Hochstromtrafo hat kaum Leistung

OP #5008397
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Hallo,

ich habe mir bei der Arbeit einen Hochstromtrafo gebastelt.
Der Trafo stammt ursprünglich aus einer Mikrowelle.
Die Primärspule wird weiterhin verwendet. als Sekundärspule dient jetzt 
10mm2 Kupfer.
Die Primärspule hat circa 2000 Windungen und einen Widerstand von etwa 
70 Ohm. Die Sekundärspule hat 3 1/2 Windungen und der Widerstand geht 
gen Null. Der Trafo wird mit 230V 50Hz betrieben.
Somit müsste bei einem Widerstand von 70 Ohm in etwa 3,2 - 3,3 Ampere an 
Strom fließen. Tut es aber nicht. Wenn ich die Sekundärspule 
kurzschließe fließt ein Strom von circa 107 - 110 Ampere bei einer 
Spannung von etwa 200mV. Dabei messe ich an der Primärspule einen Strom 
von unter 100 mA. Durch den niedrigen Strom hat mein Trafo kaum 
Leistung. Ich würde den Trafo gerne zum Punktschweißen und zu 
Anschauungszwecken (Nägel schmelzen usw.) verwenden.

Hat jemand eine Erklärung für mich und kann mir weiterhelfen?
Gast #5008400
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Adrian E. schrieb:
> Hat jemand eine Erklärung für mich und kann mir weiterhelfen?

> Somit müsste bei einem Widerstand von 70 Ohm in etwa 3,2 - 3,3 Ampere an
> Strom fließen.
nein müsste nicht, es liegt eine Wechselspannung an, damit spielt der 
Induktive Anteile eine große Rolle - diese wird hier wohl zu hoch sein.

Nicht jeder Trafo geht für jeden Zweck.
#5008405
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@ Adrian E. (bush)

>Somit müsste bei einem Widerstand von 70 Ohm in etwa 3,2 - 3,3 Ampere an
>Strom fließen.

Nö, denn der Eingangsstrom wird NICHT durch den ohmschen Widerstand der 
Primärwicklung bestimmt, sondern durch die Primärinduktivität (Leerlauf)

> Tut es aber nicht. Wenn ich die Sekundärspule
>kurzschließe fließt ein Strom von circa 107 - 110 Ampere bei einer
>Spannung von etwa 200mV.

Kann sein.

> Dabei messe ich an der Primärspule einen Strom
>von unter 100 mA. Durch den niedrigen Strom hat mein Trafo kaum
>Leistung. Ich würde den Trafo gerne zum Punktschweißen und zu
>Anschauungszwecken (Nägel schmelzen usw.) verwenden.

>Hat jemand eine Erklärung für mich und kann mir weiterhelfen?

Du brauchst mehr Sekundärwindungen, denn wenn dein Trafo WIRKLICH 2000 
Windungen auf der Primärseite hat, dann hat er ca. 230V/2000 = 
115mV/Windung. Das gilt auch für die Sekundärseite.

Siehe Transformatoren und Spulen.
#5008487
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Falk B. schrieb:
> Kann es sein, daß der OP die Sekundärwicklung mit der
> Primärwicklung
> verwechselt hat und nun den Trafo über die originale Sekundärwicklung
> speist? Denn 2000 Windungen erscheint mir zuviel für einen derartig
> großen Trafo.



Ja, das hat der TE wohl. Die 70 Ohm weisen ebenfalls darauf hin -- bei 
230V AC hat eine MW Trafo deutlich unter 3 Ohm DC Widerstand in der 
Primärwicklung

Hier ein Video, das hilft ihm beim Umbau:

https://www.youtube.com/watch?v=hTaGa93lOGU
OP #5008489
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Ja, die Blechpakete zwischen Primär- und Sekundärspule wurden entfernt.

Und ja, meine jetzige Primärspule ist die ehemalige Sekundärspule. Sorry 
für die Verwechslung.

Ich denke ich werde am Montag, wenn ich wieder bei der Arbeit bin die 
ehemalige Primärspule (300 Windungen) als Primärspule nutzen und Als 
Sekundärspule 5-6 Windungen 10mm2 benutzen. Das sollte ein besseres 
Verhältnis ergeben.

P.S.: Vielen dank für die schnelle und gute Unterstützung
#5008506
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Adrian E. schrieb:
> Eine Frage hätte ich da noch...
>
> Wenn ich jetzt die Spule mit den 300 Windungen als Primärspule benutze
> (circa 2,5-3 Ohm) , löst da nicht der LS-Schalter (16A) aus?

DC-Widerstand ist nicht gleichzusetzen mit AC-Widerstand, siehe oben das 
Stichwort Induktivität.

somit: i.d.R. löst der nicht aus bei einem MW-Trafo.

Bei anderen Trafos sieht es ggfs. anders aus .-)
#5008509
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@Adrian E. (bush)

>Wenn ich jetzt die Spule mit den 300 Windungen als Primärspule benutze
>(circa 2,5-3 Ohm) , löst da nicht der LS-Schalter (16A) aus?

Warum sollte er das tun? Hat er das, als der Trafo noch in der 
Mikrowelle benutzt wurde?

Und nochmal, der Leerlaufstrom es Trafos wird NICHT durch den ohmschen 
Widerstand der Wicklung bestimmt!
#5008530
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Andrew T. schrieb:
> Falk B. schrieb:
>> Kann es sein, daß der OP die Sekundärwicklung mit der
>> Primärwicklung
>> verwechselt hat und nun den Trafo über die originale Sekundärwicklung
>> speist? Denn 2000 Windungen erscheint mir zuviel für einen derartig
>> großen Trafo.

Naja, die 2000 Windungen werden sicher nur so über den Daumen gepeilt 
sein. Er wird die Primärseite ohne Not nicht ab- und dann wieder 
aufgewickelt haben. Was den Spulenwiderstand angeht, da kann man bei den 
billigen Mikrowellen nicht von einer Kupferspule ausgehen. Ich hatte 
schon ein paar MOTs in den Fingern und musste bei einigen feststellen, 
das sich der Draht schlecht bis gar nicht löten lässt.

Praktisch alle MOTs hatten eine Seite der Sekundärspule an den Trafokern 
genietet. Das macht ein Verwechseln fast unmöglich.
(Firma: Schweigstill IT) Persönliche Seite #5008576
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Rolf B. schrieb:
> Praktisch alle MOTs hatten eine Seite der Sekundärspule an den Trafokern
> genietet. Das macht ein Verwechseln fast unmöglich.

Bei einer uralten Elektroinstallation mit diskreter Nullung könnte es 
auch vorkommen, dass der Trafo in einer Steckrichtung des Netzsteckers 
funktioniert... und in der anderen fliegt die Sicherung, falls N 
beschaltet sein sollte.
(Firma: Schweigstill IT) Persönliche Seite #5008636
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Peter II schrieb:
> wie kann das sein?

Wenn wie von Rolf B. die Sekundärwicklung mit dem Trafokern verbunden 
ist, die Sekundärwicklung zur Einspeisung verwendet wird und eine 
Verbindung mit dem Schutzleiter über das Gehäuse besteht, sind doch auf 
jeden Fall die Sekundärwicklung und der Schutzleiter miteinander 
verbunden.

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