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Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Funk - mittlere Bandb. - hohe Reichw. -legale Möglichkeiten


Autor: Markus Kempf (markus77)
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Hallo Zusammen,

Ich suche schon seit längerem eine brauchbare Funk-Lösung für
verschiedene meiner geplanten Projekte. Meine Anforderungen wären
folgende:

 -Datenrate: im Bereich von 60 kbit/s (Sprachübertragung + einige
Nutzdaten)
 -Reichweite: minimum 2-3Km ohne Sichtverbindung
 -Energieverbrauch und Modulgröse für tragbares Gerät geeignet.

Ich wäre auch bereit, eine Funklizenz zu erwerben wenn mich das einer
Lösung näher bringt.
Ich bitte um jede Art von Beiträgen, auch jene die mir villeicht sagen,
das ich das ganze vergessen kann weil es z.B. die Gesetzeslage in
unserem Land nicht zulässt.

Vielen Dank im Vorraus!

Autor: Feadi (Gast)
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Wie wäre es mit "Handy-Modulen", mit denen kannst Du eine
Sprechverbindung aufbauen. Und Nutzdaten kannst Du über
"Tastendrücke" übertragen.

Naja, nicht so ganz das wahre? Sag lieber wofür Du die Verbindung
benutzen möchtest. Oder ist das geheim? ;)

Gruß, Feadi

Autor: Sven (Gast)
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Hi...das sollte doch zu machen sein...ich hab noch so alte funkgeräte
(mit ner 1,5 m antennte) die min. 10 km weit reichen. Oder sin die
teile illegal ?

Autor: Michael S. (mst)
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@Markus77
60kBit/s macht, wenn nicht richtig codiert, schon einiges an Bandbreite
auf der HF; GFSK Module sind da wohl der erste Ansatz.

Es gibt von Aurel ( http://www.aurelwireless.com ) ganz brauchbare
Sachen die auch Bezahlbar sind. Das große blaue C hat die im
Sortiement. Allerdings wenn du die Möglichkeit (Gewerbe oder gute
Überredungskunst beim Aurel-Vertrieb!) hast die direkt bei Aurel zu
bestellen, sind die ab 5St. ca. >10EUR günstiger als beim C...

Die Serie XTR-903-A verbaue ich in Kleinststückzahlen... Sind echt gut
für das was die in 10Chargen kosten!

Mittlerweile haben aber Maxim, Analog, etc. auch diverse RF-Frontends
welche von der Datenrate her alle ähnlich sind. Manche gehen da bis
100kBit/s... Sind aber untereinander nicht immer Protokoll und
Kodierungskompatibel!

Allerdings können die von mir angesprochenen Module eines nicht:
analoge Sprache übertragen! Die müsstest du vorher noch ein wenig was
tun: A/D, evtl. CODEC, Codierung, HF...

Ausserdem ist die von dir angesprochene Reichweite bei 60k ein Problem.
Da müsstest du schon einiges an Signal/Rauschabstand haben um den Link
einigesmasen sicher hinzubekommen; --> Mit den legalen 10mW dieser
Modulen in den ISM-Bändern wird das sportlich. Aber alles ist möglich!
:-)

Ich hoffe ein wenig zur Verzweifung beigetragen zu haben... :)
Gruß Micha,

Autor: Christoph Kessler (db1uq) (Gast)
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Im Amateurfunkbereich sind das die "Link-Transceiver" für
Packet-Radio, die mit Baudraten ab 9600 Bd arbeiten:
http://www.eisch-electronic.de/katalog/?rub=107
http://www.giga-tech.de/bausaetze.htm

Oberhalb von 19 kBd wirds aber schwierig, einen Quarzozillator zu
modulieren, der Frequenzgang wird durch Nebenresonanzen des Quarzes
gestört, daher muß man zu PLL-stabilisierten VCOs übergehen. Damit ist
die Schaltung etwas aufwendiger.

Autor: Michael S. (mst)
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@db1ug:
...und die regelschleife der PLL muss dann langsam genug sein, damit
die tiefer frequenzen (<10Hz) der mod. nicht ausgeregelt werden! Aber
dennoch schnell genug, damit beim umschalten von RX nach TX nicht
kostbare zeit verloren geht. Denn sonst ist die hohe datenrate wieder
für die katz weil die hälfte der zeit damit verbracht wird drauf zu
warten bis die PLL wieder eingerastet ist und man während dieser zeit
eine mögl. aktivitäten auf der HF nicht mitbekommt...

Ein teufelskreis! :-) Aber Lösbar:
Zwei PLL's oder DDS; siehe LinkTRX-IIIB von DF9IC dann die HF mit
PIN-Dioden schalten und das ganze wird brauchbar! Oder gleich
Vollduplex, oder, oder...

Autor: Markus Kempf (markus77)
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Erst einmal vilen Dank für eure Antworten!
@Feadi: Ich plane ein digitales Funkgerät (abhörsicher, wenig-kein
rauschen, wenn die Verbindung steht) zusammen mit einer Übermittlung
der GPS koordinaten der einzelnen Teilnehmer puls villeicht noch ein
paar spielerreien.
@Michael: Danke für Deinen ausfürlichen Beitrag! Hört sich auch alles
recht gut an bis auf die Sendeleistung :( Wenn ich ehrlich bin hatte
ich auf bis zu 1 Watt Sendeleistung gehofft. Ich wollte nur vermeiden
das man mich gleich für einen unrealistischen Spinner hält ;)

Ich muss sagen ich habe von Funktechnik kaum bis keine Ahnung, ist
nicht mein Gebiet. Ich wäre daher dankbar wenn ich einige recht
allgemeine Fragen klären könnte, die da wären:

 -Giebt es eine Übersicht welche Frequenzen ein Normalverbraucher
nutzen kann und mit welcher Sendeleistung?

 -Welchen nutzen habe ich von einer Amateurfunk Lizenz?

 -Welche Frequenzen kommen den für meine geforderte Datenrate in frage?
- Für eine höhere Bandbreite benötige ich höhere Frequenzen und/oder
bessere Modulation, richtig?

 -Wenn dich das Gerät im Ausland betreiben möchte muss ich sicher auch
die dortigen Bestimmungen beachten. In meinem Fall wäre das Norwegen.
Wo bekomme ich hier Informationen?

 -Wenn ich (villeicht auch mit Amateurfunk-Lizenz) ein Gerät baue, darf
ich das dann an dritte zur Nutzung weitergeben? Ich möchte es nicht
verkaufen.

Vielen Dank!

Autor: SuperUser (Gast)
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Vieleicht ist ja digital PMR-446 was für dich?

http://www.icom-funktechnik.de/index.php?dir=detai...

Autor: Jadeclaw Dinosaur (jadeclaw)
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@Markus Kempf: Sieht so aus, als wenn Icom diese Idee auch schon hatte.
Der zweite PMR446-Bereich ist allerdings schon letztes Jahr dafür
freigegeben worden.
Zu deinen Fragen:
1. Gibt es:
http://www.bundesnetzagentur.de/enid/Frequenzordnu...
Genauer:
CB-Funk: http://www.bundesnetzagentur.de/media/archive/1533.pdf
Freenet: http://www.bundesnetzagentur.de/media/archive/916.pdf
PMR446: http://www.bundesnetzagentur.de/media/archive/315.pdf
DMR446: http://www.bundesnetzagentur.de/media/archive/5524.pdf
SRD/LPD: http://www.bundesnetzagentur.de/media/archive/813.pdf

2. a. Selbstbau erlaubt, b. höhere Leistung erlaubt, c. bei Erwerb der
passenden Lizenz auch Kurzwellenbetrieb und damit weltweite
Verbindungen möglich. d. Alle Teilnehmer der Verbindung müssen
lizensiert sein.
3. Ab 430 MHz aufwärts wäre hier sinnvoll, aber für Sprache brauchts
keine 60kBit. Speex komprimiert gut verständlich auf 8kBit herunter,
mit dem passenden Modulationsverfahren reichen dann weniger als 4kHz
HF-Bandbreite aus. Unds GPS-Koordinaten brauchen so gut wie keine
Bandbreite.
4. Da hilft nur eine Anfrage bei den zuständigen Behörden:
http://www.npt.no/
PMR/DMR446 sind in allen CEPT-Ländern zugelassen.
Dasselbe gilt für die meisten 433/868MHz-Funkmodule mit
Allgemeinzulassung.
5. Nein. Selbstbau-Einzelstücke dürfen nur von Funkamateuren auf
Amateurfunkfrequenzen betrieben werden, Allgemeinzulassung per
CE-Zeichen beinhaltet das Risiko, dass die Bundesnetzagentur
Testexemplare verlangen kann, um zu sehen, ob diese Teile die
Vorschriften einhalten. Nicht ganz sinnvoll.

Und dann bleibt immer noch der Weg der Analogverschlüsselung,
aber nicht die einfache Tour, wie bei der deutschen Bullerei,
sondern wie hier demonstriert:
http://rover.wiesbaden.netsurf.de/~signals/WAV/CRY-2001.WAV
Diese Signale kommen mir auf Kurzwelle immer noch regelmässig
entgegen.

Gruss
Jadeclaw.

Autor: balu (Gast)
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nur asl zwischengedanke ohne anrecht auf richtigkeit! bei einer afu
liznens / übertragung  war besser ist es da nicht pflicht das es
unverschlüsselt ist?

Autor: Jadeclaw Dinosaur (jadeclaw)
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Ich vergaß, das kommt noch obendrauf.
Es heißt in den Regularien: Offene Sprache. Amateurübliche Abkürzungen
gelten als offene Sprache. Bei Selektivruf wird es schon eng.
Die kodierten Signale kamen mir ausserhalb der Amateurbänder entgegen.

Gruss
Jadeclaw.

Autor: Michael S. (mst)
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@balu,jadeclaw
es gibt inzwischen auch eine Teilweise Aufhebung der Reklementierung
bezüglich der Definition; Ist in einer Amtsblattverfügung schon '03
oder '04 Veröffentlicht worden. Wenn ich mein Unterlagenchaos
beherschen würde könnte ich vielleicht auch auch die Nummer der
Amtsblattverfügung verweisen :-)

Dort steht aber sinngemäß geschrieben: Mittlerweile sind in digitalen
Betriebsarten (ich ziel da jetzt mal auf Packet und Multimodedigis),
auch kodierte Verfahren zugelassen die mit handelsüblichen und
veröffentlichten Algorythmen wieder dekodiert werden können. Man denke
da z.B. an TCP/IP. Die definition "offene Sprache" und
Afu-Std-Abkürzungen wurde da sozusagen erweitert um eine
"Weiterentwicklung" des Packet-Net's zu ermöglichen. Übertragung von
TCP/IP und anderen Protokollen z.b. digitale Sprache, MPEG4, etc... auf
einem Multimode-Digi sind bedingt Erlaubt oder zumindest in einer
zulässigen Grauzone. (Definitionssache, zum Glück!)

Eine Übertragung von Text z.B. mit PGP oder einem anderen
verschlüsselungs-Algorythmus verschlüsselt ist aber verboten!

Zu deinen Fragen, kann ich mich eigentlich nur der Ausführung von
Jadeclaw anschließen. Was als Resüme (wie auch immer man das nach der
neuen Rechtschreibung schreibt!) der AFU-Lizenz zu betrachten ist: Die
Lizenz ist Personengebunden. Bei einigen Frequenzen sogar geographisch
auf einen Punkt (Eingetr.-QTH) beschränkt. Die Person darf für den
eigenen gebrauch ihre Geräte selbst bauen, solange sie die gesetzlichen
Bestimmungen nicht verletzten. Die Betriebstechnik die mit diesem Gerät
gemacht wird muss auch den Bestimmungen entsprechen
(Übertragungsverfahren, Bandbreite, etc...). Die Person darf das Gerät
auch an dritte Veräussern. Seit einigen Jahren ist der Besitzt der
Geräte nicht mehr Verboten. Nur der Betrieb!

Infos/Zuständig hierzu: http://www.bundesnetzagentur.de

Gruß Micha,

Autor: SuperUser (Gast)
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Wenn ich als europäischer Hersteller also ein Gerät für z.B DMR446

 http://www.bundesnetzagentur.de/media/archive/5524.pdf

baue und mir sicher bin (und auch nachweisen kann) dass es die Normen
(hier z.B. die EN 300166) erfüllt, klebe ich ein CE Zeichen drauf und
kann es in Betrieb nehmen und auch vertreiben.

So habe ich zumindest das FTEG verstanden. Das finde ich gut, da so
auch Nicht-Funkamateure Frequenzbereiche, die zur allgemeinen Nutzung
freigegeben sind, nutzen können. Oder habe ich da etwas übersehen?

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