"Digitale Karten" ist ein weites Feld! Was willst Du überhaupt?
Sollen Deine Positionsaufzeichnungen "übersetzt" werden in
Straßennamen? Dann bräuchtest Du eine Liste von Knotenpunkten und den
Straßenabschnitten, die jeweils dazwischenliegen.
Oder willst Du den "Zusammenhang" graphisch, also Deine Tour mit
einer Rasterkarte im Hintergrund? Dann ist der spannende Teil, die
identische Projektion hinzubekommen wie die Kartographen, die die Karte
gemalt haben (aber nicht immer eine Georeferenzierung angeben).
Im Normalfall gilt: Kartenmaterial ist unzugänglich oder teuer. Die
Lieferanten (etwa NavTech für Vektormaterial oder die
Landesvermessungsämter für Rasterkarten) verlangen, daß man aus einem
abgeleiteten Produkt die Ausgangsdaten nicht mehr rekonstruieren kann.
Da kann man zwar für ein paar Euro eine Software kaufen, die
wunderbares Kartenmaterial enthält, aber man wird keine Chance haben,
das aus der Software herauszubekommen. Das verlangen die
Resellerverträge.
Die Rechte an der Nutzung der Originaldaten sind dagegen wieder
unglaublich teuer; für die GIS-Daten eines Straßennetzes einer
Kleinstadt ist ein mittlerer dreistelliger Betrag fällig. Und dafür hat
man noch nicht einmal eine Garantie, daß das Material gut ist. Vom
selben Lieferanten gibt es einmal Daten, die sitzen wie angegossen, und
bei der nächsten Stadt sind mal ganze Teile völlig verschoben -- es ist
ein Krampf.
Rasterkarten kann man unter www.geodatenzentrum.de kaufen -- frag mich
nicht, wie das für Privatleute aussieht. Hier stimmt aber immerhin die
Qualität der Karten!
Und m.W. leiten sich alle Programme auf Umwegen von denselben paar
Quellen ab. Einen digitalen Stadtplan kann man auch beim Städteverlag
kaufen, aber die malen letztlich auch nur ein paar hübsche Linien über
Material, das z.B. von NavTech gekauft wurde und geben die
Lizenzeinschränkungen dann auch weiter.
Wenn Du die Quelldaten einmal hast, kannst Du damit natürlich alles
anstellen. Bei "grass" braucht das etwas mehr Einarbeitungszeit, aber
aus dem kostenlosen MapInfo-Viewer kannst Du den Kram auch in lesbaren
Formaten wie dbf abspeichern, mit denen Du dann alles machen kannst.
Zum Schluß: falls Du noch nie etwas mit Geokoordinaten zu tun hattest:
viel Spaß. Gehe bitte nicht so naiv an die Sache wie ich damals ("Kann
ja nicht so schwer sein, einen Ellipsoidabschnitt auf eine Fläche zu
projezieren")! Der große Gauss ist daran gescheitert, die Erde ist
kein Ellipsoid und selbst harmlos aussehende Vereinfachungen ("es gibt
einen Erdmittelpunkt und jedes Senkblei zeigt ungefähr in Richtung
dieses Erdmittelpunktes") führen zu völlig unbrauchbaren Ergebnissen.
Macht auf Dauer Spaß, ist aber nichts für ein paar verregnete
Nachmittage.