch
noch ein 3. und 4. Sachverständiger kommen. Eine Zeugin hat das Gespräch
mitgehört (Freisprechschaltung des Handys), es ist uns beiden sauer
aufgestoßen. Wir waren auf dem Weg zu einer Tanzshow.
Kurz danach habe ich per E-Mail mitgeteilt, dass ich keinen persönlichen
Kontakt mehr über Telefon und Gespräch mit dem betreffenden Mitarbeiter
wünsche. Ich habe noch einmal darauf hingewiesen, dass die Gesellschaft
mir den Empfang des Prüfprotokolls schriftlich bestätigen soll, was
bisher nicht geschehen ist. Weitere Anliegen haben ebenfalls schriftlich
zu erfolgen. Die Zahlungen der Miete wurden meinerseits eingestellt
durch Lastschriftrückgabe. Die Aktuelle Zahlung von vor einigen Tagen
und die vom letzten Monat.
Jetzt warte ich, dass endlich was schriftliches von der Gesellschaft
kommt, hoffentlich mit Friedensangeboten. Bin aber auch auf alles andere
gefasst. Hier sind 6 Parteien. Ich wohne hier am 2. längsten. Soweit ich
das weiß sind in fast allen anderen Wohnungen modernere Böden. Ob der
Unterbau mit den belasteten Chemikalien bei den anderen Wohnungen ganz
herausgenommen wurde weiß ich nicht. In mindestens einer Wohnung sind
Fliesen gelegt worden. Eine andere ist mit modernem Parkett
ausgestattet. Beides auf Wunsch der Mieter hin. Den Mietern wird dann
auferlegt den Urzustand herzustellen, falls der nächste Mieter die
bauliche Veränderung nicht haben möchte.
Falls keine Friedensangebote kommen werde ich mir wohl eine 2. Wohnung
mieten, da die Kosten der Übernachtung in diesem Falle günstiger sind
als in Hotels.
Wenn man von außen in die Wohnung kommt ist es erst mal ganz normal. Je
länger man aus der Wohnung war umso länger ist es auch normal. Das ist
das tückische.
Nach einiger Zeit fängt das Brennen in den Augen an. Weitere Symptome
sind Müdigkeit, Schlafstörungen, Herzrhythmus-Störungen, Schwindel
(besonders Morgens kurz nach dem Aufstehen), usw.
Die Symptome kann ich bei Bedarf eidesstattlich versichern.